Ein junges Paar sitzt an einem Tisch vor einem älteren Gebäude und trinkt Weisswein zum Essen.
© Getty Images / Alberto Bogo

Leben

Weine zu Hause lagern: 7 kreative Ideen für die Weinaufbewahrung zu Hause

Ulrich Safferling

«Schade, dass man Wein nicht streicheln kann», soll der Schriftsteller Kurt Tucholsky einmal gesagt haben. Das stimmt zwar, trotzdem sollten Sie Wein immer gut behandeln – und das bedeutet in erster Linie gut lagern. Für viele Eigenheimbesitzer geht es dabei nicht nur um die bestmöglichen Bedingungen für den Wein selbst – das perfekte private Weinlager ist auch eine Frage der Einrichtung und des Stils.

1. Keller – die erste Wahl für Weinflaschen

Ein dunkler Keller mit gleichmässiger, natürlicher Kühlung und angemessener Luftfeuchtigkeit ist der klassische Aufbewahrungsort für hochwertige Weine. Die richtige Trinktemperatur besitzt der Wein damit allerdings nicht automatisch. Zwar gilt die Faustregel «lieber zu kühl als zu warm», aber vor dem Servieren sollte der Wein auf die optimale Temperatur gebracht werden. Die Weinschule Académie du Vin empfiehlt folgende Temperaturen:

  • Wein
  • Temperatur
  • Süssweine
  • 6–8 Grad
  • Schaumweine
  • 6–10 Grad
  • Junge Rotweine
  • 10–13 Grad
  • Komplexe Weissweine
  • 12–15 Grad
  • Schwere Rotweine
  • 15–18 Grad

Diese Werte sind natürlich nur Anhaltspunkte. Denn je kühler der Wein, desto weniger ausgeprägt sind Süsse und Alkohol. Manche Sorten gewinnen dabei, anderen nimmt es den Charme.

Sind die Weinflaschen mit einem Naturkorken verschlossen, sollten sie im Weinregal liegen statt stehen – sonst könnten die Korken austrocknen und schrumpfen. Die Luftfeuchtigkeit im Weinkeller liegt idealerweise bei zwischen 50 und 80 Prozent. Das ist feucht genug, um dem Austrocknen des Korkens zusätzlich entgegenzuwirken, aber noch nicht so feucht, dass sich sofort Schimmel bildet.

Das Regal besteht bevorzugt aus Eiche, da diese Holzart der hohen Luftfeuchtigkeit dauerhaft standhält. Das beste Material für Wände und Böden im Weinkeller ist gebrannter Ziegel, denn er sorgt für eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Auch Tuffstein ist ein guter Klimabaustoff, während sich Marmor und Granit eher zur Gestaltung eignen.

2. Küche – Platz für mehr als Kochwein

Grundsätzlich ist die Küche kein guter Ort für Wein, da es am Herd meist zu heiss ist – und die Küche oft zu hell. Trotzdem ist ein guter Tropfen genau dort vonnöten. Denn auch zum Kochen gehört Wein. Hier schlägt die Stunde des vollintegrierten Klimaschranks, in dem Wein optimal gekühlt wird. Bis zu 100 Flaschen passen in Klima-Mehrzweckschränke, in denen Weinflaschen unter optimalen Bedingungen bis zur Reife lagern.

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3. Vorratskammer – kluger Ersatz für den Keller

Viele ältere Häuser verfügen noch über eine Vorratskammer. Hinter der Küche, in einer kühlen Ecke des Hauses gelegen, garantierte sie die sichere Aufbewahrung vieler Lebensmittel. Wer heute noch eine Vorratskammer hat, kann sich glücklich schätzen. Dort lässt sich ohne Probleme ein Weindepot einrichten, da die Verhältnisse fast so ideal wie im Keller sind. Das spart unter Umständen einen stromzehrenden Klimaschrank. Flaschenregale als Module oder eigenständige Aufbauten lassen sich problemlos in bestehende Lagersysteme integrieren.

4. Reduit – System für Praktiker

Ist keine Speisekammer vorhanden, so doch häufig ein Reduit. Tonröhren zur Flaschenverwahrung lassen sich perfekt in die Höhe stapeln. Das sieht nicht nur gut aus, sondern spart zugleich Platz. In den Röhren liegen die Weinflaschen dunkel und leicht klimatisiert. Aber Vorsicht: Das funktioniert nur, wenn nicht nebendran die Heizung läuft oder die Waschmaschine vibriert. Kühl und ruhig, so liebt es der Wein auch im Reduit.

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5. Wohnraum – Schaufenster des Hausherrn

Das Wohnzimmer ist, wie die Küche, nicht die beste Wahl für ein Weinlager. Doch ist eine Bar vorhanden, lässt sich daraus eine Vinothek machen: Bar- und Weinschränke sind clevere und schön gestylte Möbel, die nicht nur zur Aufbewahrung von Wein und anderen Spirituosen dienen, sondern diese auch präsentieren.

Ob aufklappbar oder mit offenen Fächern, im Vintage-Look oder im glatten Klavierlack-Design, hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Vor allem Alltagswein, der nicht mehr reifen muss, lagert so zweckmässig und stilvoll. Aber aufgepasst: Die richtige Trinktemperatur nicht vergessen. Vor 100 Jahren waren Zimmer viel kühler, etwa 14 bis 18 Grad Celsius. Entsprechend konnte Wein dort gelagert und sofort getrunken werden.

Heute weisen Räume durch die bessere Isolierung meist 20 Grad Celsius und mehr auf. Deshalb empfiehlt sich die Nutzung eines Klimaschranks. Dieser darf gerne auf 2 bis 3 Grad unterhalb der Genusstemperatur eingestellt sein, denn direkt nach dem Öffnen wird der Wein bereits wärmer.

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6. Garage – Einfahrt für Weinliebhaber

Je individueller die Garage gebaut ist, umso eher eröffnen sich hier Möglichkeiten zur Weinlagerung. Besonders geeignet sind Anbauten hinter oder neben der Garage, wie sie manchmal für Gartengeräte zum Einsatz kommen. Stimmen die äusseren Faktoren wie Dunkelheit, Temperatur und Luftfeuchtigkeit, bietet sich hier ein Lager an, das einem Keller in Volumen und Qualität in nichts nachsteht. Andernfalls können Sie in der Garage einen Klimaschrank nutzen, der sonst vielleicht keinen Platz im Haushalt findet.

7. Vinothek – grosses Kino für Enthusiasten

Wahre Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber wollen nicht im dunklen Keller degustieren, sondern ihre Schätze präsentieren. Dies wird mit der eigenen Vinothek möglich, in der Holzkisten, Bänke und natürlich ausreichend Regale Platz finden. Eine Klimatisierung im ganzen Raum sorgt für perfekte Bedingungen. Das ist dann weniger ein Weinlager als vielmehr ein Showroom, in dem man Freunde und Familie gerne zum Apéro bittet.

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Fazit: Weinlager für jeden Geschmack.

Wein findet überall seinen Platz: Kleinere Mengen passen in jede Küche und jede Bar. Möchten Sie mehr lagern und legen Sie Wert auf Reife, schaffen Sie im Keller oder in einer eigenen Vinothek das passende Umfeld. Als guter Mittelweg können sich Vorratskammern oder Klimaschränke erweisen. Also: zum Wohl und à votre santé.

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