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Wohntrend Japandi: Skandinavien trifft auf Japan

Jana Janssen

Asiatische Fusionsküche kennen Sie bestimmt. Neu ist aber der Trend, auch Wohnstile unterschiedlicher Kulturen zu fusionieren. Prominentes Beispiel: der Japandi-Stil. Er vereint das japanische Konzept Wabi-Sabi mit dem nordischen Skandi-Stil. Heraus kommt ein wunderbarer Mix aus Gemütlichkeit, Minimalismus und Eleganz. Wir erklären, was es mit dem neuen Wohntrend auf sich hat, und geben Tipps, wie er auch in Ihrem Zuhause Einzug hält.

In einem in Naturtönen gehaltenen Wohnzimmer steht ein niedriges Sofa mit Beinen und Armlehnen aus Holz.
© Getty Images/iStockphoto

In diesem Artikel

Japandi – was ist das?

Japandi – ein Kofferwort aus Japan und Skandinavien – vereint zwei Einrichtungsstile in einem Spannungsfeld von Kontrasten und Gemeinsamkeiten. Auf der einen Seite steht das japanische Konzept Wabi-Sabi, das durch Purismus und Langlebigkeit gekennzeichnet ist. Auf der anderen der Skandi-Stil, der sich durch coole Ästhetik und Zeitlosigkeit auszeichnet. Um zu verstehen, wie sich die beiden Stile gekonnt vereinen lassen, betrachten wir erst einmal beide Konzepte getrennt voneinander:

Wabi-Sabi

Wabi-Sabi hat natürlich nichts mit Wasabi zu tun. Im Gegensatz zur scharfen Paste geht es beim japanischen Einrichtungskonzept eher um Zurückhaltung. Getrennt voneinander bedeutet Wabi so viel wie sich elend, einsam oder verloren fühlen. Sabi heisst übersetzt alt oder reif sein beziehungsweise über Patina verfügen. In der Kombination stehen beide Begriffe für das Erkennen von Schönheit im Unscheinbaren, Schlichten oder Benutzten. Für das Wohnkonzept bedeutet das, sich vom Konsum abzuwenden und auf langlebige, natürliche Materialien zu setzen.

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Skandi-Stil

Schlichtheit und Naturmaterialien sind auch im Skandi-Stil der nordischen Länder angesagt. Klare Linien und Formen sind dabei unverzichtbar. Durch den Einsatz von hellen Farben wirkt der Stil besonders cool, verzichtet dabei aber keinesfalls auf eine gemütliche Atmosphäre. Diese schafft er durch viel Holz, Textilien wie Leinen und Wolle und viel Licht. Im Gegensatz zum japanischen Wabi-Sabi wirkt der Skandi-Stil dabei aber eher modern als traditionell.

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Merkmale des Japandi-Stils

Der Japandi-Stil kombiniert die fernöstliche Tradition mit der nordischen Coolness. Das im eigenen Wohnzimmer umzusetzen, ist gar nicht so schwer. Sie müssen nur wissen, worauf Sie achten sollten.

1. Kontraste aus Hell und Dunkel

Der Skandi-Stil zeichnet sich durch helle, gedeckte Farben wie Weiss, Beige und Hellgrau aus. In Japan kommen dagegen eher dunkle Farben zum Einsatz. Für Japandi in Ihrem Zuhause gilt es, beides zu kombinieren. So können Sie zum Beispiel Möbel aus hellem Fichten-, Kiefern- oder Eichenholz mit kräftigen, dunklen Wandfarben in Naturtönen wie Aubergine oder Waldgrün kombinieren und mit schwarzen Akzenten durch Bilderrahmen ergänzen. Natürlich funktioniert auch der umgekehrte Weg – dunkle Möbel und helle Wandfarben mit Deko-Elementen aus hellem Holz.

Auf dem Holzboden eines Wohnzimmers steht ein grosses schwarz-weisses Bild in einem schwarzen Rahmen. Auch die restliche Dekoration ist in Schwarz-, Weiss- und Grautönen gehalten.

Kontraste aus hell und dunkel machen den Japandi-Stil besonders spannend und interessant.

2. Materialien aus der Natur

Den nordischen und den fernöstlichen Wohnstil eint der Einsatz von natürlichen und langlebigen Materialien. Für den Japandi-Stil mischen Sie Materialien aus beiden Welten: Kissen und Decken aus Baumwolle und Leinen mit Juteteppichen und -körben sowie Papierlampen, Steingutgeschirr und Bambuselementen. Auch auf Massivholzmöbel mit einer auffälligen Maserung und Pflanzen sollten Sie nicht verzichten.

3. Gemütlicher Minimalismus

Sowohl in Japan als auch in Skandinavien gilt der Leitsatz: Weniger ist mehr. Mit Japandi setzen Sie ein bewusstes Zeichen gegen übermässigen Konsum und konzentrieren sich bei Ihrer Einrichtung auf wenige Lieblingsstücke. Jedes Stück ist mit Bedacht ausgewählt und platziert. Damit es nicht zu kahl wirkt, setzen Japandi-Profis auf Wohntextilien wie Kissen, Decken und Teppiche. Der schon erwähnte Einsatz von Naturmaterialien sorgt ausserdem für Wärme und Gemütlichkeit.

4. Schlichte Eleganz

Bei Japandi ist das Ziel, die Einrichtung auf das Wesentliche zu reduzieren, um für zeitlose Eleganz zu sorgen. Deshalb sind schlichte Formen und klare, schnörkellose Linien sowohl bei Möbeln als auch bei Deko-Elementen angesagt. Auch bei Mustern sollten Sie Zurückhaltung üben. Dezent eingesetzt passen zum Japandi-Stil geometrische Muster wie Streifen und Punkte wie in Skandinavien oder Shibori-Muster – eine japanische Batiktechnik.

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5. Funktionale Möbel

Auch bei Japandi-Möbeln gilt es, das Wesentliche im Blick zu behalten. Das bedeutet: Die Stücke sollten stets ihre Funktion erkennen lassen. Typisch für Japandi sind ausserdem besonders niedrige Möbel. Sie müssen aber natürlich nicht gleich wie in Japan üblich auf dem Boden sitzen. Niedrige, schlichte Sofas und Bänke sowie Lowboards sind ideal. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass diese niedrigen Möbel den Raum grösser wirken lassen.

Fazit: perfekte Kombination zweier Welten

Mit Japandi sorgen Sie für frischen Wind in den eigenen vier Wänden. Der Stil ist clean und aufgeräumt, dabei aber keinesfalls langweilig oder ungemütlich. Der Fokus auf Natürlichkeit und Langlebigkeit steht ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit und passt daher perfekt ins Jahr 2021.

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