Eine Frau sitzt mit einer Tasse in der Hand in einer Decke am Fenster und schaut hinaus.
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Bauen und Kaufen

Ölheizung: Funktionsweise, Installation und Kosten

Thomas Bott

Wie die zuletzt 2017 erhobenen Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen, ist die Ölheizung in der Schweiz noch immer die am weitesten verbreitete Art der Wärmegewinnung. Doch nicht immer sind die in den Haushalten verbauten Heizsysteme auf dem neusten technologischen Stand. Es kann sich also für die Umwelt und das Portemonnaie lohnen, über eine Heizungserneuerung nachzudenken. Doch auch wer ein neues Haus oder eine energetische Umstellung plant, zieht Öl als Quelle für Energie vielleicht in Betracht. Hier erfahren Sie, wie die Ölheizung funktioniert, welche Vor- und Nachteile sie hat, wie hoch die Kosten sind und ob sie sich lohnt.

Ölheizung: Bestandteile und Funktionsweise

Der grundsätzliche Aufbau einer Ölheizung ist nicht sehr kompliziert. Nur ein paar wichtige Komponenten braucht es, um mit dem Rohstoff Wärme zu erzeugen.

  • Öltank: Er beinhaltet das zur Verbrennung benötigte Heizöl, das er an den Brenner weiterleitet. Doppelwandig gebaut ist der Öltank sehr robust. Er ist in verschiedenen Grössen und Formen erhältlich. Beim Beheizen eines durchschnittlichen Einfamilienhauses sollte der Tank über eine Kapazität von mindestens 3000 Liter Öl verfügen.
  • Ölkessel mit Brenner: Im Herzstück der Heizung entsteht durch die Verbrennung des Rohstoffes Hitze. Diese gibt ein Wärmetauscher an das Heizwasser weiter. Heutige Systeme setzen auf Brennwerttechnik. Mehr dazu jedoch später.
  • Regelung: Damit die Ölheizung die benötigte Wärme liefert, braucht es eine Steuerung. Sie regelt die Menge an Heizöl, die in den Brenner gelangt, und die Verteilung der Wärme im Haus.
  • Umwälzpumpe: Diese Komponente pumpt das erhitzte Wasser durch die Leitungen in die einzelnen Heizkörper und führt kältere Flüssigkeit zurück. Sie hält den Wasserkreislauf aufrecht, damit immer die gewünschte Temperatur gegeben ist.
  • Abgassystem: Bei der Verbrennung des Öls entstehen Abgase. Diese leitet das Abgassystem gefiltert an die frische Luft.
Ein Handwerker führt Arbeiten am Schornstein durch. Im Hintergrund sind ein Tal und Berge zu sehen.

Steigen Sie auf eine Brennwert-Ölheizung um, sind bauliche Veränderungen am Schornstein notwendig. Das sollten Sie bei der Planung berücksichtigen.

Brennwert-Ölheizung: mehr Effizienz durch moderne Technik

Bei alten Heizkesseln geht sehr viel Wärme über die Abluft verloren. Das macht klassische Ölheizungen sehr ineffizient. Nur etwa 70 Prozent der Energie lassen sich nutzen. Besser ist ein moderner Brennwertkessel als Ersatz, denn dieser arbeitet deutlich effizienter, indem er rund 95 Prozent der Energie nutzt. Die Brennwert-Ölheizung leitet das heisse Abgas an einem Wärmetauscher vorbei, der die Restwärme aufnimmt und in den Heizkreislauf zurückführt. Die aus dem Schornstein kommenden Gase sind somit deutlich kühler als bei alten Ölheizungen.

Durch diese starke Abkühlung entsteht allerdings auch Kondenswasser, welches das System abführen muss. Ein Wasserablauf ist deshalb notwendig. Besitzen Sie bereits eine Ölheizung, sind auch Veränderungen am Schornstein notwendig, denn die Abgasrohre sollten möglichst unempfindlich gegen Nässe und korrosionsbeständig sein. Ein gutes Material dafür ist deshalb beispielsweise Kunststoff.

Ein Heizkörper unterhalb eines Fensters in einem Raum im Dachgeschoss eines Hauses.

Bei einer Modernisierung der Heizung können die bisherigen Heizkörper in den Räumen bleiben. Sie funktionieren auch mit der neuen Technik.

Installation: Das braucht es für die Ölheizung

Tauschen Sie den alten Kessel gegen einen neuen mit Brennwerttechnik aus, brauchen Sie meist nicht mehr Platz einzuberechnen. Auch der alte Öltank kann, soweit er noch intakt ist, bleiben. Die oben erwähnten Veränderungen am Schornstein sollten Sie allerdings nicht vergessen, weil bei Brennwertsystemen mehr Feuchtigkeit (Kondensation) entsteht als bei anderen Systemen. Entscheiden Sie sich hingegen für eine Neuinstallation der gesamten Heizung, ist etwas mehr Planung notwendig. Der Tank nimmt viel Platz ein, gerade wenn Sie sich für ein Modell mit hohem Fassungsvermögen entscheiden.

Damit die Anlieferung kein Problem darstellt, ist auch ein einfacher Zugang zum Tank oder ein Füllstutzen am Haus notwendig. Der Kessel selbst steht im Idealfall auf gleicher Ebene. Die Installation erfolgt deshalb meist in einem grossen Kellerraum. Eine weitere Voraussetzung ist ein Schornstein, der für die Abgase der Ölheizung geeignet ist. Ein Heizungsbauer hilft Ihnen bei der platz- und bedarfsgerechten Planung des neuen Heizungssystems.

Blick auf einen modernen Brennwert-Kessel einer Ölheizung mit angeschlossenen Leitungen.

Der Kessel ist das Herzstück der Ölheizung. Daneben braucht es noch einen Tank zur Lagerung des Brennstoffes.

Kosten: Anschaffung und Betrieb der Heizung

Schaffen Sie sich eine neue Ölheizung an, fallen Kosten für den Heizkessel, den Tank, die Installation und möglicherweise bauliche Veränderungen am Gebäude an. Die Preise belaufen sich auf etwa 25 000 bis 35 000 Franken. Damit liegt die Ölheizung etwa gleichauf mit anderen Heizsystemen wie der Wärmepumpe oder einer Pelletheizung. Kaufen Sie hingegen nur einen neuen Brennwertkessel, ist mit etwa 10 000 Franken zu rechnen.

Die laufenden Kosten für die Ölheizung schwanken zum Teil stark. Das liegt an der Abhängigkeit vom aktuellen Ölpreis. Mit etwas Glück beziehen Sie Heizöl zu einem sehr günstigen Tarif. Es kann sich also lohnen, etwas mehr zu kaufen. Manche Nutzer einer Ölheizung kaufen genau deshalb einen grösseren Tank, um grössere Mengen des Brennstoffes günstig zu kaufen und zu lagern. Mitte 2020 lag der Preis für einen Liter Heizöl bei etwa 66 Rappen.

Ökologie: So wird die Ölheizung etwas besser für die Umwelt

Bei der Erzeugung, dem Transport und der Verbrennung von Öl entstehen umweltschädliche Stoffe. Dazu kommt, dass Erdöl ein endlicher Rohstoff ist – und somit auf lange Sicht nicht zukunftsfähig. Die Umweltbilanz ist bei einer Ölheizung also nicht besonders positiv. Um sie dennoch zu verbessern, sollte der Heizkessel auf dem neusten Stand der Technik sein. Im Idealfall sollte zudem Heizöl mit einem möglichst hohen Bioöl-Anteil zum Einsatz kommen.

Noch besser ist es, die Ölheizung an erneuerbare Energien zu koppeln. So arbeitet sie etwa gut mit einer Solarthermie-Anlage zusammen. Diese heizt immer dann, wenn genug Solarenergie verfügbar ist. Die Ölheizung stockt den Rest zur Deckung des Bedarfs auf. Für die Umwelt ist das ein sehr positiver Effekt. Alternativ ist auch die Kopplung an eine Geothermie-Heizung möglich. Zwar verursacht ein zweites System mehr Kosten, dafür sind auch Einsparungen, etwa beim Heizöltank, möglich.

Fazit: Die Modernisierung lohnt sich, die Neuanschaffung vielleicht nicht

Die Anschaffung einer neuen Ölheizung ist mit hohen Kosten verbunden, zumal sie im Idealfall an ein umweltfreundlicheres System mit erneuerbaren Energien gekoppelt ist. Sie sollten sich deshalb genau überlegen, ob Sie nicht gleich ein anderes Heizungssystem wählen.

Wollen Sie Ihre alte Ölheizung modernisieren, lohnt sich das allein schon durch die stark verbesserte Effizienz moderner Brennwerttechnik. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn der Preis für Heizöl könnte in Zukunft stark ansteigen. Die meisten Länder wollen den fossilen Rohstoff schliesslich immer unattraktiver machen.

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