Ein Zaun um eine Berghütte in den Alpen.
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Bauen und Kaufen

Zaunbau: Vorschriften, Kosten und Materialien

Thomas Bott

Mit einem Zaun schützen Sie Ihr Grundstück gleich auf mehrere Arten: Sie stecken die Grenzen optisch ab – und vermeiden, dass Menschen oder Tiere in Ihren Garten gelangen. Manche Zäune schützen vor neugierigen Blicken und einige sogar vor Wind und Lärm. Welche Unterschiede es dabei gibt und welche Vorschriften gelten, erklären wir hier.

In diesem Artikel

Zaunbau: Vorschriften bei der Einfriedung

Der Begriff Einfriedung beschreibt die physische Abgrenzung des Grundstücks. Darunter fallen Zäune, aber auch Mauern und Hecken. Diese Einfriedung folgt bestimmten Regeln. Wichtig ist zunächst der Grundsatz, dass jeder Grundstückbesitzer in der Schweiz das Recht hat, dieses durch Mauern, Hecken oder Zäune einzufrieden. Allerdings muss er dabei immer die gültigen Nachbarrechte beachten.

Erste wichtige Regel: Wer eine Einfriedung aufstellt, darf damit nicht seine Grundstücksgrenze überschreiten. Klingt logisch, ist aber tatsächlich Grund für viele Konflikte mit der Nachbarschaft. Die Grenzen selbst sind fest durch die Grundbuchpläne definiert.

Steht die Einfriedung an der Grenze zum Nachbarn, ist dieser Miteigentümer des Zauns, der Mauer oder der Hecke. Abweichungen können hier durch individuelle Vereinbarungen beider Parteien oder aufgrund des Ortsrechts entstehen. Etwas komplizierter ist das Recht bei den Grenzabständen. Je nach Kanton gelten hier sehr unterschiedliche Werte. So dürfen Sie beim Zaunbau etwa bestimmte Mindestabstände zu Wäldern und öffentlichen Strassen nicht unterschreiten. Genauere Informationen zu den bei Ihnen geltenden Regeln erhalten Sie beim zuständigen Bauamt.

Ein höherer Sichtschutzzaun aus Holz um ein grösseres Grundstück.

Die Einfriedung eines Grundstücks durch einen Zaun unterliegt einigen Vorschriften. Das soll Ärger unter Nachbarn vorbeugen.

Materialien: Diese Zäune stehen zur Wahl

Bei der Planung des Zauns sollten Sie sich zunächst für ein Baumaterial entscheiden. Die wichtigsten Zauntypen haben wir hier aufgeführt.

Holzzaun

Ein Zaun aus Holz lässt sich offen oder als Sichtschutz gestalten. Im Fachhandel gibt es meist fertige Elemente, die Sie nur aufstellen müssen. Für eine individuellere Gestaltung sind auch Latten und Bohlen erhältlich. Holz bietet einen natürlichen Look und kommt in vielen verschiedenen Farben und Maserungen daher. Ein Holzzaun ist allerdings auch pflegeintensiv. Durch Einflüsse von Wind und Wetter nimmt seine Stabilität mit der Zeit ab.

Zwei Mädchen lehnen ihre Beine an einen Holzzaun.

Ein Holzzaun verschmilzt optisch gut mit der Natur im Garten und kann als Sichtschutz dienen.

Metallzaun

Auch Metallzäune gibt es in vielen verschiedenen Stilen und Farben. Der Klassiker ist der biegsame Maschendrahtzaun. Blickdichte Metallzäune bieten einen Sichtschutz, als Zierzaun mit kunstvollen Mustern können Metallzäune zudem sehr edel wirken. Metall ist pflegeleicht und beständig. Je nach Legierung kann jedoch mit der Zeit Rost entstehen.

Kunststoffzaun

Das Angebot an Zäunen aus Kunststoff ist riesengross. Es gibt Modelle als Sichtschutz, als Zierzaun oder als einfachen Lattenzaun. Kunststoff ist sehr beständig, rostet nicht und ist in vielen verschiedenen Stilen und Farben erhältlich. Optisch wirken die Zäune manchmal weniger hochwertig als bei Holz oder Metall.

Steinzaun

Diese Art von Zäunen besteht meist aus kleineren Steinen, die in Gabionen gefüllt sind. In diesen Stahlkörben liegen sie lose aufeinander und bilden so eine stabile Wand. Als Sichtschutz ist der Stein damit sehr effektiv, bietet allerdings auch gute Eigenschaften beim Lärmschutz.

Mit Steinen gefüllte Gabionen zeigen ein Muster. Zwischen den einzelnen Gabionen wachsen Pflanzen.

Gabionen lassen sich individuell mit verschiedenen Steinen füllen. So sind auch optische Highlights wie dieser schwarze Streifen möglich.

Glaszaun

Ein Glaszaun schützt besonders gut vor Wind und Wetter, dämmt den Lärm – und kann (wenn er aus Milchglas besteht) gleichzeitig einen Sichtschutz bieten. Kommt es allerdings zu einem Bruch, sind Reparaturen nicht möglich. In diesem Fall müssen Sie den beschädigten Abschnitt komplett austauschen.

Die Kosten für den Zaunbau

Die Preise für einen laufenden Meter Gartenzaun schwanken stark nach Materialwahl, Qualität und Höhe. Zumindest grob können Sie jedoch mit den folgenden Kosten rechnen:

  • Holzzaun: etwa 20 bis 50 Franken pro laufenden Meter
  • Metallzaun: etwa 50 bis 200 Franken pro laufenden Meter
  • Kunststoffzaun: etwa 80 bis 120 Franken pro laufenden Meter
  • Steinzaun: etwa 150 bis 200 Franken pro laufenden Meter
  • Glaszaun: etwa 150 bis 300 Franken pro laufenden Meter

Fazit: Nutzen Sie die breite Auswahl

Eine wirklich falsche Wahl gibt es beim Bau eines Zauns nicht. Alle Materialien haben ihre Vor- und Nachteile. Sind Ihnen ein Sicht- oder ein Windschutz nicht besonders wichtig, reicht ein günstigeres Exemplar aus Holz oder Metall. Mögen Sie es individuell, ist vielleicht Stein die richtige Wahl. Glas und aufwendig gestaltete Metallzäune verleihen der Einfriedung ein höheres Mass an Wertigkeit. Vergessen Sie jedoch beim Planen nicht, auf die rechtlichen Bestimmungen zu achten.

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