Einrichten

Vegan einrichten: So wird Ihr Zuhause tierfreundlich

Jana Janssen

Sie dachten beim Stichwort vegan bisher vor allem an Ernährung? Falsch gedacht – denn immer mehr Veganer schauen nicht nur, was auf ihrem Teller landet, sondern achten auch darauf, was sie sich ins Wohnzimmer stellen. Wir erklären Ihnen, worauf es bei veganer Einrichtung ankommt, und geben Tipps, wie Sie vegane Möbel finden.

In einem Altbau-Wohnzimmer steht eine Textilcouch, die Deko besteht aus natürlichen Materialien und Pflanzen.
© Getty Images

In diesem Artikel

Vegan leben – nicht nur auf dem Teller

Veganer verzichten auf tierische und an Tieren getestete Produkte. Nicht nur den Tieren, sondern auch der Umwelt zuliebe. Auch immer mehr Menschen, die nicht gänzlich vegan leben, wollen ihr Leben nachhaltiger gestalten und weniger tierische Produkte nutzen.

Tierische Produkte finden sich aber nicht nur auf Ihrem Teller. Sie haben sich in vielen Bereichen unseres Lebens etabliert. Vegan leben bezieht sich daher nicht nur auf die Ernährung, sondern erstreckt sich auch auf Mode, Kosmetik und immer öfter: die Einrichtung. Ja, auch in unserer Einrichtung steckt häufiger Tier drin, als Sie vielleicht vermuten. Denn gerade Hersteller hochwertiger Möbel und Wohntextilien verwenden Leder, Seide, Wolle, Pelz oder Federn.

In einem Wohnzimmer stehen eine Ledercouch und Ledersessel im Retro-Stil.

Leder gilt als hochwertiges Material für Couchgarnituren. Veganer verzichten darauf.

Vegan wohnen – darauf sollten Sie verzichten

Ledersofa und Daunenkissen können Sie auch als Laie leicht als nicht vegan identifizieren. Anders sieht es beispielsweise bei geleimten Holzmöbeln aus. Hätten Sie gewusst, dass der Leim in manchen Fällen aus Tierhäuten oder -knochen gewonnen wird? Und auch Farben, Öle und Lacke können tierische Bestandteile enthalten – zum Beispiel das rotfärbende Pigment Karmin oder Schellack. Beides wird aus Schildläusen gewonnen. Die folgende Liste gibt Ihnen einen Überblick über tierische Bestandteile, die sich in Ihrer Wohnung verstecken könnten:

  • Leder: Leder ist ein beliebtes und hochwertiges Material für Sofas und Sessel, aber auch für Teppiche und Vorhänge. Es ist längst kein Abfallprodukt mehr aus der Fleischherstellung – Tiere werden speziell gezüchtet, damit Ihre Haut ein besonders schönes Leder ergibt. Dabei wird auch synthetisches Leder immer hochwertiger und es gibt eine Menge Alternativen wie die Kunststoffe Polyvinylchlorid (PVC) oder Polyurethan (PU), aber auch nachhaltige Varianten wie Ananas- oder Apfelleder.
  • Pelz: Pelze wie Schaffelle sind beliebt als Teppiche oder kuschelige Aufleger für Sofas oder Stühle. Vegane Alternativen sind zahlreich und lassen sich bei besonders hochwertigen Kunstpelzexemplaren kaum noch von echten unterscheiden.
  • Daunen: Auch Kopfkissen und Duvets aus Gänsefedern finden sich wegen ihres besonderen Schlafkomforts und -klimas in vielen Schweizer Schlafzimmern. Synthetische Materialien wie Climashield, PrimaLoft und 3M Thinsulate können die wärmenden Eigenschaften aber sehr gut nachahmen. Aber auch Naturfasern wie Bambus, Baumwolle oder Tencel regulieren Wärme sehr gut und sind dazu ähnlich atmungsaktiv wie Daunen.
  • Wolle: Wolle von beispielsweise Schafen lässt sich häufig in Duvets finden, aber auch in Teppichen, Matratzen oder den Bezügen von besonders hochwertigen Sofas. Je nach Anwendungsgebiet gibt es vielfältige Ersatzstoffe – vor allem Baumwolle oder Polyester.
  • Rosshaar: Gerade Hersteller ökologischer Matratzen verwenden oft Rosshaar für deren Innenleben. Auch bei Boxspringbetten ist das Material beliebt. Alternativen sind vegane Matratze mit einem Kern aus synthetischem Schaummaterial, (Natur)Latex oder Kork.
  • Seide: Seide wird gewonnen, indem Kokons mit einer lebenden Seidenraupe im Innern gekocht werden. Beim Einrichten läuft Ihnen der Stoff vor allem bei Kissenbezügen und Vorhängen über den Weg. Seine schwerelosen, leicht durchsichtigen Eigenschaften werden am besten von Cupro, Acetat, Polyester oder Viskose nachgeahmt.
  • Farben und Lacke: Wandfarben können für bessere Haftung Kasein enthalten, ein Protein, das bei der Käseherstellung gewonnen wird. Auch bei Farben mit roten Pigmenten ist für Veganer Vorsicht geboten. Diese Pigmente könnten von Schildläusen stammen. Schildläuse werden ausserdem für die Herstellung von Möbellacken eingesetzt. Wenn die Bestandteile einer Wandfarbe keine tierischen Stoffe enthalten, kann es trotzdem sein, dass diese an Tieren getestet wurde. Mit Logos, die vegane und tierversuchsfreie Produkte kennzeichnen, können Sie hier sichergehen.
  • Leim: Hautleim, Knochenleim und Hasenleim – schon die Namen deuten an, dass es hier nicht vegan zugeht – werden häufig im Möbelbau eingesetzt. Auch aus Milcheiweiss lässt sich Leim gewinnen. Alternativen gibt es viele, synthetische wie pflanzliche. Leider weisen die Hersteller jedoch meistens nicht explizit darauf hin, welchen Leim sie genau verwenden.
  • Wachs: Auch Wachs kann, muss aber nicht tierischen Ursprungs sein. Bei Kerzen ist es sehr wahrscheinlich, dass sie aus Erdöl oder Pflanzenwachsen bestehen, wenn Sie nicht gerade eine Bienenwachskerze in den Händen halten. Bei Möbelpolitur hingegen kommt relativ häufig Bienenwachs zum Einsatz. Auf der Verpackung sollten die Inhaltsstoffe klar gekennzeichnet sein.

Hersteller müssen nicht bei allen ihren Produkten tierische Materialien kennzeichnen – vor allem, wenn es um Möbel geht. Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wie Sie denn erkennen können, ob ein Möbelstück oder Deko-Element vegan ist oder nicht. Ähnlich wie bei Lebensmitteln und Kleidung verwenden auch einige Möbelhersteller Labels, um ihre Produkte zu kennzeichnen. Halten Sie zum Beispiel nach dem «Approved Vegan»-Logo der Tierschutzorganisation PETA Ausschau.

Vegane Möbel und Deko – Shops und Tipps

Die Suche nach explizit veganer Einrichtung kann ein wenig aufwendig sein. Finden Sie keine zertifizierten Möbel, können Sie den Hersteller kontaktieren, um zu erfahren, ob tierische Produkte verarbeitet wurden. Eine grosse Hilfe ist die Community Vegandesign.org. Hier gibt es einen Blog für vegane Einrichtungstipps und eine kuratierte Linkliste veganer Möbel und Deko auf Amazon.

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Das Online-Möbelhaus Allnatura bietet ein sehr grosses veganes Sortiment mit klarer Kennzeichnung – egal ob Sofa, Matratze oder Textilien. Zudem legt der Hersteller Wert auf natürliche und nachhaltige Materialien und eine ressourcenschonende Produktion.

Aber auch das Online-Versandhaus Ackermann führt einige explizit vegane Produkte wie Betten der Marke grüne betten oder Kommoden aus der Premium collection by Home affaire. Diese verwenden schadstoffgeprüfte Klebstoffe auf Wasserbasis, die nicht nur besser für das Tierwohl sind, sondern auch umweltfreundlicher.

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Umstellen auf vegan – nicht von heute auf morgen

Wollen Sie jetzt nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch in Ihrem Wohnzimmer auf eine vegane Lebensweise achten? Schmeissen Sie nicht sofort die gute Ledercouch und alle Wolldecken raus. Denn das ist wenig nachhaltig. Wer aber nach und nach bei Neuanschaffungen auf vegane Alternativen achtet, leistet einen wertvollen Beitrag für eine nachhaltigere Zukunft.

Nachhaltig leben – noch mehr Tipps

Die vegane Lebensweise ist nur eine Variante, nachhaltiger zu leben. Muss es nicht unbedingt vegan sein, finden Sie hier weitere Tipps, wie Sie in Ihrem Zuhause auf natürliche Materialien setzen können, um so die Umwelt zu schonen: Nachhaltig und voll im Trend: natürliche Materialien im Schlafzimmer

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