Ein Igel klettert auf einem dicken Ast.
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Garten

So einfach schaffen Sie ein Biotop im eigenen Garten

Susanne Loacker

Unter einem Biotop stellen sich viele Menschen einen kleinen Weiher oder Teich vor. Doch das Wort beinhaltet viel mehr: Biotope sind mehr oder weniger abgegrenzte Lebensräume für Tiere oder Pflanzen. Nicht alle Biotope benötigen viel Platz. Wir stellen sieben Arten von Biotopen vor, die Sie im eigenen Garten anlegen können.

1. Steinhaufen für Eidechsen

Bauschutt einfach liegen lassen? Klingt unordentlich, ist aber für Blindschleichen und Eidechsen ein Paradies. Denselben Zweck erfüllen auch absichtlich aufgetürmte Haufen aus grossen Steinen. Dank ihnen haben die Echsen eine Chance, sich in Sicherheit zu bringen, wenn Nachbars Katze wieder mal auf der Pirsch ist.

Eine Eidechse sitzt auf einem grossen, von der Sonne beschienen Stein und reckt den Kopf in die Luft.

Eidechsen lieben sonnenwarme Steine oder Steinhaufen.

2. Brennnesselhecke für Schmetterlingsraupen

Eigentlich gelten sie als Unkraut: Brennnesseln, Hornklee oder Wilde Möhre. Wenn Sie sie allerdings wachsen lassen, sind sie Futterpflanzen für viele Schmetterlingsraupen. Eine kleine Ecke genügt, im Rest des Gartens dürfen Sie getrost jäten.

3. Feuchtbiotop für Molche und Libellen

Ein Gartenteich ist ein Lebensraum für viele Tiere: Moderlieschen, Frösche, Libellen, Molche – und mit etwas Glück jagt eines Tages ein Eisvogel vor Ihrer Haustür. Der Teich kann mit Ton, Beton oder einer Folie im Erdreich abgedichtet werden und sollte mindestens 60 Zentimeter tief sein. Ideal ist es, wenn Sie Hangwasser fassen und auch wieder ableiten können, so bleibt das Wasser im Teich auch bei hohen Sommertemperaturen schön klar und sauber. Nicht nur im Wasser, sondern auch in den Uferzonen und an den flacheren Stellen siedeln sich Tiere an.

Ein kleiner, umwucherter Teil im Garten ist fast gänzlich mit Seerosen bedeckt, von denen einige rosa blühen.

Ein Gartenteich muss nicht gross sein, um vielen Tieren Lebensraum zu bieten. Auf den Seerosenblättern sitzen im Frühling gern Frösche.

4. Sandfläche für Erdbienen

Sandiger Boden eignet sich an Südlagen besonders gut als Untergrund für winterharte Kakteen und andere Sukkulenten. Gleichzeitig ist der Sand ein guter Nistplatz für erdnistende Bienen wie die Furchen- oder die Sandbiene.

5. Wildblumenwiese für Schmetterlinge

Ein Drittel der in der Schweiz heimischen Tagfalter gilt als bedroht. Einheitsrasen und exotische Pflanzen im Garten tragen ihren Teil dazu bei. Schmetterlinge lieben Magerwiesen. Wenn Sie Skabiosen, wilden Majoran oder Nelken anpflanzen, werden Sie viel mehr Schmetterlinge im Garten haben. Dankbar sind Schmetterlinge aber auch für Süsses aus der Küche, zum Beispiel Zuckerwasser oder überreife Früchte.

Ein hellgrau-schwarz gemusterter Schmetterling sitzt auf einer lila Blüte.

Schmetterlinge lieben Blüten, aber auch reife Früchte oder Zuckersirup.

6. Laubhaufen für Igel

Abgeschnittene Äste nicht entsorgen? Ist doch praktisch. Lassen Sie Äste und Reisig liegen – die Igel werden sich im Herbst darüber freuen. Liegt das Holz lang genug, kann es überdies sein, dass sich die Grosse Blaue Holzbiene ansiedelt, ein völlig friedliches, wunderschönes Insekt. Am besten hält der Laubhaufen, wenn Sie die Äste

Ein Igel sitzt in einem Laubhaufen, er ist aber dennoch gut zu erkennen.

Wenn Sie im Herbst einen Laubhaufen liegen lassen, freut sich der Igel.

7. Schnittguthaufen für Glühwürmchen

Wenn Sie am Rand Ihres Rasens einen Haufen Schnittgut liegen lassen, lockt die Gärungswärme mit etwas Glück Glühwürmchen an. Ihr Garten sollte jedoch nicht über eine Nachtbeleuchtung verfügen, da flugfähige Männchen in diesem Fall leicht die Orientierung verlieren. Falls Sie das Glück haben, dass sich Glühwürmchen ansiedeln, verzichten Sie möglichst auf Dünger und mähen Sie nach Möglichkeit nicht bodennah.

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