Aus einem Rohr fliesst Wasser in eine Tonne, im Hintergrund sind Weinreben zu sehen.
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Regenwasser nicht einfach versickern lassen

Immer wieder kommt es im Sommer vor, dass die Gemeinde das Bewässern des Gartens verbietet. Im Corona-Sommer 2020 gab es in einigen Gemeinden sogar echte Engpässe beim Trinkwasser, weil sich der private Wasserverbrauch mehr als verdoppelte – nicht zuletzt deshalb, weil plötzlich viel mehr Leute ihre Swimmingpools füllten.

Allein 40 Liter Trinkwasser pro Tag braucht jede Bewohnerin und jeder Bewohner in der Schweiz für die WC-Spülung; 130 Liter täglich pro Person rechnen Experten im Durchschnitt. Grund genug, sich zu überlegen, wie man mit dem Wasser umgeht. Da liegt es nahe, das Regenwasser nicht ungenutzt versickern zu lassen, sondern es im Garten und im Haus nutzbar zu machen.

Eine Frau wäscht sich die Hände unter fliessendem Wasser, das aus einem Hahn in der Küche fliesst.

Sauberes Wasser ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Doch die Ressourcen sind nicht endlos.

Regenwasser für den Garten sammeln

Ob im heissen Sommer oder auch zu anderen Jahreszeiten: Bleibt der Regen aus, müssen Sie die Pflanzen im Garten selbst bewässern. Hier lohnt sich die Anschaffung einer oder mehrerer Wassertonnen und Fasspumpen. Diese stehen idealerweise gleich unter dem Ablauf der Regenrinne – oder Sie leiten das Wasser mit einem Gartenschlauch in die Tonnen um.

Die Fasspumpe, die sich auf verschiedene Fasshöhen einstellen lässt, gibt es bereits für rund 100 Franken (etwa bei Hornbach). Eine gewöhnliche grüne Regentonne, die 300 Liter oder mehr fasst, gibt es im Baumarkt (Hornbach) schon ab rund 50 Franken. Wer es lieber stilvoll-klassisch mag, kann sich auch eine Regentonne in Amphorenform zulegen (fasst 600 Liter, kostet regulär 655 Franken).

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Regenwasser für das Haus sammeln

Wenn Sie Regenwasser für Ihr Haus nutzen möchten, dann müssen Sie zuerst eine Regenwassernutzungsanlage installieren lassen. Das ist nicht günstig: Zwischen 7000 und 14 000 Franken kostet die Installation einer solchen. Mit dem aufbereiteten Wasser können Sie dann jedoch etwa die WC-Spülung oder die Waschmaschine versorgen – zwei nicht zu vernachlässigende Wasserverbraucher.

Wie viel Wasser Sie jedoch tatsächlich sammeln können, hängt von vielen Faktoren ab: Die Dachfläche spielt eine ebenso grosse Rolle wie die durchschnittliche Niederschlagsmenge in Ihrer Region. Um die geeignete Grösse des Tanks, der das gesammelte Regenwasser auffängt, zu berechnen, wenden Sie sich am besten an einen Fachberater. Grundsätzlich gilt jedoch, dass eine Regenwassernutzungsanlage eher eine langfristige Investition ist, die sich nicht sofort auszahlt. Umweltfreundlich ist sie jedoch von Beginn an.

Ein Pluspunkt neben der Einsparung von Trinkwasser ist die Tatsache, dass Regenwasser nahezu frei von Kalk ist. Ihre Rohre werden es Ihnen danken, denn Kalk setzt sich in Rohren, auf Armaturen und Geräten fest. Im besten Fall ist das nur lästig und ein hoher Reinigungsaufwand. Verstopft der Kalk jedoch ein Abwasserrohr der Spül- oder Waschmaschine, kann dies zu einer Fehlfunktion des Wasserstoppventils führen. Mit etwas Pech kann dies einen Wasserrohrbruch zur Folge haben.

Leitungswasser entkalken: Filteranlagen für das Haus

Wenn die Regenwassernutzungsanlage nicht ausreicht, um zumindest die Toilette oder die Waschmaschine damit zu betreiben, bietet sich eine Filteranlage mit Ionenaustauscher an. Mit diesem System wird hartes Wasser – also Wasser mit sehr hohem Kalkgehalt – weicher und somit besser für die Leitungen. Moderne Ionenaustauscher ersetzen Kalzium und Magnesium durch Natrium-Ionen, die für die Geräte ungefährlich sind. Solche Filteranlagen für das gesamte Haus kosten rund 3500 Franken.

Besonders in der Nordschweiz ist das Leitungswasser sehr hart – Informationen zur Härte des Wassers in Ihrer Wohngegend finden Sie unter wasser-härter.ch.

Lokale Filtermaschinen als Alternative

Statt einer Filteranlage für das gesamte Haus können Sie auch zu lokalen Alternativen greifen. Um etwa einem Wasserrohrbruch vorzubeugen, können Sie in eine neue Geschirrspül- und Waschmaschine mit eingebautem Ionenaustauscher investieren.

Und auch Tischfilter machen Ionenaustausch. Sie tun dies mithilfe sogenannter Aktivkohle. Das hat den Vorteil, dass sie dem Wasser auch Chlor, Blei und Kupfer entziehen. Diese Substanzen sind besonders bei alten Rohren vermehrt im Leitungswasser zu finden. All das wird in der Filterkartusche aufgefangen. Diese muss regelmässig ersetzt werden (Filterkrüge z. B. von Brita, in verschiedenen Grössen und Preisen).

Es gibt auch Filtermaschinen, die rein mechanisch arbeiten – beispielsweise zur Installation am Wasserhahn. Da sie lediglich Kalkkristalle und andere physische Teilchen wie Sand filtern, bleibt die Wasserhärte in diesem Fall aber unverändert. Denn die Menge des im Wasser gelösten Kalks bleibt gleich – dieser setzt sich lediglich nicht mehr an den Wänden von Teekrügen oder Kaffeekannen ab. Das bedeutet auch, dass sich der Geschmack des Wassers nicht verändert. Viele Leute schwören nämlich, dass der Espresso mit hartem Wasser besser schmeckt.

Die einfachste Art eines mechanischen Wasserfilters ist übrigens ein Kaffeefilter. Kochen Sie einfach Wasser auf und giessen Sie es anschliessend durch den Filter. Je sicherer Sie sein wollen, dass es möglichst wenig Kalk im Wasser hat, desto öfter wiederholen Sie diesen Prozess.

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Fazit: Wasser ist ein komplexes Thema. Es lohnt sich, die eigenen Bedürfnisse genau und vorausschauend abzuklären, bevor Sie sich für fixe Installationen entscheiden. Eine Regenwassernutzungsanlage bedeutet zwar hohe Investitionskosten, diese können sich auf lange Sicht jedoch lohnen. Bei einer modernen Wasserfilteranlage für das gesamte Haus ist es hingegen sinnvoll, auch Alternativen in Betracht zu ziehen.

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