Garten

Nistkasten selber bauen: So geht’s

Arne Schätzle

Viele Vögel finden heute keine ausreichenden Nistmöglichkeiten mehr. Mit einem Nistkasten helfen Sie ihnen, einen geschützten Platz für den Nachwuchs zu finden.

Ein Nistkasten hängt an einem Baum
© Getty Images

In diesem Artikel

Warum einen Nistkasten aufstellen?

Nistkästen können Sie im Fachhandel, im Baumarkt und im Onlineshop kaufen. Dort finden Sie für viele Vogelarten passende Nistkästen. Aber Sie können natürlich auch selber einen Nistkasten bauen. Zu Säge, Schraubenzieher und Hammer zu greifen, ist eine kreative Beschäftigung, die Sie sogar zusammen mit Ihren Kindern angehen können.

Gleichzeitig helfen Sie den heimischen Vögeln, denn viele von ihnen finden heute keine ausreichenden Nistmöglichkeiten mehr. Unter anderem, weil alte und morsche Bäume oftmals gefällt werden, um Gefährdungen auszuschliessen. Gerade in diesen morschen Bäumen aber haben viele Vögel gern ihre Nester gebaut. Künstliche Baumhöhlen in Form von Nistkästen stellen daher eine Hilfe für viele Vogelarten und einen kleinen Beitrag zum Vogelschutz dar.

Nistkasten: Was ist zu beachten?

Nistkästen müssen innen trocken und dunkel und so angebracht sein, dass die natürlichen Feinde der Vögel wie Greifvögel, Katzen und Eichhörnchen sie nicht erreichen können. Auch grössere, überhängende Äste sollten sich nicht in unmittelbarer Nähe des Kastens befinden.

Den Nistkasten bringen Sie für Vögel gut sicht- und erreichbar in Ihrem Garten an. Auch vor Wind und praller Sonne sollte er geschützt sein. Idealerweise richten Sie ihn nach Osten oder Südosten aus. Beachten Sie auch, dass Jungvögel viel Ruhe benötigen.

Sie können auch zwei oder mehr Nistkästen in einem Garten anbringen. Achten Sie aber darauf, dass diese ausreichend Abstand zueinander haben, damit die brütenden Tiere genügend Nahrung für sich und ihren Nachwuchs finden. Das Revier von Meisen beispielsweise ist zwischen 1000 und 1500 Quadratmetern gross.

Wenn Sie das bunte Treiben um den Nistkasten herum miterleben möchten, eignet sich die Montage auf einem Pfahl sehr gut. Achten Sie dabei auf eine Höhe von 1,50 bis 1,80 Meter und darauf, dass die Oberfläche des Pfahls glatt ist, damit andere Tiere, beispielsweise Eichhörnchen, nicht daran hochklettern können. Wenn Sie heimischen Vögeln die Nahrungsaufnahme im Winter erleichtern möchten, stellen Sie zudem ein Vogelhaus auf.

Nistkästen richtig reinigen

Im Spätsommer oder im Herbst sollten Sie den Nistkasten reinigen, damit er für die kommenden Gäste vorbereitet ist. Auch wenn im aktuellen Jahr noch keine Vögel in Ihrem Nistkasten gewohnt haben, müssen Sie diesen dennoch säubern. Unter Umständen haben sich dort zuvor Siebenschläfer oder Schmetterlinge eingerichtet.

Beim Reinigen sollten Sie Handschuhe tragen, da sich im Inneren Flöhe, Milben und Fliegen befinden können. Entfernen Sie das alte Nest und bürsten Sie den Kasten gründlich aus. Auf Wasser oder Reinigungsmittel können Sie dabei verzichten.

Ein Nistkasten wird mit einem Handfeger gereinigt.

Spätestens im Herbst reinigen Sie den Nistkasten, damit er für die neuen Bewohner gesäubert ist.

Verschiedene Arten von Nistkästen

Je nach Vogelart gibt es passende Nistkästen, die auf die Bedürfnisse der Vögel abgestimmt sind. Im Folgenden stellen wir Ihnen die gängigsten Kästen vor.

Höhlenbrüterkasten

Die bekannteste Nisthilfe ist der sogenannte Höhlenbrüterkasten. Üblicherweise finden darin Kleinvögel wie Meise, Sperling, Zaunkönig und Wendehals ein Zuhause. Die geschlossenen Kästen haben in ihrer Vorderseite ein Einflugloch. Der Durchmesser dieses Eingangs bestimmt, welche Vogelart hier Einlass findet. Die nötigen Abmessungen finden Sie weiter unten in diesem Beitrag. Die Nistkästen für Höhlenbrüter befestigen Sie an Ästen, am besten in einer Höher von zwei bis zehn Metern.

Im Höhlenbrüterkasten nisten:

  • Blaumeise
  • Kohlmeise
  • Sumpfmeise
  • Star
  • Kleiber
  • Trauerschnäpper
  • Wendehals
  • Feldsperling
  • Haussperling

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Halbhöhlenbrüterkasten

Vögel, die nicht in geschlossenen Höhlen, sondern in Spalten, Nischen und Halbhöhlen ihre Nester bauen, benötigen einen Halbhöhlenbrüterkasten. Der Nistkasten ist an seiner Rückseite geschlossen, vorne genügt es, wenn er nur zur Hälfte verkleidet ist. Den Zweck einer Nischenbrüterhöhle erfüllt auch ein geschlossener Nistkasten mit mehreren Einfluglöchern. Der Kasten für Halbhöhlenbrüter und Nischenbrüter sollte an einem geschützten Ort befestigt werden, damit die Brutvögel vor Eichelhähern und Elstern geschützt sind.

Im Halbhöhlenbrüterkasten nisten:

  • Rotkehlchen
  • Zaunkönig
  • Bachstelze
  • Gartenrotschwanz
  • Grauschnäpper

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Baumläuferkasten

Der Baumläufer baut sein Nest am Baum in Spalten oder hinter loser Rinde. Auch seine Nisthilfe sollte möglichst an einem Laubbaum befestigt sein. Die Nistkästen werden in drei bis vier Metern Höhe angebracht und haben eine seitliche Öffnung. So können sie von den Vögeln leicht erreicht werden.

Im Baumläuferkasten nisten:

  • Waldbaumläufer
  • Gartenbaumläufer

Spatzenhaus

Auch Spatzen sind mittlerweile im Stadtbild immer seltener geworden. Die meisten Wohnungen sind heute saniert und gut gedämmt, dadurch ging der natürliche Brutraum der Spatzen an Hausfassaden und Dachgiebeln verloren. Spatzen brüten ungern allein, daher wird ihnen ein grosser Nistkasten mit mehreren Einfluglöchern am besten gerecht.

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Mauerseglerkasten

Auch für den Mauersegler wird es immer schwieriger, sein Nest an den Aussenwänden von Gebäuden anzubringen. Um ihm Unterschlupf zu gewähren, sollten Sie unter dem Hausdach drei bis fünf Kästen anbringen. Der Mauersegler bevorzugt Nistplätze, die er direkt anfliegen kann, daher sollten Sie eine Höhe von sechs Metern beim Mauerseglerkasten nicht unterschreiten.

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Einflugloch des Nistkastens

Neben dem Aufstellungsort bestimmt vor allem der Durchmesser des Einfluglochs, welche Vogelart Zugang zum Nistkasten hat:

  • Durchmesser in mm
  • Vogelart
  • 28
  • • Blaumeise • Tannenmeise
  • 32
  • • Kohlmeise • Haubenmeise
  • 34
  • • Feldsperling • Haussperling • Kleiber • Trauerschnäpper • Gartenrotschwanz
  • 45
  • • Star • Buntspecht • Wendehals
  • 80
  • • Dohle • Hohltaube
  • 130
  • • Waldkauz

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Material

Verwenden Sie am besten 20 Millimeter dickes, ungehobeltes Holz. Am haltbarsten sind Eichen-, Robinien- und Lärchenholz. Auch Kiefer- oder Fichtenbretter sind für den Nistkasten noch eine gute Wahl. Wir beschreiben das Vorgehen am Beispiel eines Nistkastens für die Blaumeise. Dieses Material benötigen Sie für den Bau eines Nistkastens:

  • 2 Bretter für die Seitenwände
  • 1 Brett für die Rückwand
  • 1 Brett für die Vorderseite
  • 1 Brett als Dach
  • 1 Brett als Boden
  • altes Rindenstück zum Verkleiden des Daches
  • 18 Senkkopfschrauben zum Verschrauben der Bretter
  • 4 kurze Senkkopfschrauben zum Befestigen der Rinde
  • 2 Schraubhaken zum Anbringen des Vogelhauses
  • 2 Schraubösen zur Befestigung am Baum

Werkzeug

Für den Bau legen Sie am besten folgendes Material auf Ihrer Werkbank bereit:

  • Stichsäge
  • Bohrmaschine
  • Holz- und Forstnerbohrer
  • Akkuschrauber und Bits
  • Holzraspel und Schleifpapier
  • Anschlagwinkel
  • Massband
  • Bleistift

Eine Bauanleitung der Schweizerischen Vogelwarte Sempach für den weitverbreiteten Höhlenbrüterkasten finden Sie hier.

Ein Junge bemalt einen Nistkasten, hinter ihm steht sein Vater und hält den Nistkasten.

Mit einem Nistkasten helfen Sie nicht nur den Vögeln. Wenn sie ihn selber bauen, haben Sie ausserdem ein spannendes Projekt, das Sie gemeinsam mit Ihren Kindern angehen können.

Abmessungen der Nistkästen

Die Vogelwarte Sempach empfiehlt folgende Masse für Nistkästen (Angaben in Zentimeter, Holzstärke 2 Zentimeter):

  • Vogelart
  • Dach
  • Seitenwand
  • Front
  • Boden
  • Rückwand
  • Flugloch
  • Blau-, Sumpf-, Hauben- und Tannenmeise
  • 20×20
  • 25×17×28
  • 25×13
  • 13×13
  • 28×13
  • 2,6–2,8
  • Kohlmeise, Trauerschnäpper, Feldsperling, Haussperling, Kleiber
  • 22×22
  • 25×18×28
  • 25×14
  • 14×14
  • 28×14
  • 3,0–3,2
  • Gartenrotschwanz
  • 22×22
  • 25×18×28
  • 25×14
  • 14×14
  • 28×14
  • 3,0×4,5 (senkrecht oval)
  • Star
  • 24×24
  • 30×20×34
  • 30×16
  • 16×16
  • 34×16
  • 4,5–5,0
  • Hohltaube
  • 27×27
  • 35×22×40
  • 35×18
  • 18×18
  • 40×18
  • 7,0×8,5 (oval)
  • Dohle
  • 27×27
  • 35 22×40
  • 35×18
  • 18×18
  • 40×18
  • 8,0
  • Waldkauz
  • 35×35
  • 44×29×50
  • 44×25
  • 25×25
  • 50×25
  • 12

Bauteile für Nistkasten zuschneiden

Zunächst beginnen Sie mit dem Zuschnitt. Verwenden Sie dafür am besten eine Stichsäge oder eine kleine Handkreissäge. Wenn Sie das Brett zuvor in eine Werkbank einspannen, verrutscht es beim Sägen nicht. Sägen Sie aufgrund der Dachneigung die beiden Seitenteile am oberen Ende so zu, dass sie vorne vier Zentimeter kürzer sind als hinten.

Einflugloch anbringen

Damit der Vogelnachwuchs vor Feinden geschützt ist, bringen Sie das Einflugloch mindestens 17 Zentimeter über dem Kastenboden an. Berücksichtigen Sie bei der Berechnung auch die Dicke der Bodenplatte und setzen Sie die Markierung am besten für die Unterkante des Einfluglochs bei 20 Zentimetern. Am besten verwenden Sie einen sogenannten Forstnerbohrer mit 25 Millimetern Durchmesser und bohren damit ein kreisrundes Einflugloch. Mithilfe einer Holzraspel erweitern Sie die Öffnung anschliessend auf bis zu 28 Millimeter – je nachdem, welche gefiederten Gäste Sie erwarten.

Ablauflöcher in die Bodenplatte bohren

Damit sich im Nistkasten keine Feuchtigkeit ansammelt, bohren Sie in die Bodenplatte zwei versetzt angeordnete Ablauflöcher von sechs Millimetern Durchmesser.

Nistkasten montieren

Nun sind alle Bauteile fertiggestellt und Sie können den Nistkasten zusammenbauen. Am einfachsten geht es, wenn Sie den Nistkasten mit einem Akku-Schrauber zusammenfügen. Pro Kante verwenden Sie jeweils zwei Senkkopfschrauben. Lediglich in das vordere Brett kommt nur eine Schraube auf jeder Seite, etwa auf Höhe des Einfluglochs, sonst können Sie die Front später nicht aufklappen. Alternativ können Sie auch Nägel verwenden. Zum Schluss befestigen Sie das Dach des Nistkastens an der Rückwand und an den Seitenwänden – fertig! Nun können Sie das Vogelhaus an einem geeigneten Platz in Ihrem Garten aufhängen.

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