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Neues Gewand für hässliche Heizkörper

Sira Huwiler-Flamm

Besonders alte Heizungen sehen oft unschön aus. Hinter einer Heizkörperverkleidung kann man die Metallkästen verstecken – oder sie durch Designvarianten ersetzen. Ein Experte gibt Tipps.

Hinter einer Verkleidung mit Lochmuster versteckt sich ein alter Heizkörper.
© Getty Images

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Praxistauglichkeit versus Ästhetik

Vergilbte gusseiserne Staubfänger hängen auch heute noch in vielen Schweizer Häusern – dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, alten Heizkörpern eine Schönheitskur zu verpassen: Man kann sie entweder hinter Verkleidungen verstecken oder durch moderne Varianten ersetzen. «Der Schönheitsaspekt von Heizkörpern beschäftigt viele Eigenheimbesitzer», weiss Robert Diana, Leiter Fachbereich Heizung beim Schweizerisch-Liechtensteinischen Gebäudetechnikverband suissetec. Doch damit die Energieeffizienz gewährleistet bleibt, gebe es einiges zu beachten.

Heizkörperverkleidungen: Darauf kommt es an

Beliebt sind zum Beispiel Heizkörperverkleidungen. Gekonnte Hobbyheimwerkerinnen und Hobbyheimwerker können mit Holz oder Metall, Korbgeflecht oder Streckmetallgittern ein Gewand für die unschöne Heizung in der Stube bauen. Von weiss getünchten Varianten im romantischen Landhausstil bis hin zu groben Metall- oder Edelrost-Abwandlungen im Industrial-Look ist alles möglich.

Eine hölzerne Wand mit Rillen verbirgt einen alten Heizkörper hinter sich. Davor ist ein Tisch zu sehen, daneben ein schwerer Vorhang.

Egal ob Holz oder Metall – beide Materialien eignen sich für Heizkörperverkleidungen. Wichtig sind Löcher oder Rillen, damit die Luft zirkulieren kann.

Aber Achtung: «Die Verschalung muss in jedem Fall Löcher oder Rillen haben und gewisse Mindestabstände im Sockelbereich, oben und an den Seiten, müssen eingehalten werden, damit die Luftzirkulation gewährleistet ist», sagt der Heizungsexperte. Auch rund um das Thermostatventil muss die Luftzufuhr gewährleistet sein, damit sich keine Stauwärme bildet und das Temperaturmessergebnis nicht verfälscht wird. Er rät dazu, sich in den technischen Unterlagen des Heizkörperherstellers zu erkundigen: «Die meisten Hersteller bieten konkrete Angaben zu Mindestabständen und Wärmeverlust im Falle einer Verkleidung an – oft sogar samt Skizzen.»

Bei Neubauten sollten Verschalungen direkt in den Innenausbau eingeplant werden. Bei bestehenden Bauten sei die Nachrüstung möglich, aber etwas schwieriger: «Nicht alle Heizkörper sind für Verkleidungen gleich gut geeignet, Konvektoren benötigen zum Beispiel noch mehr Raum zur Luftzirkulation», sagt Robert Diana und ergänzt: «Im Zweifelsfall sind Interessenten bei Heizungsfachleuten am besten beraten – sie wissen, worauf es beim jeweiligen Heizkörper konkret ankommt und können die Planung und Verkleidung übernehmen.»

Egal ob man die hässliche Heizung mit Metall oder Holz umhüllt: «Ein gewisser Leistungsverlust geht damit immer einher», so der Experte. Deshalb empfehle suissetec, stattdessen neue Heizkörperalternativen zu prüfen: «Langfristig kann eine Neuanschaffung sogar günstiger sein.»

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Unsichtbare Heizung: Das hat der Markt zu bieten

Seit einigen Jahren vor allem bei Neubauten immer beliebter sind Fussbodenheizungen. «Sie haben die Vorteile, dass sie unsichtbar sind und Platz sparen», so Diana, «ausserdem sind sie extrem energieeffizient, weil sie die Temperatur gleichmässig im Raum verteilen.» Aber die Baukosten sind bei Umbauten hoch, wenn dabei komplette Böden aufgerissen und Warmwasserleitungen verlegt werden müssen.

Eine beinahe ebenfalls unsichtbare Alternative sind Wärmewände. Und ähnlich wie ein urchiger Kachelofen von anno dazumal gibt eine solche an die Wand angebrachte, flache Heizung eine wohlige langwellige Wärmestrahlung in den Raum ab. Wer seine Glieder in der kalten Jahreszeit daran aufwärmen möchte, kann sich daran schmiegen – und sich an die Kindheitstage mit Grossmamis Kachelofenwärme zurückerinnern.

Moderne Designheizkörper: Alles ist möglich

«Für alle, die nicht zu sehr aufs Geld schauen müssen, gibt es heutzutage schier grenzenlose Möglichkeiten», weiss der Fachmann – von Heizungen, die sich im Treppengeländer verstecken, bis hin zu Designheizkörpern, die wie künstlerische Skulpturen den optischen Ton im Raum angeben.

Ästhetikfreunde, Designliebhaberinnen und angesagte Architekten setzen zunehmend auf die vielseitigen Möglichkeiten, die niemand mehr als hässlichen Staubfänger bezeichnen würde. Opulente Wandspiegel, grosszügige Wandgemälde und im Raum stehende Säulen werden plötzlich zur versteckten Wärmequelle – und zum extravaganten Blickfang.

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Fazit: Möglichkeiten für jedes Portemonnaie

Eine behagliche Wärme ist besonders in der kalten Jahreszeit wichtig. Alte Heizkörper sind aber nicht immer schön. Die gute Nachricht: Heizungen müssen nicht mehr hässlich sein und erduldet werden. Mit Geschick und Fachwissen können sie entweder individuell verkleidet oder durch neue Varianten ersetzt werden – die Möglichkeiten sind vielseitig und bieten für jeden Einrichtungsstil das Passende.

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