Garten

Rollrasen: Alle Infos vom Verlegen bis zum Pflegen

Arne Schätzle

Rollrasen, auch Fertigrasen genannt, hat einige Vorteile gegenüber einer Aussaat: Eine kurze Wartezeit, bis die Saat keimt, kein Bangen, ob sie aufgeht, und das Beste: Sie können den frisch verlegten Rasen schnell nutzen. Hier erhalten Sie Informationen zum Kauf, zur Vorbereitung, zum Verlegen, zur Rasenpflege sowie zu den Vor- und Nachteilen von Rollrasen.

Ein Mann mit Gartenhandschuhen verlegt Rollrasen.
© Getty Images

In diesem Artikel

Rollrasen kaufen: Darauf sollten Sie achten

Fertigrasen finden Sie heutzutage in vielen Gärtnereien und bei Anbietern im Internet. Die Unternehmen pflanzen Rasen auf grossen Flächen an, tragen ihn maschinell ab und rollen ihn ein – inklusive einer dünnen Bodenschicht.

Bei den meisten Anbietern enthält eine Rolle etwa einen Quadratmeter Rasen, entsprechend bieten ihn die meisten Händler mit Preisen pro Quadratmeter an. Ebenso wie bei der Auswahl von Saatgut gilt auch beim Rollrasen: Achten Sie auf Qualitäts-Rasenmischungen.

Für einen belastbaren und schönen Rasen ist die Zusammensetzung des Saatguts entscheidend. Es lohnt sich daher, auf die Kombination der Gräser zu achten:

  • Einen strapazierfähigen Spiel- und Gebrauchsrasen zeichnen hohe Anteile an Deutschem Weidelgras (Lolium perenne) und Wiesenrispe (Poa pratensis) aus.
  • Flechtstraussgras (Agrostis stolonifera) und Rotes Straussgras (Agrostis capillaris) machen einen guten Zierrasen aus.
  • Die Lägerrispe (Poa supina) schliesslich sollte im hochwertigen Rollrasen für Schattenflächen zu finden sein.
  • Gewarnt sein sollten Sie hingegen, wenn sich Gräser wie Lolium westerwoldicum, Lolium multiflorum und Festuca pratensis in der Mischung finden. Bei diesen drei billigen Grassorten handelt es sich um Futtergräser.

Hier in der Schweiz bieten mehre Unternehmen Rollrasen mit Qualitätsgräsern an, zum Beispiel die Eric Schweizer AG, Otto Hauenstein Samen oder die Genossenschaft Landi Aare.

Tipp: Wenn Sie beim Kauf von Fertigrasen einen Anbieter in der Nähe wählen und die Transportwege kurz bleiben, halten sich in der Regel auch die Transportkosten im Rahmen. Beachten Sie daher beim Angebot, ob der Anbieter den Versand pauschal veranschlagt oder nach Kilometern abrechnet.

Vereinbaren Sie zudem einen festen Liefertermin, damit Sie mit den Vorbereitungen bis dahin fertig sind. Denn auch bei Rollrasen müssen Sie den Boden vorher bearbeiten, ihn beispielsweise umgraben oder Unkraut entfernen. Zudem sollten Sie den Rasen innerhalb von 24 Stunden verlegen. Sie laufen sonst Gefahr, dass Ihr frischer Rasen fault.

Rollrasen: Rasenfläche vorbereiten

Auch beim Rollrasen kommen Sie nicht darum herum, den Boden vorzubereiten. Ist alter Rasen vorhanden, sollten Sie diesen zunächst mit der Schaufel abtragen. Um eine Verdichtung des Bodens von Beginn an zu verhindern, graben Sie ihn um. Eine Motorhacke erleichtert Ihnen diese Arbeit.

Nach dem Umgraben entfernen Sie Wurzelstücke, grössere Steine und weitere Fremdkörper von der Fläche. Anschliessend begradigen Sie den Boden. Das geht am besten mit einem breiten Holzrechen. Mit einer Rasenwalze verdichten Sie die Erde danach.

Bei schweren, lehmigen Böden ist es ratsam, eine fünf Zentimeter hohe Schicht Bausand aufzutragen und mit der Hacke einzuarbeiten. So wird der Boden durchlässiger für Luft und Wasser – und der Rollrasen wächst besser an. In diesem Fall sollten Sie auf das Verdichten mit der Rasenwalze verzichten.

Sind nach dem Walzen immer noch Unebenheiten zu erkennen, machen Sie sich ein letztes Mal daran, den Boden mit dem Holzrechen einzuebnen. Damit er mit ausreichend Nährstoffen versorgt ist und der Rollrasen gut anwächst, bringen Sie vor dem Verlegen noch eine Düngung aus.

Eine Person verlegt im Garten mehrere Bahnen Rollrasen nebeneinander.

Den Rollrasen bringen Sie Bahn für Bahn aus und verlegen die Bahnen auf Stoss, also ohne Fugen.

Rollrasen verlegen: Darauf kommt es an

Wenn Sie Ihren Rollrasen selbst verlegen wollen, brauchen Sie wahrscheinlich Unterstützung, denn eine Rolle Rasen mit einem Quadratmeter frischem Rasenteppich wiegt ungefähr 15 bis 20 Kilogramm. Je nach Grösse der Fläche müssen Sie daher Tonnen bewegen.

Das Verlegen des Rollrasens ähnelt ein wenig dem Tapezieren, da Sie nun Bahn für Bahn auf Stoss ausrollen, also ohne Fugen zwischen den einzelnen Bahnen. Idealerweise haben Sie die Rasenrollen dort abstellen lassen, wo sie mit dem Verlegen beginnen wollen.

Beginnen Sie an einer geraden Kante und vermeiden Sie Kreuzfugen, indem Sie die Rollen jeder Bahn etwas versetzt zur vorhergehenden verlegen. Mit einem stabilen Brotmesser können Sie Überlappungen einfach abschneiden und den Rasen an die Formen Ihres Gartens anpassen.

Um Trittspuren zu vermeiden, können Sie auf dem bereits verlegten Rasen Bretter auslegen. Zum Schluss walzen Sie die Fläche vorsichtig an, damit der Rasen einen guten Kontakt zum Erdreich bekommt. Dafür fahren Sie die Fläche in Längs- und Querbahnen ab.

Ein Mann trennt überstehende Kanten beim Verlegen des Rollrasens ab.

Überstehenden Rasen an den Kanten entfernen Sie einfach mit einem scharfen Messer.

Nach dem Verlegen: Rollrasen pflegen

Bereits nach kurzer Zeit können Sie mit der Rasenpflege beginnen. Wie beim angesäten Rasen ist es notwendig, die Fläche regelmässig zu bewässern, zu mähen, zu düngen und zu vertikutieren.

Schritt 1: bewässern

Wenn der Rollrasen nach dem Verlegen nicht gut anwächst und sich Lücken bilden, ist die Ursache in den allermeisten Fällen eine unzureichende Bewässerung. Nach dem Verlegen benötigt Ihr Rollrasen jeden Tag mindestens 20 Liter Wasser pro Quadratmeter, damit sich der Rollrasen mit dem Erdreich verbindet.

Sorgen Sie dafür, dass der Rollrasen diese Wassermenge jeden Tag erhält und am besten an einem Stück. Die umfangreiche Wässerung kann zwei bis drei Stunden in Anspruch nehmen, je nach Wasserdruck. Der beste Zeitpunkt für die Bewässerung ist –wie für jeden Rasen – in der Regel der Abend.

Nach ungefähr 10 bis 14 Tagen nach dem Verlegen sollten die Wurzeln des Rollrasens mit dem Untergrund verwachsen sein. In diesem Stadium und auch bei kühler und feuchter Witterung können Sie die Bewässerung langsam reduzieren. Nach circa sechs Wochen sollte der Rasen verwurzelt sein. Dann können Sie die Bewässerung auf ein- bis zweimal pro Woche reduzieren.

Schritt 2: mähen

Sobald der Rasen eine Höhe von etwa sechs bis acht Zentimetern erreicht hat, können Sie ihn erstmals mähen. Das kann im Sommer bereits nach einer Woche der Fall sein. Kürzen Sie den Rasen auf rund vier Zentimeter, im Schatten gönnen Sie ihm ein bis zwei Zentimeter mehr.

Tipp: Wollen Sie den neuen Rollrasen mit einem Mähroboter pflegen, ist es sinnvoll, vor dem Auslegen der Rasenrollen gleich den Begrenzungsdraht zu verlegen – so befindet er sich von Anfang an unsichtbar unter der Grasnarbe.

Schritt 3: düngen

Auch Rollrasen bekommt möglichst zweimal jährlich eine Düngung – im Frühjahr und im Herbst. Ist Ihr Rasen stark beansprucht, düngen Sie zusätzlich auch im Sommer. Einen besonderen Dünger für Rollrasen benötigen Sie nicht, ein handelsüblicher Rasenlangzeitdünger reicht aus.

Grundsätzlich benötigt auch Rollrasen im Frühjahr und im Sommer einen Mineralienmix mit einem hohen Stickstoffanteil für starkes Wachstum und Phosphor für ein strahlendes Grün. Der Herbstdünger sollte einen hohen Anteil an Kalium haben, das den Rollrasen fit für winterlichen Frost macht. Das erste Mal können Sie Ihren Rasen nach vier bis sechs Wochen düngen.

Aber Achtung: Erhält der Rollrasen zu früh den mineralischem Dünger, führt das nicht selten zu grossflächigen Verbrennungen, da die Nährsalzkonzentration in der Grasnarbe zu stark ansteigt. Erkundigen Sie sich daher am besten beim Lieferanten, wann und wie Sie den neuen Rollrasen im ersten Jahr düngen sollen.

Schritt 4: vertikutieren

Denken Sie daran: Auch bei Rollrasen verfilzt und vermoost die Grasnarbe mit der Zeit. Das liegt zum einen am liegengebliebenen Schnittgut und zum anderen an flachwachsendem Unkraut. Beides erschwert die Zufuhr von Wasser, Nährstoffen und Sauerstoff, was wiederum Wachstum und Widerstandsfähigkeit des Rasens beeinträchtigt, daher ist die richtige Rasenpflege wichtig.

Ein Vertikutierer löst den Rasenfilz mit Messern, die den Boden drei bis fünf Zentimeter tief anritzen. Den gelösten Rasenfilz entfernen Sie anschliessend mit einem Rechen. Grundsätzlich können Sie zweimal im Jahr vertikutieren, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst.

Vorteile von Rollrasen: schnell und robust

Der grösste Vorteil des Rollrasens: Sie können ihn schnell benutzen. Ungefähr zwei bis vier Wochen nach dem Verlegen können Sie ihn bereits betreten, während ausgesäter Rasen erst nach einem Jahr voll belastbar ist. Hochwertiger Rollrasen ist frei von Unkräutern, die Gräser stehen dicht und es gibt keine Schadstellen.

Zudem ist Rollrasen etwas weniger sensibel in Bezug auf die Witterung; trockene oder kühlere Witterungsbedingungen steckt er leichter weg als junge Graskeimlinge. Daher sind Sie etwas flexibler in der Wahl des Zeitpunkts der Neuanlage. Sie können ihn beinahe zu jeder Jahreszeit legen – Winter und Frost ausgenommen.

Und noch ein Vorteil: Die von Anfang an dichte, geschlossene Grasdecke macht es Moos und Unkraut schwer, sich ihren Weg zu bahnen. Lediglich an den Rändern und in den Fugen hat das Unkraut in der Regel eine Chance. Achten Sie deshalb beim Verlegen darauf, sauber zu arbeiten.

Zwei Kinder spielen auf einem Rasen Fussball.

Ihren Rollrasen können Sie schon nach kurzer Zeit belasten – egal ob zum tschutten, toben, oder grillieren.

Nachteile von Rollrasen: teuer und aufwendig

Der wesentliche Nachteil von Rollrasen: Er ist teuer. Je nach Menge (Mengenrabatt), Sorte und Qualität zahlen Sie für den Quadratmeter zwischen 5 und 20 Franken. Wenn Sie den Rasen verlegen lassen, kommen noch einmal Arbeitskosten hinzu. Diese liegen in der Regel zwischen 9 und 15 Franken pro Quadratmeter. Qualitativ gute Rasensamen bekommen Sie hingegen schon für 50 Rappen pro Quadratmeter.

Wenn Sie den Rasen selbst abholen, statt ihn sich liefern zu lassen, sparen Sie zwar die Lieferkosten, benötigen aber auch ein entsprechendes Fahrzeug, das die schweren Rollen transportieren kann. Bei 100 Quadratmetern kommt ein Gewicht von rund zwei Tonnen zusammen. Unter Umständen müssen Sie dafür ein geeignetes Fahrzeug mieten und mehrmals fahren – es lohnt sich also, die Kosten für Lieferung und Abholung genau zu vergleichen.

Ausrollen, giessen, fertig – ganz so bequem ist es dann doch nicht. Schliesslich will der Boden auch für Rollrasen gut vorbereitet sein. Umgraben oder fräsen, planieren und einebnen, diese ganzen mühseligen Arbeiten, die nötig sind, wenn Sie Rasen selbst aussäen, entfallen keineswegs, wenn Sie sich für einen Rollrasen entscheiden. Und auch das Verlegen des Rasens ist eine mühsame Angelegenheit.

Schattenrasen und Flickmaterial: zusätzliche Tipps

Liegt ein Teil Ihres Rasens in der prallen Sonne, während andere Bereiche vom Schatten geschützt sind, wählen Sie unterschiedliche Rasensorten, damit Ihr Rasen auf der kompletten Fläche gelingt.
Wenn Sie noch ein paar Rollen übrig haben, sollten Sie diese an anderer Stelle im Garten als Reserve auslegen – so haben Sie noch etwas Flickmaterial, falls die eine oder andere Ecke Ihres neuen Rollrasens nicht gut anwächst.

Fazit: schnell gemacht, aber aufwendiger, als gedacht

Rollrasen ist praktisch im Vergleich zur Aussaat und Pflege empfindlicher Rasensamen. Allerdings bleibt Ihnen die Vorbereitung des Bodens nicht erspart, damit der Rollrasen auch gut anwächst. Zudem ist das Verlegen harte körperliche Arbeit, vor allem bei grossen Flächen: Bei 50 Quadratmetern Rasenfläche wiegen die Rasenrollen rund eine Tonne.

Zudem ist Rollrasen rund zehnmal teurer als das Saatgut allein, hinzu kommen oftmals Transportkosten und die Kosten für einen versierten Gärtner, der die Arbeit professionell ausführt. Dann aber können Sie sich darauf verlassen, dass das Verlegen fachgerecht vonstattengeht und Ihr Rasen auf jeden Fall gelingt.

Als Nächstes lesen

Auf unserer Website verwenden wir Cookies und Analyse Tools um die Nutzerfreundlichkeit auf der Website stetig zu verbessern, damit wir Ihnen einen optimalen Service bieten können und die Werbung für Sie auf unserer Website und Werbepartner zu personalisieren. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Nähere Bestimmungen können Sie unserer Datenschutzerklärung entnehmen.