Nahaufnahme eines selbstgebastelten Vogelhauses.
© Sabine Bielmeier

Garten

Vogelhaus basteln: Ein warmes Zuhause im Winter

Torben Schröder

Wenn es draussen kalt wird und sogar Schnee fällt, dann ziehen wir uns in das behagliche Heim zurück und lassen es uns mit Familie und Freunden bei Speis und Trank gutgehen. Herrlich, oder? Dann gönnen Sie doch unseren gefiederten Freunden in Ihrem Garten ein ähnliches Erlebnis. Im Vogelhaus finden sie Schutz und Nahrung und kommen so etwas leichter durch die frostigen Monate. Hier erhalten Sie eine Anleitung dafür, wie Sie selbst ein Vogelhaus basteln.

In diesem Artikel

Warum ein Vogelhaus basteln?

Vögel finden ihr Futter normalerweise in der Natur und im Garten. Sie ernähren sich zum Beispiel von Kernen, Getreide, Insekten und Schnecken. Je kälter es wird, desto weniger Früchte tragen die Pflanzen und desto mehr ziehen sich die Beutetiere selbst zurück. Die Futtersuche wird mühsamer.

Gemässigter Niederschlag stört Vögel im Allgemeinen nicht. Sobald aber Sturm, Gewitter, Hagel oder starker Schneefall auftreten, suchen auch sie sich ein ruhigeres Plätzchen. Mit dem Aufstellen eines Futterhauses helfen Sie also doppelt. Und das Beste daran: Auch Sie selbst haben etwas davon. Es bereitet viel Freude, Tiere dabei zu beobachten, wie sie Ihre Gabe annehmen und es sich im Futterhaus gemütlich machen. Das tut der Seele gut und Sie können dabei auch noch etwas über die heimischen Vogelarten lernen – gerade für Kinder eine spannende Angelegenheit.

Übrigens: Ein Vogelhäuschen ist nicht mit einem Nistkasten zu verwechseln – dieser soll in erster Linie bei der ungestörten Zeugung von Nachwuchs unterstützen.

So basteln Sie ein Vogelhaus selbst

Ein einfaches Vogelhäuschen aus Holz besteht im Prinzip aus dem Hauskorpus, dem Dach und einer Vorrichtung zum Aufhängen. Im Folgenden finden Sie eine Anleitung für den Eigenbau, in den Sie auch ohne Weiteres Ihre Kinder mit einbeziehen können. Kalkulieren Sie je nach Einsatz einer Hand- oder Elektrosäge eine bis zwei Stunden ein.

Vogelhaus basteln: die Vorbereitung

Das Werkzeug zum Basteln eines Vogelhauses ist abgebildet: Japansäge, Schleifpapier, Geodreieck, Lineal, Bleistift, Hammer und Bohrmaschine.

Dieses Werkzeug benötigen Sie:

  • Bleistift
  • Bohrmaschine
  • Hammer
  • Japansäge oder Kreissäge/Stichsäge
  • Lineal/Geodreieck
  • Schleifpapier
Das Baumaterial zum Basteln eines Vogelhauses ist abgebildet: Schnur, Nägel, Holzfarbe, Holzleim, Klarlack und eine grosse Sperrholzplatte.

Dieses Baumaterial benötigen Sie:

  • Nägel
  • Holzfarbe
  • Holzleim
  • Klarlack
  • Schnur
  • Sperrholz (1 x 1 Meter Fläche; 0,8 Zentimeter Stärke)

Vogelhaus basteln in 10 Schritten

Nahaufnahme, wie eine Person mit Bleistift und Lineal auf einer Sperrholzplatte zeichnet.

Schritt 1: Los gehts. Zeichnen Sie mit dem Bleistift und einem Lineal die Teile für das Vogelhäuschen direkt auf der Sperrholzplatte auf.

Hier die einzelnen Zuschnitte, die wir empfehlen:

  • Boden: 22 x 18 Zentimeter
  • Dachteile: 22 x 22 und 22 x 21,2 Zentimeter
  • Seitenteile, geschlossen: zweimal 22 x 18 Zentimeter
  • Seitenteile, offen (beidseitiger Eingang): zweimal 23,6 x 4 Zentimeter
  • Giebelteile: 20 x 20 Zentimeter, dann diagonal halbiert
Nahaufnahme einer Person, die eine Sperrholzplatte mit einer Japansäge bearbeitet.

Schritt 2: Als Nächstes sägen Sie die aufgezeichneten Umrisse mit der Japansäge aus. Wenn es etwas schneller und mit weniger Handarbeit gehen soll, verwenden Sie eine Stichsäge oder eine Kreissäge. Wenn Sie beide Werkzeuge nicht besitzen, können Sie diese im Baumarkt leihen.

Nahaufnahme einer Person, die Sperrholz mit Schleifpapier schleift.

Schritt 3: Mit dem Schleifpapier schleifen Sie die Ecken und Kanten aller Bauteile ab, sodass sie geschmeidig und splitterfrei sind.

Nahaufnahme von Holzteilen – eines ist an der Kante mit Leim bestrichen.

Schritt 4: Kleben Sie nun mit dem Holzleim ein Seitenteil nach dem anderen auf den Boden beziehungsweise an die benachbarten Wände. Das Trocknen des Leims dauert nur ein paar Minuten.

Nahaufnahme einer Person, die mit einem Hammer einen Nagel in Holz nagelt.

Schritt 5: Den Boden sollten Sie noch zusätzlich fixieren: Schlagen Sie dazu ein paar Nägel mit dem Hammer ein.

Nahaufnahme des Anpassens eines Giebelteils an eine Wand des Vogelhauses.

Schritt 6: Nun gehts an das Dach. Zeichnen Sie mit dem Bleistift eine Markierung 2,5 Zentimeter von oben gesehen an den entsprechenden Seitenteilen an.

Nahaufnahme des in Arbeit befindlichen Vogelhauses.

Schritt 7: Leimen Sie dann erst einen der Giebelteile fest …

Nahaufnahme des Vogelhauses, bei dem nur noch die Dachschrägen fehlen.

Schritt 8: … und dann den zweiten. Beide Teile fixieren Sie wieder mit Nägeln.

Schritt 9: Nun setzen Sie noch die beiden Schrägdachteile auf und leimen sie an den Giebelteilen fest. Wenn alles getrocknet ist, bohren Sie mit der Bohrmaschine in der Mitte des Dachs von oben ein Loch. Hier können Sie nun die Schnur einführen und von unten verknoten. Schon ist die Aufhängevorrichtung fertig.

Nahaufnahme eines Kindes, das das Vogelhaus blau und rot anmalt.

Schritt 10: Jetzt folgt die Kür: Malen Sie das Futterhaus ganz nach Ihren Vorlieben mit Holzfarbe an. Als letzte Schicht unbedingt Klarlack auftragen, um das Holz vor Witterung zu schützen.

Den richtigen Standort für das Vogelhaus wählen

Das eigene Vogelhaus ist fertig – nun wollen Sie es auch anbringen. Hier geben wir Ihnen mit auf den Weg, was Sie bei der Standortsuche beachten sollten:

  • Schutz vor Niederschlag und Hitze: Das Futterhaus hat zwar ein Dach, dennoch ist zusätzlicher Schatten auch für Tiere angenehm. Ein Standort unter einem Baum in Ihrem Garten oder in der Nähe einer Mauer ist ideal.
  • Möglichkeit zum Auskundschaften: Mit Büschen und Sträuchern in der Nähe des Häuschens bieten Sie den potenziellen Bewohnern eine Art Beobachtungsposten. Die Vögel schauen sich aus sicherer Entfernung erst einmal ihre mögliche Bleibe an, bevor sie sich für den Einzug entscheiden. Zudem sind sie dort geschützt vor Raubvögeln.
  • Sichere Entfernung vor ungebetenen Gästen: Katzen sehen in Vögeln ihre nächste Mahlzeit. Wenn Sie selbst Katzen besitzen oder einige in der Nachbarschaft herumstreunen, sollten Sie das Vogelhaus so platzieren, dass es die Stubentiger möglichst schwer haben.
  • Fernab von tückischen Fallen: Stellen Sie das Vogelhäuschen möglichst weit weg von Fenstern oder Glastüren auf, damit die Vögel nicht aus Versehen dagegen fliegen und sich schwer verletzen.

Ein geeigneter Standort ist zum Beispiel ein Gartenhaus, wenn Sie eines besitzen. Bringen Sie das Vogelhaus an der Fassade an – so ist es durch das vorstehende Dach vor Regen und Sonne geschützt. Eine andere Option ist die Terrasse, zum Beispiel am Gerüst der Überdachung. So haben Sie die Möglichkeit, das Treiben aus nächster Nähe zu beobachten.

Vögel füttern: das Vogelhaus befüllen

Was wäre ein Vogelhaus ohne Futter? Hier noch ein paar wichtige Tipps, wie Sie die Tiere optimal füttern. Denn auch die haben ihren ganz eigenen Geschmack.

Futterzeiträume beachten

Der typische Turnus für das Füttern im Vogelhaus ist in den Wintermonaten, also von November bis Februar. Ganz wichtig: Bieten Sie nicht nur einmal Nahrung an, sondern halten Sie das Angebot den ganzen Zeitraum über aktuell – die Vögel gewöhnen sich schnell daran. Ab dem Frühjahr sollten Sie das Füttern einstellen, da das Angebot wieder grösser wird. Zudem begünstigt das Aufstellen von Futtermöglichkeiten im Sommer die Infektionsgefahr von Vögeln untereinander.

Richtiges Futter verwenden

Hier finden Sie eine Auflistung, welches Futter welche Vögel anlockt. Wie Sie Ihren gesamten Garten vogelfreundlich gestalten, lesen Sie in unserem Artikel: «8 Tipps: So wird der Garten zum Vogelparadies».

  • Futter
  • Vogel
  • Äpfel
  • Amsel, Grünspecht
  • Erdnüsse
  • Amsel, Bergfink, Blaumeise, Buchfink, Grünspecht, Eichelhäher, Elster
  • Fett von der Baumrinde
  • Grünspecht, Kleiber
  • Haferflocken
  • Amsel, Kleiber, Rotkehlchen
  • Mehlwürmer
  • Amsel, Grünspecht, Feldsperling, Haussperling, Rotkehlchen
  • Nussstückchen
  • Blaumeise, Feldsperling, Grünfink, Haussperling, Kleiber, Rotkehlchen, Stieglitz
  • Maiskörner
  • Eichelhäher, Elster
  • Meisenknödel
  • Blaumeise
  • Ölsämereien
  • Buchfink, Grünfink, Kleiber, Stieglitz
  • Rosinen
  • Amsel, Feldsperling, Haussperling, Rotkehlchen
  • Sonnenblumenkerne
  • Amsel, Blaumeise, Buchfink, Grünfink, Kleiber, Stieglitz

Fazit: eine gute Tat im Winter

Das Basteln eines Vogelhauses kostet Sie nur ein paar Stunden Arbeit, bietet den Vögeln aber über Monate einen willkommenen Unterschlupf. Und Spass macht der Bau obendrein – besonders den Kindern. Mit dem idealen Standort im Garten und geeignetem Futter helfen Sie unseren gefiederten Freunden durch den harten Winter.

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