Nahaufnahme eine Terrasse mit einem Gartenstuhl, einem kleinen Tisch und einer Feuerschale in Betrieb.
© Getty Images / Constant Gardener

Einrichten

Terrassenheizung: Warm durch Herbst und Winter kommen

Torben Schröder

Geselliges Grillieren mit der Familie im Garten oder ein Spielabend mit Freunden auf der Terrasse – dafür ist es im Herbst bereits zu kalt. Stimmt nur bedingt. Denn wer gar nicht genug davon bekommen kann, Zeit im Freien zu verbringen, schafft sich eine Terrassenheizung an. Wir erläutern Ihnen in diesem Artikel, wie Heizen an der frischen Luft funktioniert und welche Geräte Sie verwenden können – vom ungewöhnlichen Aztekenofen bis zum bekannten Heizstrahler.

In diesem Artikel

Open-Air-Heizung: eine Herausforderung

Wärmeerzeugung in geschlossenen Räumen folgt physikalischen Gesetzen. Ein Heizkörper erwärmt am Boden befindliche Luft, die dann aufsteigt und kältere Luft wiederum nach unten drückt. So entsteht ein Kreislauf, mit dem zum Beispiel auch Gartenhäuser beheizt werden. Ohne Decke und Wände funktioniert dieses Prinzip nicht. Somit ist das Heizen unter freiem Himmel – wie zum Beispiel bei einem Lagerfeuer – eher eine Wohltat für die Seele als für den Körper.

Damit der Effekt des Wärmens tatsächlich eintritt und Sie nicht trotzdem Wintermantel, Schal und Lammfellstiefel anziehen müssen, ist eine überdachte Terrasse vonnöten. Noch besser: Sie hat ein oder zwei Seitenwände. Aber auch dann sollte Ihnen klar sein, dass immer noch viel Wärme einfach verloren geht. Der Energieverbrauch und damit auch die Kosten sind deutlich höher als beim Heizen eines vergleichbar grossen geschlossenen Raums.

Jedoch: Es gibt einige Möglichkeiten für die Terrassenheizung, dank derer Sie auch in den kälteren Monaten noch gemütliche Stunden draussen verbringen können. Diese Geräte stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Heizpilz: effektiv, aber umstritten

Dieses massive metallische Gebilde mit der zugleich faszinierend wie bedrohlich wirkenden Flamme kennen wir hauptsächlich von Café-Terrassen oder Privatpartys im Garten. Wenn Sie sich relativ dicht in der Nähe des Heizpilzes aufhalten, dann wärmt der Heizpilz – oder auch Gasheizstrahler genannt – sehr erfolgreich. Wenn Sie zu nah herankommen, kann es mitunter sogar zu heiss werden.

Ein Heizpilz wird in der Regel mit Gas aus einer Propangasflasche betrieben, die sich im Fuss des Heizpilzes befindet. Ein weiterer Vorteil neben seiner Wirkung ist die Mobilität. Sie können ihn an beliebigen Orten auf der Terrasse aufstellen, ihn verrücken, wenn sich der Wind dreht, ihn näher heranziehen, wenn es Ihnen zu kalt wird. Natürlich muss er auf festem Untergrund stehen und Brandschutzvorschriften erfüllen. Hinweise dazu finden Sie in der Anleitung.

Der grösste Nachteil des Heizpilzes ist sein enormer Energieverbrauch. Mit einer handelsüblichen Gasflasche können Sie zehn Stunden heizen. Zudem belastet der gasbetriebene Heizpilz das Klima unverhältnismässig stark, denn beim Verbrennen des Gases wird CO₂ freigesetzt. Das führte in vielen Kantonen zum Verbot der Gasheizpilze im öffentlichen Bereich. Privat dürfen Sie ihn weiterhin nutzen.

Dennoch gibt es mittlerweile deutlich umweltschonendere Alternativen. Der sogenannte Öko-Heizpilz erzeugt mit einer geringeren Brennkraft die gleiche Wärmestrahlung wie ein herkömmlicher Heizpilz.

Ein Produkt aus dem Handel: Ganz und gar auf den Betrieb mit Gas verzichtet der Terrassenstrahler mit Pelletfeuerung. Kleine Holzstückchen werden zusammen mit Holzwollanzünder und Pelletstarter in eine Kassette gefüllt und angezündet. In kürzester Zeit beginnt die Flamme zu wärmen. Eine Füllung – ungefähr elf Kilogramm Pellets – reicht für eine Brenndauer von etwa dreieinhalb Stunden. Das Gerät kostet 3240 Franken. (Stand: 9. November 2020).

Nahaufnahme des oberen Teils eines Heizpilzes. Im Hintergrund ist eine Steinwand mit Wandleuchte zu sehen.

Der gasbetriebene Heizpilz ist wegen seines grossen Energieverbrauchs umstritten. Es gibt umweltschonendere Alternativen.

Heizstrahler: reflektierte Wärme

Bei diesem Gerät ist es wichtig, dass die Terrasse möglichst viele Wände hat. Denn der Heizstrahler erwärmt nicht wie andere Geräte die Luft, sondern im Umfeld befindliche Elemente. Wenn die Strahlen auf Festkörper, zum Beispiel eine Wand, treffen, dann entsteht Wärme. Diese wird wiederum reflektiert und multipliziert sich dadurch. Wie stark sich der jeweilige Körper oder ein Material erwärmt, hängt von dessen Beschaffenheit sowie von der Strahlungsstärke des Heizgerätes ab.

Es gibt drei Typen von Heizstrahlern:

  • Herkömmlicher Elektroheizstrahler mit Heizstab
  • Infrarotstrahler
  • Infrarot-Dunkelstrahler

Ihre Gemeinsamkeit ist, dass sie mit Strom betrieben werden. Sie benötigen also auf Ihrer Terrasse oder zumindest in der Nähe eine Steckdose. Sie sind geräusch- und geruchlos. Der Betrieb startet mit dem Betätigen des Startknopfs auf Anhieb – es ist kein Aufheizen notwendig. Unterschiede bestehen in der Montage: Es gibt Geräte, die Sie frei aufstellen oder an die Decke respektive Wand anbringen. Der Stromverbrauch aller Heizstrahler ist recht hoch, was sich auf Ihre Nebenkostenabrechnung auswirkt.

Am geeignetsten für den Betrieb auf der Terrasse ist der Infrarot-Dunkelstrahler, denn im Gegensatz zum Infrarotstrahler spendet er kein Licht. Das ist für Sie abends im Dunkeln etwas angenehmer und schützt zudem den Lebensraum von Tieren und Pflanzen.

Ein Produkt aus dem Handel: Der Heizstrahler TrendHeat TH-3200 aus Aluminium ist bestens geeignet für den Einsatz auf der Terrasse. An der Decke montiert, bestrahlt er eine Fläche von etwa 30 Quadratmetern. Seine maximale Leistung beträgt 3200 Watt. Als Dunkelstrahler gibt er kein störendes Infrarotlicht ab. Der Preis liegt hier bei 1190 Franken (Stand: 9. November 2020).

Feuerschale und Feuerkorb: für gemütliche Abende

Ein wichtiger Hinweis vorab: In einer Feuerschale und in einem Feuerkorb lodern offene Flammen. Deshalb müssen Sie auf jeden Fall die nötigen Sicherheitsmassnahmen beachten.

Denn in Feuerkörben und Feuerschalen wird Holz verbrannt – ganz ähnlich wie beim klassischen Lagerfeuer, aber in den Behältnissen räumlich begrenzt. Da kommt Lagerfeuerromantik auf – aber die erzeugte Wärme schützt nur bedingt vor frostigen Temperaturen, da sie sich schnell verflüchtigt. Eine angenehme Stimmung entsteht trotzdem. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen der Feuerschale und dem Feuerkorb? Hier erfahren Sie es:

  • Feuerschale: Hierbei handelt es sich entweder um eine pulverbeschichtete Stahlpfanne, die mit Kohle oder Holz befeuert werden kann, oder um eine nicht frostfeste Keramikpfanne, die nur mit Holz betrieben werden sollte. Manche Schalen liegen direkt auf dem Boden, manche besitzen Standbeine. Eine ganz spezielle Art stellt die Gabionen-Feuerschale dar, benannt nach dem mit Steinen gefüllten Drahtkorb, auf dem sie platziert wird.
  • Feuerkorb: Dieser Metallkorb ist mit Schwarzpulver beschichtet und dadurch wetterfest. Je enger die Eisenstäbe angeordnet sind und je dichter die Schweissnähte verarbeitet sind, desto hochwertiger ist das Produkt. Unter dem Feuerkorb befindet sich eine Glutschale, die den Untergrund vor Versengungen schützt.

Ein Produkt aus dem Handel: Die Gabionen-Feuerschale Quader XL H300 besteht aus einem rostfreien Metallkorb mit den Massen 59 x 59 x 30 Zentimetern. Die Steine zum Einfüllen sind nicht im Lieferumfang enthalten, jedoch die Schale. Wenn Sie diese beim Aufbau weglassen, können Sie das Konstrukt auch als offenes Lagerfeuer verwenden. Der Preis liegt hier bei 129 Franken (Stand 9. November 2020).

Aztekenofen: der Heiz-Exot

Eine etwas ungewöhnliche Möglichkeit, Wärme auf der Terrasse zu erzeugen, ist der Aztekenofen. Die traditionelle Feuerstelle aus Mexiko fällt in erster Linie durch ihre bauchige Form auf. Über eine oder mehrere Öffnungen legen Sie Feuerholz nach. Der Rauch zieht nach oben über einen Kaminabzug ab. Das traditionelle Material Terrakotta sieht zwar schön aus, hält aber nicht so hohen Temperaturen stand. Robuster ist zum Beispiel Stahl.

Ein Produkt aus dem Handel: Der Aztekenwürfel 80 Terrassenofen hat seinen Namen, weil die Feuerkammer nicht rund, sondern würfelförmig konzipiert wurde. Sie lässt sich zu vier Seiten öffnen und befeuern. Der Korpus besteht aus rohem mit Messingschrauben verbundenem Stahl, die Luken aus feuerfestem Glas. Achtung: Mit 80 Kilogramm ist dieses Monstrum kein Leichtgewicht. Und bei einem Preis von stolzen 5800 Franken (Stand 9. November 2020) auch nicht gerade günstig.

Empfehlung unserer Redaktion

Zur Ergänzung des Artikels hat die Redaktion einen passenden Inhalt von Pinterest herausgesucht. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich stimme zu, dass externe Inhalte geladen werden. Damit können personenbezogene Daten an Dritte übermittelt werden. Wir haben keinen Einfluss auf den Umfang der Datenverarbeitung durch Dritte. (Weitere Infos in der Datenschutzerklärung)

Die Optionen im Überblick

Heizpilz

  • Vorteile
  • Nachteile
  • Sehr starke Heizwirkung
  • Grosser Gasverbrauch
  • Mobilität
  • Starke Emissionsbelastung

Preis: Rund 200 Franken

Infrarot-Dunkelstrahler

  • Vorteile
  • Nachteile
  • Sofort betriebsbereit
  • Stromanschluss notwendig
  • Schont Tiere und Pflanzen
  • Überdachte Terrasse erforderlich

Preis: Rund 1000 Franken

Feuerschale/Feuerkorb

  • Vorteile
  • Nachteile
  • Geringe Anschaffungskosten
  • Offene Flammen
  • Lagerfeuerromantik
  • Geringe Heizwirkung

Preis: Rund 100 Franken

Aztekenofen

  • Vorteile
  • Nachteile
  • Aussergewöhnliche Optik
  • Nimmt viel Platz ein
  • Grosse Heizwirkung
  • Hoher Preis

Preis: Rund 6000 Franken

Fazit: Angenehme Stunden auch im Winter

Mit dem Einsatz einer Terrassenheizung trotzen Sie den kalten Temperaturen und können auch noch im November, Dezember und Januar Zeit im Aussenbereich verbringen. Von der Feuerschale bis zum Aztekenofen stehen Ihnen unterschiedliche Geräte zur Verfügung, die sich im Preis, aber auch in Optik und Funktionalität stark unterscheiden.

Als Nächstes lesen

Auf unserer Website verwenden wir Cookies und Analyse Tools um die Nutzerfreundlichkeit auf der Website stetig zu verbessern, damit wir Ihnen einen optimalen Service bieten können und die Werbung für Sie auf unserer Website und Werbepartner zu personalisieren. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Nähere Bestimmungen können Sie unserer Datenschutzerklärung entnehmen.