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Kinderzimmer streichen: Tipps zu Farben und Flächen

Torben Schröder

Ob Rosa oder Blau, Gelb oder Grün – über die Wandfarbe im Kinderzimmer entscheiden nur dann die Eltern, wenn die Kinder noch ganz klein sind. Je grösser der Nachwuchs wird, desto mehr will er auf die Farben und Muster im eigenen Reich Einfluss nehmen. Wir geben Tipps zu Farben, Motiven und individuellen Möglichkeiten, um das Kindezimmer zu streichen.

Nahaufnahme eines Kindes, das eine Wand mit blauer Farbe streicht. Im Hintergrund streicht eine Frau ebenfalls.
© Getty Images

In diesem Artikel

Das sollten Sie generell beachten

Bevor Sie direkt zu Eimer und Pinsel greifen, wollen wir Ihnen ein paar allgemeine Tipps mit auf den Weg geben.

  • Verträgliche Produkte verwenden: Sie sollten beim Streichen darauf achten, dass Sie unbedenkliche Farben verwenden. Im Kinder- oder Babyzimmer ist dies ganz besonders wichtig, da das Immunsystem der Kleinen noch nicht voll ausgebildet ist und sie empfindlicher auf künstliche Zusatzstoffe reagieren. Achten Sie also beim Kauf darauf, dass die Produkte die Umwelt-Etikette für Lacke, Farben und Putze der unabhängigen «Schweizer Stiftung Farbe» tragen und somit möglichst wenig Lösungsmittel, Weichmacher und Konservierungsstoffe enthalten.
  • Leicht anstatt kräftig streichen: Natürlich lieben Kinder möglichst bunte und kräftige Wandfarben. Das Kinderzimmer ist jedoch nicht nur ein Ort zum Toben und Spielen, sondern in vielen Fällen auch gleichzeitig der Raum zum Ruhen und Schlafen. Achten Sie bei der Farbwahl deshalb darauf, dass die Wandgestaltung nicht zu aufgeregt wirkt.
  • Akzentuieren anstatt überladen: Klar, Ihr Kind würde sich sicher im ersten Moment über den Plan freuen, das Kinderzimmer komplett in einem Farbton zu streichen. Aber Obacht: Schon nach kurzer Zeit könnte es sich an diesem eintönigen Look sattgesehen haben. Deshalb streichen Sie lieber mehrfarbig oder manche Wände nur halbhoch.

Die passende Farbe wählen

Grün wirkt beruhigend und Gelb erheiternd – das haben Sie sicher auch schon gehört. Jede Farbe hat auf uns einen psychologischen Effekt. Dieser ist bei Kindern noch stärker als bei Erwachsenen. Deshalb sollten Sie die Wandfarbe für das Kinderzimmer mit Bedacht wählen. Hier stellen wir Ihnen die Wirkungen vor.

Blau: entspannend und rein

Blautöne strahlen eine allgemeine Ruhe aus und wirken stresslösend. Deshalb eignen sie sich besonders im Schlafzimmer und auch im Kinderzimmer. Denn in der Regel prasseln draussen unentwegt Eindrücke auf Ihre Kinder ein, die sie dann zu Hause verarbeiten. Dabei hilft eine entspannte Atmosphäre. Auch für besonders ängstliche Kinder ist Blau die Wandfarbe, die Sie wählen sollten.

Grün: beruhigend und frisch

Ähnliche Attribute wie der Farbe Blau werden der Farbe der Natur, Grün, zugeschrieben. Sie vermittelt Frieden, Hoffnung, Harmonie und Erholung, wirkt dabei jedoch nicht ermüdend, sondern erfrischend. Dezent eingesetzte Grüntöne heben bei Kindern die Laune und fördern ihren Schlaf. Kräftige Grüntöne können belebend wirken.

Rot: animierend und stark

Das ganze Kinderzimmer rot zu streichen, sollten Sie eher vermeiden, denn die Wirkung dieser Farbe ist sehr stark – und zwar in mehrerer Hinsicht. Rot kann animierend und aktivierend wirken. Von daher bietet sich der Einsatz zum Beispiel in einer Ecke des Raums an, in der das Kind seinen Schreibtisch zum Lernen hat. Auch zurückhaltende Kinder können von der Wirkung profitieren. Im Umkehrschluss kann Rot aber im Extremfall Aggressionen hervorrufen.

Rosa: anregend und verspielt

In abgemilderter Form können Sie problemlos das ganze Zimmer rosa streichen, in kräftigerem Anstrich kann das Ergebnis – ähnlich wie bei der Farbe Rot – jedoch überladen und anstrengend wirken. Wer möchte, kann die Farbe auch auf Möbeln und Accessoires aufgreifen, um so ein stimmiges Raumkonzept zu schaffen.

Blick in ein Kinderzimmer mit rosa gestrichener Wand und einem Kinderbett.

Als dezent pastelliger Akzent lässt sich die Farbe Rosa gut mit Grau- und Weisstönen kombinieren, ohne aufdringlich zu wirken.

Gelb: erheiternd und selbstsicher

Der Farbe Gelb werden gemeinhin die Attribute der Sonne zugeschrieben: Sie wirkt erheiternd, freundlich und strahlt Wärme aus. Kinder werden dadurch in eine optimistische und selbstsichere Stimmung versetzt. Je dunkler die Gelbtöne ausfallen, desto eher begünstigen sie eine gemütliche Stimmung.

Lila: fördernd und ausgeglichen

In Pastelltönen wird Lila die gleiche beruhigende Wirkung zugeschrieben wie Blau. In kräftigerer Ausführung steigern lilafarbene Töne die Kreativität, fördern die Entschlussfreudigkeit und stellen das seelische Gleichgewicht her.

Orange: aktivierend und warm

Der Geheimtipp für das Kinderzimmer. Orangetöne fördern die Aufmerksamkeit und wirken aktivierend. Besonders bei schläfrigen Kindern kann das einen positiven Einfluss haben. Ins Erdige hineingehende Töne strahlen eine grosse Wärme, Gemütlichkeit und Geborgenheit aus.

Weiss: eher zu vermeiden

Ein weisses Kinderzimmer mag zwar in den Augen von uns Eltern sehr stylish aussehen – für die Entwicklung Ihres Kindes ist es jedoch nicht gerade hilfreich. Denn Farben und Kontraste fördern das räumliche Denken, regen die Fantasie an und ermuntern zu Aktivität. Je älter das Kind ist, desto wichtiger sind diese Aspekte. Sollten Sie sich dennoch zu einem weissen Anstrich entschliessen, lassen Sie wenigstens Möbel und Accessoires in bunten Farben erstrahlen.

Flächen und Formen

Sie haben sich für eine Wandfarbe entschieden. Nun bleibt nur noch die Frage: Streiche ich das Zimmer komplett? Oder nur zur Hälfte? Oder mit Mustern? Hier geben wir Ihnen Tipps.

Vollflächig streichen

Wenn Sie einzelne Wände vollflächig in einem Farbton streichen – also komplett von unten bis oben –, können Sie ruhig etwas mutiger sein und kräftige Töne wählen. Wenn Sie sogar das gesamte Kinderzimmer in einer Farbe streichen wollen, greifen Sie eher zu einem helleren Ton, damit der Raum nicht zu beengend wirkt.

Eine Kombination aus farbigen und weissen Wänden ist eine gute Idee. Welche Wände Sie dabei bunt gestalten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei einem langgezogenen Kinderzimmer sollten Sie die Kopfwand in einem dunklen Farbton streichen – dann wirkt der Raum weniger wie ein Schlauch. Ist das Zimmer recht niedrig, malen Sie die Wände etwas dunkler an als die Decke – das erzeugt einen streckenden Effekt. Generell bietet es sich auch an, diejenigen Wände farbig zu streichen, die eher leer sind.

Teilweise streichen

Eine strukturierte Gliederung der Farbaufträge in einem Kinderzimmer setzt spannende Akzente. Überlegen Sie sich deshalb, ob sie partiell streichen. Gängige Aufteilungen sind zum Beispiel ein Drittel zu zwei Dritteln oder Hälfte zu Hälfte. Wenn Ihnen dieses Vorgehen zu mathematisch ist, können Sie sich auch an Elementen im Raum orientieren, zum Beispiel an der Unterkante eines Fensters, der Oberkante eines Sideboards oder dem Beginn einer Dachschräge.

Ein kleiner junge spielt in seinem Kinderzimmer mit einem Flugzeug. Im Hintergrund erkennt man eine Wand, die bis zur Dachschräge grau gestrichen ist.

Eine halbhoch gestrichene Wand und der Baum als konkretes Motiv – in diesem Kinderzimmer wurden verschiedene Ideen verwirklicht.

Geometrische Formen

Linien, Rechtecke, Kreise, Dreiecke: Geometrischen Formen an den Wänden des Kinderzimmers erzeugen grosse Spannung und regen die Fantasie Ihres Kindes an. Wie bei einem abstrakten Kunstwerk dürfen die Figuren dabei auch gerne mal schräg oder über zwei Wände hinweg liegen. Das Gesamtbild sollte natürlich trotzdem harmonisch und aufgeräumt wirken. Verwenden Sie verschiedene Wandfarben, die entweder gut zueinander passen, zum Beispiel Lila und Weiss, oder aus einer Farbfamilie stammen, etwa Apricot, Orange und Hellbraun.

Eine besondere Unterform der geometrischen Formen sind Streifenmuster. Mit Querstreifen wirken kleine Kinderzimmer etwas grösser. Je dicker die Streifen sind, desto ruhiger erscheint der Raum. Kombinieren Sie am besten eine bunte Farbe mit Weiss – auch das wirkt sich positiv auf die optische Stimmigkeit aus. Vertikale Streifen lassen ein Kinderzimmer mit niedrigen Wänden höher aussehen. Für einen besonderen Blickfang sorgen Streifen an der Decke.

Konkrete Motive

Auch Bilder und konkrete Motive an den Wänden regen das kindliche Hirn an. Diese bedeuten jedoch mehr Aufwand in der Vorbereitung und Umsetzung. Zusätzlich gilt es zu bedenken, dass das Wunschmotiv von heute – etwas von der Lieblingszeichentrickfigur – morgen schon auf Ablehnung stossen kann. Zeitlose unkonkretere Motive sind deshalb meinst sinnvoller.

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Alternativen bei der Wandgestaltung

Es muss nicht immer die klassische Wandfarbe sein, die dem Kinderzimmer den Charakter verleiht – es gibt auch noch Alternativen, die wir hier näher vorstellen.

  • Tafelfarbe: Lassen Sie doch einfach Ihre Kinder die Wände selber gestalten. Tafelfarbe kommt immer mehr in Mode, denn sie ist schon lange nicht mehr nur in den klassischen Schulfarben Grün oder Schwarz erhältlich. Der Clou: Die spezielle Zusammensetzung erlaubt es, die gestrichenen Flächen mit Kreide zu bemalen und später ganz einfach wieder abzuwischen. So kann sich Ihr Kind nach Herzenslust an den Wänden austoben.
  • Bordüre: Eine sehr dezente Art, ein Muster, eine Farbe oder ein Motiv an eine Wand zu bringen, ist die Bordüre. Diese verzierende Kante können Sie mit Farbe bemalen oder in Form von Tapetenstreifen zum Aufkleben beziehungsweise in Form von Girlanden zum Annageln kaufen. Bordüren für Kinderzimmer enthalten altersgerechte Motive wie zum Beispiel Tiere oder Sterne.
  • Wandtattoo: Ihr Kind wünscht sich unbedingt Einhörner an der Wand, Sie sind aber etwas skeptisch, wie lange diese Phase anhalten wird? Dann kommt vielleicht ein Wandtattoo in Frage. Wenn Ihr Kind daran keinen Gefallen mehr findet, können Sie das Tattoo wieder ohne grossen Aufwand und rückstandsfrei entfernen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick

Wie soll ich ein Kinderzimmer streichen?

Möglichst farbig, um die Fantasie des Kindes anzuregen. Formen und Muster helfen dabei ebenso.

Was muss ich beim Streichen eines Kinderzimmers beachten?

Verwenden Sie nur unbedenkliche Produkte mit dem Gütesiegel der «Schweizer Stiftung Farbe». Achten Sie zudem darauf, dass das Zimmer nach dem Streichen nicht überladen wirkt.

Welche Farbe soll ich für das Streichen eines Kinderzimmers verwenden?

Das ist ganz der Entscheidung von Ihnen und Ihrem Kind überlassen. Alle Farben haben unterschiedliche Wirkungen. Blau wirkt zum Beispiel beruhigend, Rot dagegen anregend.

Kann ich ein Kinderzimmer weiss streichen?

Das sollten Sie vermeiden, denn in einem neutral gestrichenen Zimmer könnten sich Kinder schnell langweilen.

Soll ich das Kinderzimmer komplett in einer Farbe streichen?

Wenn Sie sich dafür entscheiden, dann sollte die Farbe nicht zu aufdringlich sein – Rot scheidet damit aus. Sie können auch nur einige Wände oder manche Wände halbhoch streichen.

Welche Muster und Formen kann ich beim Streichen des Kinderzimmers verwenden?

Zum Beispiel geometrische Formen, die die Fantasie des Kindes anregen, oder Streifen, die den Raum anders wirken lassen können.

Wie sieht eine Wandgestaltung im Kinderzimmer ohne Farbe aus?

Wenn Sie sich gegen das klassische Streichen entscheiden, können Sie die Wände auch mit Tafelfarbe bemalen, eine Bordüre anbringen oder ein Wandtattoo aufkleben.

Fazit: der Kreativität freien Lauf lassen

Alle Wände in einer Farbe, geometrische Formen oder konkrete Motive – bei der Wandgestaltung in einem Kinderzimmer haben Sie viele Möglichkeiten. Je nach Alter des Kindes sollten Sie die Ideen jedoch mit Ihrem Sprössling besprechen.

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