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Unkraut im Rasen: Das hilft wirklich

Arne Schätzle

Wenn sich Unkraut im Rasen breit macht, ist meistens bei der Pflege etwas schiefgelaufen. Wir verraten Ihnen, unter welchen Bedingungen sich Rasenunkraut ausbreitet und mit welchen Methoden Sie es wieder loswerden.

Auf der Wiese in einem Garten blühen Gänseblümchen und Löwenzahn, eine Frau mäht das Unkraut mit einem Rasentrimmer.
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In diesem Artikel

Ursachen für Unkraut

Rasengräser haben einen grossen Nährstoffbedarf. Fehlt es ihnen an Nährstoffen, lässt der Wuchs nach. Auf der Rasenfläche bilden sich dann Lücken, die das Unkraut besetzt. Im Vergleich zu Rasengräsern kommt Unkraut nämlich mit weniger Nährstoffen aus.

Ein weiterer Faktor, welcher der Ausbreitung des Unkrauts Vorschub leistet, ist Wassermangel. Denn Unkraut benötigt weniger Wasser als Rasengräser und kann so durch Dürre entstehende kahle Stellen im Rasen besetzen. Besonders im Sommer ist daher ausreichendes Bewässern wichtig, damit die Gräser nicht verdorren. Da Rasenunkraut weniger Wasser benötigt, nutzt es wiederum die Lücken, die vertrocknete Grashalme hinterlassen. Besonders gut breitet sich übrigens Klee unter diesen Bedingungen aus.

Auch minderwertiges Saatgut kann eine Ursache für die Ausbreitung von Unkraut auf Ihrer Rasenfläche darstellen. Diese Mischungen sind oft schon von Haus aus nicht frei von Unkraut. Zudem werden bei solchen Mischungen oft Futtergräser verwendet, die zwar schnell in die Höhe wachsen, aber keine dichte Grasnarbe bilden.

Unkraut entfernen

Den universellen Tipp, um jedes Unkraut loszuwerden, gibt es nicht. Wir zeigen Ihnen fünf wirksame Methoden, mit denen Sie der Ausbreitung Einhalt gebieten.

Tipp 1: Unkraut jäten

Mit dieser Methode entfernen Sie unerwünschte Pflanzen aus dem Rasen per Hand. Das kann im frühen Stadium durchaus wirksam sein. Vor allem die einjährigen Samenunkräuter entsorgen Sie auf diese Art problemlos. Für mehrjährige Wurzelunkräuter sollte der Boden idealerweise aufgeweicht sein, damit Sie die Pflanze per Unkrautstecher mitsamt Wurzeln und Ausläufern erfassen.

Eine Hand hält büschelweise Löwenzahn und anderes Unkraut.

Unkraut jäten hilft vor allem, solange die Pflanzen noch jung sind und noch kein verzweigtes Wurzelwerk im Boden ausgebildet haben.

Tipp 2: Rasen vertikutieren

Hat sich das Rasenunkraut bereits ausgedehnt, sind die Erfolgsaussichten der manuellen Methode recht gering. Am besten greifen Sie in diesem Fall zum Vertikutierer, um Abhilfe zu schaffen. Mit seinen Klingen ritzt das Gerät die Grasnarbe an und lockert so Klee, Moos und anderes Unkraut. Den Rest erledigen Sie mit dem Rechen und kämmen Rasenfilz sowie anderes Unkraut locker aus.

Tipp 3: Rasen abdunkeln

Tatsächlich: Wenn Sie dem Rasenunkraut das Licht nehmen, geht selbst hartnäckigen Plagegeistern die Luft aus. Bedecken Sie das Unkraut mit einer lichtundurchlässigen Folie. Allerdings müssen Sie für diese Methode ein gutes Stück Geduld mitbringen: Rund drei Monate braucht es, um so dem Unkraut den Garaus zu machen. Und auch Ihr Rasen wird diese Behandlung nicht überleben. Sie lohnt sich daher nur, wenn der Rasen stark von Unkraut durchzogen ist oder das Unkraut nur sehr punktuell wächst.

Tipp 4: Unkrautvernichter

Wenn alles nichts hilft, greifen viele Menschen zu Herbiziden. Unkrautvernichter enthalten sogenannte Wuchsstoffe, die bei zweikeimblättrigen Pflanzen wie Unkraut ein unkontrolliertes Wachstum auslösen und letztendlich dafür sorgen, dass sie absterben. Rasengräser hingegen sind einkeimblättrige Pflanzen, ihr Wachstum bleibt von den Herbiziden unberührt.

Im Handel gibt es eine grosse Auswahl an Mitteln für viele Unkrautarten. Ermitteln Sie daher zunächst, welche Unkrautarten in Ihrem Rasen vorherrschen. Löwenzahn, Weissklee, Gänseblümchen und viele Wegericharten lassen sich gut bekämpfen. Schwieriger wird es bei Ehrenpreisarten, Gundermann, Sauerklee und Hahnenfuss.

Unkrautvernichter für den Rasen bringen Sie mit der Giesskanne oder mit einem Drucksprüher zum Einsatz. Allerdings treibt der feine Sprühnebel des Drucksprühers schon bei leichtem Wind ab. Mit der Giesskanne zielen Sie genauer. Achten Sie auch darauf, dass der Rasen feucht ist, wenn Sie den Unrautvernichter ausbringen, dann haften die feinen Körnchen besser an den Blättern der Pflanzen.

Damit Unkrautvernichter ihr gesamtes Potenzial entfalten können, wählen Sie vorzugsweise einen Einsatzzeitpunkt bei mildem, trockenem Wetter. Da Herbizide über die Blattmasse wirken, sollten Sie den Rasen in den Tagen vor der Anwendung nicht mähen.

Tipp 5: Richtig mähen

Jäten, vertikutieren oder versprühen von Unkrautvernichtern: Auf all diese Massnahmen können Sie unter Umständen verzichten, wenn Sie den Rasenmäher richtig einsetzen. Auch Rasenunkraut ist auf ausreichend Licht angewiesen, um zu keimen. Bei einer Schnitthöhe von vier Zentimetern aber werden Unkrautsamen permanent von den Gräsern beschattet, sodass sie es schwerer haben. Mähen Sie daher gerade im Sommer möglichst regelmässig alle sieben Tage. Auf Dauer verlieren die Plagegeister ihre Energie und ziehen sich zurück.

Eine Person schiebt einen Rasenmäher über die Rasenfläche.

Auch regelmässiges Mähen mit der richtigen Höhen-Einstellung hilft gegen die Ausbreitung von Unkraut.

Unkraut im Rasen bestimmen

Ist das da auf meinem Rasen Unkraut? Nicht immer leicht zu sagen. Freuen sich Ihre Kinder über Gänseblümchen und Löwenzahn als Farbtupfer auf der grünen Rasenfläche? Oder suchen Sie gerne im eigenen Garten nach dem vierblättrigen Kleeblatt?

So hübsch manche Pflanzen auch anzusehen sind, sie setzen Ihrem Rasen unter Umständen derart zu, dass am Ende nur noch eine Kleewiese übrig bleibt. Wir verraten Ihnen, welche Unkrautarten Sie am häufigsten in unseren Gärten antreffen.

Gänseblümchen

Gelber Blütenkern mit weissem, meist rosa eingefasstem Blattrand: Anhand ihrer Blüte sind Gänseblümchen recht leicht zu erkennen. Hinzu kommt eine dichte, mehrjährige Blattrosette aus dunkelgrünen, runden Blättern. Die verbreitetste Methode, um Gänseblümchen aus dem Rasen zu entfernen, ist das Ausstechen. Allerdings müssen Sie diese Prozedur mehrmals wiederholen, um den Gänseblümchen dauerhaft zu Leibe zu rücken.

Breitwegerich

Den Breitwegerich erkennen Sie an den in einer Blattrosette angeordneten Laubblättern, die löffelförmig und handtellergross sind. Seine Blütezeit reicht von Juni bis Oktober, dann zeigt sich ein aufrechter, ährenförmiger Blütenstand.

Der Breitwegerich ist wie viele Unkräuter eine sehr ausdauernde Pflanze. Er erreicht eine Wuchshöhe zwischen 5 und 40 Zentimetern, bildet aber bis zu 80 Zentimeter lange Wurzeln, weswegen er sich nahezu überall gut ausbreiten kann – sogar in Pflasterfugen.

Um den Breitwegerich dauerhaft loszuwerden, entfernen Sie ihn mitsamt Wurzel, am besten mit einem Unkrautstecher. Falls Sie allerdings bei ausgetrocknetem Boden zu Werke gehen, brechen oftmals die Wurzeln und bleiben stecken – und der Breitwegerich treibt neu aus. Besser ist es, Sie passen einen Zeitpunkt nach einem Regentag ab, wenn der Boden aufgeweicht ist.

Löwenzahn

Aufgrund seines äusserst prägnanten Aussehens erkennen Sie den Löwenzahn sehr schnell: Er hat gezackte längliche Blätter, die im Frühjahr in einer Rosette aus dem Erdreich treiben. In ihrer Mitte wächst der Stängel bis zu einer Wuchshöhe von 30 Zentimetern. An ihm ist die prägnante leuchtend gelbe Korbblüte zu sehen.

Wer den Löwenzahn loswerden möchte, kann ihn relativ gut händisch bekämpfen: Löwenzahn lässt sich sehr gut ausstechen. Aber auch mit Pflanzenschutzmitteln rücken Sie ihm zu Leibe. Auch wenn Sie den Löwenzahn im Herbst wiederholt mit reiner Holzkohleasche bestreuen, können Sie ihm letztlich den Garaus machen. Wichtig ist allerdings, dass Sie zur Tat schreiten, bevor sich die Flugsamen ausbilden und die Samen an den Schirmchen durch die Luft segeln, um sich zu verbreiten.

Nahaufnahme von zwei Händen in Gartenhandschuhen an einem Löwenzahn.

Löwenzahn entfernen Sie am besten, bevor die Flugsamen sich überall verteilen und weitere Pflanzen aussäen.

Weissklee

Weissklee gilt als Heilpflanze, dient als Tierfutter und die Blüten sind eine wertvolle Bienenweide. Dennoch ist er für viele Gärtnerinnen und Gärtner ein unliebsames Unkraut. Typisch sind die kriechenden, an den Knoten wurzelnden Stängel. Die Blätter haben meist eine helle Zeichnung und Blütenköpfchen auf langen Stielen. Der Weissklee bevorzugt nährstoffreiche, leicht kalkhaltige, lehmige, feuchte Böden und wächst auch in Sandboden.

Der Weissklee ist eine krautige, ausdauernde Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von 5 bis 20 Zentimetern. Er bildet eine kräftige Pfahlwurzel und einen verzweigten Erdstock, jedoch keine unterirdischen Ausläufer. Weissklee verbreitet sich besonders auf nährstoffarmen, kalkhaltigen Böden, die nicht ausreichend mit Stickstoff versorgt sind. Darüber hinaus ist er ausgesprochen trittresistent.

Bearbeiten Sie kleinere Kleenester am besten mit einem Handvertikutierer. Anschliessend säen Sie frisches Rasensaatgut nach. Oder Sie können grössere Flächen mit dem Spaten ausstechen, die Mulde dann mit Mutterboden auffüllen und darauf neue Rasensamen aussäen.

Kratzdistel

Die Blätter der Gewöhnlichen Kratzdistel sind oval bis lanzettlich. Die Oberseite ist stachelig und steifhaarig, die Unterseite kurzhaarig bis weissfilzig und die Blüten sind purpurfarben. Die Blütezeit dauert von Juli bis Oktober.

Kratzdisteln vermehren sich entweder durch Aussaat oder durch Ausläufer, meist auf stickstoffreichen Böden. Das Unkraut bildet eine lange, starke Wurzel, daher sollten Sie eingreifen, solange die Pflanze noch klein ist. Im frühen Stadium können Sie sie noch leicht ausstechen. Wenn Sie Disteln kurz vor einem Regenguss abschneiden oder anschliessend giessen, beginnen die Stängel zu faulen und die Pflanze geht von selbst ein.

Moos

Moose gehören zu den einfachen Pflanzen und sind sehr weit verbreitet. Es handelt sich um blütenlose Sporenpflanzen, die sich durch einen Generationswechsel fortpflanzen. Besonders bei Staunässe gedeiht Moos sehr gut. Im Gegensatz zu Rasengräsern kommen Moose mit wenig Licht und Nährstoffen aus.

Ist der Boden zu sauer, liegt er zu schattig, herrscht Staunässe oder ist er schwer und verdichtet, findet Moos gute Verbreitungsbedingungen. Wie viele andere Unkräuter kommt auch Moos mit wenigen Nährstoffen aus. Gute Erfolge im Kampf gegen das Moos erzielen Sie durch regelmässiges Vertikutieren. Bleibt das Vertikutieren erfolglos, hilft ein chemischer Unkrautvernichter.

Giersch

Giersch wuchert stark und lässt sich wegen seiner unterirdischen Triebe nur schwer bekämpfen. Giersch blüht zwischen Mai und September, anhand seiner Blüten allein ist er aber nur schwer von anderen Pflanzen zu unterscheiden. Viele Doldenblütler, zu denen auch Giersch zählt, sehen ihm sehr ähnlich.

Markanter als die Blüten sind seine Blätter: Die länglichen, eiförmigen, gezahnten Blätter sind meist als Dreiergruppe angeordnet und zum Ende spitz zulaufend. Markant sind auch die dreikantigen, gefurchten, hohlen Stängel. Seine weissen Wurzeln sind ein bis drei Millimeter dick, in der Blütezeit wächst er zwischen 70 und 100 Zentimeter hoch.

Wenn Sie die Pflanzen mehrmals im Jahr mit der Hacke auf Bodenhöhe abschlagen, schwächen sie diese allmählich. Diese Methode ist nicht nur anstrengend, sondern leider auch nicht hundertprozentig erfolgversprechend. Besser Sie roden den Boden, indem Sie ihn Stück für Stück mit der Grabegabel bearbeiten. Sieben Sie das Rhizomgeflecht, also die Wurzeln, dabei gründlich aus.

Hirse

Hirse ist ein grobes Gras, das andere Gräser schnell überwuchert. Hirse erkennen Sie an ihren hellen, breiten Gräsern. Besonders gut gedeiht sie bei warmem, trockenem Wetter. Hirse stirbt zwar beim ersten Frost ab. Den Samen macht die Kälte allerdings nichts aus, sodass sie im folgenden Frühjahr wieder anwächst. Hirse breitet sich leichter aus, wenn der Boden zu sauer ist. Um das Wachstum der Hirse zu unterbinden, hilft es daher, den Rasen zu kalken.

Wenn Sie ab März regelmässig Ihren Rasen mähen, machen Sie es der Hirse zudem schwerer, sich auszubreiten, da Sie so die Reife bestäubter Pflanzen verhindern. Mähen Sie allerdings zu häufig, reift die Pflanze vorzeitig und bildet ihre Blütenähren flach und unter der Schnitthöhe des Rasenmähers aus.

Hirse hat keine tiefen Wurzeln, am besten ziehen Sie die einzelnen Pflanzen noch vor der Blüte per Hand aus dem Boden. Das gelingt am besten nach dem Regen, wenn der Boden feucht und locker ist. Beginnen Sie im Frühjahr, bevor die Pflanze Blüten und Samen bildet. Für grössere Bereiche greifen Sie zum Spaten.

Apps helfen beim Bestimmen der Unkräuter

Sie wissen nicht, um welches Unkraut es sich bei den unliebsamen Pflanzen in Ihrem Garten handelt? In diesem Fall kann Ihnen das Smartphone Hilfestellung leisten: Auch mit Apps lassen sich die Pflanzen bestimmen. Vier von ihnen haben wir Ihnen hier aufgeführt:

Unkraut entfernen: weitere Tipps

Abkochen

Wurzelunkräuter wie den Schachtelhalm, die Acker-Kratzdistel, die Quecke, den Giersch und auch Löwenzahn können Sie mit kochendem Wasser begiessen. Dann ziehen Sie den abgestorbenen Teil heraus und giessen erneut.

Entsorgen

Werfen Sie Ihr Unkraut nicht einfach auf den Kompost. Die Hitze des Komposts reicht in der Regel nicht aus, um den Samen und Keimling des Unkrauts abzutöten. So gelangt es früher oder später wieder in Ihren Garten.

Abbrennen

Unkraut macht sich nicht nur im Rasen und in den Beeten breit, sondern auch in den Fugen zwischen Pflastersteinen und den Gehwegplatten. Dort entfernen Sie es mit einem Gasbrenner. Die Hitze der Flamme zerstört die Zellwände der Pflanzen und sie gehen ein. Dabei müssen Sie die Pflanzen nicht komplett abbrennen, es genügt, sie kurz zu bearbeiten. Oft wächst das Unkraut nach dem ersten Abflammen kräftig nach. Das ist normal, da die Hitze den Samen zum Wachstum anregt. Um die volle Wirksamkeit der Methode zu erreichen, müssen Sie den Gasbrenner mehrmals einsetzen.

Fazit: Immer dranbleiben

Was heute noch als zartes Keimblättchen auf Ihrem Rasen steht, ist morgen schon ein ausgewachsener Plagegeist. Lassen Sie das Unkraut daher gar nicht erst gross werden, sondern zupfen Sie es sofort aus. Das erspart später viel Ärger. Und wenn Sie dazu Ihren Rasen regelmässig pflegen – mähen, düngen, kalken –, machen Sie es dem Unkraut schwerer, sich auf Ihrem Rasen auszubreiten.

Weitere wertvolle Hinweise erhalten Sie in unserem grossen Überblicksartikel zum Thema Rasen.

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