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Keller heizen: So machen Sie es richtig

Arne Schätzle

Den Keller heizen, ist das sinnvoll? Ja, denn egal, ob Sie ihn nur als Lagerraum oder als Wohnraum nutzen, ein bisschen heizen sollten Sie, um Feuchtigkeit und Schimmel entgegenzuwirken. Erfahren Sie hier, welche Beheizung angemessen ist und welche Möglichkeiten sich anbieten.

In einem als Wohnbereich gestalteten Keller steht eine grosse schwarze Couch im Mittelpunkt.
© Getty Images/iStockphoto

In diesem Artikel

Optimales Klima im Keller

Kühle Luft sinkt nach unten, warme Luft steigt auf. Schon aus diesem Grund liegt die Temperatur im Keller meist einige Grad unter jener der darüber liegenden Wohnräume. Ist die Kellerdecke zudem ungedämmt, müssen Sie mit ausgekühlten Räumen und kalten Fussböden rechnen. Die Kälte zieht durch Ritzen in den darüber liegenden Wohnbereich und Wärme geht verloren.

Um diesen Effekt auszugleichen, benötigen Sie überdurchschnittlich viel Heizenergie im Wohnraum. Besser ist es daher, wenn die Kellertemperatur nicht mehr als drei Grad Celsius unter derjenigen des Gebäudes liegt.

Keller heizen – immer sinnvoll

Unabhängig davon, wie Sie Ihren Keller nutzen, ob als Lager- oder als Wohnraum: Besonders im Winter ist es von Vorteil, ihn zu heizen. Dadurch verhindern Sie nicht nur zugefrorene Wasser- und Heizungsrohre, sondern auch Schäden an der Bausubstanz. Zudem unterbindet das Heizen die Ausbreitung von Kälte an Wänden und Decken.

Bilden sich ausserdem dauerhaft feuchte Stellen am Gemäuer, bietet dies optimale Bedingungen für Schimmelbildung. Oftmals entsteht gleichzeitig ein unangenehmer muffiger Geruch. Dauerhaftes Heizen hält die Wände trocken und reduziert die Feuchtigkeit. Wer eine Temperatur von mindestens 15 bis 16 Grad Celsius sicherstellt, wirkt so diesen Umständen entgegen.

Vor allem, wenn Sie Ihren Keller als Wohnraum nutzen, sei es als Hobbykeller, als Übungsraum, um ein Instrument zu spielen, oder als Partykeller – ohne Heizung wird es hier ungemütlich. Um Ihren Keller zu heizen, gibt es verschiedene Arten von Heizungen. Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten zur Auswahl stehen.

Dämmen ist Voraussetzung für geheizten Keller

Das Heizen ohne entsprechende bauliche Vorkehrungen ist allerdings ineffektiv. Eine Dämmung der Böden und Wände sorgt dafür, dass weniger Energie über die Gebäudehülle verloren geht, wenn Sie im Keller heizen. Das senkt die Heizkosten, mindert die Feuchtigkeit und erhöht so den Wohnkomfort.

Eine Innendämmung sollten Sie immer von einer Fachfirma anbringen lassen, denn die Arbeiten sind bauphysikalisch anspruchsvoll und können bei Fehlern Feuchtigkeits- und Schimmelschäden nach sich ziehen. Die Preise variieren je nach Art der Dämmung meist zwischen 50 und 90 Franken pro Quadratmeter.

An den Kellerwänden ist Dämm-Material angebracht.

Ein gedämmter Keller sorgt dafür, dass sich die Wärme besser im Haus hält und weniger Energie über die Gebäudehülle verloren geht.

Welche Kellerheizung ist die richtige?

Technisch gibt es verschiedene Möglichkeiten, um den Keller zu beheizen. Neben einem Anschluss an die Zentralheizung kommen auch elektrische Heizsysteme infrage.

Zentralheizung erweitern: viel Aufwand, hohe Heizkosten

Oft steht die Zentralheizung im Keller, daher liegt die Überlegung nahe, das Kellergeschoss an diese anzuschliessen. Allerdings erfordert eine solche Erweiterung neue Heizungsleitungen, die nachträglich installiert werden müssen. Das ist meist aufwendig und teuer, aber eine solide Lösung. Auch wenn sich Ihre Zentralheizung im Estrich befindet: Sie haben in der Regel die Möglichkeit, eine Stelle im Heizkreis zu finden, von der Sie die Rohre zum neuen Heizkörper verlegen lassen können.

Wie im Wohnraum können Sie auch im Keller Plattenheizkörper einsetzen. Diese punkten nicht nur mit einer schlanken modernen Optik, sondern lassen sich auch sehr leicht reinigen – anders als die Rippen herkömmlicher Heizkörper. Zusätzlich geben sie einen Grossteil der Wärme als Strahlungswärme ab, die im Raum weniger Luft bewegt – und so auch in etwas angestaubten Kellerräumen nicht immer wieder Staub aufwirbelt.

Fussbodenheizung: nur für Wohnraum sinnvoll

Eine Fussbodenheizung verbreitet angenehme Wärme, trocknet die Luft weniger aus und das Laufen ohne Schuhe ist darauf sehr angenehm. Wenn sie jedoch nachträglich installiert werden muss, wird es teuer. Denn es fallen nicht nur Kosten für die Installation der Heizung an. Der Boden muss hier speziell vorbereitet werden und nach der Installation muss neuer Boden auf das Heizsystem. Ausserdem bleibt zu überlegen, ob die Heizung einen Stromanschluss haben soll oder – und das ist langfristig die günstigere Variante – an die Zentralheizung angeschlossen werden soll. Wie hoch die Kosten im Endeffekt ausfallen, das müssen Sie für Ihren Keller individuell mit einer Fachfirma abklären.

Zusätzlich gilt es zu bedenken, dass eine Fussbodenheizung nicht auf Knopfdruck Wärme produziert. Das System braucht einige Zeit, um einen Raum zu heizen – oder um wieder auf niedrigere Temperaturen herunterzufahren. Deshalb sollte die Fussbodenheizung nur dann zum Einsatz kommen, wenn Sie Ihren Keller als Wohnraum nutzen wollen und sich regelmässig und länger dort aufhalten. Denn sonst sind auch die geringen Heizkosten noch Energie- und Geldverschwendung.

Werkstattofen: Alternative zum Holzofen

Generell sollte man mit Feueröfen im Kellerraum sehr vorsichtig umgehen, denn diese benötigen permanent Frischluft, die im Keller nur spärlich nachströmt. Das kann schnell einmal gefährlich werden, denn bei Luftmangel bildet sich giftiges Kohlenmonoxid.

Wenn Sie dennoch einen Ofen betreiben wollen, lassen Sie am besten einen Werkstattofen einbauen. Ein solcher sieht zwar etwas rustikaler aus als ein schicker Kaminofen, erwärmt den Raum aber auch deutlich schneller. Ein Werkstattofen arbeitet nach dem Konvektionsprinzip: Durch mehrere Röhren am Korpus saugt der Ofen Luft an und erwärmt sie. Nach diesem Prinzip erwärmt der Ofen die Luft auch in grossen Räumen relativ schnell. Einen Werkstattofen befeuern Sie mit Holzscheiten oder Holz- und Braunkohlebriketts.

Einen schlichten Werkstattofen erhalten Sie schon für 100 bis 250 Franken im Baumarkt. Hochwertigere Modelle kosten je nach Ausstattung 400 bis 600 Franken, nach oben gibt es kaum Grenzen. Allerdings: Wie jeder Holzofen braucht auch der Werkstattofen den Anschluss an einen Schornstein. Neubau, Einrichtung und Änderung von Feuerungsanlagen sind in der Schweiz bewilligungs- beziehungsweise meldepflichtig.

Infrarotheizung: praktisch und chic

Infrarotheizungen haben eine wesentliche Besonderheit: Sie heizen nicht die Luft, sondern Oberflächen und Personen. Infrarotheizungen erhalten Sie als flaches Heizpaneel für die Decken- oder Wandmontage. Die platzsparenden Heizkörper gibt es in unterschiedlichen dekorativen Designs, beispielsweise als Spiegelheizung, aber auch als schlichte, weisse Heizplatte aus Metall oder Glas. Um einen Raum von rund 14 Quadratmetern zu erwärmen, benötigen Sie ein Modell mit einer Leistung von 600 Watt. Die Kosten für eine solche Infrarotheizung liegen bei etwa 600 Franken.

Die Vorteile einer Infrarotheizung: Da sie nur an eine Steckdose angeschlossen wird, ist sie leicht zu installieren. Und ihre langwellige Strahlung erwärmt nur den Bereich oder Gegenstand, auf den sie trifft. Daher benötigt eine Infrarotheizung auch weniger Strom als andere elektrische Zusatzheizungen.

Dabei ist die Infrarotheizung aber eben nur im Vergleich mit anderen Elektroheizungen sparsamer. Das Heizen mit Strom ist im Betrieb immer kostspieliger als das Heizen mit einer Heizungsanlage. Zusätzlich belastet der grösstenteils mit fossilen Energien gewonnene Strom die Umwelt. Daher sind Elektroheizungen in der Schweiz strengen Gesetzen unterworfen und nur als unterstützende Heizung oder in Anbauten erlaubt.

Grundsätzlich gilt für Infrarotheizungen wie für alle Elektroheizungen: Je kleiner der Raum und je weniger geheizt werden muss, desto lohnender sind sie. Im Vergleich zur Zentralheizung benötigen sie nämlich viel mehr Zeit, um einen ganzen Raum zu heizen – und verbrauchen dadurch viel mehr Energie. Moderne Heizkörper verfügen deshalb oft bereits über vorinstallierte zeitgesteuerte Heizprogramme, die selbstständig zu gewählten Uhrzeiten die Temperatur regulieren.

Elektrische Konvektoren und Radiatoren: günstige Stromfresser

Während die Infrarotheizung durch Wärmestrahlung Objekte wärmt, heizen Radiatoren und Konvektoren, indem Sie die Luft erwärmen. Sie sind günstig in der Anschaffung, preiswerte Modelle erhalten Sie schon für rund 50 Franken.

Aber wie alle Elektroheizungen sind sie teuer im Unterhalt. Bei niedrigem Wärmebedarf können Elektroheizungen jedoch durchaus rentabel und sinnvoll sein. Soll nur ein Raum im Keller kurzfristig genutzt und beheizt werden, bieten sich diese mobilen Geräte als Lösung an – auch als Übergangslösung. Je grösser der Raum ist, desto eher lohnt sich die Nutzung eines Konvektionsheizkörpers anstelle einer Infrarotheizung.

Ein Heizlüfter steht auf dem Boden eines Wohnraums.

Heizlüfter erhöhen schnell die Temperatur, verbrauchen allerdings viel Strom. Daher sind sie höchstens als provisorische Lösung geeignet.

Heizlüfter: im Keller eher ungeeignet

Bei Heizlüftern erwärmen Heizdrähte im Geräteinneren die Luft, die das Gebläse im Raum verteilt. Diese Methode wirbelt viel Staub auf und die Luft ist sehr trocken. Zudem sind Heizlüfter aufgrund ihres Gebläses oft sehr laut. Da sie ausserdem hohe Heizkosten verursachen, werden sie meist nur für einen begrenzten Zeitraum eingesetzt – etwa, wenn die Zentralheizung im Keller noch nicht installiert ist.

Vor- und Nachteile: Heizarten im Überblick

  • Heizart
  • Vorteile
  • Nachteile
  • Zentralheizung
  • Geringe Heizkosten, einheitliches Haussystem, Strahlungswärme wirbelt weniger Staub auf
  • Aufwendiger Anschluss, teure Installation, keine sofortige Wärmequelle im Keller
  • Fussbodenheizung
  • Geringe Heizkosten, angenehme Wärme, einheitliches Haussystem
  • Aufwendiger Anschluss, teure Installation, keine sofortige Wärmequelle im Keller
  • Werkstattofen
  • Schnelle Wärme, günstig im Unterhalt, schicke rustikale Optik
  • Teuer in der Anschaffung, bewilligungspflichtig, Anschluss an Schornstein erforderlich
  • Infrarotheizung
  • Schicke Optik, Strahlungswärme ermöglicht gezieltes Aufwärmen, sparsamer als andere Elektroheizungen
  • Sehr heisse Oberfläche, hohe Anschaffungskosten, braucht lange zum Aufheizen
  • Konvektoren/Radiatoren
  • Günstig in der Anschaffung, mobil nutzbar, für kurze Phasen und kleine Räume (Übergangslösung) ideal
  • Hohe Heizkosten, nur bedingt erlaubt (gilt für alle Elektroheizungen), benötigt eine Stromquelle
  • Heizlüfter
  • Gute Übergangslösung, günstig in der Anschaffung, schnelle Wärmequelle
  • Hohe Betriebskosten, wirbelt viel Staub auf, trocknet die Luft stark aus

Lüften, um Schimmel zu vermeiden

Eine Heizung allein kann zu hohe Luftfeuchtigkeit und Schimmel im Keller nicht verhindern. Um Schimmel zu vermeiden, sollten Sie im Winter nicht nur mässig heizen, sondern auch ausreichend lüften. So beugen Sie zudem unangenehmem Geruch vor. Ist Ihr Keller gut isoliert, lüften Sie das Untergeschoss am besten mehrmals täglich.

Um Feuchtigkeit im Keller zu vermeiden, sollten Sie auch im Sommer richtig lüften: Gerade die warme Luft trägt nämlich zusätzliche Feuchtigkeit in den Keller. Verzichten Sie daher auf dauerhaft geöffnete Fenster und beschränken Sie die Stosslüftung auf die frühen Morgen- und die späten Abendstunden.

Ist Ihr Keller nicht mit Fenstern oder Türen nach aussen ausgestattet, sollten Sie über eine Lüftungsanlage nachdenken. Lüftungsanlagen saugen die Luft aus den Innenräumen ab und führen Aussenluft zu. Denn eine wirksame Lüftung lässt sich nur erreichen, wenn verbrauchte Raumluft in gleicher Menge nach aussen transportiert wird, wie frische Luft nachströmen kann. Solche Lüftungsanlagen sind umso günstiger, je grösser die Anlage konzipiert ist. Sie können mit Heizkosten von rund 2500 Franken pro Raum rechnen. Wenn Sie alle Räume Ihres Hauses mit einer Lüftungsanlage ausstatten, fallen im Schnitt Kosten von 12 000 bis 14 000 Franken an.

Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick

Ist es sinnvoll, den Keller zu heizen, auch wenn er nur als Lagerraum dient?

Auch wenn Sie den Keller vorwiegend als Lagerraum nutzen, ein Mindestmass an Wärme sollten Sie den Räumen zuführen, um Feuchtigkeit und Schimmel entgegenzuwirken

Welche Temperatur im Keller ist ratsam?

Eine Temperatur von mindestens 15 bis 16 Grad Celsius wirkt Feuchtigkeit und Schimmel entgegen.

Ist eine Dämmung des Kellers nötig, wenn ich heizen will?

Ohne Dämmung ist das Heizen im Keller ineffektiv. Eine Dämmung der Böden und Wände sorgt dafür, dass weniger Energie über die Gebäudehülle verloren geht.

Welche Möglichkeiten gibt es, um im Keller zu heizen?

Neben dem Anschluss an die Zentralheizung können Sie auch elektrische Heizsysteme wie Heizlüfter, Radiator und Infrarotheizung einsetzen.

Welches Heizsystem ist das richtige?

Heizlüfter und Radiatoren sind als gierige Stromfresser bekannt und nicht als Dauerlösung geeignet. Auch eine Infrarotheizung ist nur im Vergleich mit anderen Elektroheizungen sparsamer. Am besten ist ein Anschluss ans Zentralheizungssystem – das ist jedoch recht teuer.

Kann ich im Keller einen Kamin betreiben?

Feuerungsanlagen sind in der Schweiz je nach Kanton bewilligungs- beziehungsweise meldepflichtig. Falls Sie sich entschliessen, im Keller einen Ofen zu betreiben, ist ein Werkstattofen eine praktische und effiziente Lösung.

Fazit: Eine Kellerheizung ist immer eine gute Entscheidung

Egal, ob Sie mit dem Heizen des Kellers das Wohlfühlklima der darüber liegenden Räume erhöhen wollen oder die kalten und muffigen Kellerräume zu neuem Wohnraum umfunktionieren: Wenn Sie heizen wollen, stehen Sie vor der Frage, welche Heizmethode Sie wählen.

Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen einem Anschluss an die Zentralheizung und der Aufstellung einer dezentralen Elektroheizung. Die erste Lösung ist zwar mit höheren Anschaffungskosten verbunden, im Dauerbetrieb sind die Heizkosten bei dezentralen Elektroheizungen jedoch sehr viel höher. In einzelnen Räumen oder als zusätzliche Lösung oder als Übergangslösung können diese Heizungen jedoch sinnvoll sein. In jedem Fall muss die Leistung der Heizgeräte auf den Wärmebedarf der Kellerräume abgestimmt sein.

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