Ein modern gedämmtes Haus in der Sommersonne.
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Wärmedämmung: So isolieren Sie Ihr Haus richtig

Bei niedrigen Aussentemperaturen wollen wir es in unserem Zuhause schön warm haben, im Sommer dagegen angenehm kühl. Steuern können wir die Temperatur ganz einfach über die Heizung und allenfalls auch über die Klimaanlage. Doch es gibt noch einen anderen Faktor, der eine entscheidende Rolle spielt: die Wärmedämmung.

Warum eine Wärmedämmung sinnvoll ist

Art und Qualität der Dämmung entscheiden darüber, wie viel Wärme an kalten Tagen entweicht und wie stark die Hitze an warmen Tagen von aussen ins Haus eindringen kann. Genau das lässt sich durch den U-Wert (früher k-Wert) messen. Er beschreibt den Wärmedurchgang in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m² K). Eine Aussenwand aus Massivholz ohne zusätzliche Wärmedämmung kann zum Beispiel einen U-Wert von rund 0,5 W/m² K aufweisen. Je niedriger dieser Wärmedurchgangskoeffizient ist, desto besser die Dämmung. So bleibt die gewünschte Temperatur in den Räumen erhalten. Das bedeutet für Sie nicht nur mehr Komfort, sondern auch geringere Kosten für Heizung und Klimatisierung.

Wo eine Wärmedämmung möglich ist

Ein Haus kann an vielen verschiedenen Stellen Wärme verlieren oder anziehen. Besonders betroffen sind etwa das Dach und die Fassade. Doch auch in anderen Bereichen kann Energie verloren gehen, etwa bei Fenstern, Türen und durch den Keller.

Eine junge Frau sitzt mit Ihrer Katze vor einer Heizung.

Der Aufwand ist nicht (nur) für die Katz: Eine gute Dämmung spart Geld, weil der Haus- oder Wohnungsbesitzer weniger heizen muss.

Die Dachdämmung bei Steildach und Flachdach

Bei älteren Häusern kann der U-Wert am Dach schnell einmal 1,0 W/m² K erreichen oder sogar überschreiten. Ein gedämmtes Dach verringert diesen Wärmedurchgangskoeffizienten hingegen um ein Vielfaches.

Bei einem Steildach kommt es zunächst darauf an, ob Sie das Dachgeschoss als Wohnraum oder als Estrich nutzen wollen. Bei Ersterem ist eine Dämmung der Schräge und allenfalls auch der Decke zum Spitzboden hin notwendig. In diesem Fall ist die Dämmung am aufwendigsten und auf zwei Arten möglich:

Variante 1: Das Dämmmaterial lässt sich etwa zwischen den Dachsparren installieren. Und das hat einen entscheidenden Vorteil: Das Dach muss nicht erst abgedeckt werden. Versierte Heimwerker können mit etwas Zeit selbst Hand anlegen, ein auf Dämmungen spezialisierter Betrieb ist aber meist schneller. Zusätzlich zur Zwischensparrendämmung lohnt sich eine Untersparrendämmung. Damit können Sie einen noch besseren Schutz vor Kälte und Hitze erreichen. Den U-Wert senkt das entsprechend noch weiter.

Ein Handwerker bringt eine Dämmschicht am Dach an.

Für eine Aufsparrendämmung wird das Dach ab- und neu eingedeckt.

Variante 2: Falls das Dach sowieso neu eingedeckt werden muss (oder der zusätzliche Aufwand kein Problem ist), ist eine Aufsparrendämmung die beste Wahl. Sie wird auf den Sparren angebracht, wodurch keine Lücken entstehen. Bei dieser Art der Dämmung ist zwingend eine Dampfsperre notwendig. Sie sorgt dafür, dass sich zwischen Dämmmaterial und Holz keine Feuchtigkeit ansammelt. Übrigens: Die Neueindeckung des Dachs eignet sich sehr gut, um dabei gleichzeitig eine Photovoltaik- oder Solaranlage zu installieren.

Wollen Sie den Estrich nur als Stauraum nutzen, reicht oft auch eine Deckendämmung. Sie ist günstig und schnell durchzuführen. Das Dämmmaterial wird dazu zwischen Wohnraum und Dachgeschoss eingesetzt.

Bei einem Flachdach liegt die Wärmedämmung hingegen meist oberhalb der Betonschicht und ist durch eine Dampfsperre von dieser getrennt. Der weitere Aufbau ist von der Nutzung des Dachs abhängig. So ist etwa ein begehbares Dach mit mehr Schichten ausgestattet als ein nicht begehbares.

Die Fassadendämmung

Die Aussenwand ist als grösste Fläche eines Hauses auch für den grössten Energieverlust verantwortlich. Mit einer Fassadendämmung können Sie diesen minimieren. Besitzt das Haus eine zweischalige Aussenmauer (das sind zwei nebeneinanderstehende und mit Drahtankern verbundene Wände), ist die Dämmung per Einblasverfahren möglich. Über mehrere gebohrte Löcher blasen die Profis dabei das Dämmmaterial zwischen die Wände. Dort breitet es sich selbst gleichmässig aus. Bei Neubauten kommen oft Matten zum Einsatz, deren Einbau zwischen Innen- und Aussenwand erfolgt. Dies wird auch als Kerndämmung bezeichnet.

Für eine Aussendämmung stehen zwei Varianten zur Auswahl: ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) und eine hinterlüftete Vorhangfassade. Das WDVS besteht aus Dämmplatten, die an der alten Fassade sitzen, und einer Schicht als Puffer zum neuen Aussenputz. Ein Wärmedämmverbundsystem ist kompakt und effizient – und deshalb meist die beste Wahl für die Fassadendämmung.

Einen grösseren Gestaltungsspielraum bei der Optik ermöglicht eine hinterlüftete Vorhangfassade. Auch hierbei sitzen die Dämmplatten direkt an der alten Fassade, davor ist jedoch mit etwas Abstand ein Vorhang angebracht. Zwischen Dämmung und neuer Fassade ist also etwas Luft, die dafür sorgt, dass sich kein Kondenswasser auf dem Mauerwerk befindet.

Handwerker auf einem Gerüst bei Fassadenarbeiten an mehreren Gebäuden.

Da die Fassade normalerweise für den grössten Energieverlust im Haus verantwortlich ist, lohnt sich die aufwendige Fassadendämmung in den meisten Fällen.

Die Innendämmung

Ist eine Aussendämmung nicht möglich, zum Beispiel weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht oder die baulichen Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind, eignet sich meist nur eine Innendämmung. Eine Tragkonstruktion an den Wänden ist dabei die Basis für die Dämmung. Unbedingt notwendig ist eine Dampfbremse, denn sonst sammelt sich schnell Feuchtigkeit an, die zu Schimmel in den Wohnräumen führt. Die Verkleidung der Dämmung lässt sich dann tapezieren oder verputzen.

Ein Problem der Innendämmung ist, dass wegen ihr der Wohnraum etwas schrumpft. Die dickeren Wände nehmen über das Haus verteilt ein paar Quadratmeter ein.

Die Kellerdämmung

Über den Keller können Feuchtigkeit und Kälte ins Haus gelangen. Bei einem Neubau schützt davor eine Perimeterdämmung. Sie sitzt am Fundament und an der Aussenwand des Kellers. Auch bei einem bestehenden Haus oder einem Altbau ist diese Form der Dämmung noch umsetzbar, sie ist allerdings mit aufwendigen Erdarbeiten verbunden.

Eine Alternative dazu ist die Innendämmung. Diese lässt sich jederzeit nachträglich und ohne grösseren baulichen Aufwand anbringen. Bodenfrost, Tau und Grundwasser sind jedoch speziell für den Keller grosse Herausforderungen. Diesen hält eine Innendämmung meist weniger gut stand als eine Perimeterdämmung. Letztere ist also die bessere Wahl.

Wollen Sie den Keller nicht als Wohn- oder trockenen Lagerraum nutzen, reicht allenfalls auch eine Dämmung des Kellers zu den darüber liegenden Stockwerken. Dabei erfolgt das Anbringen des Dämmmaterials an der Kellerdecke.

Die Dämmung von Fenstern und Türen

Ein gut gedämmtes Mauerwerk ist nicht genug, denn über Fenster und Türen kann viel Energie verloren gehen – und zwar bis zu 25 Prozent. Entsprechend sollten Sie als Bauherr oder Hausbesitzer hier bei der Dämmung nicht sparen. Doppelverglaste Fenster machen einen deutlichen Unterschied zu einfach verglasten. Ein Rahmen aus Kunststoff dichtet zudem besser ab als einer aus Holz.

Zieht es unter den Türen durch, geht ebenfalls viel Energie verloren. Hier kann eine Bürstendichtung Abhilfe schaffen. Sie verringert den Luftaustausch und sorgt so dafür, dass Räume die Temperatur besser halten.

Diese Dämmmaterialien gibt es

Synthetische Dämmstoffe

Expandiertes Polystyrol (EPS): Der Dämmstoff ist auch als «Styropor» bekannt. Dabei handelt es sich eigentlich um einen Markennamen des BASF-Konzerns. EPS ist das Standard-Dämmmaterial für innen und aussen. Unter dem Markennamen «Neopor» ist es auch mit Grafit angereichert erhältlich. Das soll die Wärmedämmung zusätzlich verbessern.

Extrudiertes Polystyrol (XPS): Etwas druckstabiler und besser gegen Feuchtigkeit geschützt ist XPS. Das auch unter dem Markennamen «Styrodur» zu findende Dämmmaterial kommt deshalb bevorzugt bei der Perimeterdämmung oder auf Flachdächern zum Einsatz.

Polyurethan (PUR): Als Material kommt hier Hartschaum zum Einsatz. Durch seine Kompaktheit und die guten Dämmeigenschaften ist PUR besonders gut für die Dach- und Fassadendämmung geeignet. Aber auch an anderen Stellen lässt sich Polyurethan verwenden.

Mineralische Dämmstoffe

Mineralwolle: Als Glaswolle oder Steinwolle kommt das Material in erster Linie bei der Dachdämmung zum Einsatz. Das Material ist einfach zu verarbeiten und passgenau zwischen den Sparren anzubringen. Ein guter Schutz gegen Feuchtigkeit ist jedoch wichtig, weil Mineralwolle sonst seine Dämmeigenschaften verlieren kann.

Schaumglas: Ist das Dämmmaterial Feuchtigkeit ausgesetzt, kann Schaumglas eine gute Wahl sein. Entsprechend kommt es etwa bei der Perimeterdämmung zum Einsatz. Es besteht zu wesentlichen Teilen aus Altglas.

Perlite: Meist in Form eines Granulats sorgen Perlite für Dämmung um das Haus. Der Einbau erfolgt durch Einschüttung. Alternativ gibt es die Perlite auch in Form von Platten. Somit sind sie vielseitig einsetzbar, etwa bei der Dämmung von Decken.

Natürliche Dämmstoffe

Holzfaser: In Faserform zur Einblasdämmung oder als Platten zur Dach-, Fassaden- oder Innendämmung kommt Holzfaser zum Einsatz. Die Holzabfälle werden so sinnvoll weiterverwendet und schaffen eine gute Dämmwirkung.

Flachs: Verfilzt und mit Kartoffelstärke verklebt dienen Flachsfasern als Basis für Dämmplatten. Diese lassen sich dann beispielsweise am Dach anbringen. Alternativ ist auch eine Aufbereitung als Stopfwolle möglich, um etwa Türen und Fenster zu dämmen.

Zellulose: Im Einblasverfahren oder als Schüttdämmung sorgt Zellulose für die Dämmung innerhalb des Baumaterials. Auch dieses Material ist vielseitig und dadurch an vielen Stellen des Hauses einsetzbar.

Hanf: Optisch ähnelt das Dämmmaterial der Mineralwolle. Ähnlich einfach lässt es sich auch zuschneiden und verarbeiten. Für Aussenwände ist es jedoch weniger geeignet. Vielmehr findet es Verwendung in der Dach- und Innendämmung.

Kork: Das Material lässt sich nicht nur für Böden verwenden, sondern als Platten auch zur Dämmung von Dach und Decken. Wird der Kork geschrotet, ist mit ihm sogar eine Schüttdämmung möglich.

Schafwolle: Die Naturfaser ist ein echter Allrounder und kommt beispielsweise in der Textilproduktion zum Einsatz. Das liegt auch an der guten Dämmfähigkeit. Entsprechend lässt sich Schafwolle nach spezieller Aufbereitung auch für die Dach- und Innendämmung verwenden.

Eine Frau liest in eine Decke gewickelt ein Buch vor dem geschlossenen Fenster.

Auch Fenster und Türen sollten gut gedämmt sein, sonst geht hier viel Wärme verloren.

Welche Förderung es für eine Wärmedämmung gibt

Eine gute Dämmung verbessert die CO2-Bilanz des Hauses. Bund und Kantone sind deshalb bereit, durch eine Förderung energetische Sanierungen anzustossen. Diese Förderung fällt von Kanton zu Kanton unterschiedlich aus. Im Rahmen des Gebäudeprogramms einigten sich die Kantone aber auf eine Mindestsumme von 40 Franken pro Quadratmeter wärmegedämmtes Bauteil. Der U-Wert muss sich dadurch aber um mindestens 0,07 W/m² K verbessern, und die Baubewilligung des Hauses muss vor 2000 erfolgt sein. Wer Interesse an einer Förderung hat, kann sich unter dasgebaeudeprogramm.ch direkt über die Regelung in seinem Kanton informieren.

Was eine Wärmedämmung kostet

Die Frage nach den Kosten ist nur schwer zu beantworten, denn diese fallen sehr unterschiedlich aus. Je nach Art der Dämmung, den verwendeten Stoffen und baulichen Gegebenheiten variieren die Preise pro Quadratmeter stark. Es lohnt sich deshalb, direkt am Anfang mit einem auf Wärmedämmung spezialisierten Unternehmen über die möglichen Kosten zu sprechen.

Fazit: Eine Wärmedämmung lohnt sich immer

Sinkende Energiekosten, indirekter Umweltschutz und eine Wertsteigerung des Hauses: Eine energetische Sanierung hat viele Vorteile. Die Kosten für den Bauherren oder Hausbesitzer können sich durch die Förderung des jeweiligen Kantons deutlich verringern. Die Art der Dämmung und die Auswahl des Materials sind jedoch von Fall zu Fall unterschiedlich. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unserem Ratgeber eine hilfreiche Orientierung an die Hand geben konnten.

#Dämmung

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