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Türen streichen: So gelingt es reibungslos

Torben Schröder

Die Farbe sieht nicht mehr ganz so weiss aus, das schicke Holz hat einige Kratzer vom Haustier abbekommen – Türen sind Gebrauchsgegenstände und weisen mit den Jahren ebenso Verschleissspuren auf wie ein Wand- oder Bodenbelag. Bevor Sie sich dazu entschliessen, eine neue Tür zu kaufen, sollten Sie darüber nachdenken, ihr einen frischen Anstrich zu verpassen. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie Sie Türen streichen.

Eine Frau streicht mit einer Farbrolle eine ausgehängte Tür, die an einer Wand lehnt.
© Getty Images

In diesem Artikel

Holztür selber streichen: die Vorbereitung

Viele Türen in Häusern und Wohnungen sind aus Holz. Da es sich hierbei um ein recht sensibles Material handelt, benötigt es eine besondere Behandlung und einen speziellen Anstrich. Im Folgenden erläutern wir Ihnen, wie Sie eine Holztür selber streichen. Zunächst sollten Sie sich um das richtige Material und Werkzeug kümmern.

Streichmaterial

Für das Streichen einer Holztür kommen prinzipiell drei verschiedene Arten von Mitteln in Frage:

1. Holzlack

Das gängigste Streichmaterial. Die festen Bestandteile von Holzlack bilden nach dem Trocknen einen harten Film. Der Effekt: Die Struktur des Holzes verschwindet komplett – zu sehen bleibt nur die gewählte Farbe als deckende Schicht. Bei der Wahl der Farbtöne gibt es keine Grenzen: Von natürlichen Brauntönen über klassisches Weiss oder Schwarz bis zu bunten Farben wie Grün oder Blau ist alles möglich.

Eine unbehandelte Holztür verlangt zunächst nach einer Grundierung. Je nachdem wie saugfähig das Holz ist, müssen Sie mehrfach grundieren. Im Handel finden Sie auch 2-in-1-Produkte – das bedeutet, dass Grundierung und Lack in einem Mittel vermischt sind. Das spart einen Arbeitsschritt.

Wenn Sie experimentierfreudig sind, dann probieren Sie es mal mit sogenanntem Tafellack. Er sieht aus wie herkömmlicher schwarzer oder dunkelgrüner Lack. Der Clou ist aber, dass Sie ihn nach dem Trocknen mit Schulkreide bemalen können. Schreiben Sie Ihrem Partner auf der Küchentür eine Botschaft oder lassen Sie einfach der kreativen Ader Ihrer Kinder freien Lauf.

2. Holzlasur

Im Gegensatz zu Holzlack deckt eine Holzlasur nicht die komplette Oberfläche ab, sondern lässt die Maserung durchschimmern beziehungsweise betont diese sogar. Es handelt sich hierbei also um einen durchsichtigen Anstrich – zumeist farblos oder in einem Holzton erhältlich. Die Konsistenz der Lasur ist entweder flüssig oder geleeartig. Letztere Variante hat den Vorteil, dass sie tropffest ist und sich erst beim Lackieren verflüssigt.

Holzlasuren enthalten deutlich weniger Pigmente und Füllstoffe als Holzlacke. Deshalb dringen die Bestandteile nach dem Auftragen in das Holz ein. Eine etwaige farbliche Veränderung befindet sich also nicht auf, sondern in der obersten Holzschicht. Bei Innentüren ist deswegen eine Vorbehandlung mit einer Grundierung, die genau diesen Effekt verhindern soll, nicht notwendig. Aussentüren sollten Sie nach dem Lasieren mit einem Holzschutzmittel lackieren.

3. Holzöl

Ob mit natürlichen Bestandteilen oder auch synthetisch produziert: Öl dient in erster Linie nicht einer optischen Veränderung des Holzes, sondern der Pflege. Es bietet Schutz vor äusseren Einflüssen und lässt die bisherige Farbe und Struktur besonders gut zur Geltung kommen. Da keine extra Farbschicht aufgetragen wird, kann das Holz zudem besser «atmen».

Ähnlich wie die Holzlasur dringt das Holzöl in die Oberfläche. Tragen Sie es grossflächig, aber behutsam mit einem Schwamm oder einem weichen Pinsel auf die Tür auf. Überschüssiges Öl sollten Sie sofort entfernen beziehungsweise auf die Stellen verteilen, die stärker saugen. Wiederholen Sie den Vorgang, bis das Holz gleichmässig durchtränkt ist.

Nahaufnahme einer männlichen Hand, die eine braune Holztür streicht.

Beim Behandeln mit Holzöl erhält die Tür einen neuen Schutzantrich.

Werkzeug

Für die folgende DIY-Aufgabe sollten Sie dieses Werkzeug besitzen, besorgen oder es sich bei einem Nachbarn leihen:

  • Farbrolle
  • Zwei Malerböcke
  • Malervlies oder Folie
  • Malerband
  • Pinsel
  • Schleifmaschine oder Schleifklotz
  • Schleifpapier
  • Schraubenzieher
  • Spachtel
  • Spachtelmasse

Holztür selber streichen: die Anleitung

Für das Streichen einer Holztür brauchen Sie keinen Maler oder Lackierer zu engagieren – mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung bekommen Sie die Arbeit ganz einfach selber hin.

Oberflächen abdecken

Decken Sie sämtliche Flächen in Ihrem Haus oder in Ihrer Wohnung, die Sie schützen möchten, grossflächig mit einem Malervlies oder einer Folie ab. Farbe auf Teppich oder Parkett hinterlässt hartnäckige Flecken.

Tür aushängen und aufbocken

Handelsübliche Türen sind zwei Meter hoch. Richten Sie also die beiden Malerböcke mit einem Abstand von etwa 1,5 Meter zueinander aus. Als Nächstes hängen Sie die Tür aus ihrer Verankerung aus. Wenn Ihnen das vom Gewicht her zu schwer ist, holen Sie sich Hilfe dazu. Platzieren Sie die Tür nun auf den Malerböcken.

Türgriff und Rosette entfernen

Befreien Sie die Tür von allem, was Ihnen bei der Streicharbeit hinderlich sein könnte: Dazu gehört unter anderem der Türgriff inklusive die Rosette, also die Abdeckplatte rund um den Griff beziehungsweise rund um das Schlüsselloch. Nutzen Sie dafür einen passenden Schraubenzieher.

Tür abschleifen

Als Nächstes müssen Sie die Tür abschleifen. Damit entfernen Sie zum einen den alten Belag, zum anderen schaffen Sie eine ebene und haftende Oberfläche für den frischen Anstrich. Hier kommen Schleifmaschine und grobes Schleifpapier zum Einsatz. Wenn Sie keine besitzen, können Sie auch einen Schleifklotz nutzen – das erfordert aber natürlich mehr körperlichen Einsatz.

Beim Abschleifen der Tür werden Sie unter Umständen auf kleine Risse, Unebenheiten oder sogar Löcher stossen, die vorher von der Farbe verdeckt waren. Nun haben Sie die Chance, diese Schönheitsfehler mit Spachtel und Spachtelmasse auszugleichen. Die betreffenden Stellen müssen Sie nach dem Behandeln noch einmal glattschleifen. Reinigen Sie die Tür nach dem Schleifen gründlich.

Nahaufnahme eines Mannes, der eine Tür mit einem Schleifgerät abschleift.

Bevor Sie Grundierung und Farbe auf die Tür auftragen, müssen Sie sie erst einmal gründlich abschleifen.

Grundierung auftragen

Verfügt Ihre Tür über Glaseinsätze oder sonstige empfindliche Flächen oder Ornamente, die keinen Lack abbekommen sollen, kleben Sie diese mit Malerband ab. Öffnen Sie den Behälter mit der Grundierung, nehmen Sie den Pinsel zur Hand und beginnen Sie zunächst mit dem Auftragen an den Ecken und Kanten. Gehen Sie dabei sorgfältig vor. Die grossen Flächen bearbeiten Sie mit der Farbrolle. Wenn Sie die eine Seite der Tür geschafft haben, legen Sie eine Pause ein, denn die Grundierung sollte über Nacht trocknen.

Am nächsten Tag schleifen Sie die getrocknete Grundierung mit feinem Schleifpapier ab. Dann drehen Sie die Tür auf den Malerböcken um und grundieren die andere Seite. Auch diese sollten Sie über Nacht trocknen lassen und anschliessend abschleifen.

Lack auftragen

Beim Lackieren gehen Sie ganz ähnlich wie beim Auftragen der Grundierung vor. Zunächst bearbeiten Sie erneut die Ecken und Kanten mit dem Pinsel, anschliessend die restlichen Flächen mit der Farbwalze. Sobald die erste Farbschicht getrocknet ist, können Sie selbst entscheiden, ob ein weiterer Vorgang notwendig ist, um die Farbsättigung zu erhöhen. Das hängt vom Lack, vom Holz und natürlich von Ihrem Geschmack ab.

Sollten sich beim ersten Streichdurchgang unschöne getrocknete Tropfen aus Farbe – sogenannte Farbnasen – gebildet haben, sollten Sie diese zunächst abschleifen und die Tür dann erneut streichen. Nehmen Sie sich wie beim Grundieren erst die eine Seite der Tür und dann die andere vor.

Tür wieder zusammenbauen und einhängen

Der Lack ist aufgetragen und getrocknet, Sie sind zufrieden mit dem Ergebnis – dann ist die Arbeit erledigt. Fast. Schrauben Sie die Rosette und den Türgriff an und hängen Sie die Tür wieder in ihre Scharniere. Glückwunsch, Sie haben es geschafft.

Türen aus Kunststoff und Stahl streichen

Neben Holz sind auch Kunststoff im Innenbereich und Stahl im Aussenbereich gängige Materialien für Türen. Auch diese sollten natürlich von Zeit zu Zeit gestrichen werden. Wie wir Ihnen im Folgenden erläutern, ist das Vorgehen dabei etwas anders als bei Holztüren.

Türen aus Kunststoff selbst streichen

Türen aus Kunststoff verfügen über eine abschliessende Beschichtung aus Folie, die sich nicht ohne Weiteres streichen lässt. Sie haben in diesem Fall drei Möglichkeiten, wenn Ihnen die Optik nicht mehr zusagt.

  • Folie überstreichen: In diesem Fall muss das Streichmaterial auf Kunststoff haften – mit einem Holzlack kommen Sie nicht weit. Im Handel finden Sie speziellen Kunststofflack. Es empfiehlt sich zudem, die Tür zunächst mit feinem Sandpapier einmal komplett abzuschleifen und Haftgrund aufzutragen. Am besten testen Sie das Vorgehen an einer kleinen Stelle aus.
  • Folie entfernen: Bei dieser Variante befreien Sie die Tür vom Kunststoff. Schleifen Sie die Oberfläche so weit ab, bis der Kern zum Vorschein kommt, zum Beispiel eine Spanplatte. Diese sollten Sie zunächst mit Tiefengrund bearbeiten, bevor Sie einen neuen Deckanstrich auftragen.
  • Türtapete anbringen: Bei dieser Option benötigen Sie weder Pinsel noch Farbe. Erkundigen Sie sich nach sogenannter Türtapete. Es gibt schlichte und einfarbige, aber auch Exemplare, die Landschaften zeigen. Die Bögen sind bereits auf die Masse einer Standardtür zugeschnitten und kleben von selbst auf der bisherigen Oberfläche.

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Türen aus Stahl selbst streichen

Stahltüren kommen in Privathaushalten zum Beispiel im Keller vor. Auch diesen können Sie einen neuen Anstrich verpassen. Um den alten abzubekommen, reicht in der Regel feines Schleifpapier. Anschliessend müssen Sie die Oberfläche gründlich reinigen, damit beim Streichen keine Schmutz- oder Staubpartikel eingeschlossen werden. Wenn die Stahltür Roststellen aufweist, müssen Sie diese mit Rostumwandler behandeln.

Als Streichmaterial verwenden Sie Kunstharzlack oder Acryllack. Als Werkzeug eignet sich wie bei Holz eine Farbrolle. Sie können die Farbe aber auch aufsprühen – hier wird das Ergebnis meist gleichmässiger.

Fazit: mit Pinsel und Farbe zum guten Ergebnis

Eine Grundierung, ein geeigneter Lack und ein bisschen Werkzeug – viel braucht es gar nicht, um Türen zu streichen. Auch die einzelnen Arbeitsschritte vom Abdecken des Zimmers über das Schleifen der Oberflächen bis zum eigentlichen Lackieren erfordern keine grossartigen Heimwerkerkenntnisse. Bevor Sie eine neue Tür kaufen, probieren Sie das Streichen doch einfach mal aus.

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