Leben

So schützen Sie sich vor Einbrechern

Susanne Loacker

Die Tage sind kürzer, am Abend wird es früher dunkel. Der Winter ist die Jahreszeit der Einbrüche. Wie kann man sich am besten vor ungebetenen Besuchern schützen? Wir geben neun Tipps.

Ein modernes kubisches Haus mit Licht im ersten Stock. Die Umgebung ist, vom beleuchteten Vorplatz abgesehen, sehr dunkel.
© Getty Images/iStockphoto

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Alle elf Minuten ein Einbruch

Die Angst vor Einbrechern ist insofern begründet, als dass in der Schweiz gemäss der Einbruchstatistik des Jahres 2019 alle elf Minuten ein Einbruch oder ein Einschleichdiebstahl begangen wird. Dazu muss man sagen: Die Anzahl der Einbrüche in der Schweiz ist in den letzten Jahren gesunken, nicht zuletzt deshalb, weil es dafür mehr Fälle von Cyber-Kriminalität gab. Vor einigen Jahren lag die Kadenz noch bei acht Minuten.

Dennoch: Niemand möchte, dass jemand im Haus herumschleicht, wenn man nicht zu Hause ist. Noch viel weniger möchte man nachts von einem Einbrecher überrascht werden.

Die wichtigsten Tipps zum Schutz vor Einbrechern

Sowohl aus den gelösten als auch den ungelösten Fällen können Ermittler Muster erkennen und Haus- und Wohnungsbewohnern wichtige Tipps geben.

1. Die Fenster

Oft haben Menschen Angst, dass ein Einbrecher mit einem Werkzeug ein Loch ins Fenster scheidet und dann ins Haus einsteigt. Allerdings hat kaum ein Einbrecher so ein professionelles Werkzeug dabei – und heutzutage sind praktisch alle Fenster mindestens doppelt verglast.

Die Storen über Nacht herunterlassen, ist zwar nie schlecht, verhindert aber bloss einen Bruchteil der Einbrüche. Gekippte Fenster hingegen sind auch tagsüber ein Problem, weil ein Einbrecher sie innert Sekunden geöffnet hat. Wenn man aus dem Haus geht, sollte es zumindest in Bodennähe keine gekippten Fenster haben.

2. Die Türen

Die Einbruchsgefahr durch unzureichend gesicherte Türen wird hingegen oft unterschätzt. Zwar sperren wir ab, wenn wir zur Arbeit gehen – doch wenn wir rasch der Nachbarin Milch bringen und dann noch auf einen Kaffee bleiben, lassen wir die Balkontür oft sperrangelweit offen.

Profis sagen: Gelegenheit macht Diebe. Bevor ein Einbrecher bei Ihnen die Scheiben einschlägt, geht er lieber ein Haus weiter und schaut, ob dort nicht eine Tür offensteht. Eine Ausnahme davon sind Einbrüche, bei denen ein Dieb in ein konkretes Haus will, weil es dort etwas ganz Bestimmtes zu holen gibt.

Eine Tür, die von draussen ins Innere eines Hauses führt, steht weit offen.

Oft lässt man gedankenlos die Balkon- oder Terrassentür offenstehen.

3. Die Alarmanlage

Absurderweise sind Alarmanlagen gemäss Profis vor allem dann sinnvoll, wenn sie von aussen gut sichtbar sind. So wirken sie präventiv. Ist der Alarm einmal ausgelöst, ist die Tür schon aufgebrochen, und je nach Tageszeit sind die Diebe mit der Beute über alle Berge, bis jemand vor Ort ist.

4. Das Licht

Licht anlassen ist gut. An wechselnden Orten und zu wechselnder Zeit Licht zu machen, ist noch besser – zum Beispiel über Zeitschaltuhren oder über die Steuerung eines Smart Home. Bewegungsmelder draussen sind sinnvoll – allerdings nicht, wenn Ihr Garten von einer hohen Hecke umgeben ist. Dann hat der Einbrecher nämlich beides: Sichtschutz vor Nachbarn und Licht zum Arbeiten.

5. Die Nachbarn

Natürlich sollen wir jetzt nicht alle zu Polizistinnen und Hilfssheriffs mutieren. Aber ein bisschen Neighbourhood Watch ist immer gut. Sehen Sie jemanden, den Sie nicht kennen, grüssen Sie ihn höflich und fragen Sie, wen oder was er suche. Profis sagen, dass das eine sehr effektive Methode der Einbruchsprävention ist.

6. Die Vorsicht

Einbrecher sind weder nett noch fair. Sie tricksen. Mit allen Mitteln. Profis berichten zum Beispiel von Gruppen, bei denen eine schwangere Frau mitarbeitet und die vielleicht auch Kinder dabei haben. Die schwangere Frau läutet an der Tür, bittet um ein Glas Wasser, weil ihr schlecht sei. Man geht natürlich sofort in die Küche, um eines zu holen. Währenddessen lässt man die Tür offen und der Rest der Truppe kann ins Haus. Was aber tun, wenn man nicht riskieren will, jemandem nicht zu helfen, der wirklich in Not ist? Höflich um Verständnis dafür bitten, dass man die Türe schliesst, während man das Glas Wasser holt.

7. Der Hund

Gerade allein lebende Menschen überlegen sich oft, einen Hund anzuschaffen, um nicht alleine zu Hause zu sein. Das ist eine gute Idee, vor allem deshalb, weil einem so ein Tier neben viel Liebe natürlich auch Sicherheit gibt. Allerdings gilt es zu bedenken, dass statistisch gesehen die meisten Einbrüche dann stattfinden, wenn die Menschen nicht zu Hause sind. Und damit auch oft die Hunde.

Ein weisser Hund liegt auf einem Holzboden.

Der Hund hilft nur dabei, das Haus zu bewachen, wenn er auch zuhause ist. Ein süsser Kerl ist er aber auf jeden Fall.

8. Der Keller

Viele Menschen sichern ihr Haus rundherum gut ab, vergessen dabei aber den Keller, in dem die Fenster oft alt sind – und vor allem oft dauernd gekippt. Auch werden Kellertüren häufig zu wenig gesichert. Ein bisschen mehr Sicherung würde oft schon viel helfen: Mehr als die Hälfte aller Einbrüche in der Schweiz passieren mit einem simplen Schraubenzieher.

9. Die Anwesenheit

Wenn tatsächlich ein Einbrecher im Haus ist, sagt der erste Reflex: ab unters Bett oder in den nächsten Schrank. Der Profi sagt: lieber nicht. Machen Sie auf sich aufmerksam, drehen Sie das Radio laut auf, stellen Sie am Computer auf Youtube um. Schreien können die meisten Menschen nicht auf Befehl. Ein kleiner Schrill-Alarm oder eine Trillerpfeife auf dem Nachttisch wirkt deshalb extrem beruhigend.

Fazit: Sie können einiges tun, um sich zu schützen

Den absoluten Schutz vor Einbrechern gibt es ebenso wenig, wie es absolute Sicherheit gibt. Man kann aber einiges tun, um den Einbrechern zu signalisieren: hier nicht. Mehr Infos zur Häufigkeit von Straftaten, aufgeschlüsselt nach Delikt oder Kanton, finden Sie beim Bundesamt für Statistik.

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