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Treppenhaus streichen: Tipps und Anleitung

Torben Schröder

Im Wohnzimmer und im Schlafzimmer Ihres Zuhauses haben Sie sicherlich auf ein stimmiges Farbkonzept geachtet. Aber im Treppenhaus? Wahrscheinlich sind die Wände dort einfach weiss – wie in fast jedem Haushalt. Wie wäre es stattdessen mit etwas Farbe? Schliesslich gehen Sie wahrscheinlich mehrfach am Tag durch diesen oft vernachlässigten Raum. In diesem Artikel geben wir Ihnen Anregungen, wie Sie Ihr Treppenhaus streichen können – inklusive einer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Blick in ein Treppenhaus, das mit Folie und Malervlies ausgelegt ist. Die Wände sind schon teilweise gestrichen.
© Getty Images/Westend61

In diesem Artikel

Das sollten Sie vor dem Streichen beachten

Wände streichen gehört im DIY-Bereich eher zu den einfachen Aufgaben. In den meisten Zimmern können Sie im Stehen arbeiten. Im Treppenhaus sind die Herausforderungen etwas grösser: Der Boden ist nicht eben und Sie haben weniger Platz zur Verfügung. Zusätzlich kann es hier gefährlich sein, auf der Leiter stehend zu arbeiten. Hier erhalten Sie ein paar allgemeine Tipps zur Vorbereitung und wie Sie sich die Arbeit erleichtern können.

Für Sicherheit sorgen

Auch im Treppenhaus werden Sie einen Grossteil der Arbeit ganz einfach im Stehen verrichten können – besonders einfach ist es zum Beispiel auf einem Treppenpodest. Aber wenn es etwas höher oder an die Decke geht, kommen Sie mit einer klappbaren Leiter nicht weit, denn diese ist viel zu instabil. Sie benötigen eine Teleskop- oder Treppenhausleiter, bei denen stufenlos verstellbare Verlängerungsholme für die notwendige Standfestigkeit sorgen. Die noch sicherere, aber auch aufwendigere Lösung ist ein Treppengerüst, das Sie in Fachmärkten kaufen oder auch leihen können.

Ausrüstung zusammenstellen

Bei Malerarbeiten sollten Sie generell professionelles Werkzeug nutzen. Das Streichen des Treppenhauses erfordert die Anschaffung von ein paar speziellen Utensilien – neben den üblichen wie Farbrolle und Spachtel. Der Lichteinfall ist in der Regel recht dürftig, gerade, wenn Sie in Vorbereitung auf die Streicharbeiten bereits die Lampen demontiert haben. In diesem Fall wird Ihnen eine Baustellenleuchte gute Dienste leisten. Um auch die hintersten Ecken vernünftig zu streichen, sollten Sie eine Teleskopstange als Verlängerung benutzen. Lesen Sie dazu mehr in der Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Zeit und Hilfe einplanen

Wie Sie jetzt schon erahnen können, nimmt das Projekt aufgrund der besonderen Voraussetzungen etwas mehr Zeit in Anspruch. Das sollten Sie bei der Planung im Hinterkopf behalten. Und bitten Sie um Hilfe: So ist das Streichen nicht nur kurzweiliger und schneller erledigt, sondern es ist auch jemand da, falls etwas passiert. Das stundenlange Streichen in der Höhe beziehungsweise über Kopf könnte nämlich zu Schwindelgefühlen führen.

Tipps für den Anstrich

Mit den folgenden Tipps aus der Praxis wird Ihr Treppenhaus in Zukunft nicht nur ein zweckmässiger, sondern auch ein schön anzuschauender Ort sein.

Hell ist Trumpf

In Treppenhäusern privater Immobilien sind häufig keine Fenster verbaut – entsprechend gelangt wenig natürliches Licht hinein. Bei der Farbwahl sollten Sie also eher auf helle als auf dunkle Töne setzen. Ein fröhliches Gelb oder ein sattes Orange sorgen für sommerliche Wärme, Hellblau erinnert an den Himmel, ein zartes Grün bringt natürliche Frische hinein. Wenn Sie bei der Farbwahl nicht ganz so mutig sind, kommen auch helle Sandtöne, Beige oder Ocker in Frage.

Nahaufnahme einer Frau, die einen Farbfächer aufblättert.

Da es im Treppenhaus in der Regel etwas dunkler ist, sollten Sie bei der Wandfarbe einen hellen Ton wählen.

Einen Sockel gestalten

Wenn Sie sich nicht für einen Farbton entscheiden möchten oder generell ein Freund von Farbkombinationen sind, dann können Sie einen Sockel im Treppenhaus streichen. Das bedeutet, dass Sie die Wand nur halbhoch in einer Farbe und die andere Hälfte in einer zweiten Farbe streichen. Dabei bietet es sich an, für den unteren Teil eine dunklere Farbe, zum Beispiel Braun, zu nehmen. Das hat den Vorteil, dass Abnutzungen nicht so schnell sichtbar sind. Sie können bei einem Neuanstrich auch nur den Sockel erneuern, um so etwas Aufwand zu sparen.

Mineralputz aufbringen

Eine Variante, die Wände im Treppenhaus ohne klassische Farbe zu gestalten, hält der Mineralputz bereit. Diese spezielle Art von Putz dient nicht als Untergrund, sondern tatsächlich als oberste optikdefinierende Schicht. Sie können ihn sogar auf der bestehenden Tapete auftragen – ganz einfach per Farbrolle. Mineralputz sorgt dank seiner Oberflächenstruktur für einen dreidimensionalen Effekt. Zudem ist er robust und atmungsaktiv.

So streichen Sie Ihr Treppenhaus selbst

Wenn Sie Lust und Zeit haben und zudem das Geld für einen professionellen Maler sparen möchten, dann legen Sie einfach selbst Hand an. Im Folgenden geben wir Ihnen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Dieses Material benötigen Sie:

  • Abdeckfolie und Malervlies
  • Grundierung
  • Klebeband
  • Spachtelmasse
  • Wandfarbe im gewünschten Ton

Dieses Werkzeug benötigen Sie:

  • Baustellenlampe
  • Besen
  • Farbrolle
  • Pinsel
  • Quast
  • Schleifpapier
  • Schraubenzieher
  • Spachtel
  • Teleskopstange
  • Treppenhausleiter oder Treppengerüst
  • Verlängerungskabel
Nahaufnahme von typischen Malter-Utensilien wie Farbrolle und Pinsel.

Farbrolle, Pinsel & Co. – neben ein paar speziellen Werkzeugen benötigen Sie beim Streichen eines Treppenhauses auch branchenübliche Utensilien.

Flächen putzen

Befreien Sie die Wände, Decken und Ecken mit einem Besen von Schmutz, Staub und Spinnenweben.

Elektrik abschrauben und ausschalten

Mit dem entsprechenden Schraubenzieher lösen Sie im nächsten Schritt sämtliche Steckdosen, Lampen und Lichtschalter von den Wänden – so müssen Sie nicht um Hindernisse herumstreichen. Wichtig: Schalten Sie bitte vorher im Sicherungskasten den Strom für das Treppenhaus aus. Besonders dann, wenn Sie in einem Altbau wohnen und Ihr Stromnetz womöglich nicht über die im Notfall auslösenden Fehlerstromschutzschalter – kurz FI-Schalter – verfügt. Diese lösen bei Fehlerstrom aus und trennen den fehlerhaften Stromleiter vom Stromkreis, um eine plötzliche Entladung, also einen Stromschlag, zu verhindern. Die Baustellenlampe schliessen Sie nun per Verlängerungskabel in einem anderen Zimmer an und leuchten die Treppe damit aus.

Untergrund vorbereiten

An diesem Schritt werden Sie schon mal in eine etwas luftigere Höhe steigen müssen – von daher stellen Sie nun Ihre Treppenhausleiter oder das Treppengerüst auf. Um beim Streichen ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen, sollte die Wand bis auf den Putz gesäubert werden. Das bedeutet, dass Sie alte Tapete oder vorherige Farbe entfernen müssen. In den meisten Fällen reicht ein Spachtel für diesen Vorgang aus. Alte Dübellöcher oder kleine Risse im Putz schliessen Sie mit Spachtelmasse. Wenn die Masse ausgetrocknet ist, glätten Sie diese mit Schleifpapier.

Flächen abkleben

Bevor es an die eigentliche Streicharbeit geht, müssen Sie noch Ihr Hab und Gut schützen. Legen Sie dazu Malervlies auf den Boden und die Treppenstufen. Das Geländer oder Gegenstände, die Sie nicht aus dem Treppenhaus entfernen können, schützen Sie mit Abdeckfolie. Flächen, die Sie nicht streichen möchten, zum Beispiel bei einem Sockel, decken Sie mit Klebeband ab.

Eine Frau deckt mit einem weissen Laken Holzflächen ab.

Bevor Sie mit dem Streichen beginnen, sollten Sie empfindliche Oberflächen abdecken.

Wand grundieren

Besonders bei Altbauten, in denen die Wände porös oder sandig sind, empfehlen wir vor dem Streichen das Auftragen eines Tiefengrunds – auch Primer genannt. Diese Grundierung verschliesst die Poren und reichert trockene Stellen mit Feuchtigkeit an. Somit wird die Saugfähigkeit der Oberfläche verringert beziehungsweise an allen Stellen angeglichen. Letztendlich erhalten Sie dadurch ein einheitliches und schönes Streichergebnis. Bringen Sie die Grundierung mit dem Quast an grossflächigen Stellen und mit einem Pinsel an schlechter zugänglichen Stellen auf. Wirkt die Wand immer noch porös, wiederholen Sie den Vorgang.

Wand streichen

Nun geht’s zum Endspurt. Widmen Sie sich beim Anstrich zunächst der Decke. Tragen Sie die Wandfarbe mit einem Pinsel grosszügig in den Ecken und Kanten auf. Bei Bedarf hilft die Teleskopstange. Streichen Sie anschliessend mit der Farbrolle in grossen Bahnen. Auch hier sollte auf der Rolle nicht zu wenig Farbe sein, da die Farbe ansonsten fleckig werden könnte. Nach dem gleichen Prinzip streichen Sie alle Wände.

Fazit: Schritt für Schritt zum optimalen Ergebnis

Das Streichen des Treppenhauses hält ein paar Stolpersteine bereit: von wenig Licht über wenig Platz bis zu einem unebenen Boden, auf dem Sie arbeiten. Aber es gibt für alles eine Lösung. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung und ein paar Tipps zur Farbwahl wird Ihr Treppenhaus bald in neuer Farbe erstrahlen.

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