Mehrere üppig bepflanzte Hochbeete, im Hintergrund ist ein Zaun zu sehen, im Vordergrund eine grüne Wiese.
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Garten

Von Januar bis Dezember: Ein Jahr im Hochbeet

Sira Huwiler-Flamm

Hochbeete liegen voll im Trend, denn sie schonen den Rücken, sind echte Blickfänger im Garten und bieten optimale Bedingungen für das Wachstum von Obst, Gemüse und duftenden Kräutern. Nur von Dezember bis Februar befindet sich ein Hochbeet im Winterschlaf. Ab März können Sie wegen der Wärmeentwicklung durch eingearbeiteten Kompost bereits säen und pflanzen. Was Sie als Hochbeet-Anfänger im ersten Jahr Monat für Monat schaffen, bestaunen und ernten können, haben wir für Sie zusammengestellt.

Januar: Hochbeet anlegen

Ob ein altes Klavier, eine moderne High-Tech-Komplettlösung oder das beliebte DIY-Paletten-Hochbeet – Möglichkeiten zur äusseren Gestaltung gibt es viele. Doch: Auf den Inhalt kommt es an, dient er doch als Nährboden für Gemüse, Kräuter und Blütenpracht.

In der Regel sind Hochbeete 70 bis 120 Zentimeter hoch, um eine rückenschonende Arbeitshöhe zu ermöglichen. Ein Gitter aus Hasendraht trennt die Erde vom Boden und schützt vor Wühlmäusen. Dann befüllt man den Beetkasten rund 20 bis 30 Zentimeter hoch mit groben Zweigen und Ästen, anschliessend etwa 15 bis 20 Zentimeter hoch mit Häckselgut, also kleingehäckselten Holzschnitzeln – dieses dient als organische Drainage-Schicht, damit sich keine Staunässe bildet.

Richtig viele Nährstoffe bringt man dann durch eine rund 20 bis 30 Zentimeter hohe Schicht aus grobem Rohkompost, der noch nicht komplett verrottet ist, ins Beet. Der Rohkompost begünstigt auch die Bedingungen für Regenwürmer, die dem Hobbygärtner dabei helfen, die Erde locker und sauerstoffreich zu halten. Abschliessend vermengen Sie Erde mit verrottetem Kompost und füllen sie bis oben – fertig ist das Hochbeet. Wer nicht bis Januar warten will, kann das Hochbeet schon im Herbst anlegen. Der Vorteil: Dann haben Sie genügend Grünabfälle, die sich für die untersten Schichten eignen.

Drei Hochbeete aus Holz sind reichlich mit Erde befüllt, dahinter sind durch Netze geschützte Sträucher zu sehen. Im Hintergrund sind Felder und Gartenhäuser.

Im Januar werden die Hochbeete angelegt. Sind Grünschnitt, Kompost und Erde eingefüllt, muss die Füllung ruhen, damit sie sich setzen kann.

Februar: die Natur schaffen lassen

Zwischen der Befüllung und Bepflanzung des Hochbeets liegen idealerweise ein paar Wochen, damit sich der Inhalt setzen kann und die Kompostierung bereits begonnen hat – das sorgt für eine nährstoffreiche Umgebung. Der grösste Vorteil eines Hochbeets: Durch die Verrottung der unteren Schichten entwickelt sich im Hochbeet auch in den kalten Monaten Wärme. Kombiniert mit einem Frühbeetaufsatz, der das Hochbeet zum erhöhten Gewächshaus macht und Setzlinge und Samen vor Frost schützt, kann der Hobbygärtner schon Ende Februar, Anfang März fleissig jäten und schaufeln.

März: ersten Pflänzchen Leben schenken

Im ersten Jahr sollten Sie Starkzehrer-Pflanzen bevorzugen, die mit dem hohen Nährstoffgehalt im frisch angelegten Hochbeet klarkommen. Tomaten, Peperoni, Sellerie, Gurken, Blumenkohl, Rotkabis und Auberginen lassen sich beispielsweise bereits im Februar und März unter dem schützenden Frühbeet-Glas vorziehen. Ein Wachstumsvlies, das Sie zwischen Aufsatz und Pflänzchen legen, schützt die jungen Triebe zusätzlich vor Kälte und zu starker Sonneneinstrahlung.

Aber auf die richtige Nachbarschaft kommt es an:

  • Tomaten, Blumenkohl, Rotkabis und Sellerie mögen einander und gedeihen in Nachbarschaft des jeweils anderen prächtig.
    Aber: nie zwei Kohlarten zusammen pflanzen, da sie sich die Nährstoffe streitig machen.
  • Gurken und Auberginen kommen mit der direkten Nähe zu Tomatenpflanzen nicht zurecht und sollten deshalb am anderen Ende des Beetes gepflanzt werden. Ebenso verhält es sich mit Auberginen und Peperoni.
  • Gurke und Sellerie vertragen sich gut.

Tipp: Wer Blütenpracht dem Gemüsegarten vorzieht, sollte ebenfalls zu Starkzehrern wie Sonnenblumen, Astern, Chrysanthemen, Zitrusbäumchen, Geranien oder Tulpen greifen.

In diesem Hochbeet in Hufeisenform blühen die ersten Pflänzchen. Im Hintergrund sind kleine Bäumchen zu sehen, dahinter ein brauner Lattenzaun.

Endlich Leben im Hochbeet: Im April lassen sich kälteunempfindlichere Setzlinge pflanzen. Erste Blüten machen den Hobbygärtner stolz.

April: Gemüsegarten nach Herzenslust anlegen

Nun können kälteempfindlichere Starkzehrer wie fruchtige Erdbeeren, Karotten, Kohlrabi, Randen, Radieschen und Zucchetti ins glasgeschützte Hochbeet folgen. Auch hier kommt es auf die richtige Nachbarschaft an:

  • Erdbeeren mögen die Nähe zu Radieschen und Kräutern wie Schnittlauch, Knoblauch und Peterli.
  • Karotten gedeihen prächtig in der Nachbarschaft von Gurken und Randen.
  • Kohlrabi hat kein Problem mit der Nähe zu Tomatenpflanzen.

Aber Achtung: Zucchetti wächst schnell und unproblematisch, sollte jedoch mit Bedacht ins Hochbeet gepflanzt werden, da sich das Kürbisgewächs schnell ausbreitet.

Mai: endlich open air

«Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist» – dies besagt eine alte Bauernregel, nach der sich auch heute noch Landwirte und Gärtner richten. Ab Mitte Mai, nach den sogenannten Eisheiligen, zu der auch «die kalte Sophie» am 15. Mai gehört, kann der Hobbygärtner endlich auf den Frühbeetaufsatz verzichten. Die jungen Pflänzchen bekommen nun Tag und Nacht genügend Wärme, um sich ohne Glasdach frei zu entfalten, und mit Bodenfrost ist nicht mehr zu rechnen.

Ein selbstgebautes grau gestrichenes Hochbeet aus Paletten. Aussen hängen Kräutertöpfchen, dahinter sind Bäume und ein Zaun zu sehen.

Modern und selbstgemacht: Hochbeete aus Paletten sind beliebt, weil das Baumaterial günstig ist. Aussen können Sie Kräutertöpfchen aufhängen, die die Bepflanzung im Hochbeet ergänzen.

Juni: die erste Ernte

Wenn Sie nicht schon Ende Mai die ersten scharfen Radieschen aus der Erde gezogen haben, ist es jetzt an der Zeit. Nach fünf Monaten des Pflegens, Bangens und Beobachtens gibt es jetzt die erste Ernte: Auch Blumenkohl, Gurken, Erdbeeren, Karotten, Kohlrabi und Zucchetti sind reif und lassen das Hobbygärtner-Herz vor Stolz beinahe platzen.

Ein kleines Hochbeet aus Holz, in dem Kräuter wachsen. Im Hintergrund sind Setzlinge und ein zweites Hochbeet zu sehen, an dem ein Sack mit Blumenerde lehnt.

Mini-Hochbeete für Balkone und kleine Terrassen sind platzsparend und ideal geeignet für Küchenkräuter.

Juli: Hitzeschutz für heisse Tage

Der Juli ist der heisseste Monat in der Schweiz. Damit auch die zweite Ernte gesichert ist, können Sie mit ein paar Tricks für einen natürlichen Hitzeschutz sorgen. Mit Stroh, Grasschnitt oder Rindenmulch, die rund drei bis fünf Zentimeter hoch um die Pflanzen verteilt werden, können Sie die Hochbeet-Erde den ganzen Sommer über vor zu schneller Austrocknung schützen. Weil das Mulchen dem Boden Stickstoff entzieht, sollten Sie aber regelmässig düngen, beispielsweise mit Brennnesseljauche, trockenem Kaffeesatz oder kaltem Kartoffelkochwasser. Auch ein Sonnensegel oder Gartenvlies können Sie an besonders kräftigen Sonnentagen über das Hochbeet spannen, um die Pflanzen zu schützen.

August: giessen, giessen, giessen

Auch der August hat es hitzemässig in sich. Deshalb sollten Sie vor allem eines an Sommertagen nie vergessen: Giessen! Und auch dabei gilt es einiges zu beachten. Damit das Wasser nicht direkt verdunstet und empfindliche Pflanzen keinen Sonnenbrand erleiden, sollten Sie früh am Morgen oder abends, wenn die Sonne nicht mehr so stark ist, giessen. Für besonders durstige Exemplare, wie beispielsweise Tomaten oder Kartoffeln, gibt es einen Trick: kleine Gräben um die Pflanzen buddeln, damit das Wasser direkt zur Wurzel fliesst und nicht so schnell verdunstet. Und: besser direkt die Erde und nicht die ganze Pflanze giessen, denn Tomaten oder Gurken neigen beispielsweise zu schneller Krankheits- und Pilzentwicklung bei feuchten Blättern.

Eine Frau giesst Pflanzen in ihrem Hochbeet mit einer Giesskanne.

Giessen ist im Hochbeet das A und O – weil sich die Pflanzen nicht wie im freien Ackerland selbst mit Wasser versorgen können.

September: ernten und einkochen

Im Frühherbst steht die zweite grosse Ernte an: Randen und Sellerie sind reif und auch Tomaten, Rotkabis, Rüebli, Peperoni, Zucchetti und Blumenkohl tragen – wenn Sie alles richtig gemacht haben – immer wieder pralle Früchte im Hochbeet. Sie können Randen in Essig einlegen und so haltbar machen, Tomaten in aromatischer Sauce verkochen, Rotkabis fürs Weihnachtsfest vorbereiten – mit dem Gemüse in Einmachgläsern ist die Vorratskammer schnell gefüllt. Mit den vielen Früchten der Zucchetti ist die Kammer jedoch schnell überfüllt. Verschenken Sie diese deshalb einfach an Nachbarn, Freunde und Verwandte.

Eine Hand greift in einen Korb voller Tomaten, Peperoni und Radieschen.

Farbenprächtige Ernte: Tomaten, Peperoni und Radieschen schmecken aus eigenem Anbau noch besser.

Oktober: Wintergemüse pflanzen

Im Hochbeet ist im Herbst noch lange kein Saisonende in Sicht. Die eingearbeitete Rohkompost-Schicht verrottet auch im Herbst weiter, entwickelt Wärme und wirkt dadurch wie eine eingebaute Heizung. Die Temperatur im Hochbeet ist deshalb im Vergleich zum Freilandbeet rund fünf Grad höher. Weil auch junge Pflanzen so vor klirrendem Frost geschützt sind, können Sie im Oktober noch einmal im Haus vorgezogene Setzlinge ins Hochbeet umsiedeln. Lauch, Radieschen und Wintersalate wie Nüsslisalat wachsen schnell und können noch im selben Jahr geerntet werden. Alle Kohlsorten sowie Zwiebeln und Knoblauch können Sie bereits jetzt pflanzen und dann im zeitigen Frühjahr ernten.

Verwenden Sie für die Wintergemüse-Saat den Frühbeetaufsatz oder einen Folientunnel – beides speichert zusätzlich Wärme. Nur tagsüber sollten Sie das Dach öffnen, um für Frischluft zu sorgen und Pilzinfektionen der Pflanzen zu verhindern. In sehr kalten Nächten kann ein Vlies die Pflänzchen zusätzlich vor dem Erfrieren schützen.

November: frische Winterernte

Lauch, Radieschen und Nüsslisalat sind knackig und erntereif. Aber Achtung: nie bei Minusgraden ernten, sonst schaden Sie den Pflanzen und die Ernte kann matschig und ungeniessbar werden.

Dezember: Wellness fürs Beet

Wenn Sie keine Kohlsorten, Zwiebeln oder Knoblauch gepflanzt haben, die erst im Frühjahr geerntet werden, ist Ihr Hochbeet nun leer. Echte Winter-Wellness für die Erde bietet eine Gründüngung. Bepflanzen Sie ihr Hochbeet dazu mit winterharten Hülsenfrüchtlern (Leguminosen) oder Klee (Trifolium) – das schützt die Erde vor Erosion, Wind und Wetter und bindet den Stickstoff im Boden, der für die frischen Pflänzchen im nächsten Jahr wichtig ist.

Fazit: volle Kraft im ersten Jahr

Im Hochbeet herrschen durch die verschiedenen Erd- und Kompostschichten andere Bedingungen als im freien Gartenbeet oder Balkonkübel. Besonders im ersten Jahr sollten Hobbygärtner das Hochbeet mit Starkzehrern bestücken, die den hohen Nährstoffgehalt zu schätzen wissen und dadurch prächtige Fruchtkörper entwickeln.

In der zweiten und dritten Saison sollten hauptsächlich Mittelzehrer, die weniger Nährstoffe und Stickstoff benötigen, gepflanzt werden. Gut geeignet sind im zweiten Jahr beispielsweise Fenchel, Lauch, Mangold, Rettich, Stangenbohnen, Knoblauch und verschiedene Salate. In der fünften Saison sollten bis auf wenige standorttreue Mittelzehrer, wie Erdbeeren oder Kräuter, nur noch Schwachzehrer wie Erbsen, Nüsslisalat, Rucola und Buschbohnen hinzukommen, die nur wenig Nährstoffbedarf haben. Und vor der fünften Saison beginnt wieder alles von vorne. Dann heisst es: Hochbeet auf Vordermann bringen, Füllung wechseln und nach Herzenslust neu bepflanzen.

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