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Treppe renovieren: Optionen, Vorbereitung, Kosten

Arne Schätzle

Die Treppenstufen sind ausgetreten und knarren oder es löst sich gar der Belag? Das ist noch lange kein Grund, gleich die Treppe komplett neu zu bauen. Auch wenn die alte Treppe unansehnlich und womöglich in ihrer Funktion eingeschränkt ist, genügt manchmal schon eine Renovation. Hier erfahren Sie, welche Renovationsmöglichkeiten es für alte Holztreppen und Betontreppen im Innen- und Aussenbereich gibt.

Vater und Tochter sitzen mit einem Laptop auf den Knien auf einer Holztreppe.
© Getty Images

In diesem Artikel

Welche Möglichkeiten gibt es bei der Treppenrenovation?

Je nachdem, welchen Mangel Ihre Treppe aufweist, gibt es unterschiedliche Massnahmen, mit denen Sie Ihre Treppe wieder in Schuss bringen können. Holztreppen können Sie abschleifen und ölen, wenn die Oberfläche abgenutzt ist, entknarren oder auch richten, wenn der Zahn der Zeit nachhaltig an den Stufen genagt hat. Beton- und Holztreppen können Sie auch mit einem neuen Belag auffrischen und auf Ihr neues Wohnkonzept abstimmen.

Viele dieser Arbeiten können Sie selbst in die Hand nehmen – aber meist lohnt es sich, die Arbeiten von einer Fachfirma ausführen zu lassen. Denn gerade bei Arbeiten an der Treppe, die ja täglich oft benutzt wird, ist ein langwieriges DIY-Projekt eher nicht ratsam. Ausserdem ist eine unsauber verkleidete Treppe eine wahre Stolperfalle. Handwerker für die Renovation Ihrer Treppe finden Sie unter anderem bei Houzy.ch.

In der Nische unter einer abgenutzten Holztreppe kniet eine Handwerkerin in Arbeitskleidung und bearbeitet die Kellertreppe.

Die Fachfirma entfernt zunächst den Belag und schleift das Holz ab. Anschliessend lässt hochwertiges Öl Ihre Treppe seidenmatt und edel glänzen.

Was kostet es, eine Treppe renovieren zu lassen?

Bei der Renovation einer Treppe spielen viele Faktoren eine Rolle, sodass es kaum möglich ist, eine allgemeingültige Aussage zu den Kosten zu machen. Die folgenden Aspekte kommen bei der Renovation zum Tragen:

  • Bauweise und Zustand der Treppe
  • Länge und Breite der Treppe sowie die Anzahl der Stufen
  • welches Material für die Verkleidung der Treppe verwendet wird
  • ob zusätzlich Treppenwangen und Podeste verkleidet werden sollen

Zudem variieren die Preise für die Arbeitsleistung je nach Anbieter. Wenn Sie eine Treppe verkleiden oder mit Fliesen belegen wollen, können Sie von Kosten zwischen 30 und 60 Franken pro Quadratmeter Treppenfläche ausgehen – ohne die Kosten für das Material.

Eine günstige Möglichkeit, Treppenstufen zu renovieren, ist es, sie mit Laminat zu verkleiden; Kork oder Vinyl sind etwas teurer. Da es bei Holz und Naturstein stark auf die Qualität des Materials ankommt, ist hier die Preisspanne grösser. In der Regel ist Naturstein das kostspieligste Material zur Verkleidung der Treppe – es macht aber optisch einiges her. Besteht die zu renovierende Treppe aus Holz, ist die günstigste Variante das Abschleifen und Versiegeln. Bei einer gut erhaltenen Treppe muss das nicht schlecht sein. Im Gegenteil: So passt sie meist gut ins Gesamtbild einer älteren Hauses.

  • Treppe renovieren – Massnahme
  • Kosten pro Stufe
  • Abschleifen und versiegeln
  • 50 bis 120 Franken
  • Laminattreppen renovieren
  • 150 bis 190 Franken
  • Massivholztreppen renovieren
  • 150 bis 230 Franken
  • Natursteintreppen renovieren
  • 160 bis 240 Franken

(Quelle: renovo.ch)

Dazu kommen allenfalls weitere Kosten für Randleisten, Treppenkantenprofile, Treppenwangenverkleidung und Podestverkleidung. Unter Umständen muss auch das Geländer erneuert werden. Wenn Sie unsicher sind, verlangen Sie einen Kostenvoranschlag vom Profi.

Holztreppe renovieren: Diese Möglichkeiten gibt es

Holz arbeitet, das heisst, je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit dehnt es sich aus oder zieht sich zusammen. Vor allem häufiges Begehen der Treppe beansprucht das Holz. So sind Abnutzungserscheinungen oder Schäden am Holz mit der Zeit nicht auszuschliessen. Dann reicht es meist nicht mehr, die Treppenstufen einfach neu zu verkleiden.

Überprüfen Sie deshalb regelmässig den Zustand Ihrer Treppen, um zu verhindern, dass sie irgendwann nicht mehr zu retten sind und ausgetauscht werden müssen. Die rechtzeitige Renovation alter Treppenstufen erspart Ihnen einiges an Arbeit und Kosten. Je nach Makel und persönlichem Geschmack stehen Ihnen unterschiedliche Massnahmen zur Auswahl.

Treppenstufen instand setzen

Irgendwann kommt jede Holztreppe in die Jahre: Die Stufen knarren und zwischen Seitenteil und Wand klafft ein deutlicher Spalt. Sind Sie jedoch grundsätzlich mit der Optik der Treppe zufrieden, dann lohnt es sich, eine Fachfirma mit der Renovation der alten Treppe zu beauftragen. Besonders bei Altbauten macht eine Treppe, die wieder im edlen Originalzustand ist, einiges her.

Wer die Treppe lieber in Eigenregie instand setzt, sollte etwas handwerkliches Geschick mitbringen. Dann kann er sich um knarrende Stufen und Spalten zwischen Stufen und Seitenteilen auch selbst kümmern. Das lästige Knarren beispielsweise lässt sich beseitigen, indem man von der Unterseite Keile zwischen Tritt- und Setzstufe treibt. Auch eine einfache zusätzliche Hartholzleiste auf der Unterseite der Stufe erfüllt diesen Zweck. Denn so senkt sich die Stufe nicht jedes Mal ab, wenn jemand sie betritt.

Info: Die Trittstufe bezeichnet den horizontalen Teil der Treppe, den Sie betreten, die Setzstufe den senkrechten Stufenteil.

Einen Spalt zwischen dem tragenden Seitenteil, der sogenannten Wange, und der Wand schliessen Sie mit einem Holzkeil zwischen Wange und Wand. Diesen Keil kann man entweder verspachteln oder mit Holzleisten abdecken – je nachdem, wie Sie die Treppe weiter renovieren möchten.

Treppenrenovation: Treppenkante begradigen

Oft ist bei Holztreppen die Treppenkante ausgetreten. Eine Möglichkeit, hier wieder eine gerade Kante zu erhalten, sind Treppenkantenprofile – eine Schiene, die Sie über die ausgetretene Kante legen. Treppenkantenprofile eignen sich auch sehr gut, um Laminat, Parkett, Vinyl oder Teppich auf der Treppe zu verlegen. Sie dienen dann als Verbinder zwischen dem Bodenbelag auf den Tritt- und Setzstufen.

Holztreppe renovieren: Treppenstufen verkleiden

Ob Sie bei der Verkleidung der Tritt- und Setzstufen nun Holz, Parkett, Laminat, Vinyl, PVC, Sisal oder Teppich wählen, ist Ihrem persönlichen Geschmack überlassen. Ist Ihre Treppe bereits mit einem Belag versehen, müssen Sie diesen jedoch zunächst entfernen lassen – inklusive aller Rückstände, etwa der Klebereste. Die Vorbereitungen, also das Entfernen des alten Belags, können Sie problemlos auch selbst angehen. Beim Verkleiden der Stufen hingegen sollten Sie lieber eine Fachfirma beauftragen, da unsauber verlegter Boden auf der Treppe schnell zur Stolperfalle wird.

Tipp: Verfügt Ihre Treppe über eine Treppenwange, sollten Sie auch diese bei einer Renovation passgenau mit neuem Material überziehen lassen – oder aufdoppeln, wie die Fachperson sagt.

Eine renovierte Holztreppe ist mit Treppenkantenprofil und Laminat versehen.

Mit einem Treppenkantenprofil erhalten auch ausgetretene Treppen wieder eine gerade Kante. Anschliessend können Sie wahlweise Laminat, Parkett, Vinyl oder Teppich aufbringen lassen.

Die Runderneuerung: Holztreppe abschleifen und lackieren

Bevor Sie Ihre Treppe neu lackieren können, muss der alte Lack oder anderer Belag entfernt werden. Das kann sich durchaus lohnen: In alten Häusern schlummern unter altem Belag oder Lackschichten oft wahre Schätze aus edlem Holz.

Versteckt sich beispielsweise unter einem Teppich hochwertiges Eichenholz, entfernt die Fachfirma zunächst den Belag mitsamt den Kleberesten. Ist das Holz lediglich mit einem Lack versehen, wird dieser abgeschliffen. Abschliessend lässt hochwertiges Öl Ihre Treppe seidenmatt und edel glänzen. Alternativ kann die Treppe auch lackiert werden – jedoch nutzt sich Lack sehr viel schneller ab.

Geländer und Wangen sind meist weniger beansprucht als die Treppenstufen selbst. Trotzdem tut es auch diesen Teilen gut, wenn sie leicht geschliffen und anschliessend geölt beziehungsweise lackiert werden. Zusätzlich sorgt dies für eine einheitliche Optik.

Tipp für die Schleifarbeiten: Beachten Sie, dass diese eine Menge Schleifstaub produzieren. Sicher werden Ihre Handwerker darauf achten, den Schleifstaub nicht im ganzen Haus zu verteilen, besser aber, Sie treffen auch einige Vorsichtsmassnahmen und halten die übrigen Räume geschlossen, schützen Polstermöbel und hängen vielleicht sogar ein feuchtes Leintuch in den Türrahmen, um die Staubentwicklung zu minimieren.

Eine abgenutzte Holztreppe mit weissem Geländer und abblätterndem weissen Lack.

Oft verstecken sich unter alten Lackschichten Schätze aus edlem Holz – gerade in Altbauten lohnt es sich, genauer nachzuschauen, bevor Sie womöglich die Treppe komplett austauschen.

Betontreppe renovieren: Diese Möglichkeiten gibt es

Betontreppen sind häufig freitragende Treppen. Sie finden sich heute noch in vielen Bestands- und Altbauten, vor allem im Kellerabgang. Aber auch im Wohnbereich kommen Betontreppen zum Einsatz – oftmals mit einer ansprechenden Verkleidung aus Naturstein, Holz oder Fliesen.

Ist eine Betontreppe uneben und ausgetreten oder sind die Kanten abgeplatzt, lassen sich die Schäden mit relativ geringem Aufwand beheben. Ob Sie dies selbst übernehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen – es bleibt jedoch zu bedenken, dass unverkleidete Betontreppen Fehler beim Ausbessern oder Lackieren schonungslos offenlegen.

Innentreppe ausbessern und lackieren

Egal, für welche Massnahme Sie sich entscheiden, zunächst müssen Sie die Treppe ausbessern und allenfalls ausgleichen. Der grösste Aufwand vor dem Ausbessern liegt in den Vorbereitungsarbeiten. Den alten Belag müssen Sie mitsamt allen Kleberesten entfernen, Abplatzungen des Betons müssen ebenfalls vor der Weiterbearbeitung abgekratzt werden. Diese Arbeit können Sie selbst erledigen – sie ist jedoch sehr zeitaufwendig. Alternativ können Sie eine Fachfirma beauftragen, die sowohl die Vorbereitungen als auch die weitere Renovation übernimmt.

Ist die Treppe frei von Abplatzungen, Fliesen oder Teppich, beginnen die eigentlichen Ausbesserungsarbeiten. Dazu verwenden Sie Sanierungsmörtel oder auch Sanierungsbeton. Sie können im Zug der Massnahmen eine Betontreppe auch ausgleichen und auf eine gewünschte Höhe nivellieren.

Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, kann der Lack auf die Betontreppe aufgetragen werden. Da unverkleidete Betontreppen meist optisch wenig hermachen – ausgenommen sind Designertreppen im Industrial-Stil, die meist jedoch von Profis installiert wurden –, gilt es zu überlegen, ob diese Methode wirklich sinnvoll ist. Für funktionale Treppen, wie beispielsweise Kellertreppen, reicht diese Methode meist aus. Im Wohnraum sollten Sie jedoch über eine Verkleidung der unansehnlichen Treppe nachdenken.

Eine abgenutzte Betontreppe führt nach unten in den Keller.

Ihre Betontreppe ist in die Jahre gekommen? Für die Renovation steht eine grosse Auswahl an Belägen zur Verfügung: Fliesen, Vinyl, Holz, Parkett, Laminat oder auch Teppich.

Innentreppe verkleiden

Wenn Ihnen die Ausbesserung beziehungsweise das Lackieren der Betontreppe nicht reicht, dann ist die Verkleidung der Treppe eine Möglichkeit, diese optisch aufzuwerten. Wie auch bei der Holztreppe lassen sich Tritt- und Setzstufen auch auf Betontreppen anbringen. Bei innenliegenden Treppen stehen Ihnen folgende Beläge je nach persönlichem Geschmack zur Verfügung: Fliesen, Vinyl, Holz, Parkett, Laminat oder auch Teppich.

Hier empfiehlt es sich jedoch, eine Fachfirma zu beauftragen, denn ein unsauber aufgebrachter Belag kann zur Stolperfalle werden. Ausserdem ist dieses Vorgehen sehr zeitaufwendig, da die Fachkräfte den Belag vor Ort stückweise zuschneiden und aufkleben. Dies liegt daran, dass jede Stufe andere Masse hat und somit einzeln vermessen werden muss. Eine aufwendige Massarbeit, die sich aber optisch lohnt.

Innenliegende Kellertreppe sanieren

Gerade bei betagten Häusern ist der Keller das eigentliche Problem: Oft ist dieser nämlich feucht und nass. In diesem Fall ist es nicht sinnvoll, nur die Treppe zu sanieren, zunächst muss der Keller trockengelegt werden. Ist der Keller erst einmal gedämmt und trocken, gehen Sie bei der Renovation der Kellertreppe gleich vor wie bei anderen Betontreppen im Innenbereich – nach der Ausbesserung können Sie diese lackieren oder verkleiden.

Betontreppen im Aussenbereich sanieren

Häufig sind ältere Aussentreppen mit Fliesen versehen, die sich mit den Jahren lockern und erneuert werden müssen. Dafür müssen die alten Fliesen erst einmal entfernt werden. Diese Arbeit ist sehr mühsam. Wer die Herausforderung nicht scheut und handwerkliches Geschick mitbringt, leiht sich die benötigten Werkzeuge (Bohrhammer mit Steinbohrer, Hammer und Meissel) im Baumarkt. Der Vorteil: Nach diesen Arbeiten sparen Sie sich den Gang ins Fitnessstudio. Alternativ beauftragen Sie eine Fachfirma, die die Fliesen entfernt – und auch direkt durch neuen Belag ersetzt. Als Beläge stehen zur Auswahl:

  • Fliesen
  • Lacke
  • Natursteinplatten
  • Treppenbeläge aus Naturstein, beispielsweise aus Granit oder Marmor
  • Steinteppiche und Steinteppichmatten aus Natursteinkies

Bei den Treppenfliesen kommt es auf das richtige Material an: Da Sie die Treppe im Winter nicht einfach nach drinnen stellen können, sollte der Belag frostsicher sein. Zusätzlich gilt: Die Oberfläche, egal ob Plättli, Lacke oder Natursteinplatten, muss auch in nassem Zustand rutschsicher sein. Besonders Steinteppiche bieten sich deshalb für den Aussenbereich an, denn sie sind sehr rutschsicher. Zudem sind sie wasserdurchlässig, wodurch sich keine Pfützen auf den Stufen bilden können. Aber Achtung: Bei dieser Variante muss der Beton darunter mit einer entsprechenden Dichtgrundierung abgedichtet sein. Denn sonst dringt Feuchtigkeit ins Material.

Tipp: Lassen Sie sich am besten von einer Fachfirma beraten, welche Verkleidung in Ihrem Fall die beste ist.

Fazit: Planung und Fachfirma sind unerlässlich

Eine Treppenrenovation will gut geplant sein – und in den meisten Fällen ist die Beauftragung einer Fachfirma ratsam. Bei den Vorarbeiten können erfahrene Hobby-Heimwerker noch fleissig selbst Hand anlegen, beim Verkleiden der alten Treppe sollte jedoch die Fachfirma übernehmen. Eine Ausnahme bilden rein funktionale Treppen, wie beispielsweise die Kellertreppe. Wenn Sie hier keinen grossen Wert auf die Optik legen, können Sie diese ausbessern, ohne sie danach zu verkleiden. Hierzu ist meist kein Fachpersonal notwendig.

Für alle anderen Treppen lassen Sie sich am besten bereits im Vorfeld beraten, welche Möglichkeiten es in Ihrem Fall gibt, welche Materialien sich anbieten und welche Optik in Ihr Zuhause passt. Meist erhalten Sie in dieser Phase auch bereits einen Kostenvoranschlag, mit dem Sie die Ausgaben für die Renovation der Treppe planen können.

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