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Lampen montieren: Schritt für Schritt zum Ziel

Jana Janssen

Sie haben eine Deckenlampe oder Leuchte für die Wand gekauft und fragen sich, ob Sie diese selbst anschliessen und befestigen können? Ja, das können Sie – wenn Sie ein paar wichtige Sicherheitsvorkehrungen beachten. Welche das sind und wann Sie doch lieber einen Elektriker mit der Installation beauftragen sollten, erfahren Sie in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Ein Mann steht auf einer Leiter und hat eine Deckenlampe in der Hand. Eine Frau steht daneben und deutet auf die Decke.
© Getty Images/Westend61

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Neue Lampe selbst montieren – kann ich das?

Ja, auch Laien dürfen Lampen in ihrem Zuhause anbringen. Vorausgesetzt, die Spannung beträgt nicht mehr als 230 Volt – das sollte auf Ihren privaten Haushalt zutreffen – und Sie schalten vorher die Sicherung ab, sodass auf der entsprechenden Leitung kein Strom mehr fliesst.

Eigentlich ist das Anbringen einer Lampe gar nicht so schwierig. Da aber Strom im Spiel ist, sollte immer gelten: Sicherheit geht vor. Denn ein Stromschlag kann lebensgefährlich sein. Und auch beim Sturz von der Leiter können Sie sich schwer verletzen. Darum ist es wichtig, ein paar Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Sollten Sie dennoch unsicher sein, rufen Sie lieber einen Elektriker. Er braucht zum Montieren der Leuchte nur wenige Minuten.

Werkzeug für die Montage – was brauche ich?

Keine Arbeit am Haus ohne das richtige Werkzeug. Das gilt besonders für Arbeiten an der Elektrik. Mit Phasenprüfern, Lüsterklemmen und Abisolierzange sind Sie hier auf der sicheren Seite.

  • Phasenprüfer: Der Phasenprüfer ist ein kleiner Schraubenzieher mit einer LED-Lampe am Ende. Mit ihm prüfen Sie, ob auf der entsprechenden Leitung noch Strom fliesst. In diesem Fall leuchtet die LED rot auf. Bevor Sie ihn einsetzen, können Sie an einer Steckdose seine Funktion testen. Gleichzeitig kommt er zum Einsatz, um die Lüsterklemmen zu öffnen und wieder festzustellen.
  • Lüsterklemmen: Diese Klemmen in einem Plastikgehäuse verbinden die Kabel aus der Decke oder der Wand mit den Kabeln der Lampe. Meist sind die Lüsterklemmen bereits vorhanden, insbesondere, wenn eine alte Lampe noch montiert ist.
  • Abisolierzange: Die Abisolierzange kommt zum Einsatz, wenn die Drähte aus Decke oder Wand noch nicht oder nicht mehr freiliegen. Mit der Zange schneiden Sie dann ein paar Millimeter der Isolierung weg, sodass Sie die einzelnen Drähte über die Lüsterklemmen gut mit der Lampe verbinden können.
  • Leiter: Wenn Sie Lampen an der Decke anbringen wollen, brauchen Sie natürlich auch eine Leiter. Achten Sie unbedingt auf einen sicheren Stand, damit sie nicht umkippt.
Ein Mann steht auf einer Leiter und bringt eine Deckenleuchte an. Er trägt einen Werkzeuggürtel.

Mit dem richtigen Werkzeug montieren Sie Ihre Lampe schnell und sicher.

Schritt 1: Sicherung abschalten

Damit Sie bei der Montage Ihrer Deckenlampe keinen Stromschlag bekommen, gilt als allererstes: Sicherung raus. Es reicht nicht aus, die Lampe über den Lichtschalter auszuschalten. Anschliessend prüfen Sie mit dem Phasenprüfer, ob Sie die richtige Sicherung ausgeschaltet haben. Dazu halten Sie das Gerät an die Drähte. Leuchtet das Licht der LED rot auf, fliesst noch Strom. Probieren Sie in diesem Fall eine andere Sicherung aus, bis Sie die richtige Sicherung gefunden haben.

Schritt 2: Demontage der alten Lampe

Hängt an der Decke oder der Wand bereits eine Lampe, müssen Sie diese natürlich entfernen. Je nachdem, wie sie befestigt ist, können Sie sie einfach abhängen oder Sie müssen die Halterung abschrauben. Entfernen Sie die Kabel der alten Deckenlampe, aber – falls vorhanden – nicht das kleine Plastikstück an der Verbindungsstelle. Dabei handelt es sich um die Lüsterklemme.

Schritt 3: Lüsterklemmen anbringen und Kabel verbinden

Sind keine Lüsterklemmen vorhanden, müssen Sie diese zunächst anbringen. Dazu öffnen Sie die Schrauben der Klemmen und führen die freiliegenden Enden der Kabel aus der Wand oder Decke in die dafür vorgesehenen Kanäle. Achtung: Öffnen Sie die kleinen Schrauben nicht zu weit, sie können sonst herausfallen. Liegen die Drähte nicht frei, verwenden Sie eine Abisolierzange.

Schauen Sie sich nun die Kabel genauer an. Wie viele sind vorhanden? Welche Farben haben sie? Je nach Alter des Gebäudes gibt es hier Unterschiede. In Neubauten finden Sie meist drei Kabel in folgenden Farben:

  • Schutzleiter oder Erdung (PE): Heute meist gelb-grün ummantelt, früher auch gelb-rot. In Altbauten kann diese fehlen.
  • Null- oder Neutralleiter (N): Hat heute gewöhnlich die Farbe Blau, kann in Altbauten aber auch grau oder gelb sein.
  • Pol- oder Phasenleiter (L): Heute überwiegend braun, häufig aber auch schwarz, seltener weiss oder rot.

Wichtig ist, dass Sie die Kabel von Lampe und Decke richtig miteinander verbinden. Die Farben beziehungsweise Bezeichnungen müssen übereinstimmen. Heisst: Das blaue Kabel zum blauen Kabel, das braune Kabel zum braunen Kabel und so weiter. Ausserdem sollten Sie die richtige Reihenfolge beachten:

  1. Schutzleiter
  2. Neutralleiter
  3. Phasenleiter

Sind die Kabel richtig verbunden, stellen Sie die Schrauben an den Lüsterklemmen fest.

Eine Frau verbindet mithilfe eines Schraubenziehers die Kabel einer Lampe mit denen der Decke.

Mit Lüsterklemmen und Schraubenzieher können Sie die Kabel der Lampe und Decke einfach miteinander verbinden.

In Ihrem Altbau sind nur zwei Stromkabel an der Decke oder Wand vorhanden? Fehlt der Schutzleiter, sollten Sie keine Lampen anbringen, die nicht selbst schutzisoliert sind. Das gilt vor allem für Lampen aus Metall.

Schutzisolierte Lampen brauchen keinen Schutzleiteranschluss, da der Schutzleiter in die Konstruktion integriert ist. Sie entsprechen der Schutzklasse II, die auf der Lampe ausgewiesen sein sollte. Diese erkennen Sie auch an dem Symbol mit zwei ineinanderliegenden Quadraten. Falls Sie sich unsicher sind, sollten Sie die Lampe lieber nicht montieren. Ansonsten gilt auch hier, die Kabel der gleichen Farbe beziehungsweise Art miteinander zu verbinden. Sollten Sie unsicher sein, um was für eine Lampe es sich handelt, kontaktieren Sie am besten eine Fachfirma.

Schritt 4: neue Lampe montieren

Je nachdem, um welche Art der Befestigung es sich handelt, müssen Sie die neue Lampe nun aufhängen oder die Halterung anschrauben. Schauen Sie dafür in die beiliegende Anleitung Ihrer Lampe. Müssen Sie neue Löcher bohren, achten Sie unbedingt darauf, dass Sie dabei keine Leitung treffen. In der Regel verlaufen die Leitungen waagrecht und senkrecht auf kürzestem Wege zum Lichtschalter. Aber gerade Altbauten können da tückisch sein. Um hundertprozentig sicherzugehen, verwenden Sie ein Prüfgerät, einen sogenannten Leitungssucher, um Leitungen aufzuspüren.

Schritt 5: Lampe testen

Ist Ihre Lampe montiert, drehen Sie das Leuchtmittel rein. Danach schalten Sie die Sicherung wieder ein, damit der Strom wieder fliesst. Nun sollte das Licht der Lampe leuchten. Ist das nicht der Fall, heisst es: Sicherung wieder aus, Glühbirne in einem anderen Raum testen, Verbindung der Kabel prüfen. Können Sie keinen Fehler finden, konsultieren Sie auch in diesem Fall am besten einen Elektriker.

Fazit: im Zweifel zum Elektriker

Das Installieren einer neuen Lampe ist nicht schwierig, wenn Sie sich an die Sicherheitsempfehlungen halten. Sind Sie sich unsicher oder haben Sie keinerlei Erfahrung mit handwerklichen Tätigkeiten, raten wir von Do-it-yourself ab. Sie sollten dann lieber eine Fachfirma mit der Elektroinstallation Ihrer Beleuchtung beauftragen. Über Houzy.ch beispielsweise erhalten Sie schnell Offerten von Elektrikern in Ihrer Nähe.

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