Eine grosse Betonplatte ist unterhalb der Grasnarbe in eine Vertiefung eingelassen.
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Bauen und Kaufen

Keller bauen: Die Vorteile, die Planung, die Kosten, die Typen

Torben Schröder

Diese Entscheidung gehört beim Hausbau zu einer der wichtigsten: mit oder ohne Keller bauen? Denn Eines ist klar: Ist der Entschluss erst einmal umgesetzt, ist er nicht mehr rückgängig zu machen. Schon bald könnten Sie sich bei Zuwachs in der Familie oder neuen Hobbys über mangelnden Platz ärgern. Hier erfahren Sie, was Sie als Bauherr beachten sollten, welche Kosten auf Sie zukommen und welche Kellertypen es gibt.

Vorteile eines Kellers

„Ein Keller gehört bei einem Hausbau dazu“ – diese These stammt noch aus Zeiten, in denen die Menschen hauptsächlich Kohle und Vorräte im Untergeschoss gelagert haben. Über Dämmung und Heizung haben sich wenige Bauherren damals Gedanken gemacht, weshalb sich auch schnell Feuchtigkeit und unangenehme Gerüche ausbreiteten.

Heute kann ein Keller aber so viel mehr sein: nicht nur Nutzfläche, sondern auch Wohnraum. Wenn Sie dort ganzjährig Zeit verbringen wollen, etwa zum Arbeiten oder Treffen mit Freunden, sind spezielle Faktoren bei der Planung zu beachten.

Im Folgenden finden Sie eine kompakte Übersicht, welche Vorteile der Bau eines Kellers im Haus mit sich bringt:

  • Nachfrage: Ein vollunterkellertes Haus können Sie gerade in Ballungsräumen leichter weiterverkaufen oder vermieten, da es mehr Nutz- und Wohnfläche bietet.
  • Zusätzlicher Nutzraum: Sie verfügen im Prinzip über ein weiteres komplettes Stockwerk, ohne die Grundfläche des Hauses zu vergrössern. Sie können hier nicht nur sporadisch verwendete Utensilien wie Gartenwerkzeug oder Winterkleidung unterbringen, sondern auch einen Heizungsraum oder eine Waschküche einrichten.
  • Zusätzlicher Wohnraum: Eine Sauna, ein Swimmingpool, ein Heimkino, ein Partyraum – im Keller können Sie sich die Wohnwünsche erfüllen, von denen Sie schon immer geträumt haben.

Im Umkehrschluss sollten Sie im Hinterkopf haben, dass der Bau eines Kellers zusätzliche Kosten nach sich zieht und aufgrund seiner Lage eine potenzielle Quelle für Wasserschäden ist. Mit der richtigen Vorbereitung können Sie diesen aber vorbeugen.

Ein älterer Mann sitzt im Keller an einer Werkbank und arbeitet. Im Hintergrund sieht man Treppen, die nach oben führen.

Ein ausgebauter, beheizter und beleuchteter Keller kann teilweise oder komplett bewohnt werden.

Planungen für den Kellerbau

Wenn Sie sich für den Bau einer Immobilie entschieden haben, dann lassen Sie ein Baugrundgutachten erstellen. Das Ergebnis spielt unter anderem eine Rolle in der weiteren Planung des Kellerbaus, denn es liefert Informationen über die Beschaffenheit sowie über die physikalischen und geologischen Eigenschaften des Bodens. Verfügt er über genug Tragkraft? Wie hoch ist der Grundwasserspiegel? Ist der Boden gar durch Altlasten verunreinigt?

Ausgaben im Blick behalten

Die Baukosten für einen Keller in der Schweiz zu bestimmen, ist recht schwierig. Sie hängen zum Beispiel von der Lage des Grundstücks, von der Grundfläche des Hauses und von der Art des Kellers ab. Als grober Richtwert unter einem typischen Einfamilienhaus ergeben sich Baukosten von rund 150 000 Franken. Davon nimmt der Aushub schon rund 20 000 Franken in Anspruch. Eine Fundamentplatte hingegen, die bei einem Haus ohne Keller nötig ist, liegt bei 15 000 bis 30 000 Franken. Diese sogenannte Bodenplatte ist aufgrund ihrer statischen Beschaffenheit deutlich teurer als die nichttragende Kellerbodenplatte.

Ein Tipp: Lassen Sie den Kellerbau nicht von einem weiteren Unternehmen durchführen, sondern vom Generalunternehmer, sonst können sich die finanziellen Belastungen noch einmal deutlich erhöhen. Denn Generalunternehmen bieten meist günstigere Komplettpreise an.

Zweck bestimmen: Nutzen oder bewohnen?

Der Bau eines Kellers im Haus lohnt sich angesichts der relativ hohen Kosten nur, wenn Sie auch eine sinnvolle Nutzung im Kopf haben. Im Prinzip gibt es zwei unterschiedliche Zwecke, die wir Ihnen hier näherbringen.

  • Der Nutzkeller: Es handelt sich in der Regel um einen Lager- und Stauraum mit niedriger Deckenhöhe. Bringen Sie hier Heizung- und Lüftungstechnik sowie Fahrräder, Vorräte oder Gartengeräte unter. Auf eine extra Dämmung an den Aussenwänden können Sie verzichten. Jedoch sollten Sie zur Trennung zwischen dem nicht beheizten Keller und den darüber liegenden beheizten Wohnräumen eine Kellerdeckendämmung anbringen.
  • Der Wohnkeller: Wenn sich die Bewohner regelmässig und länger im Keller aufhalten, bezeichnet man diesen als bewohnt. Das ist zum Beispiel der Fall bei einem Hobbyraum, einem Fitnessstudio, einem Arbeits- oder Spielzimmer für die Kinder. Sie benötigen neben grösseren Fenstern, ausreichender Beleuchtung, einem Fluchtweg und einer Heizung auch eine spezielle Wärmedämmung an den Kelleraussenwänden mit Erdkontakt.
Zwei junge Menschen machen in einem gemauerten Keller Musik.

Selbst ungestört bleiben und andere nicht stören – ein Keller ist der ideale Ort für das Ausüben von Hobbys.

Kellertypen: Bauart und Abdichtung

Ihnen stehen zwei beliebte Möglichkeiten zur Verfügung, einen Keller zu bauen: aus Stein gemauert oder aus Beton gegossen. Ganz wichtig dabei ist immer die Abdichtung gegen Feuchtigkeit von aussen. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Typen vor.

Der gemauerte Keller

Stein auf Stein auf Stein – die klassische Errichtung eines Kellers. Als Material können Sie Beton-, Leichtbeton- oder Ziegelsteine verwenden. Der grosse Vorteil bei diesem Vorgehen ist, dass Sie selbst mit Hand anlegen können und dadurch Baukosten sparen. Wenn der Rohbau steht, muss dieser abgedichtet werden. Dies geschieht nach dem Prinzip der „Schwarzen Wanne“. Die Kellerwände werden von aussen mit einer mehrlagigen Bitumenbeschichtung bedeckt. Die dunkle Farbe des klebrigen Kohlenwasserstoffgemischs gibt der Konstruktion den Namen.

Blick auf einen unter der Oberfläche gelegenen Aushub. Auf der gemauerten Aussenwand eines Kellers ist eine schwarze Bitumenbeschichtung aufgetragen.

Eine von aussen aufgebrachte schwarze Bitumenbeschichtung schützt den dahinterliegenden Keller vor eindringender Feuchtigkeit.

Der Betonkeller

Die etwas kostengünstigere, schnellere und dadurch mittlerweile auch weit verbreitete Variante ist der Keller aus wasserundurchlässigem Beton, sogenanntem WU-Beton. Diese Bauart bietet sich an, wenn Ihr neuer Keller im Grundwasser liegt. Die Stahlbetonteile sind von Natur aus wasserundurchlässig – deshalb entfällt der extra Arbeitsschritt der Abdichtung. Die entsprechenden Elemente werden entweder in der Fabrik vorgefertigt oder vor Ort auf dem Grundstück gegossen. Durch die helle Farbe wird diese Betonkonstruktion auch „Weisse Wanne“ genannt.

Eine andere Abdichtungsmöglichkeit des Betonkellers ist die „Braune Wanne“. Hierbei wird der Betonkörper mit Betonitmatten abgedeckt, die eine bräunliche Färbung aufweisen. Dieses Verfahren empfiehlt sich bei aufstauendem Sickerwasser und drückendem Wasser rund um den Keller.

Fazit: Nicht schnell sparen, sondern langfristig planen

Ja, der Verzicht auf einen Keller ist angesichts der ohnehin schon hohen Kosten für einen Neubau eine mögliche Einsparungsmassnahme. Aber planen Sie als Bauherr Ihres Hauses langfristig: Werden Sie den Keller über kurz oder lang vermissen? Denn bedenken Sie, dass Sie einen Keller nicht nur als Abstellkammer nutzen können, sondern auch als Wohnraum.

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