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Streichen im Garten: So klappt es mit frischen Farben

Thomas Bott

Mit der Zeit zehren Wind und Wetter stark an Flächen im Garten. Möbel, Böden und Wände sehen dadurch nicht mehr schön aus. Die UV-Strahlung lässt das Material etwa ausbleichen. Nässe macht Holz morsch und lässt Metall rosten. Damit wird die Struktur beschädigt. Hinzu kommen unschöne Verschmutzungen durch Grünspan. Mit einer sanften Reinigung und einem neuen Anstrich erstrahlen die Stücke aber schnell in neuem Glanz. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier.

Eine Frau streicht einen alten Gartenstuhl aus Holz auf Ihrer Terrasse. Dafür verwendet Sie weisse Farbe. Ein kleiner Beistelltisch im Vordergrund ist schon gestrichen.
© Getty Images / Kathrin Ziegler

In diesem Artikel

Streichen im Garten: die richtigen Farben verwenden

Im und um den Garten gibt es viele Flächen, die vielleicht einen neuen Anstrich vertragen können. Das sind etwa ein Gartenhaus aus Holz, Möbel aus Metall und Umrandungen aus Beton. Natürlich hängt die Wahl der Farbe immer vom Untergrund ab. Bei Fassaden aus Beton benötigen Sie beispielsweise Fassadenfarbe, bei Holz kommen Lasuren und Lacke zum Einsatz. Letztere lassen sich aber auch bei Metall verwenden.

In jedem Fall sollte die Farbe für Aussenbereiche geeignet sein. Im Fachhandel finden Sie Produkte mit der entsprechenden Bezeichnung. Der Unterschied zu Farben für den Innenbereich liegt in der Zusammensetzung. Spezielle Mittel sorgen dafür, dass Nässe besser abperlt und das Material nicht beschädigt. Aussenfarben sind zudem besser gegen das Ausbleichen durch die Sonne geschützt.

Holz, Metall und Beton streichen: notwendige Werkzeuge

Ein neuer Anstrich ist nicht sonderlich kompliziert. Er benötigt allerdings eine gute Vorbereitung, damit die Farbe auch hält und keine unsauberen Stellen entstehen. Im Grunde brauchen Sie dafür nur etwas Werkzeug und Material. Im Folgenden eine Auflistung, die für die Behandlung aller Oberflächen zutrifft:

  • Bürste oder Schwamm: Damit entfernen Sie grobe Verschmutzungen. Grünspan, Vogelkot, Spinnweben und mehr können bei der weiteren Bearbeitung für Probleme sorgen.
  • Grundierung: Die Grundierung ist wie eine Schutzschicht. Deshalb ist sie unterhalb der Farbe angebracht. Im Baumarkt erfahren Sie, welche sich für welches Material eignet.
  • Pinsel und Lack/Lasur: Je nach der zu bearbeitenden Fläche sollten Sie den passenden Pinsel wählen. In erster Linie geht es um die Grösse. Dazu benötigen Sie Lack für den Aussenbereich im gewünschten Farbton. Alternativ greifen Sie bei Holz zu einer Lasur. Diese lässt die Struktur des Materials besser durchscheinen.
  • Abdeckung und Malerband: Wollen Sie den Boden, bestimmte Teile oder Flächen vor der Farbe schützen, sollten Sie eine Plane zur Abdeckung sowie Kreppband kaufen.

Werkzeug, speziell für Holz:

  • Schleifpapier und Schleifklotz: Mit diesen Werkzeugen sorgen Sie für eine ebene Holzoberfläche. Ausserdem rauen Sie diese etwas an, damit die Farbe auch gut hält. Das Schleifpapier sollte weder zu grob noch zu fein sein. Fragen Sie im Baumarkt nach der idealen Körnung für Ihr Holz.
  • Tipp: Für grössere Projekte wie das Gartenhaus können Sie sich auch Geräte wie einen Exzenter- und Winkelschleifer ausleihen. Damit geht es deutlich schneller.

Werkzeug, speziell für Metall:

  • Seifenlauge: Nach dem groben Putzen mit einem Schwamm sollten Sie die Oberfläche noch einmal gründlicher reinigen.
  • Drahtbürste/Dremel: das Äquivalent zum Schleifpapier bei Holz. Metall hat eine deutlich härtere Struktur, weswegen die Geräte zum Ebnen und Aufrauen der Oberfläche robuster sein müssen.
  • Rostschutzfarbe oder Haftvermittler: zwei Grundierungen, die bei speziellen Metallen zum Einsatz kommen
  • Mundschutz/Arbeitshandschuhe/Schutzbrille: Bei der Bearbeitung von Metall können schon mal Funken oder Metallspäne fliegen – schützen Sie sich deshalb entsprechend.

Werkzeug, speziell für Beton

  • Terpentin/Katzenstreu: Diese beiden Mittel helfen beim vorherigen Beseitigen von fetthaltigen Verschmutzungen wie Ölflecken.
  • Hochdruckreiniger: Da Betonflächen im Garten meistens etwas grösser sind – wie zum Beispiel eine Mauer oder ein Boden –, können Sie die Reinigung auch mit einem entsprechend grossen Gerät vornehmen.
Ein Mann schleift im Garten eine Holzplatte mit einem Gerät ab.

Das Abschleifen der zu streichenden Oberflächen ist wichtig, denn so entfernen Sie Farbreste und rauen das Material für den neuen Anstrich an.

Neuer Look: Anleitung für den Anstrich

Haben Sie alle benötigten Werkzeuge und Materialien beisammen, geht es an den Anstrich. Dieser lässt sich anhand einer einfachen Anleitung erklären. Die Schritte ähneln sich für die unterschiedlichen Oberflächen.

Reinigen Sie die Oberflächen

Im Garten kann es zu starken Verschmutzungen an den Oberflächen kommen. Diese sollten Sie entfernen, bevor Sie das entsprechende Material weiter behandeln – das folgende Abschleifen ist damit schliesslich leichter. Nehmen Sie also eine Bürste oder einen Schwamm zur Hand und entfernen Sie groben Schmutz von den Oberflächen. Bei Metall- und Betonflächen arbeiten Sie mit Seifenlauge. Bei stärkeren Verschmutzungen können Sie auch zu Terpentin oder Katzenstreu greifen. Die Streu einfach grosszügig auf die Flecken verteilen, anfeuchten und mindestens eine Stunde warten. So hat die Streu Zeit, die Flecken aufzuweichen und die Verunreinigung aufzusaugen.

Schleifen Sie die Oberflächen ab

Nehmen Sie nun das Schleifpapier für Holz beziehungsweise die Drahtbürste für Metall zur Hand und ziehen Sie die Schutzkleidung an. Nun können Sie die oberste Lackschicht entfernen. Bei Metall müssen zudem alle Roststellen gründlich ausgebessert werden. Entfernen Sie die Rückstände des Schleifens. Bei Betonflächen kommt in diesem Schritt der Hochdruckreiniger zum Einsatz.

Bringen Sie Abdeckungen an

Bevor Sie mit Grundierung und Farbe hantieren, sollten Sie noch an die Abdeckung von Stellen denken, die nicht damit in Berührung kommen sollen. Genauer geht es etwa um den Boden der Terrasse oder die Türen und Fenster bei einem Gartenhaus. Legen Sie grosszügig Planen aus und bringen Sie wo nötig Kreppband an.

Tragen Sie die Grundierung auf

Bei Holz: Nehmen Sie einen Pinsel zur Hand und beginnen Sie mit der Grundierung. Dafür tauchen Sie den Pinsel in die Grundierung, streifen überschüssige Flüssigkeit ab und streichen die Oberfläche satt in Richtung der Maserung ein. Arbeiten Sie dafür nass-in-nass. Das bedeutet: Sie streichen immer wieder ein Stück in die bereits behandelte Fläche ein und dann erst weiter. So ist sichergestellt, dass Sie die Grundierung gleichmässig und vollflächig auftragen. Erscheint Ihnen die Schicht zu dünn, dann grundieren Sie ein zweites Mal. Vergessen Sie auch verdeckte Stellen und Zwischenräume nicht.

Bei Metall: Verschiedene Metallsorten verlangen nach einer unterschiedlichen Vorbehandlung. Auf Flächen aus Stahlblech ohne Verzinkung tragen Sie zunächst eine handelsübliche Rostschutzfarbe auf. Bei verzinktem Stahlblech kann direkt die Grundierung aufgetragen werden. Bei Oberflächen aus nicht magnetischem Metall wie zum Beispiel Aluminium muss zudem ein Haftvermittler aufgetragen werden, auf dem die Deckfarbe besser hält.

Bei Beton: Führen Sie vor dem Auftragen der Grundierung einen sogenannten Saugeigenschaftstest durch. Dazu sprühen oder giessen Sie Wasser auf die Betonfläche und beobachten das Saugverhalten des Untergrunds. Je ungleichmässiger die feuchten Stellen trocknen, desto wichtiger ist ein gründliches Vorgehen beim Auftragen der Grundierung. Hier empfiehlt es sich, das dünnste Mischverhältnis des Herstellers zu wählen.

Jetzt gilt es zu warten

Damit die Grundierung haftet und ihre schützende Wirkung entfaltet, braucht sie etwas Zeit zum Trocknen. Je nach Material kann das schon mal 12 bis 24 Stunden dauern. An trockenen Tagen können Sie beispielsweise Möbel draussen stehen lassen. Bei Nässe ist es allerdings besser, sie während der Trocknungszeit unterzustellen. Ist das nicht möglich, muss das nicht zwingend schlimm sein. Versuchen Sie nur nicht, die Arbeiten bei angekündigten Regenschauern durchzuführen.

Streichen Sie die Flächen

Ist die Grundierung getrocknet, ist es Zeit für den nächste Schritt: das eigentliche Streichen. Nun benötigen Sie wieder Ihren Pinsel, den Sie während der Wartezeit gründlich ausgewaschen haben. Bevor Sie damit Farbe aufnehmen, sollten Sie diese im Kessel oder Kanister etwas schütteln. So verteilen sich die Pigmente und die Farbe deckt gleichmässig. Tauchen Sie mit dem Pinsel in die Farbe und streifen Sie überschüssige Flüssigkeit ab. Gehen Sie nun ähnlich vor wie bei der Grundierung.

Bei Holz: Sie streichen also den Lack oder die Lasur in Richtung der Maserung sowie nass-in-nass. Achten Sie darauf, nicht zu dick aufzutragen, weil sonst Tropfen entstehen, die später unschöne Erhebungen zur Folge haben. Ist die Fläche komplett bestrichen, lassen Sie diese etwas antrocknen. Gehen Sie anschliessend ein weiteres Mal über das Holz, damit die Farbe auch wirklich gleichmässig ist und ausreichend deckt. In gewissen Fällen kann es sich sogar lohnen, ein drittes Mal zu streichen. Das gilt besonders bei Flächen, die stark Wind und Wetter ausgesetzt sind. Warten Sie anschliessend etwa zwölf Stunden, bis Sie die bestrichenen Gartenmöbel benutzen oder bearbeitete Oberflächen wie Wände oder Zäune berühren.

Bei Metall: Der Schlussanstrich erfolgt mit Metallschutzlack, Hammerschlaglack oder Kunstharzlack. Je nach Deckkraft sind auch hier mehrere Durchgänge notwendig. Lassen Sie jeweils zwischendurch den Lack komplett austrocknen und schleifen Sie die Oberfläche neu an. Bei filigranen Metallmöbeln verwenden Sie ganz einfach einen Pinsel. Bei grösseren Flächen bietet sich ein elektrisches Sprühgerät an, mit dem der Lack noch gleichmässiger aufgetragen werden kann.

Bei Beton: Was bei Holz und Metall gilt, gilt auch bei Beton, nämlich das Motto «weniger ist mehr». Das bedeutet, dass Sie die Farbe eher dünn als dick auftragen sollten. Sorgen Sie lieber in mehreren Durchgängen für die gewünschte Deckkraft. Wenn Sie die natürliche Verwitterungsoptik von Betonflächen erhalten wollen, nutzen Sie ähnlich wie bei Holz für den Anstrich eine Lasur, die die Strukturen durchschimmern lässt.

Nahaufnahme eines Mannes, der mit gelben Handschuhen einen Metallzaun streicht.

Auch ein Gartenzaun aus Metall benötigt dann und wann eine frische Optik.

Die Pflege: länger Freude am Material

Um den nächsten Anstrich im Garten möglichst lange hinauszuzögern, sollten Sie Ihre Möbel, Böden und Flächen intensiv pflegen. Das ist zwar auch etwas Arbeit, aber weniger aufwendig als ein Neuanstrich.

Bei Holz: Gerade Gartenmöbel können Sie mit etwas Pflege vor schneller Abnutzung des Materials schützen. Besonders im Winter ist das wichtig. Stellen Sie die Möbel über die kalte Jahreszeit besser an einen trockenen Platz im Inneren. Durch den Frost kann die Farbe schnell abplatzen. Sollten Ihre Gartenmöbel nicht lackiert sein, streichen Sie diese im besten Fall mit etwas Holzöl ein. Wie regelmässig das geschehen sollte, ist unterschiedlich. Generell gilt: Ist die Oberfläche rau und sieht pflegebedürftig aus, lohnt sich die Behandlung mit Öl. Ein Gartenhaus aus Holz können Sie natürlich schwer abbauen und ins Haus bringen. Lack oder Lasur sind deshalb ganzjährig dem Wetter ausgesetzt. Deshalb kann es sein, dass Sie nach dem Winter neu lackieren oder lasieren müssen. Suchen Sie das Häuschen einfach gründlich nach Farbschäden ab und entscheiden Sie dann, ob ein neuer Anstrich nötig ist.

Bei Metall: Generell sind Möbel oder Skulpturen aus Metall sehr witterungsbeständig und können auch bei Frost problemlos draussen stehen bleiben. Im Frühjahr sollten Sie dann nach dem Zustand schauen, bevor die Gartensaison erneut startet. Gegenstände aus Aluminium können Sie mit einem Gartenschlauch abspritzen und mit einer milden Seifenlauge reinigen. Auf den Einsatz von Schwämmen und Scheuermitteln sollten Sie verzichten, um die Oberfläche nicht zu beschädigen. Oberflächen aus Stahl und Eisen reinigen Sie zunächst ebenfalls feucht und arbeiten dann mit etwas Autowachs nach.

Bei Beton: Egal, was auf die Oberfläche fällt, fliesst oder tropft, Sie sollten es sofort entfernen, da manche Substanzen sonst mit dem Beton reagieren. Am besten mit einem saugenden Material: Küchen- oder Toilettenpapier für Flüssigkeiten, Sand oder Katzenstreu für Fettiges, den Staubsauger für körnige Massen. Anschliessend sollten Sie den Fleck mit warmem Wasser behandeln. Mit Steinreiniger aus dem Handel können Sie Betonflächen ebenfalls in Schuss halten, achten Sie jedoch darauf, dass das Mittel keine Säuren enthält.

Farbe kaufen: Das kosten Lack, Lasur und Öl

Der Anstrich für Gartenmöbel, Gartenhaus und andere Flächen ist nicht besonders teuer. Eine grobe Übersicht über die Kosten finden Sie in der folgenden Tabelle. Beachten Sie aber, dass es sich nur um einen Überschlag der Preise handelt. Je nach Farbe, Qualität und Hersteller können diese stark variieren. Gleiches gilt für die Fläche pro Liter.

  • Produkt
  • Kosten pro Liter
  • Fläche pro Liter
  • Grundierung
  • 20 Franken
  • 5 Quadratmeter
  • Lasur
  • 20 Franken
  • 15 Quadratmeter
  • Lack
  • 25 Franken
  • 12 Quadratmeter
  • Öl
  • 30 Franken
  • 22 Quadratmeter

Fazit: pflegen, lackieren und lasieren sind nicht schwer

Wie Sie sehen, ist der neue Look nicht mit grossem Aufwand verbunden. Gegenstände und Flächen im Garten benötigen beim Streichen je nach Material eine etwas andere Behandlung – viele Schritte sind aber auch sehr ähnlich. Denken Sie ausserdem an die richtige Pflege, damit Sie in Zukunft länger etwas von Ihren Möbeln und vom Boden haben.

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