Blick von einer Terrasse auf grünen Rasen. Umrandet ist er von ein paar Büschen. Im Hintergrund sind Berge zu sehen.
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Rasen – von der Saat zum Anlegen und alles rund um die Pflege

Alles rund um die verschiedenen Grasarten

Egal ob sie nachsäen oder einen Rasen neu anlegen, im Fachhandel finden Sie eine grosse Auswahl an Rasensamen für Ihren Garten. Dabei handelt es sich immer um Mischungen aus verschiedenen Grasarten und -sorten. Durch die Vielfalt und die richtige Zusammensetzung der Mischungen ist der Rasen später anpassungsfähiger an unterschiedliche Standort-, Boden-, Klima-, Nutzungs- und Pflegebedingungen.

Auch Baumärkte, Supermärkte und Discounter bieten Rasensaatmischungen an, vom robusten Spiel- und Sportrasen bis zu speziellen Mischungen für Schattenrasen oder Nachsaat-Rasen zum Ausbessern von kahlen Stellen. Oft sind diese günstiger als im Fachhandel für Saatgut. Im Baumarkt erhalten Sie oftmals sowohl günstige Produkte geringerer Qualität als auch hochwertige Produkte. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen.

Viele der angebotenen Mischungen sind Grassorten, die als Futtergras gezüchtet wurden. Diese Mischungen wachsen zwar sehr schnell, verdrängen aber auch bereits vorhandene Gräser und vertragen häufiges Rasenmähen nicht. So bleiben nach einiger Zeit oft grosse Löcher im Rasen zurück, in denen sich wiederum Löwenzahn und Wildkräuter ansiedeln, die Sie nur schwer wieder loswerden.

Hochwertige Rasenmischungen dagegen sind das Ergebnis aufwendiger Forschung. Diese Rasensorten wachsen in der Regel langsam und gleichmässig und produzieren daher auch weniger Samen. Hochwertigen Rasensamen zu produzieren, ist daher aufwendiger.

Eine Qualitätsmischung erkennen Sie auch daran, dass sie auf der Verpackung die Bezeichnung RSM (Regelsaatgutmischung) führen. Grosse Anbieter, die solche zertifizierten Saatgutmischungen führen, sind unter anderem ericschweizer.ch, hauenstein.ch oder ufasamen.ch.

Tipp: Wählen Sie am besten Sorten, deren Gräser niedrig bleiben und in die Breite wachsen.

Ein modernes Haus mit einem Holzaufbau zur Terrasse hin. Vor den Gartenmöbeln ist ein akkurat geschnittener Rasen zu sehen.

Rasen ist nicht gleich Rasen: Bei den Mischungen gibt es zum Teil grosse Unterschiede. Wachstum und Dichte sind hier wichtige Eigenschaften.

Schritt 1: Rasen vertikutieren

Egal ob Sie den vorhandenen Rasen mit einer Nachsaat ausbessern wollen oder ihn turnusmässig nach dem Winter pflegen und aktivieren, ein Vertikutiergang ist in beiden Fällen das Mittel der Wahl: Er regt die Sauerstoffversorgung Ihres Rasens an, beispielsweise wenn sich Moos im Rasen breitmacht oder Rasenfilz der Grasnarbe zusetzt.

Ein Vertikutiergang ist im Frühjahr zwischen Mitte April und Anfang Mai besonders zu empfehlen, da der Rasen dann sehr regenerationsfähig ist. Vor dem Vertikutieren kürzen Sie Ihren Rasen auf 3 bis 4 cm Höhe. Zeigen sich nach dem Vertikutieren kahle Stellen auf Ihrem Rasen, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um nachzusäen. Passende Vertikutierer mit Benzin- oder Elektroantrieb lassen sich im Fachhandel oder im Baumarkt ausleihen.

Schritt 2: Rasen aerifizieren

Während Sie beim Vertikutieren abgestorbene Rasengräser und Rasenfilz aus der Grasnarbe entfernen, dient das Aerifizieren der Belüftung des Bodens bis hin zu den Wurzeln der Grashalme. Beim Aerifizieren stechen Sie 5 bis 9 cm tiefe Löcher in die Rasenfläche. Mit 1 bis 2 cm dicken Stacheln lockern Sie den Boden. So aktivieren Sie das Bodenleben und das Wachstum des Rasens. Gleichzeitig geben Sie Rasensand in den Boden – bei Bedarf ergänzen Sie Rasensamen und Dünger. Ein weiterer positiver Effekt der Massnahmen: Regenwasser läuft besser ab, was wiederum verhindert, dass Staunässe entsteht.

Zum Aerifizieren erhalten Sie im Handel verschiedene Werkzeuge: Mit einer Aerifizierungsgabel, ähnlich einer Mistgabel, stanzen Sie manuell die Löcher in den Boden. Alternativ können Sie motorisierte Aerifizierer oder Rasenlüfter verwenden. Bei diesen Geräten befinden sich hohle Zinken auf einer rotierenden Walze, um die Belüftung durchzuführen. Und schliesslich gibt es im Handel noch Nagelschuhe, die wie Fussballschuhe mit langen Spikes versehen sind. Mit diesen Schuhen laufen Sie über den Rasen, um den gewünschten Belüftungseffekt zu erreichen.

Auf einer Rasenfläche steht ein Elektro-Vertikutierer.

Vertikutieren und Lüften des Rasens geht mit einem Elektro-Gerät leicht von der Hand.

Schritt 3: Rasen ansäen oder Rollrasen legen?

Wenn Sie Ihren Rasen neu anlegen, bietet sich neben dem Säen auch das Verlegen von Rollrasen an. Diese Alternative ist allerdings weder weniger aufwendig, noch ist sie weniger anstrengend. Aber der Rollrasen ist schneller nutzbar. Sie können Ihn sofort betreten. Bis Sie hingegen Ihren frisch gesäten Rasen richtig nutzen und voll belasten können, vergehen in der Regel rund drei Monate.

Damit beim Verlegen des Rollrasens nichts schiefgeht, können Sie ihn von einem Fachmann verlegen lassen. Garten- und Landschaftsbaubetriebe berechnen für die professionelle Verlegung von Rollrasen etwa 9 bis 15 Franken pro Quadratmeter. Die reinen Materialkosten bei Rollrasen inklusive Lieferung liegen ungefähr zwischen 5 und 7 Franken pro Quadratmeter.

Zum Vergleich: Gute Rasensamen für eine Fläche von 100 Quadratmetern erhalten Sie je nach Anbieter ab ca. 35 Franken.

Mit der Aussaat können Sie Ende April oder Anfang Mai beginnen. Rollrasen ist etwas weniger empfindlich, daher ist es möglich, ihn bereits ab Mitte März zu verlegen. Beide benötigen nach dem Ausbringen resp. nach dem Verlegen ausreichend Wasser. Deswegen ist der Hochsommer nicht geeignet.

Daher der Rat: Falls Sie den richtigen Zeitpunkt im Frühjahr verpasst haben, warten Sie am besten auf den Spätsommer oder den Herbst.

Vier Rollen Rollrasen auf einer Schubkarre. Im Hintergrund sind bereits mehrere Bahnen des Rasens verlegt.

Rollrasen hat einen grossen Vorteil: Weil das Gras darauf nicht erst wachsen muss, ist er sofort einsatzfähig. Weniger Arbeit macht er allerdings nicht.

Schritt 4: Boden vorbereiten

Aber egal ob Rollrasen oder Aussaat, in beiden Fällen muss der Boden für die Neuanlage eines Rasens gut vorbereitet werden:

  1. Greifen Sie zum Spaten oder zu einer Motorhacke, um das Erdreich umzugraben – passende Geräte verleihen wiederum Fachhandel und Baumarkt.
  2. Nach dem Umgraben sollten Sie Wurzelstücke und grössere Steine aus dem Erdreich entfernen.
  3. Nehmen Sie den Boden in Ihrem Garten vor der Aussaat genau unter die Lupe: Ist er hart und lehmig, sollten Sie vor der Aussaat noch Rasensand ausbringen. So erhält schwerer Boden eine durchlässige Konsistenz. Denn in einem lockeren Boden wachsen Rasengräser am besten.
  4. Gleichen Sie nun mit einem Rechen grobe Unebenheiten im Boden aus.
  5. Ebnen Sie den Boden anschliessend mit einer Rasenwalze, um am Ende eine schöne, ebene Rasenfläche zu erhalten. Oft können Sie im Fachhandel, Gartencenter oder Baumarkt Rasenwalzen für Ihr Projekt ausleihen.
  6. Sind auch nach dem Walzen noch Unebenheiten erkennbar, greifen Sie noch einmal zum Rechen.

Wie viel Rasensaat Sie pro Quadratmeter benötigen, ist in der Regel auf der Packung vermerkt. Meist braucht es etwa 25 Gramm Rasensamen pro Quadratmeter Rasenfläche. Wenn Sie ein gutes Augenmass haben, können Sie mit leichtem Schwung gleichmässig aus der Hand säen, mit einem Streuwagen arbeiten Sie allerdings genauer.

Auch nach dem Säen walzen Sie das Terrain noch einmal in Längs- und Querbahnen, um einen guten Bodenschluss herzustellen. Sprich: Wenn Sie die Samen in den Boden drücken, erhalten diese einen guten Kontakt zum Erdreich. Alternativ können Sie die Samen auch Einrechen, um Sie mit Erde zu bedecken. Oder Sie wählen das Abstreuen als Methode und bedecken die Saat locker mit Blumenerde.

Schritt 5: Rasen pflegen: bewässern, düngen und mähen

Bewässern

Insbesondere direkt nach der Saat ist es wichtig, den Samen stets feucht zu halten. Giessen oder beregnen Sie die Rasenfläche daher mehrmals am Tag für jeweils fünf bis zehn Minuten. Auch später wässern Sie besser grosszügig, damit auch die tieferliegenden Wurzelenden Wasser abbekommen. Ansonsten bilden die Gräser verstärkt oberflächennahe Wurzeln und trocknen leichter aus.

Mähen

Während der Gartensaison mähen Sie den Rasen ungefähr einmal wöchentlich. Wenn es sehr heiss und trocken ist, mähen Sie etwas seltener, um den Rasen zu schonen. Grundsätzlich pflegen Sie den Rasen am besten, wenn Sie die Halme maximal um ein Drittel zurückschneiden.

Tipp: Mähen Sie ausschliesslich trockenen Rasen, feuchtes Gras verklumpt leicht und lässt sich daher nicht einheitlich schneiden.

Düngen

Rasendünger sollte insbesondere Stickstoff, Phosphor und Kalium enthalten. Spurenelemente wie Magnesium und Eisen reichern den Boden zusätzlich an und verleihen dem Gras ein sattes Grün. Bei Bedarf eignen sich Kombinationsprodukte, um gleichzeitig zu düngen und gegen Moos und Unkraut vorzugehen. Der Zusatz von Eisensulfat hilft gegen Moos. Langzeitdünger ersparen Ihnen ständiges Nachdüngen und versorgen den Rasen lange mit Nährstoffen.

Aber Achtung: Junge Keimlinge sind einer hohen Nährstoffkonzentration gegenüber sehr empfindlich und schnell einmal überdüngt. Zudem bildet sich ihr Wurzelwerk kräftiger aus, wenn sie im Boden etwas weiter nach Nährstoffen suchen müssen. Seien Sie daher zurückhaltend, wenn Sie nach der Aussaat Dünger geben.

Ein Mann mäht mit einem Benzin-Rasenmäher seinen Rasen. Dabei hält er ein Kind auf dem Arm. Im Rasen sind braune Stellen zu sehen. Im Hintergrund steht eine Berghütte.

Den Rasen sollten Sie ausschliesslich bei trockenen Bedingungen mähen. Etwa einmal pro Woche reicht meist aus.

Schritt 6: Unkraut finden und entfernen

Egal ob Moos, Weissklee oder die als Margritli bekannten Bellis: Allesamt sind sie auf einem Rasen meist nicht willkommen, weil sie ihm zunehmend den Platz streitig machen. Zwar können Sie den unliebsamen Pflanzen auf mechanischem Wege zu Leibe rücken: zum einen mit dem Rasenmäher, zum anderen mit dem Vertikutierer. Gänzlich Einhalt gebieten werden Sie dem Unkraut auf diesem Weg aber nicht. Was also tun?

Unkrautvernichter

Im Fachhandel und im Baumarkt erhalten Sie eine grosse Auswahl an Unkrautvernichtern, die den Plagegeistern mit sogenannten Wuchsstoffen den Garaus machen: Sie lösen bei Pflanzen ein unkontrolliertes Wachstum aus, sodass sie letztlich absterben. In einem Haushalt mit Tieren oder Kindern sollten Sie sich hier jedoch ausführlich im Fachhandel beraten lassen, bevor Sie die Mittel einsetzen, da diese unter Umständen giftig sein können.

Hausmittel

Auch mit natürlichen und biologischen Methoden vernichten Sie Unkraut:

  • Einige Plagegeister vertreiben Sie mit Holzkohleasche.
  • Wenn Disteln nach dem Mähen gewässert werden, verfaulen die Pflanzen.
  • Indem Sie das Unkraut mit einer schwarzen Folie abdecken, entziehen Sie ihm das lebensnotwendige Licht. Denn auch Unkraut ist auf ausreichend Lichtzufuhr angewiesen.
  • Kochendes Wasser lässt unliebsames Unkraut absterben.

Aber Achtung: Mit den letzten beiden Methoden machen Sie auch den verbliebenen Grashalmen den Garaus. Daher sind beide nur zu empfehlen, wenn Sie planen, den Rasen neu anzulegen.

Kalken

Mit einer Kalkung bekämpfen Sie unerwünschtes Moos im Rasen. Moos gedeiht meist auf sauren Böden am besten – wenn der pH-Wert unter einem Wert von 7 liegt. In diesem Fall verbessert eine Kalkung die Bodenqualität und vertreibt das Moos.

Düngen

Oft ist auch Nährstoffmangel an der Ausbreitung von Unkräutern schuld. Daher können Sie diesen Mangel mit Düngen ganz einfach beheben. So hat Ihr Rasen mehr Kraft, gegen das robuste Unkraut anzukommen. Am besten verbinden Sie das Düngen mit dem Vertikutieren.

Ein Mann und eine Frau betrachten zusammen den Rasen vor einem Haus. Im Vordergrund sind kleine Erdhaufen zu sehen.

Unkraut sollten Sie früh genug aufspüren und Entfernen. Neben Unkrautvernichtern sind auch Hausmittel ein beliebtes Mittel.

Rasen: Weitere Tipps und Tricks

Tipp 1: die richtige Temperatur

Beginnen Sie mit den Massnahmen zur Rasenpflege nicht zu früh: Die Aussentemperatur sollte bei 15 °C am Tage liegen, erst dann werden die Rasenpflanzen aktiv. Moose und Unkräuter hingegen gedeihen schon bei niedrigeren Temperaturen gut. Starten Sie mit den Bereinigungsmassnahmen zu früh, bereiten Sie den Boden eher für weiteres Unkraut statt für den Rasen vor.

Tipp 2: ausreichend wässern

Nur mit ausreichender Bewässerung haben Sie die Chance auf einen satten, grünen Rasen. Wenn Sie ihn nicht richtig bewässern, wird er gelb und die Gräser sterben ab. Vor allem bei grossen Flächen kann das Wässern einen erheblichen Aufwand darstellen. Mit einer fest installierten Beregnungsanlage können Sie die Fläche ohne viel Aufwand wässern; ein Bewässerungscomputer macht den Vorgang noch bequemer – auch wenn Sie mal in den Ferien sind.

Tipp 3: grosse Flächen mähen

Ebenso hilfreich bei der Pflege einer feudalen Rasenfläche: der Mähroboter, der Ihnen das Mähen grosser Flächen ohne Murren abnimmt. Je nach Modell dauert das Mähen von 200 Quadratmetern zwischen ein und sechs Stunden.

Tipp 4: pH-Wert kontrollieren

Kontrollieren Sie ausserdem ab und zu den pH-Wert des Bodens. Testsets erhalten Sie günstig im Fachhandel und in Baumärkten. Ist der Wert nicht optimal, zeigen sich gelbliche, braune oder kahle Stellen auf der Rasenfläche. Auf saurem Boden mit zu niedrigem pH-Wert wiederum breitet sich Moos gut aus. Ideal ist ein pH-Wert knapp unter 7. Mit Kalk verhindern Sie, dass der pH-Wert des Bodens zu stark absinkt.

#Rasen

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