Ein Jugendlicher springt in ein Holzbecken im Garten.
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Bauen und Kaufen

Swimmingpool bauen: Typen, Vorschriften und Kosten

Thomas Bott

Wer einen eigenen Swimmingpool plant, steht erst einmal vor etlichen offenen Fragen. So viele Grössen, so viele Formen, so viele Bauarten. Ausserdem muss das Bauvorhaben den Bestimmungen Ihres Kantons entsprechen. Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten bestehen und was unbedingt zu beachten ist. Ein Swimmingpool ist schliesslich viel mehr als nur eine Menge Wasser im eigenen Garten.

Swimmingpool: Diese Beckenarten sind möglich

Rund, eckig oder individuell: Wer einen Pool plant, kann zwischen vielen verschiedenen Formen wählen. Noch wichtiger ist jedoch die Auswahl der Beckenart, denn sie entscheidet über den Look, die Langlebigkeit und vieles mehr. Jeder Typ hat dabei seine eigenen Vor- und Nachteile.

Ein bodentiefer Pool in rechteckiger Form vor einer kleinen Villa.

Ein versenkter Pool lässt sich zwar nicht mehr so einfach versetzen, fügt sich jedoch viel harmonischer ins Gesamtbild des Grundstücks ein.

Stahlwandbecken

Ein Stahlwandpool ist gut geeignet, wenn Sie etwas flexibler sein möchten. Die Becken gibt es in vielen verschiedenen Formen. Besonders beliebt sind runde Exemplare. Sie bestehen aus einer Bodenplatte und einer Aussenwand aus Stahl. Diese ist isoliert und hält die Temperatur des Wassers konstant. Der Innenraum ist mit einer Folie ausgekleidet. Der Stahlwandpool lässt sich gut ebenerdig aufstellen, Sie können ihn aber auch teilweise oder vollständig im Boden versenken. Durch die oft kompakte Bauweise ist er auch für kleinere Gärten geeignet. Wer gerne Bahnen schwimmen möchte, wird mit einem Stahlwandbecken jedoch nicht glücklich.

Edelstahlbecken

Etwas mehr Freiheit bei der Grösse und der Form bieten Pools aus Edelstahl. Obwohl auch sie selbsttragend sein können, sind sie dazu konzipiert, in der Erde versenkt zu werden. Der Aufbau ist wesentlich komplizierter als beim Stahlwandbecken, weil die einzelnen Teile hier nicht über ein Stecksystem zusammengefügt werden. Die Montage erfordert daher Schweissarbeiten. Der edle Look entschädigt aber für diesen Aufwand.

Edelstahlbecken sind sehr langlebig und verlieren über die Jahre kaum an Glanz. Hier gilt es jedoch darauf zu achten, den Pool als Überlaufpool zu planen. Dabei schwappt das Wasser stetig über das Becken und gelangt über den Beckenrand wieder ins Aufbereitungssystem. Das verhindert auch, dass sich der Beckenrand unter Sonneneinstrahlung zu stark aufheizt.

Schalsteinbecken

Bei der Verwendung von Schalsteinen ist ein flexibler Aufbau des Pools möglich. Die einzelnen Bauteile lassen sich ganz einfach stapeln. Als Basis dient eine Betonplatte, deren Form ebenfalls individuell gestaltbar ist. Ein Ausgiessen mit Beton festigt das Grundgerüst. Am Ende kommt als Verkleidung wasserdichte Folie zum Einsatz. Ein Schalsteinbecken ist meist komplett im Boden versenkt und als Skimmerbecken ausgelegt. Das bedeutet, dass der Wasserstand höchstens bis knapp unter den Beckenrand reicht. Als Alternativen zu Schalsteinen können auch Styropor oder Fertigbetonelemente dienen.

Betonbecken

Diese Becken bestehen komplett aus Beton, der als Sichtbeton auch den Look der Innenfläche bestimmt oder mit einer speziellen Farbe bestrichen ist. Bei der Gestaltung sind Ihnen nahezu keine Grenzen gesetzt. Der Aufwand bei einem Betonpool ist allerdings sehr hoch, denn das Erstellen der Schalung ist aufwendig. Zudem besitzt Beton den Nachteil, dass er nach einiger Zeit anfällig für Risse wird. Verhindern lässt sich dies etwa mit Plättli, die als zusätzliche Schicht zwischen Wasser und Beton dienen. Bei grösseren Schwimmbecken oder wenn abgerundete Kanten gewünscht sind, ist Beton oft die beste Möglichkeit.

Ein grosser Pool vor einem Bungalow.

Ein eigener Swimmingpool im Garten kann ein grosser Gewinn für das ganze Grundstück sein. Ihren Möglichkeiten bei den Bauarten und den Grössen sind kaum Grenzen gesetzt.

Holzbecken

Der natürliche Look eines Holzpools passt sehr gut zu manchen Gärten. Mit ein wenig handwerklichem Geschick ist der Bau eines solchen Beckens sogar in Eigenregie möglich. Ein weiterer Vorteil: Holzbecken stehen frei und lassen sich somit auch einfach umsetzen. Das Gestell aus Massivholz muss allerdings den Wassermassen standhalten. Die Auskleidung im Inneren erfolgt mit Folie. Pools aus Holz sind sehr pflegebedürftig und können durch äussere Einflüsse wie Schnee, Eis und Regen mit der Zeit beschädigt werden. Tipp: Gut imprägniertes und lasiertes Holz ist widerstandsfähiger und somit etwas pflegeleichter.

Kunststoffbecken

Wollen Sie lange Bauzeiten vermeiden, ist ein Kunststoffbecken die richtige Wahl für Sie. Es besteht meist aus Polyester oder glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) und kommt bereits vorgefertigt bei Ihnen an. Hierfür benötigen Lastwagen und Kran Zugang zu Ihrem Garten. Das Kunststoffbecken wird im Boden versenkt und mit einer dünnen Schicht Beton zum Stabilisieren ummantelt. Es ist beständig, allerdings sind Reparaturen an dieser Art von Swimmingpool meist schwer durchzuführen.

Darauf sollten Sie beim Bau des Pools achten

Machen Sie sich zunächst Gedanken, welche Grösse Ihr Pool aufweisen sollte. Nicht jeder Garten eignet sich für einen gigantischen Pool, in dem sich Bahnen schwimmen lassen. Form und Optik sollten zu Ihrem Grundstück und zu Ihrem Haus passen, eine ebene Fläche ist eine Grundvoraussetzung.

Was den Standort angeht, empfehlen wir eine möglichst freie Fläche in Richtung Südosten. Hier kann sich das Wasser schon am Vormittag aufwärmen und Sie haben bis weit in den Tag hinein direkte Sonneneinstrahlung.

Lassen Sie zudem schon bei der Planung den Boden überprüfen. Bestimmte Hindernisse wie Baumwurzeln oder der Grundwasserstand könnten den Poolbau erschweren oder sogar verhindern. Das Schwimmbecken benötigt einen Wasser- und Stromanschluss für die Pumpe. Weil eine Neuverlegung meist teuer ist, empfiehlt es sich, den Pool so zu planen, dass er in der Nähe bestehender Leitungen steht.

Vorschriften in der Schweiz: Diese Regeln müssen Sie einhalten

Was die Bauvorschriften rund um einen Swimmingpool angeht, kommt es auf die Regelungen des jeweiligen Kantons an. Meist sind allerdings nicht feste, saisonal aufgestellte Schwimmbecken mit einer Gesamtfläche bis zu zehn Quadratmetern und einer Höhe von bis zu 1,5 Metern ohne Baubewilligung erlaubt. Für alle anderen Typen benötigen Sie zwingend eine Genehmigung. Erkundigen Sie sich bereits vor der Planung bei Ihrer Gemeinde über die lokalen Bestimmungen. So gehen Sie Ärger, zusätzlichen Kosten und Streit mit dem Nachbarn aus dem Weg.

Ein Vater spielt mit seinem Sohn in einem einfachen Pool mit sichtbaren Verstrebungen.

Kleinere Pools aus Metall, Holz oder Kunststoff gibt es schon ab rund 1000 Franken.

Die Kosten: Swimmingpools für jedes Budget

Der Preis eines Swimmingpools hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Wahl des Materials, die Form und natürlich die Grösse spielen eine zentrale Rolle. Bei manchen Typen kommt ausserdem noch eine teure Lieferung dazu, etwa beim Kunststoffpool. Die Preise für ein einfaches Stahlwandbecken fangen bei etwa 1000 Franken an. Ein grösserer Pool aus Edelstahl kostet aber schnell 30 000 Franken und mehr. Ein auf den Poolbau spezialisiertes Unternehmen kann Ihnen ein auf Ihr Grundstück und Ihre Wünsche zugeschnittenes Angebot erstellen.

Fazit: Langlebigkeit hat ihren Preis

Ein individuell gestalteter Pool aus hochwertigen Materialien erfordert eine umfangreiche Planung, viel Zeit und ist verhältnismässig teuer. Dafür müssen Sie sich meist weniger Gedanken über früh auftauchende Schäden machen. Alternativen aus Beton oder Kunststoff bieten ebenfalls viele Vorteile und sind dabei auch noch günstiger. Reicht der Platz nicht für einen grossen Pool, sind Modelle aus Holz oder Stahl die richtige Wahl für Sie.

Und noch ein Tipp: Benötigen Sie kein Schwimmbecken, könnte für Sie ein Whirlpool im Garten eine gute Lösung sein.

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