Bauen und Kaufen

Sauna bauen: Voraussetzungen, Bauweise, Typen, Kosten

Torben Schröder

Wellness-Liebhaber schätzen die Sauna als einen Ort der Erholung für Körper und Geist. Wenn Sie sich den Weg in das nächste Spa sparen oder einfach lieber in privater Atmosphäre schwitzen möchten, dann schaffen Sie sich eine eigene Sauna an. Hier erfahren Sie, welche Faktoren Sie bereits vor dem Bau bedenken sollten, welche Bauweisen und Betriebsarten es gibt, was es bei der Gartensauna zu beachten gilt, was bei der Innenraumsauna wichtig ist und wie Sie eine Sauna selber bauen.

Ein junger Mann in Bademantel sitzt in einer Sauna.
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In diesem Artikel

Saunabau planen: Faktoren, die vorab relevant sind

Eine Sauna ist mehr als nur ein paar zusammengesetzte Bretter. Bei der Planung des Projekts sollten Sie drei Faktoren beachten, die bei jeder Art von Sauna relevant sind:

  • Grösse: Wenn sich mehrere Menschen gleichzeitig in der Sauna aufhalten sollen, müssen Sie pro Person ungefähr eineinhalb Quadratmeter Fläche einplanen. Besteht Ihre Familie zum Beispiel aus vier Mitgliedern, so sollte die Saunagrundfläche sechs Quadratmeter betragen. Grösser sollte die Sauna wiederum auch nicht sein, denn das würde die Heizkosten erhöhen.
  • Sitzgelegenheiten: Unabhängig von der Grundfläche benötigen alle Personen einen Sitz- oder Liegeplatz, je nach Wunsch in mehreren Etagen. Sollen sehr grosse Menschen auf einer Saunaliege Platz nehmen, müssen Sie das entsprechend bei der Wahl des Saunatyps beachten.
  • Stromanschluss: Wenn Sie sich für einen leistungsstarken Elektroofen entscheiden, benötigt dieser unter Umständen einen Starkstromanschluss.
Nahaufnahme einer Saunasitzbank, auf der ein Aufgusseimer steht

Überlegen Sie vor dem Bau, wie viele Personen sich gleichzeitig in der Sauna aufhalten werden – entsprechend viele Sitz- und Liegeplätze sollten Sie einplanen.

Verschiedene Bauweisen für die Sauna

Es gibt zwei Vorgehen, wie eine Sauna errichtet wird: die Elementbauweise und die Massivholzbauweise. Diese unterscheiden sich vor allem bei der Optik und dem Preis. Hier stellen wir Ihnen beide vor.

Die Elementbauweise

Die Aussenhaut dieser Sauna besteht nicht aus massivem Material, sondern aus mehreren Schichten, die für die Isolierung der Kabine sorgen. Es handelt sich im Prinzip um einen Bausatz, den Sie mit ein bisschen handwerklichem Geschick selbst zusammensetzen können. Dünne Holzpaneele und Dämmmaterial wechseln sich ab. Eine sogenannte Dampfsperre, zum Beispiel aus Aluminiumfolie, verhindert, dass Hitze und Feuchtigkeit nach aussen dringen.

Der Vorteil der Elementbauweise ist hauptsächlich die Flexibilität: Sie ist schnell auf- und wieder abgebaut und nach der Errichtung um zusätzliche Elemente wie Fenster und Sitzbänke erweiterbar. Da die Teile industriell gefertigt werden, ist diese Bauweise günstiger.

Die Massivholzbauweise

Bei der Massivholzsauna dient das Holz zugleich als Bau- und Dämmstoff. Je dicker das Holz ist, desto stärker ist die Dämmwirkung. Diese Konstruktion ist insgesamt sehr stabil und unflexibel – es sollte also in nächster Zeit kein Umzug anstehen. Der Aufbau der vier bis fünf Zentimeter dicken Bretter erfolgt in Blockbauweise: Mittels eines Nut-Feder-Systems werden die Bohlen aufeinandergeschichtet und mit einer Spannvorrichtung zusammengepresst. Auch die Decke besteht aus Massivholzbrettern.

Der grösste Vorteil eines Saunabaus mit Massivholz ist neben der Langlebigkeit das gehobene Wohlgefühl. Die Strahlungswärme der massiven Hölzer ist grösser als bei einer Elementsauna. Zudem wirkt sie optisch hochwertiger.

Verschiedene Betriebsarten

Der Begriff „Finnische Sauna“ ist geläufig. Aber wissen Sie, worum es sich dabei genau handelt? Es ist eine Betriebsart. Saunen können auf unterschiedliche Arten genutzt werden – und zwar unabhängig von der gewählten Bauweise. Im Folgenden stellen wir Ihnen gängige Arten vor.

  • Finnische Sauna: Typische Merkmale sind eine hohe Lufttemperatur von 80 bis 105 Grad Celsius und eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit von 15 Prozent.
  • Dampfbad: Die Temperatur beträgt nur 40 bis 55 Grad, dafür ist die Luftfeuchtigkeit mit 80 bis 100 Prozent extrem hoch.
  • Babysauna: Schon im ersten Lebensjahr ist der Nachwuchs von seinen körperlichen Voraussetzungen her dafür bereit, Zeit in einer Sauna zu verbringen. Das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt und die Abwehrkräfte werden aktiviert. Die Gänge sollten allerdings kurz sein, etwa drei Minuten. Die Temperatur beträgt maximal 75 Grad Celsius. Bitte vermeiden Sie Aufgüsse.
  • Bio-Sauna: Diese schonende Betriebsart mit Einsatz von ätherischen Ölen und Lichttherapie eignet sich insbesondere für ältere Menschen und Personen mit Bluthochdruck. Die Temperatur beträgt 50 bis 60 Grad Celsius.
  • Infrarotsauna: Eine Infrarotkabine wirkt schnell. Die Strahlen dringen in die obersten Hautschichten ein und schaffen dort Wärme. Hier saunieren Sie bei nur etwa 40 bis 45 Grad.
Nahaufnahme eines Kleinkindes, das in einer Sauna einen Aufgusslöffel in der Hand hält.

Das Spielen mit dem Aufgusslöffel ist erlaubt, das Verwenden allerdings nicht. Bei Saunagängen mit Babys und Kleinkindern müssen Sie auf Aufgüsse verzichten.

Die Wahl des Standorts: die Gartensauna

Bei der Wahl des Standorts haben Sie im Prinzip zwei Optionen: innerhalb und ausserhalb des Hauses. Eine Gartensauna ist sehr praktisch, da Sie im Freien tendenziell mehr Platz zur Verfügung haben als im Haus. Ausserdem besteht eine natürlich gegebene Nähe zur Natur und damit zu einer unkomplizierten Möglichkeit der Abkühlung: einfach aus der Sauna heraus ins Freie treten.

Haben Sie sich für die Sauna im Garten entschieden, bleibt jetzt noch die Entscheidung hinsichtlich der gewünschten Grösse. Zusätzlich gilt es ein paar Bauvorschriften zu beachten.

Vorschriften für eine Gartensauna beachten

Ähnlich wie beim Bau eines Gartenhauses sollten Sie auch vor dem Errichten einer Gartensauna prüfen, ob Sie eine Genehmigung einholen müssen. In den verschiedenen Kantonen sind die Vorschriften für bauliche Veränderungen im und um das Haus herum sehr unterschiedlich. In der jeweiligen kantonalen Gesetzgebung finden Sie die entsprechenden Vorschriften. Alternativ erhalten Sie auch im zuständigen Bauamt Informationen.

Die Grösse der Gartensauna bestimmen

Je mehr Fläche Ihr Garten bietet, desto grösser kann Ihre Sauna, zum Beispiel in Form eines Saunahauses, ausfallen. Aber achten Sie darauf, dass noch genug Platz für andere Zwecke, zum Beispiel für die Gartenarbeit und zum Spielen für die Kinder, bestehen bleibt. Hier stellen wir Ihnen drei Saunatypen in aufsteigender Grösse vor.

  • Für kleine Gärten bietet sich zum Beispiel ein stehendes Saunafass an. Mit einem Durchmesser von nur 2,44 Metern ist das Exemplar vom Chalet und Blockhaus-Center Dannler sehr kompakt gebaut. Die Sauna aus sibirischer Fichte wird als Bausatz mit Bänken, Tür, Fenstern und einem Ofen geliefert. Der Preis beträgt in der Basisausführung 4499 Franken (Stand 16. Oktober 2020).
  • In mittelgrossen Gärten finden liegende Saunafässer Platz. Der Basispreis des drei Meter langen Saunafasses von Tünni liegt bei 4980 Franken (Stand 16. Oktober 2020). Je nach Konfiguration erhöht er sich. So können Sie zum Beispiel die Holzart sowie verschiedene Fenster und Öfen wählen.
  • Mit einer Länge von 4,26 Metern und einer Breite von 2,76 Metern hat das Woodfeeling Saunahaus, erhältlich bei my-wood-shop, die Ausmasse einer kleinen Terrasse. Es besteht aus 38 Millimeter starken Wandbrettern aus nordischer Fichte und wird im Steck-/Schraubsystem montiert. Der Preis liegt bei 4215 Franken (Stand 16. Oktober 2020).
Ein liegendes Saunafass steht am Ende eines Gartens kurz vor einem See. Darinnen sitzt eine Frau im Handtuch.

Das liegende Fass ist eine gängige Saunaform, die für die meisten Gärten geeignet ist.

Die Wahl des Standorts: die Innensauna

Wenn Sie innerhalb Ihres Hauses über eine ungenutzte Fläche verfügen, bietet sich der Bau einer Innensauna an. Hier spielt besonders die Wahl des Standorts eine Rolle.

Standort der Innensauna festlegen

Im Keller, in einem grossen Badezimmer, auf dem Estrich – es gibt einige Orte, an denen der Aufbau einer Sauna möglich ist. Im Folgenden geben wir Ihnen Tipps, worauf Sie dabei achten sollten.

  • Platz einplanen: Zum einen benötigt die Saunakabine selbst genügend Freifläche. Die Massivholzsauna Bergen 1 Classic weist zum Beispiel eine Grundfläche von 198 x 148 Zentimetern auf. Auch die Höhe von 203 Zentimetern ist nicht zu verachten. Letztendlich sollte die Sauna zehn Zentimeter von jeder Wand und zehn Zentimeter von der Decke entfernt stehen. Planen Sie ausserdem Platz für den Aufbau der Kabine ein. In den seltensten Fällen lässt sich eine Sauna im Freien aufbauen und dann in einem Stück in das Haus transportieren.
  • Belüftung prüfen: Besonders bei Innensaunen ein ganz wichtiger Faktor, da sie meistens in geschlossenen Räumen stehen. Eine Sauna produziert viel Feuchtigkeit, die sich nicht dauerhaft in den Räumlichkeiten niederlegen soll. Von daher muss gewährleistet sein, dass der Standort möglichst trocken, ausreichend beheizt und gut belüftet ist. Diese Voraussetzungen sind gerade bei einem älteren, schlecht gedämmten Keller nicht gegeben. Mit einer neuen Kellerdeckendämmung lässt sich das beheben.
Blick in eine Sauna. Auf einer Bank sind Aufgusseimer und Handtuch drapiert. Es scheint Tageslicht herein.

Der Keller ist ein geeigneter Standort für eine Innensauna. Allerdings sollten Sie dafür sorgen, dass die Feuchtigkeit gut entweichen kann.

Vorschriften für eine Innensauna beachten

Das Einholen einer Baugenehmigung ist bei der Errichtung einer Innensauna nicht nötig, solange es sich bei dem Haus oder der Wohnung um Ihr Eigentum handelt. Beim Saunaofen ist zu beachten, dass ein mit Kohle betriebenes Exemplar von einem Schornsteinfeger abgenommen werden muss. Einen elektrisch betriebenen Ofen sollte ein Fachmann installieren, da er einen Starkstromanschluss benötigt.

Eine Sauna selber bauen

Wenn Sie über handwerkliches Geschick verfügen, können Sie eine Sauna komplett in Eigenregie bauen. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Schritte für ein Saunahaus im Garten nach Blockbauweise und mit Flachdach vor.

Grundriss erstellen

Zeichnen Sie Ihre Traumsauna auf Millimeterpapier. Wichtig dabei sind die Aussenmasse, also Gesamtlänge mal -breite, die Masse der inneren Bänke sowie die Positionierung von Ofen, Tür und Fenstern.

Fundament giessen

Um einen festen Stand der Gartensauna zu erzielen, ist ein stabiler Untergrund in Form einer Fundamentplatte notwendig. Markieren Sie dazu die vorgesehene Fläche im Garten mit Schnüren und Pflöcken – das sind rundherum etwa zehn Zentimeter mehr als das Aussenmass der Sauna. Heben Sie anschliessend die Fläche bis auf 30 Zentimeter Tiefe aus. Diese Grube wird zunächst mit robusten Brettern ausgeschalt, dann mit einer etwa 15 Zentimeter hohen Kiesschicht befüllt. Der Kies wird verdichtet und mit einer Folie aus Polyethylen bedeckt. Diese schützt den Beton, der nun gegossen wird, vor Bodenfrost.

Material kaufen

Das Holz erhalten Sie in einem Fachhandel. Achten Sie zum einen auf hohe Qualität, damit Sie auch viele Jahre Freude an Ihrer Sauna haben, und zum anderen auf ein vorhandenes Profil, also eine Nut-Feder-Verbindung für den leichten Aufbau. Preislich liegt saunataugliches Holz höher als handelsübliches. Zur Verwendung bieten sich zum Beispiel Fichte, Zeder und Espe an. Diese Holzarten weisen eine geringe Wärmeleitfähigkeit auf, harzen nicht und splittern nicht. Für die Aussenschale eignen sich massive Blockbohlen, für das Dach und den Boden etwas dünnere Bretter. Saunaholz wird grundsätzlich unbehandelt genutzt. Saunatüren und Saunabänke erhalten Sie als Fertigteile.

Unterkonstruktion bauen

Nun beginnt der eigentliche Bau. Achten Sie beim Zusägen aller Holzteile darauf, dass Sie sorgfältig arbeiten. Es soll letztendlich keine Luft von aussen in die Saunakabine gelangen. Zunächst montieren Sie den Grundrahmen der Sauna am Boden: Die Fundamenthölzer werden dafür miteinander verschraubt. Schieben Sie Feuchtigkeitssperren aus Gummigranulat zwischen das Betonfundament und die Holzkonstruktion, um das Saunahaus vor Nässe zu schützen. Für eine maximale Stabilisierung können Sie den Grundrahmen mit dem Betonfundament verschrauben.

Wände errichten

Verschrauben Sie die ersten Blockbohlen mit der Unterkonstruktion. Anschliessend sollte der weitere Wandaufbau dank des Nut-Feder-Systems recht schnell erfolgen. Sollten die Blockbohlen mal nicht ineinandergreifen, helfen Sie mit einem Gummihammer nach. Sparen Sie die vorgesehenen Flächen für Fenster und Tür aus. Die Fenster setzen Sie ein, sobald die Wände mindestens bis zur halben Fensterhöhe errichtet sind.

Dach anbringen

Auch das Dach eines Saunahauses besteht aus Nut- und Feder-Brettern, allerdings meistens aus etwas dünneren. Bringen Sie diese Bretter im 90-Grad-Winkel zu den errichteten Wänden an, also quer. Es empfiehlt sich eine Dachdämmung – verwenden Sie am besten das Prinzip der Aufdachdämmung: Auf den Dachbrettern werden noch einmal Dachlatten in einem grossen Abstand angebracht. Die entstandenen Lücken füllen Sie mit Dämmmaterial. Den Abschluss bilden erneut Nut- und Feder-Bretter. Zu guter Letzt kleben Sie auf das fertige Flachdach EPDM-Folie auf, die abdichtet und vor Witterung schützt.

Innenausbau

Schneiden Sie zunächst Dämmplatten zurecht und legen Sie diese in die Lücken der Bodenunterkonstruktion. Darauf werden nun die Bodenhölzer ineinandergesteckt und festgeschraubt. Schneiden Sie Fussleisten zu, die einmal ringsherum in der Saunakabine angebracht werden. Für die Wände werden nach ähnlichem Prinzip Wandleisten zugesägt und angebracht. Als letzten Schritt bringen Sie die bereits baufertigen Saunabänke an und setzen die Tür in die Aussparung ein.

Fazit: Saunabau – einfacher, als Sie denken

Ob als Fertigexemplar geliefert oder in Eigenregie gezimmert – der Bau einer eigenen Sauna schafft ein Spa im eigenen Zuhause. Im Prinzip benötigen Sie nur ausreichend Platz, zum Beispiel im Garten oder im Keller. Die Kosten für Saunahaus und Co. halten sich in Grenzen und die Vorschriften sind in der Regel einfach zu erfüllen.

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