Ein zweistöckiges Modulhaus in einer Neubausiedlung.
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Bauen und Kaufen

Modulhaus: eine Immobilie, die mitwächst

Arne Schätzle

Flexible Bauweise bei reduziertem Platzangebot – Modulhäuser sind variable Minimalisten. Aber auch wer sich nicht mit der Idee anfreunden mag, dauerhaft auf rund 50 Quadratmetern zu leben, sollte sich das Konzept Modulhaus einmal genauer anschauen. Denn auch für die vierköpfige Familie bietet diese Art des Fertighauses interessante Möglichkeiten. Sie werden überrascht sein – und vielleicht ja sogar inspiriert.

Warum das Modulhaus mehr ist als ein kompaktes Singlehaus

Modulhäuser sind Fertighäuser, oftmals mit einer Wohnfläche zwischen 40 und 60 Quadratmetern. Die einzelnen Module sind in der Regel kastenförmig, mit einem Flachdach ausgestattet und circa vier Meter hoch.

Bei Bedarf können Sie weitere Elemente anbauen, sodass das Haus mit Ihrer Familie mitwächst. Selbst die Aufstockung um weitere Geschosse ist möglich. Ein Modulhaus kann auch mit Ihnen umziehen: Es lässt sich am einen Ort ab- und am anderen wieder aufbauen.

Das klassische Modulhaus richtet sich aufgrund seiner geringen Grösse vor allem an Singles und Paare. Aber inzwischen gibt es diese Art der Fertighäuser auch in ganz anderen Abmessungen. Die Wohnfläche einiger Häuser ist mittlerweile durchaus mit der eines Einfamilienhauses vergleichbar: Einige Anbieter haben Bungalows mit über 100 Quadratmetern im Angebot. Damit sind Modulhäuser auch für grössere Familien interessant.

Ein Modulhaus in den Farben Orange, Gelb und Grau.

Grosse Fensterfronten, Balkon und eine Wandverkleidung in auffälligen Farben: Bei der Gestaltung bieten Modulhäuser viele Möglichkeiten.

Modernes Wohnen in vielen Variationen

Vorwiegend in Holzbauweise gefertigt, mit Wand- und Deckenelementen aus Stahl oder Aluminium, sind die Bungalows in der Regel ab Werk bezugsfertig – die Vollausstattung ist meist inklusive. Die Preise sind je nach Region sehr unterschiedlich. Ein schlüsselfertiges Haus mit 76 Quadratmetern Grundfläche können Sie ab 250 000 Franken erwerben, Häuser mit 105 Quadratmetern Grundfläche kosten bis zu 500 000 Franken.

Wer sich unter einem solchen Modul nur einen besseren Container vorstellt, wird erstaunt sein, in welch ansprechenden, modernen und hochwertigen Designs die Häuser mittlerweile daherkommen: Der Traum von einem grosszügig angelegten Bungalow mit Stil lässt sich auch mit der Modulbauweise umsetzen. Grosse Glasfronten für lichtdurchflutete Räume? Kein Problem. Holzfassade oder Weissputz? Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Materialien. Dachbegrünung oder Solarpanel? Beides ist machbar. Schliesslich haben bereits die Architekten des Bauhausstils gezeigt, dass auch serienmässig gefertigte Bauteile hohen Ansprüchen gerecht werden können.

Modulhaus: Vorteile und Nachteile

Als die grössten Vorteile eines Modulhauses sehen wir die folgenden:

Das Haus wird fertig geliefert

Die Bauzeit ist bei einem Modulhaus kürzer als bei einem Massivhaus: Von der Bestellung bis zur Lieferung sind es in der Regel nur sechs bis zwölf Monate. Der Aufbau geschieht meist innerhalb eines Tages.

Sie wohnen nachhaltiger

Da es sich beim Modulhaus oft um Niedrigenergiehäuser mit moderner Dämmung handelt, ist der Energieverbrauch gering. Das verringert auch die Betriebskosten. Doch schon der Bau eines Modulhauses kann nachhaltiger sein als bei manchen anderen Immobilien. Der Grund: Die serielle Herstellung in der Modulbauweise ermöglicht es den Herstellern, präzise zu kalkulieren, das Material optimal zu nutzen und wenig Verschnitt zu produzieren.

Als Bewohnerin und als Bewohner bleiben Sie flexibel

Sie binden sich mit einem Modulhaus nicht langfristig an einen Wohnort. Wenn Sie umziehen möchten, nehmen Sie Ihr Haus einfach mit. Und individuell wachsen kann es auch: An die Seite oder auf das Dach passt immer eine weitere Wohneinheit.

Als Nachteile von Modulhäusern werden häufig die folgenden Punkte genannt:

Nicht überall sind Modulhäuser erwünscht

In manchen Baugebieten mit traditionellen Bebauungsplänen dürfen Modulhäuser nicht aufgestellt werden, da sie sich mit ihrem Design oft nicht genug in die bestehende Architektur einfügen.

So einfach ist der Transport auch wieder nicht

Wir haben die Flexibilität eines Modulhauses als einen der grossen Vorteile genannt. Stimmt auch. Aber: Das Haus rasch von A nach B zu bringen, stellt sich nicht gerade als einfaches Unterfangen dar. Die meisten Modulhäuser können nur als Sondertransport mit einer Schwerlastzugmaschine bei Nacht bewegt werden. Hinzu kommen die Kosten des Transports. Und diese steigen je nach Länge der Strecke und den Abmessungen des Hauses.

Die Lebensdauer von Modulhäusern ist umstritten

Eine Studie in Neuseeland und Australien hat ergeben, dass die durchschnittliche Lebensdauer von Modulhäusern rund 60 Jahre beträgt. Für das Bewohnen durch eine Generation reicht das zwar aus, aber zum Vererben an die Kinder und somit als Kapitalanlage ist das Modulhaus damit vermutlich weniger gut geeignet als ein herkömmliches Haus. Allerdings: Einige Modulhausanbieter widersprechen dieser Angabe und betonen, dass die Lebensdauer mit einem massiv gemauerten Haus vergleichbar sei.

Vier Lebenssituationen, zu denen Modulhäuser passen

Sie merken: Ein Modulhaus ist mittlerweile für Menschen jeden Alters und nicht nur für Singles eine Option. Wir zeigen Ihnen hier vier interessante Nutzungsszenarien:

1. Junge Paare ohne Kinder: Umzüge inklusive

Bei Paaren, die am Anfang ihres Berufs- und Familienlebens stehen, sind oft noch viele Fragen offen: Sie wissen nicht, wieviel Platz sie in Zukunft für den Nachwuchs benötigen, auch können sie sich zu Beginn ihrer beruflichen Karriere eventuell noch nicht langfristig auf einen fixen Wohnort festlegen. Mit einem Modulhaus bleiben Paare in dieser Situation flexibel. Sie können erst einige Jahre im Appenzell leben und danach wieder zurück nach Freiburg ziehen – ihr Minihaus nehmen sie einfach mit. Und sie können es bei Bedarf jederzeit erweitern.

2. Das erste Kind kommt: mehr Platz für die Familie

Die Familie wächst, die berufliche Situation ändert sich, das Haus wird langsam zu klein. Vielleicht benötigt eines der Elternteile auch ein Arbeitszimmer im Haus. Weil das bestehende Haus zu wenig Räume bietet, soll ein Anbau her: Ein Modulhaus, das elegant an das bereits bestehende Haus andockt.
Das Modulhaus taugt aber nicht nur als Anbau für Kinderzimmer oder als Arbeitszimmer, auch andere Nutzungsmöglichkeiten sind denkbar: eine eigene Werkstatt, ein Tonstudio, ein Yoga-Studio – oder vielleicht auch ein Seminar-, Praxis- oder Therapieraum.

3. Das Ruhebedürfnis steigt: die Design-Gartenlounge

Gartengeräte, Blumentöpfe, Rasenmäher und Saatgut – an all das denken wir meistens, wenn wir die Begriffe «Gartenhaus» oder «Gartenhäuschen» hören. Aber es geht auch anders: Ein Modulhaus im modernen Design ist die Alternative zur klassischen Blockhütte. So ein Minihaus kann eine zeitgemässe Gartenlounge für Grillpartys mit Freunden sein – oder ein Rückzugsort inmitten eines liebevoll angelegten Gartens.

Ein kleines Modulhaus mit Holzeingang inmitten der Natur.

Ein kleines Modulhaus ermöglicht als Ferienhaus im Grünen eine Auszeit vom Alltag.

4. Die Eltern werden älter: flexibles Mehrgenerationenhaus

Bei vielen Paaren ist das Älterwerden der Eltern ein grosses und belastendes Thema. Oftmals wird den Eltern das eigene Haus ab einem bestimmten Zeitpunkt zu gross, zu teuer und zu mühsam. Dann ziehen sie oft gern wieder in die Nähe ihrer Kinder und Enkelkinder. Auch hier kann ein Modulhaus auf dem gleichen Grundstück eine gute Lösung sein. Ein einstöckiges Modulhaus lässt sich übrigens auch barrierefrei gestalten.

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