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Homeoffice: So nutzen Sie kleine Räume ideal

Susanne Loacker

Viele Schweizerinnen und Schweizer arbeiten derzeit aus dem Homeoffice. Klar, in Zeiten von Corona ist es ja auch viel sicherer, von zu Hause aus zu arbeiten, als in überfüllten Bussen ins volle Büro zu fahren. Aber wie gelingt es, im Homeoffice komfortabel zu arbeiten und trotzdem in der Freizeit eine gewisse Distanz zur Arbeit zu wahren? Vor allem, wenn gar nicht so viel Platz zur Verfügung steht?

Das Bild zeigt einen Mann, der auf einem alten Holzstuhl an einem Holzpult sitzt und am Computer arbeitet.
© Getty Images/ Gary Burchell

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Homeoffice geschickt ins Wohnzimmer integrieren

Klar, der Idealfall ist ein separates Zimmer, ein Gästezimmer etwa oder ein Büro, das wir auch schon vor dem Dauer-Homeoffice nutzen konnten. Auch wenn das natürlich die komfortabelste Lösung wäre, nicht jeder hat so viel Platz in seinem Zuhause. Aber wo kann ich dann arbeiten? Die meisten Leute werden wahrscheinlich erst einmal am Küchentisch arbeiten. Eine Alternative bietet ein Klapptisch – etwa im Wohnzimmer. Der lässt sich am Morgen aufklappen und nach der Arbeit verschwindet er wieder. Wer für seine Arbeit lediglich einen Laptop benötigt, kann eine solche Lösung durchaus schnell und kostengünstig anstreben – vorausgesetzt, er hat noch eine freie Wand im Raum.

Bevor Sie jedoch über einen Schreibtisch im Schlafzimmer nachdenken, sollten Sie lieber den Küchentisch nutzen, denn wer im Schlafzimmer arbeitet, der schaltet am Abend schlechter ab – denn es fehlt die räumliche Trennung.

Schreibtischstandort: der 90-Grad-Trick

Ist der Raum für das improvisierte Homeoffice gefunden, bleibt zu überlegen, wo der Arbeitstisch am besten stehen sollte: Am Fenster? Mit Blick nach draussen? Oder eher ins Zimmer hinein? Am besten ist eine Zwischenlösung: Der Schreibtisch sollte seitlich zum Fenster stehen. So werden Sie bei der Arbeit nicht geblendet, es fällt aber auch nicht direktes Sonnenlicht auf den Bildschirm.

Im 90-Grad-Winkel zum Fenster ist der Lichteinfall meist ideal. Ob das Fenster links oder rechts von Ihnen ist, hängt davon ab, ob Sie Links- oder Rechtshänder sind. Für Rechtshänder kommt das Licht idealerweise von links, für Linkshänder von rechts. Denn so wirft die Hand beim Schreiben keinen Schatten auf den Arbeitsplatz.

Müssen Sie kurz von der Arbeit abschalten, können Sie den Blick durch den Raum schweifen lassen – oder auch kurz aus dem Fenster blicken.

Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch, vor ihr ist ein Computer zu sehen; im Hintergrund ist ein Fenster zu sehen.

Wie sieht der ideale Arbeitsplatz aus? Am besten steht der Schreibtisch seitlich zum Fenster – so ist der Lichteinfall optimal.

Farbe ins Spiel bringen: Rot regt an, Dunkelblau beruhigt

Farben haben eine psychologische Wirkung auf uns, regen an oder beruhigen. Deshalb sollten wir auch die Farben, in denen wir das Homeoffice gestalten, an unsere Persönlichkeit anpassen.

Sind Sie schnell auf 180 und regen sich im Büro oft über Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte auf? Dann sollten Sie das Büro eher in sanften Erdtönen oder dunklem Blau gestalten. Diese Farben erden und beruhigen. Sie können zum Beispiel die Wand, auf die Sie regelmässig schauen, in diesen Farben streichen.

Neigen Sie hingegen dazu, schnell schläfrig oder lethargisch zu werden, wenn Sie alleine arbeiten? Dann bringt Sie ein anregendes Rot auf Touren. Aber Vorsicht, steht der Arbeitsplatz im Wohnzimmer, kann die Farbe schnell zu penetrant werden. Denn hier halten wir uns auch nach der Arbeit und am Wochenende am häufigsten auf. Eine Alternative ist die Farbe Gelb. Sie macht fröhlich, spendet Kraft und regt an.

Ebenfalls anregend können geometrische oder florale Muster an den Wänden wirken. Wichtig ist, dass Sie nur Akzente setzen und es nicht übertreiben, sonst lenkt die Deko zu sehr von der Arbeit ab.

Eine Frau sitzt auf einem silberfarbigen Sitzball, vor ihr ist ein Computerbildschirm zu sehen.

Einen Sitzball gibt es schon ab rund 15 Franken – Ihr Rücken wird es Ihnen danken.

Eine richtig runde Sache: Sitzball für Arbeit und Sport

Auch im Homeoffice gilt: Die richtige Sitzgelegenheit ist wichtig für den Rücken. Ideal ist es, wenn Sie auch bei längerem Sitzen den Rücken in Bewegung halten. Deshalb sind vor allem variable und instabile Sitzflächen gut für lange Büroarbeit. Die simpelste Lösung ist ein aufblasbares Sitzkissen, das Sie einfach auf den Stuhl des Küchentischs legen. Es gibt sie auch mit Noppen versehen, so regen Sie gleich auch die Durchblutung in den Beinen an.

Alternativ – und wenn Sie mehr Platz haben – bietet sich ein Sitzball an. Der Klassiker unter den flexiblen Sitzmöglichkeiten ist sehr günstig und lässt sich neben der Arbeit auch noch als Sportgerät nutzen.

Die Luxusvariante ist ein Aktivhocker mit instabiler Sitzfläche. Er ist dem Sitzball nachempfunden und auch hier muss der Rücken immer wieder stabilisieren – und bleibt so in Bewegung. Und wenn der Hocker im Wohnzimmer steht, lässt er sich gleich auch beim Fernsehabend nutzen. Das ist nicht so bequem wie das Lümmeln auf der Couch – aber Ihr Rücken wird es Ihnen danken.

Natürliches Licht ist ideal – aber was ist, wenn es keines gibt?

Zu wenig Licht führt dazu, dass die Konzentration nachlässt. Ausserdem begünstigt Arbeiten bei zu schwachem Licht Kopfschmerzen. Zu grelles Licht hingegen blendet – man kneift die Augen zusammen. Auch hier können Kopfschmerzen die Folge sein. Deshalb ist die richtige Beleuchtung im Büro entscheidend.

Wer den Schreibtisch seitlich zum Fenster positionieren kann (siehe oben), kann meist unter idealen Bedingungen mit natürlichem Licht arbeiten. Alle anderen – und im Winter auch diejenigen mit guten natürlichen Lichtverhältnissen – müssen auf künstliches Licht umsteigen.

Eine junge Frau sitzt vor einem Bildschirm, ihr Pult sieht übersichtlich aus.

Ein aufgeräumtes, übersichtliches Büro ist auch daheim viel angenehmer.

Da geht Ihnen ein Licht auf: die richtige Lampe fürs Homeoffice

Hierbei gilt es, die Umgebung genau zu beobachten, denn helle Räume reflektieren Licht sehr gut, während dunkle Räume Licht grösstenteils absorbieren. Zusätzlich sollten Sie, neben den Hängeleuchten, die sowieso vorhanden sind, eine Tischleuchte anschaffen. Denn meist sind Wohnzimmerleuchten nicht stark genug, um den Arbeitsplatz optimal auszuleuchten.

Eine ebenfalls augenschonende Variante ist indirektes Licht – hier ist es egal, ob es sich um Wandleuchten oder umgedrehte Stehleuchten handelt. Letztere sind aber meist kostengünstiger und schneller zu organisieren.

Achten Sie bei der Farbtemperatur darauf, dass das Licht nicht zu grell, aber auch nicht zu schummrig wirkt. Neutralweiss oder Tageslichtweiss sind hier ideal – auf der Packung finden Sie Angaben zur Farbtemperatur mit der Masseinheit Kelvin. Diese sollte für Bürolampen zwischen 4000 und 6000 liegen.

Ein zusätzlicher Tipp, um Kopfschmerzen zu vermeiden: Das Licht sollte auf keinen Fall flackern. Falls Ihre Tischlampe oder die Hängelampe flackern, wechseln Sie die Birne oder lassen Sie die Leitungen prüfen.

Gut verstaut und gut versteckt: Tipps für mehr Stauraum

Wer kein separates Büro hat, muss seine Unterlagen und Arbeitsutensilien im Wohnzimmer lagern. Das ist nicht ideal für die Optik des Zimmers – und das Abschalten fällt nach der Arbeit schwerer.

Eine schnelle Lösung ist ein zusammenfaltbarer Raumteiler. Am Morgen lässt er sich einklappen – so können Sie bei der Arbeit vom gesamten Wohnzimmer profitieren. Am Abend kommt der Raumteiler wieder vor den Schreibtisch – und schon ist das Büro hinter der Wand verschwunden. Die Optik passen Sie einfach an die Einrichtung des Wohnzimmers an, die Aufsteller gibt es in unzähligen Varianten – für Individualisten auch mit ganz persönlichem Motiv bedruckt.

Wer keinen mobilen Raumteiler möchte, kann auch das Wohnzimmer so umgestalten, dass ein Regal zwischen Wohnbereich und Schreibtisch steht. Der Vorteil: Ist das Regal von beiden Seiten offen, können hier auch gleich die Arbeitsunterlagen verstaut werden. Denn meist sind die Regale viel tiefer, als es für Bücher oder Filme notwendig wäre.

Wer keinen Platz für Raumteiler hat, kann auch einen kleinen Hocker mit Stauraum nutzen. Neben der praktischen Sitzfunktion bietet er Platz für Arbeitsunterlagen, die am Abend darin verschwinden. Und vom Sessel aus lassen sich dann auch gleich die Füsse darauflegen.

Fazit: improvisieren – aber richtig

Wir verfügen nicht alle über genug Platz, um uns ein separates Büro zu Hause einzurichten. Umso wichtiger ist es, den vorhandenen Raum optimal zu nutzen. Mit wenig Aufwand verwandeln Sie mit einem klappbaren Schreibtisch, einer kleinen Stehlampe und einem Hocker oder Sitzball eine kleine Ecke im Wohnzimmer zum idealen mobilen Büro – das am Ende des Tages idealerweise hinter einem Raumteiler verschwindet.

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