Eine Frau steht auf der Schwelle vom Wintergarten zum Garten.
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Bauen und Kaufen

Wintergarten bauen: Möglichkeiten, Kosten und Förderung

Thomas Bott

Im Winter mit Blick in die Natur entspannen, im Sommer auch im Haus die wärmenden Sonnenstrahlen geniessen. Pflanzen ganzjährig beste Bedingungen bieten oder nachts in der Wärme sitzen und die Sterne beobachten: All das ermöglicht ein Wintergarten. Wir geben Ihnen Tipps für die Planung und den Bau und erklären Ihnen, wie Sie eine Förderung für den Anbau erhalten.

Welche Vorteile ein Wintergarten bietet

Es sind mehrere Vorteile, die ein Wintergarten bietet. Von einem profitieren Ihre Pflanzen: In einem Wintergarten können Sie die nicht winterfesten Sorten durch die kalte Jahreszeit bringen. Im Sommer wirkt der Wintergarten hingegen wie ein Treibhaus und hilft den Pflanzen, die unter normalen Schweizer Aussenbedingungen nicht oder nur erschwert wachsen.
Doch nicht nur Gärtner profitieren vom Wintergarten, sondern auch alle Hausbesitzer, die sich etwas mehr Raum für sich selbst wünschen. Mit einer Heizung ausgestattet ist ein Wintergarten auch bei Minustemperaturen nutzbar. Richtig ausgebaut erweitert er also die Wohnfläche des Hauses. Und damit steigt auch der Wert des Hauses.

Die Unterschiede zwischen Kalt- und Warmwintergarten

Wintergärten lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: Kaltwintergärten und Wohn- beziehungsweise Warmwintergärten.

Der Kaltwintergarten

Ein Kaltwintergarten ist nicht beheizt, kühlt also bei sinkenden Aussentemperaturen viel stärker aus. Seine Hauptfunktion ist der Schutz vor der Witterung, also vor Schnee, Wind und Regen. Ähnlich wie ein Gewächshaus eignet er sich deshalb sehr gut für Pflanzen aller Art. Sie überleben unter den verbesserten Bedingungen auch im Winter.
Im Sommer entsteht dort ein Klima, in dem sich exotische Pflanzen oder Kakteen wohlfühlen. Zumindest bis zu einer gewissen Temperatur halten es auch die menschlichen Bewohnerinnen und Bewohner sehr gut in so einem Wintergarten aus. Im Frühling oder im Herbst wärmt die Sonne durch die Überdachung aus Glas noch mehr. Ein weiterer Vorteil der Konstruktion: Allergikerinnen und Allergiker tanken im Sommer Sonne, ohne unter Atemwegsproblemen zu leiden.

Pflanzen in einem Wintergarten.

In einem Kalt-Wintergarten fühlen sich Pflanzen bei allen Wetterbedingungen wohl.

Der Warmwintergarten

Der Warmwintergarten ist das ganze Jahr über auch als Wohnraum nutzbar. Dafür sorgen eine direkte Beheizung und eine gute Dämmung. Der Wintergarten ist also eine vollwertige Erweiterung des Hauses. Manche Bauherren nutzen ihren Wintergarten als Ort der Entspannung, andere als Spielzimmer – zum Beispiel mit einem Billardtisch oder Töggelikasten. Und das sind nur zwei Ideen, um einen Wintergarten einzurichten.

Wintergarten im Eigenbau: Lohnt sich das?

Soll ich den Wintergarten selber bauen oder für die Konstruktion lieber einen Fachmann engagieren? Natürlich kommt es normalerweise auf die Grösse und den Anspruch an. In diesem Fall macht aber der Wintergartentyp einen entscheidenden Unterschied: Der Anbau eines Kaltwintergartens ist in Eigenregie möglich. Dafür bietet der Fachhandel Bausätze, um die Arbeiten etwas komfortabler zu gestalten.
Bei einem Warmwintergarten muss zwingend ein Bauunternehmen an die Arbeit, alleine schon, um das Fundament zu legen. Denn der Bau des Fundaments ist sehr aufwendig und teils nur mit speziellen Maschinen zu erledigen. Auch beim Einbau der Heizung empfehlen wir, lieber einen Fachmann zu engagieren.

Das gilt es beim Wintergartenbau zu beachten

Besonders wichtig ist es, die Bauvorschriften Ihres Kantons zu berücksichtigen – denn diese können je nach Wohnort sehr unterschiedlich sein. Meist sind jedoch alle Anbauten, die direkt mit dem Boden verbunden sind, bewilligungspflichtig. Somit ist eine Baugenehmigung in den meisten Fällen zwingend erforderlich. Auch die Abstände zu den angrenzenden Grundstücken sollten Sie in die Planung einbeziehen. Hier kann es sonst schnell zu einem Streit mit den Nachbarn kommen.

Ist die Bürokratie geregelt, geht es an die Auswahl der Materialien. Sie entscheiden über Statik, Preis und Energieeffizienz des Wintergartens, also über zentrale Punkte des Bauvorhabens. Holz, Kunststoff, Aluminium und Stahl haben alle ihre Vor- und Nachteile. Holz besitzt besonders gute Dämmeigenschaften, ist sehr tragfähig und ökologisch – dafür aber aufwendig in der Pflege und teils teuer. Aluminium hält der Witterung besser stand, ist ebenfalls tragfähig und im Vergleich zu Holz leicht. Aber auch hier bestehen Nachteile, etwa die hohen Kosten und die schlechte Dämmung. Kunststoff ist günstig und einfach zu pflegen, hält allerdings weniger aus und wirkt nicht immer hochwertig. Stahl ist das genaue Gegenteil und sehr robust, kann mit der Zeit aber rosten.

Das Dach und die Aussenwände bestehen beim Wintergarten grösstenteils aus Glas. Doch auch hier gibt es Unterschiede in der Konstruktion. Eine einfache Verglasung lohnt sich kaum: Im Winter dringt zu viel Kälte und im Sommer zu viel Wärme ins Innere. Es sollten also mindestens zwei Schichten Glas sein. Bei einem Wohnwintergarten sind sogar drei Schichten Verglasung sinnvoll, denn so hält sich die Heizungswärme im Raum viel besser.
Bei einem Kaltwintergarten ist die Dämmung zum Haus hin sehr wichtig, da sich sonst dessen Energieeffizienz deutlich verschlechtert. Achten Sie dabei auch auf die Tür vom Wohnraum zum Wintergarten und, falls geplant, auf die Tür vom Wintergarten zum Aussenbereich sowie auf eingebaute Fenster. Auch wenn eine nachträgliche Anbringung oft möglich ist, sollten Sie sich schon bei der Planung Gedanken über einen Sonnenschutz und die Beschattung des Wintergartens machen. Besonders komfortabel sind elektrische Sonnenstoren. An den Aussenwänden schützen Storen vor der Sonne.

Blick auf einen Wohnwintergarten bei Schnee. 

Mit einer Heizung, guter Dämmung und Möbeln ausgestattet, lässt sich der Wintergarten auch bei Schnee und Eis als zusätzlicher Raum nutzen.

Die Kosten eines Wintergartens

Die Preise für einen Wintergarten richten sich nach Art, Grösse und den verwendeten Materialien. Ein einfacher Bausatz aus Kunststoff beginnt bei rund 3000 Franken. Planen Sie einen Wohnwintergarten, der sich über mehrere Quadratmeter erstreckt und Extras wie eine Fussbodenheizung und eine Beschattung besitzt, bewegen Sie sich eher im fünfstelligen Bereich.

Wintergarten-Förderung

In den meisten Fällen ist der Wintergarten ein Anbau an ein bestehendes Gebäude. Um dafür in der Schweiz Förderbeiträge zu erhalten, muss es sich um eine Modernisierung handeln. Das Problem ist jedoch, dass jeder Kanton eigene Anforderungen definiert hat. Wie die Handhabung in Ihrer Region ist, erfahren Sie auf www.dasgebaeudeprogramm.ch.

Auch ein bereits bestehender Wintergarten kann für eine solche Förderung infrage kommen. Dafür ist es notwendig, dass sich die Energieeffizienz des Hauses durch eine Sanierung des Wintergartens verbessert. Solche Beiträge können den Preis für den Wintergarten reduzieren und so zu einem günstigeren Anbau führen.

Fazit: Es gibt viele Argumente, sich einen Wintergarten einzurichten

Mehr Platz für Sie, besseres Klima für Ihre Pflanzen, Wertzuwachs für die Immobilie – und vielleicht sogar kantonale Förderbeiträge. Wer schon immer von einem Wintergarten geträumt hat, kann seinen Traum mit unseren Tipps vielleicht schon bald realisieren. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Planen!

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