Einrichten

Wände verkleiden: neuer Look für Wohn- und Schlafzimmer

Torben Schröder

Nackter Beton? Ziemlich unattraktiv. Raufasertapete? Uninspiriert. Holz? Schon besser. Genauso wie Sie beim Gestalten des Bodens viele Möglichkeiten haben, was die Wahl des Belags angeht, stehen Ihnen auch beim Gestalten der Wände einige Alternativen zur Verfügung. Beweisen Sie etwas Mut und kleiden Sie Ihr Wohn- oder Schlafzimmer doch mit einer Steinoptik oder gar als vertikalen Garten aus. In diesem Artikel erläutern wir Ihnen, wie Sie eine Wand verkleiden.

Blick in ein Wohnzimmer mit weissem Sofa und einer in Steinoptik verkleideten Wand.
© Getty Images / Saso Novoselic

In diesem Artikel

Warum eine Wandverkleidung?

In Räumen, in denen Sie viel Zeit verbringen – also vor allem Schlafzimmer und Wohnzimmer –, kann eine uninspirierte Wandgestaltung schnell langweilen. Deshalb dekorieren wir, stellen Möbelstücke um und misten aus. Bei zu viel optischer Eintönigkeit fällt uns die regelrecht die Decke auf den Kopf.

Im Gesamtbild eines Zimmers spielen die Wände eine zentrale Rolle. Sie können einen Raum optisch verkleinern oder vergrössern, einen Einrichtungsstil untermalen oder Bereiche voneinander trennen. Weisse Wände, die höchstens eine Raufasertapete oder eine kleine Bordüre schmücken, reizen das Auge nicht. Da können knallige Farben helfen – nachweislich können diese auf die Stimmung einwirken – oder Sie verkleiden die Wand und geben ihr so einen völlig anderen Look. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand:

Individuelle Optik

Naturbelassene Paneele wie in einer urchigen Skihütte, hochwertige Schieferplatten wie in einer verwegenen Kellerbar oder echte Pflanzen wie im Eingangsbereich einer stylishen Werbeagentur: Verkleiden Sie die Wände ganz nach Ihren Vorstellungen mit teilweise exotischem Material.

Alte Wände verdecken

Wenn es an der Zeit wäre, Ihren Wänden einen neuen Anstrich zu gönnen, dann sparen Sie sich diesen Schritt und entscheiden Sie sich lieber für eine Wandverkleidung. In vielen Fälle wird diese mit einer Unterkonstruktion direkt auf die Wand gesetzt – eine Instandsetzung der «echten» Wand ist vorher nicht vonnöten.

Gute Akustik

Wenn Sie sich zum Beispiel für eine hölzerne Wandverkleidung entscheiden, herrscht im entsprechenden Zimmer automatisch eine ganz andere, viel gedämpftere Raumakustik. Wenn Sie noch gezielter gegen unerwünschten Lärm vorgehen möchten, können Sie auf sogenannte Resonanzabsorber zurückgreifen. Hierbei handelt es sich um Verkleidungen, die in Form von Gipskartonplatten oder Sperrholzplatten freischwingend vor einer Wand angebracht werden. Der entstehende Freiraum wird mit Dämmstoff gefüllt. Diese Konstruktion absorbiert Schall optimal.

Unerwünschtes verstecken

Vor der Wand verlaufende Heizungsrohre oder die Kabel der Heimkinoanlage – Dinge, die Sie nicht mehr sehen möchten, lassen sich geschickt hinter einer Wandverkleidung unterbringen. Natürlich dürfen diese Dinge nicht zu voluminös sein.

Ein Mann kümmert sich um eine vertikal an der Innenwand angebrachten Grünfläche.

Mit einem sogenannten vertikalen Garten an der Wand erzeugen Sie eine naturbelassene und frische Atmosphäre.

Wandverkleidung: Diese Möglichkeiten haben Sie

Im Folgenden stellen wir Ihnen die verschiedenen Optionen vor.

Naturfasertapete

Jute, Bast, Kork, Sisal, Hanf – Tapete aus Naturfaser ist schon länger im Handel erhältlich. Mit diesen besonderen Oberflächenstrukturen bringen Sie sowohl eine exotische als auch eine ökologisch wertvoll anmutende Optik an die Wände. In der Regel besteht die Basis von Naturfasertape aus Papier, das bei der Produktion mit der entsprechenden Faser beschichtet wird. Dank neuartiger Verfahren gesellen sich immer weitere Naturfasern zum Angebot, zum Beispiel Seide, Rattan, Palmblätter, Alcantara oder sogar Diamantsplitter.

Vorteile im Überblick:

  • Tapeten – aber mal anders
  • Exotische Optik
  • Grosse Auswahl – von Seide bis Diamantsplitter

Empfehlung unserer Redaktion

Zur Ergänzung des Artikels hat die Redaktion einen passenden Inhalt von Pinterest herausgesucht. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich stimme zu, dass externe Inhalte geladen werden. Damit können personenbezogene Daten an Dritte übermittelt werden. Wir haben keinen Einfluss auf den Umfang der Datenverarbeitung durch Dritte. (Weitere Infos in der Datenschutzerklärung)

Pflanzen

Pflanzen? An der Wand? Ja, genau. Diese Art der Wandverkleidung nennt sich vertikaler Garten. Der Begriff trifft den Nagel auf den Kopf, denn im Prinzip «pflanzen» Sie sich einen um 90 Grad gedrehten Garten in die Wohnung. Das Ergebnis mag im ersten Moment gewöhnungsbedürftig aussehen, verfehlt aber nicht seine Wirkung – weder die optische noch die funktionale. Denn Pflanzen im Zimmer verbessern nicht nur die Laune, sondern auch das Raumklima. Wer keinen grünen Daumen hat, setzt auf künstliche Pflanzen.

Vorteile im Überblick:

  • Ungewöhnlicher Eyecatcher
  • Lebendige Wand – nicht nur farblich
  • Verbessertes Raumklima

Empfehlung unserer Redaktion

Zur Ergänzung des Artikels hat die Redaktion einen passenden Inhalt von Pinterest herausgesucht. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich stimme zu, dass externe Inhalte geladen werden. Damit können personenbezogene Daten an Dritte übermittelt werden. Wir haben keinen Einfluss auf den Umfang der Datenverarbeitung durch Dritte. (Weitere Infos in der Datenschutzerklärung)

Schiefer

Das durch Wärme, Druck und Bewegung über Millionen von Jahren entstandene Ablagerungsgestein kommt dank seiner edlen Optik und Haptik im Bau und bei der Einrichtung gerne zum Einsatz. Schiefer ist – typisch für Naturstein – sehr robust. In Form von Platten bildet er zum Beispiel den Boden von Terrassen.

Sogenannte Dünnschieferplatten kommen im Bereich der Wandverkleidung zum Einsatz. Wie der Name schon sagt, sind sie extrem dünn, dazu sehr leicht und flexibel. Platten mit einer Grösse von drei Quadratmetern wiegen lediglich 4,5 Kilogramm. Sie können die Platten ganz einfach mit einem Kartonmesser zurechtschneiden und mit einem Spezialkleber befestigen.

Vorteile im Überblick:

  • Widerstandsfähiges Material
  • Auch für Feuchträume geeignet
  • Austausch einzelner Platten möglich

Empfehlung unserer Redaktion

Zur Ergänzung des Artikels hat die Redaktion einen passenden Inhalt von Pinterest herausgesucht. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich stimme zu, dass externe Inhalte geladen werden. Damit können personenbezogene Daten an Dritte übermittelt werden. Wir haben keinen Einfluss auf den Umfang der Datenverarbeitung durch Dritte. (Weitere Infos in der Datenschutzerklärung)

Holzpaneele

Holz gehört zu den beliebtesten Materialien – gerade im Innenausbau. Der Hauptgrund ist das warme, wohnliche Ambiente, das Holz dem betreffenden Raum verleiht. Um diese Atmosphäre geniessen zu können, müssen Sie nicht unbedingt in einer abgelegenen Skihütte wohnen, sondern einfach nur zu Hause – mit Paneelen für die Wände.

Der Kern dieser Bretter besteht häufig aus einer mitteldichten Holzfaserplatte (MDF). Diese ist mit Folien aus Kunststoff oder kunstharzgetränktem Papier beschichtet. Dank dieser industriellen Machart können Sie zwischen zahlreichen Farben und Designs wählen. Je nachdem, in welche Richtung Sie die Paneelen verlegen, können Sie auch Einfluss auf das Gesamterscheinungsbild des Raums nehmen – ihn zum Beispiel optisch vergrössern oder verkleinern.

Vorteile im Überblick:

  • Heimelige Atmosphäre
  • Schall- und wärmedämmend
  • Einfach zu montieren

Empfehlung unserer Redaktion

Zur Ergänzung des Artikels hat die Redaktion einen passenden Inhalt von Pinterest herausgesucht. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich stimme zu, dass externe Inhalte geladen werden. Damit können personenbezogene Daten an Dritte übermittelt werden. Wir haben keinen Einfluss auf den Umfang der Datenverarbeitung durch Dritte. (Weitere Infos in der Datenschutzerklärung)

Steinteppich

Mit einem Steinteppich als Wandverkleidung ist der Wow-Effekt garantiert. Zudem sorgt er für einen natürlichen Look und ist besonders robust und langlebig. Steinteppiche, die aus mehreren Farben bestehen, wirken wie wahre Kunstwerke.

Aber was genau ist ein Steinteppich? Beim Verlegen, das dem Verlegen des Unterlagbodens ähnelt, werden Kieselsteine auf einem Bett aus Quarzsand aufgebracht und mit einem speziellen Bindemittel verdichtet. So entsteht eine fugenlose, aber dennoch offene Struktur, die dem Teppich den typischen Glanz und seidigen Schimmer verleiht. Beim Auftragen an der Wand, also in der Vertikalen, sind eine ruhige Hand und eine zügige Arbeitsweise vonnöten.

Vorteile im Überblick:

  • Beeindruckende Optik
  • Robust und pflegeleicht
  • Grosse Auswahl an Steinen

Empfehlung unserer Redaktion

Zur Ergänzung des Artikels hat die Redaktion einen passenden Inhalt von Pinterest herausgesucht. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich stimme zu, dass externe Inhalte geladen werden. Damit können personenbezogene Daten an Dritte übermittelt werden. Wir haben keinen Einfluss auf den Umfang der Datenverarbeitung durch Dritte. (Weitere Infos in der Datenschutzerklärung)

Schritt für Schritt: eine Wand mit Profilholz verkleiden

Ein sehr gefragtes Material für Wandverkleidungen ist Profilholz. Hierbei handelt es sich – im Gegensatz zu Paneelen – um Massivholz, zum Beispiel aus Fichte oder Lärche. Sein charakteristisches Merkmal ist das namensgebende Profil an der Oberfläche. Ähnlich wie Holzpaneele sorgt auch Profilholz an Ihren Wänden für eine wohnlich warme Atmosphäre.

Dank des anwenderfreundlichen Montagesystems per Nut-Feder-Verbindung können Sie sich auch selbst an einer Wandverkleidung mit Holz versuchen. Im Folgenden erklären wir Ihnen die wichtigsten Schritte.

Unterkonstruktion anbringen

Im ersten Schritt erstellen Sie eine Unterkonstruktion, auf der die Profilhölzer angebracht werden. Wenn Sie ein waagrechtes Profilholzmuster haben möchten, muss die Unterkonstruktion senkrecht angebracht werden, wenn Sie ein senkrechtes Profilholzmuster haben möchten, muss die Unterkonstruktion waagrecht angebracht werden.

Für die Unterkonstruktion verwenden Sie am besten gehobelte Dachlatten. Diese sehen zwar nicht besonders edel aus, was aber auch unerheblich ist, da sie ja letztendlich vom Profilholz verdeckt werden. Bohren Sie nun Löcher, um die Dachlatten in der Wand zu verschrauben. Wählen Sie den Abstand zwischen den Dachlatten so, dass Sie die Enden der Profilhölzer jeweils an einer separaten Latte befestigen können.

Holz zusägen und verkleiden

Sägen Sie die Profilholzbretter entsprechend der gewünschten Fläche und ihrer angelegten Unterkonstruktion zu. Montieren Sie als nächstes die Bretter an der Unterkonstruktion mittels Schraubkrallen für Nut-Feder-Profile – sogenannten Profilbrettkrallen. Diese kleinen Metallplatten krallen sich in das Profil auf der Längsseite des Holzbretts und werden dann an einer Dachlatte der Unterkonstruktion festgeschraubt.

Diese Krallen haben den Vorteil, dass sie einen kleinen Raum zwischen den Dachlatten und dem Profilholz erzeugen. Das ist wichtig, denn als natürlicher Rohstoff «arbeitet» Holz. Unter bestimmten klimatischen Bedingungen dehnt es sich aus oder zieht sich zusammen. Bei einer festen Verschraubung besteht die Gefahr, dass Risse entstehen.

Nahaufnahme, wie eine Person mit der Stichsäge ein Stück Profilholz zerteilt.

Profilholz lässt sich dank der geringen Stärke sehr einfach zusägen.

Die Profilholzbretter verbinden Sie untereinander wie vorgesehen mit dem Nut-Feder-System. Klopfen Sie die Bretter beim Verkleiden vorsichtig fest. Nehmen Sie einen Gummihammer oder einen Holzklotz zu Hilfe, auf den Sie mit dem Metallhammer schlagen.

Stolpersteine Ecken

Das Anbringen der Profilholzbretter auf die Unterkonstruktion sollte keine grosse Schwierigkeit darstellen. Hürden werden allerdings in Form der Übergänge an den Ecken aufkommen. Hierzu noch ein paar Tipps.

In dem Zimmer, das Sie verkleiden wollen, werden Sie zwangsläufig auf Innenecken stossen – in der Regel auf vier, wenn es sich um einen rechteckigen Grundriss handelt. Manche Zimmer sind verschachtelter geschnitten und weisen auch Aussenecken auf. Sowohl bei einer senkrechten als auch bei einer waagrechten Montage können Sie die Profilhölzer bei Innenecken einfach im 90-Grad-Winkel bündig aufeinanderstossen lassen. Ähnlich gehen Sie bei Aussenecken vor, nur dass hier die sichtbaren Schnittkanten der Bretter noch etwas geschliffen werden sollten.

Tipp: Für ein optisch attraktiveres Ergebnis sorgen Winkelleisten über die Ecke, falls die Schnittkanten nicht optimal aussehen.

Fazit: ein neues Gewand für Ihre Wand

Es muss nicht immer nur weisse Farbe und Raufasertapete sein – mit einer originellen Wandverkleidung schaffen Sie in Ihrem Schlaf- oder Wohnzimmer eine ungeahnte Atmosphäre. Dabei stehen eher bekannte Optionen wie Profilholz zur Auswahl, aber auch exotische wie ein Steinteppich oder ein vertikaler Garten.

Als Nächstes lesen

Auf unserer Website verwenden wir Cookies und Analyse Tools um die Nutzerfreundlichkeit auf der Website stetig zu verbessern, damit wir Ihnen einen optimalen Service bieten können und die Werbung für Sie auf unserer Website und Werbepartner zu personalisieren. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Nähere Bestimmungen können Sie unserer Datenschutzerklärung entnehmen.