In einem Keller im Rohbau-Zustand stützen zwei Behelfspfeiler die Kellerdecke ab
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Kellerdeckendämmung: Dämmstoffe, Vorgehen, Kosten

Thomas Bott

Ein energieeffizientes Dämmen des Hauses spart Ihnen als Immobilienbesitzerin oder -besitzer auf lange Sicht viel Geld. Wichtig ist dabei insbesondere eine gute Dämmung des Kellers – gerade bei älteren Gebäuden ohne bereits verbaute Perimeterdämmung. Durch das umliegende Erdreich ist der Keller besonders kühl. Strömt diese kalte Luft in das Erdgeschoss und die darüber liegenden Wohnräume, muss dort die Heizung umso stärker arbeiten. Wenn Sie jedoch die Decke dämmen, verhindern Sie etwa zehn Prozent Wärmeverlust. Dabei sind verschiedene Vorgehensweisen möglich, die wiederum einen grossen Einfluss auf den Preis haben.

Kellerdecke dämmen: Methoden und Materialien

Um die Art der Kellerdeckendämmung zu bestimmen, sollten Sie einen genauen Blick auf Ihre Decke werfen. Ideale Voraussetzungen sind gegeben, wenn diese trocken und möglichst eben ist. Dann ist die Installation einer Dämmung recht unkompliziert. Im Fachhandel gibt es Dämmplatten aus Polyurethan-Hartschaum, Steinwolle oder Glaswolle. Letztere eignen sich besonders gut für Räume, in denen eine erhöhte Feuchtigkeitskonzentration auftritt – also etwa in einem Waschkeller. Dämmplatten aus PU-Hartschaum sind hingegen kompakt und bieten eine sehr gute Dämmung.

Die Dämmplatten lassen sich an einer ebenen Decke mit Bauschaum oder einfachem Klebemörtel anbringen. Bei einer unebenen Kellerdecke braucht es hingegen etwas mehr Aufwand: Die Platten müssen mit Dübeln und Schrauben fixiert werden. Eine weitere Möglichkeit zur Dämmung im Keller ist das Aufsprühen von Zelluloseflocken. Im Vergleich zur Anbringung von Platten ist dieses «Spray-on»-Verfahren aber nicht selbst durchführbar. Über das nötige Spezialwerkzeug verfügen nur die Experten.

Nutzbarkeit des Kellers: die ideale Materialdicke

Ob der Keller ein nutzbarer Raum sein soll oder nicht: Eine Dämmung lohnt sich in jedem Fall, denn Sie möchten sicher keine Heizenergie verschwenden. Allerdings kann eine zu dicke Deckendämmung dafür sorgen, dass höhere Schränke keinen Platz mehr finden und die geringere Höhe der Decke erschlagend wirkt. Experten rechnen bei der Dämmung mit einer idealen Dicke der Platten von rund zwölf Zentimetern. So ist in der Regel eine gute Dämmstärke gegeben. Als Mindestmass gelten meist sechs Zentimeter.

Die Dämmstoffe sind in verschiedene Wärmeleitgruppen (WLG) eingeteilt. Dabei gilt: Je niedriger die Zahl, desto höher die Effizienz. Eine Platte der WLG 032 kann bei gleichen Dämmeigenschaften also dünner sein als eine Platte der WLG 040. Der Unterschied liegt im Preis, denn Materialien besserer Wärmeleitgruppen kosten oft mehr. Ein Fachbetrieb für Wärmedämmung kann Ihnen im Vorfeld der Arbeiten verschiedene Plattenstärken zeigen und sucht die passende für Ihre persönlichen Bedürfnisse heraus.

Was bei der Kellerdeckendämmung zu beachten ist

Führen Sie die Dämmung der Kellerdecke selbst aus, müssen Sie auf ein paar wichtige Dinge achten. Zunächst sollte die Decke von jeglichen Störfaktoren befreit sein. Loser Putz und abgeblätterte Farbe sollten Sie entfernen. Auch herausstehende Nägel oder Betonnasen verhindern die Deckendämmung. Sind Rohre oder Leitungen an der Decke angebracht, müssen Sie die Dämmung an den entsprechenden Stellen zuschneiden. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie die so entstehenden Lücken mit einem losen Dämmstoff ebenfalls schliessen, da sonst die Dämmwirkung beeinträchtigt wird.

In die Zwischenräume der Platten sollte kein Kleber gelangen. Stattdessen ist es wichtig, dass die Dämmplatten so nah wie möglich aneinander anliegen. Sollten ungewollte Zwischenräume auftauchen, können Sie diese ebenfalls mit losem Dämmstoff füllen. Eine Schwachstelle kann auch der Übergang von der Decke zu den Wänden sein. Sie sollten deshalb die Wände etwa 40 Zentimeter tief mit eindecken. Wollen Sie den Keller als Wohnraum nutzen, sollten Sie nach Dämmplatten mit Sichtunterseite Ausschau halten. Damit bleibt Ihnen das aufwendige Streichen erspart.

Ein offener Zugang zu einem Kellerraum mit einfacher Holztreppe.

Die Dämmung der Kellerdecke lässt sich auch selbst durchführen. Dafür braucht es eine gute Vorbereitung und ein wenig handwerkliches Geschick.

Sonderfall: Ein Gewölbekeller mit gebogener Decke

Die im Fachhandel erhältlichen Platten eignen sich nicht für gewölbte Kellerdecken und eine Massanfertigung vom Experten kann schnell sehr teuer werden. Eine Trägerkonstruktion kann in diesem Fall eine gute Lösung sein. Hier dienen Latten als Halterungen für flexible Dämmstoffmatten. Gipsplatten verkleiden am Ende die gesamte Konstruktion.

Das kostet die gedämmte Kellerdecke

Führen Sie die Arbeiten selbst durch, benötigen Sie die Kellerdecken-Dämmplatten und den Klebstoff. Je nach Material und Wärmeleitgruppe kosten diese zwischen 15 und 30 Franken pro Quadratmeter. Vergessen Sie jedoch dabei nicht, auch die Dämmung für die Übergänge zur Wand einzuberechnen. Der Kleber kostet etwa 10 Franken pro Kartusche. Dazu kommen noch Kosten für das benötigte Werkzeug.

Führt ein Handwerker die Arbeiten aus, müssen Sie mit mindestens 60 Franken pro Quadratmeter rechnen. Eine Sprühdämmung kann schnell das Doppelte kosten. Im Rahmen des Gebäudeprogramms der Schweiz profitieren Sie unter bestimmten Voraussetzungen von einer Förderung. Mehr dazu erfahren Sie auf www.dasgebaeudeprogramm.ch.

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