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Holzwurm bekämpfen: So werden Sie ihn wirklich los

Arne Schätzle

Egal, ob es der antike Schrank oder der tragende Dachstuhl ist: Holzwürmer fressen sich gerne durch alle Arten von Holz. Lesen Sie hier, wie Sie einen Befall erkennen und wie Sie wirksam gegen den Schädling vorgehen.

Ein Mann kniet mit einem Doppelmeter in der Hand in einem unverkleideten Estrich. Im Hintergrund ist ein Fenster zu sehen.
© Getty Images/Cultura RF

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Was ist ein Holzwurm?

Der Begriff «Holzwurm» bezeichnet in der Regel die Larven des Gemeinen Nagekäfers (Anobium punctatum) oder des Hausbockkäfers, auch als Grosser Holzwurm (Hylotrupes bajulus) bekannt. Während die erwachsenen Nagekäfer keinen grossen Schaden anrichten, fressen sich ihre Larven unermüdlich durch Möbelstücke oder tragende Holzkonstruktionen, denn das Holz ist ihre einzige Nahrung.

Der gemeine Nagekäfer und der Hausbockkäfer sind in ganz Europa verbreitet. Das Weibchen des Holzwurms legt die Eier in Holzspalten ab, wo die Larven direkt nach dem Schlüpfen und bis zur Verpuppung das Holz fressen. Und das kann tatsächlich drei bis acht Jahre dauern, sodass die Holzschädlinge das Material im Laufe der Zeit vollständig zerstören können.

Wo nistet sich der Holzwurm ein?

Der Hausbockkäfer ist vor allem im Dachbereich zu finden, denn das Gebälk wird vornehmlich aus Nadelholz gefertigt, das der Holzwurm bevorzugt – also Kiefer, Fichte und Tanne. Vor allem die Dachstühle von Neubauten mit jungem frischem Holz sind gefährdet. Alte Hölzer hingegen sind für den Hausbockkäfer weniger attraktiv. Leider ist der Verzicht auf Nadelhölzer allein aber keine Garantie, denn der Gemeine Nagekäfer frisst auch Laubhölzer.

Auch ist er in hartem Kernholz nicht lebensfähig, sondern nur in weichem Splintholz – so bezeichnet man das junge Holz unter der Rinde, das besonders eiweisshaltig ist. Das unterstützt die Entwicklung des Holzwurms, denn der Schädling besteht zum grossen Teil selbst aus Eiweiss.

Die Hausbocklarve benötigt eine Mindestholzfeuchte von mehr als 12 Prozent, idealerweise liegt sie bei circa 30 Prozent. Auch deshalb nistet sie weniger in den Holzbauteilen von zentralbeheizten Räumen, sondern in verbauten Hölzern im Aussenbereich, in Holzverkleidungen oder Möbeln im Keller, in Holzböden, Treppen und Scheunen.

Wie erkenne ich Holzwurmbefall?

Holzwurmbefall erkennen Sie an den ein bis zwei Millimeter grossen Löchern im betroffenen Holz. Da diese mit blossem Auge nur schwer auszumachen sind, empfiehlt sich der Test auf Holzmehl. Hier ist zwar mit blossem Auge auch nicht viel zu erkennen, Sie können aber mit einem Trick arbeiten, um das Holzmehl sichtbar zu machen: Legen Sie unter eine verdächtige Stelle ein dunkles Papier. Sammelt sich darauf Holzstaub, hat sich wahrscheinlich ein Holzwurm eingenistet. Je grösser die Menge an Bohrmehl, desto weiter ist der Befall durch die Insekten fortgeschritten. Bei verkleidetem Dachstuhl bleibt leider nichts anderes übrig, als die Verkleidung abzunehmen, um den Dachstuhl zu untersuchen.

Tipp: Seien Sie geduldig, denn junge Larven pausieren manchmal einige Tage mit der Nahrungsaufnahme. Es kann also durchaus sein, dass Sie etwas länger warten müssen, um Gewissheit zu haben.

Ein Holzstück ist stark von Holzwürmern befallen.

Ob ein Möbelstück oder Teile des Hauses vom Holzwurm befallen sind, erkennen Sie an den ein bis zwei Millimeter grossen Löchern im betroffenen Holz.

Wie kann ich den Holzwurm bekämpfen?

Es gibt zahlreiche Methoden und Mittel, wie Sie den Holzwurm wieder loswerden – vom Hausmittel bis zum Kammerjäger. Welche Methode für Sie die richtige ist, hängt zum einen vom Objekt ab, also davon, ob nun Möbel oder Bauteile des Hauses betroffen sind. Und zum anderen davon, wie stark der Befall ist. Je früher Sie den Holzwurmbefall erkennen und bekämpfen, desto grösser sind in jedem Fall die Chancen, die Holzschädlinge schnell wieder loszuwerden.

1. Prävention: Holzwurm vorbeugen

Am besten ist es natürlich, wenn sich der Holzwurm gar nicht erst in Haus und Möbeln breit macht. Dazu sollte man wissen: Das Risiko für einen Befall mit Holzwürmern steigt mit zunehmender Feuchtigkeit im Holz. Achten Sie daher darauf, dass das Bauholz gut durchgetrocknet ist und lagern Sie es nicht im Freien auf dem Erdboden.

Sorgen Sie stattdessen für Pfähle oder Balken unter dem Holz, damit es keinen direkten Bodenkontakt hat, sonst ist eine vollständige Trocknung aufgrund der Bodenfeuchte schwierig. Lagern Sie Holz an sonnigen Stellen mit einer ausreichenden Luftzufuhr. Am besten unter einem Dach, damit es auch vor Regen gut geschützt ist.

Verbautes Holz im Aussenbereich behandeln Sie vorbeugend mit wetterschützenden Lasuren, die wasserabweisend und lichtschützend wirken. Zusätzlich kontrollieren Sie den Aussenbereich ebenso wie Ihren Dachstuhl regelmässig auf Befall mit Holzwürmern sowie auf Feuchtigkeit.

Eine ganz normale Holzlasur enthält zwar keine Biozide, die Holzwürmer abtötet, dennoch wirkt sie als vorbeugendes Mittel gegen den Holzwurm, denn sie hat eine wichtige Eigenschaft: Sie hält Feuchtigkeit fern – und damit auch den Holzwurm. Durch eine Lasur dringt nämlich so gut wie kein Wasser in das Holz ein, sodass dauerhaft ein für den Holzwurm unfreundliches Klima entsteht. Weitere schadstoffarme Mittel können Wachse, Farben oder Lacke sein. Eine hilfreiche Massnahme ist das Aufbringen von Zedernöl. Es schützt gegen die lästigen Holzwürmer und sorgt ebenfalls dafür, dass Ihre Möbel elegant glänzen.

2. Holzwurm bekämpfen mit extremen Temperaturen

Starke Hitze macht dem Holzwurm ebenso zu schaffen wie extreme Kälte. Die Larven der Insekten sterben bei Temperaturen ab 55 Grad Celsius, einer Temperatur, die Ihr Backofen mit Leichtigkeit erreicht. Ist Ihr befallenes Möbelstück sehr klein, können Sie ihm dort den Holzwurm austreiben.

Handelt es sich hingegen um eine antike Kommode, Truhe oder einen Schrank, können Sie die Hitzebehandlung in einer Sauna vornehmen. Im Sommer haben Sie zudem die Möglichkeit, Ihr Möbelstück einfach in die Sonne zu stellen und mit schwarzer Folie zu umwickeln, um den Hitzeeffekt zu verstärken.

Auch Kälte ist ein probates Mittel gegen Holzwürmer. Kleinmöbel können Sie in der Tiefkühltruhe behandeln, grössere Holzmöbel im Winter bei mindestens minus zehn Grad nach draussen stellen – vorausgesetzt, Sie verfügen über einen trockenen Unterstand.

3. Holzwurm mit Hausmitteln bekämpfen

Ist der Befall noch nicht zu weit fortgeschritten, können auch Hausmittel helfen, die Plagegeister zu vertreiben: Bringen Sie mit einer Spritze Essigessenz in die Löcher ein. Das hilft nicht nur akut gegen den Holzwurm, sondern ist auch auf Dauer ein guter Holzwurmschutz. Alternativ können Sie in Wasser angerührtes Borsalz verwenden. Borsalz ist ungiftig und – im Gegensatz zum Essig – geruchsneutral.

Unterstützend können Sie das befallene Holz auch von aussen mit der Salzlösung einsprühen. Wiederholen Sie den Vorgang zweimal innerhalb von 24 Stunden. In der Regel erreichen Sie mit dieser Prozedur allerdings nicht die Würmer, die sich bereits tiefer in das Holz vorgearbeitet haben. Zudem kann es helfen, die Bohrlöcher mit Bienenwachs zu versiegeln. So ersticken die Holzwürmer nach und nach. Das kann jedoch eine sehr mühsame und langwierige Arbeit sein.

Handelt es sich um fest verbautes Holz oder grosse und schwere Möbel, können Sie Eicheln als Köder einsetzen: Der Geruch lockt die Holzschädlinge an, sodass sie sich in die Eicheln bohren. Legen Sie daher einige der Nüsse in die Nähe der befallenen Stelle. Wiederholen Sie diesen Vorgang mehrere Male. Diese Massnahme zur Bekämpfung ist zwar etwas langwierig, meist aber wirkungsvoll. Dass die Methode funktioniert, erkennen Sie an den kleinen Löchern in den Eicheln. Diese entsorgen Sie anschliessend mitsamt den Würmern.

Eine Eichel liegt auf einem Holzuntergrund.

Mit Eicheln ködern Sie die Würmer: Der Geruch der Eichel lockt Holzwürmer an, so dass sie das Holz verlassen und sich in die Eicheln bohren.

4. Isopropanol, Salmiakgeist und Holzwurm-Ex

Reinigungsalkohol oder auch Isopropanol gehört zu den effektivsten ungiftigen Hausmitteln. Für Holzwürmer ist die Substanz jedoch tödlich. Isopropanol erhalten Sie relativ günstig in der Apotheke. Allerdings greift das Mittel unter Umständen die Farbe, die Lasur oder den Lack an. Daher sollten Sie vorher testen, ob Ihr Möbelstück und die Farbe darauf den Alkohol vertragen.

Der Platz, an dem Sie mit Isopropanol arbeiten, sollte wegen der Explosionsgefahr sehr gut durchlüftet sein. Arbeiten Sie deshalb wenn möglich im Freien. Den unverdünnten Alkohol tragen Sie mit einem Pinsel direkt auf das Möbelstück auf. Um die Verflüchtigung zu stoppen, wickeln Sie es in Folie ein. Etwa drei Tage braucht es, damit der Alkohol seine Wirkung entfaltet. Bei Holz ab etwa fünf Zentimetern Dicke wird er dennoch nicht alle Tiefen erreichen.

Die Behandlung mit Salmiakgeist erfolgt auf die gleiche Art. Zusätzlich können Sie das Ammoniakwasser auch mit einer Spritze in die Bohrlöcher injizieren. Der Liter ist für etwa vier bis fünf Franken zu haben. Ausserdem gibt es im Fachhandel bereits fertige Holzwurmvernichtungsmittel wie zum Beispiel Holzwurm-Ex, die Sie mit Spritze, Pinsel oder Sprühflasche auf das Material aufbringen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick

Was ist ein Holzwurm?

Der Begriff «Holzwurm» bezeichnet in der Regel die Larven des Gemeinen Nagekäfers (Anobium punctatum) oder des Hausbocks (Hylotrupes bajulus).

Wo nistet sich der Holzwurm ein?

Holzwurm und Hausbock nisten vorzugsweise in verbautem Holz, beispielsweise in Möbeln oder im Dachstock.

Welches Klima bevorzugen Holzwurm und Hausbock?

Beide Nagekäfer mögen gerne feuchtes Holz und nicht zu trockene Raumluft.

Wie erkenne ich Holzwurmbefall?

Holzwurmbefall erkennen Sie an den ein bis zwei Millimeter grossen Löchern im betroffenen Holz.

Wie kann ich den Holzwurm vertreiben?

Es gibt eine Reihe von Hausmitteln, mit denen Sie dem Holzwurm den Garaus machen können. Dazu gehören Lasuren, Öle, Salze und Säuren, aber auch extreme Temperaturen.

Fazit: Holzauge, sei wachsam

Wie Sie den Holzwurm effektiv bekämpfen, hängt von mehreren Faktoren ab. Vor allem aber davon, was befallen ist und wie weit der Befall bereits fortgeschritten ist. Viele Methoden sind gar nicht kompliziert, erfordern aber Zeit. Wenn wichtige Bauteile des Hauses wie der Dachstock oder das Fachwerk stark betroffen sind, kann wohl nur noch der Profi helfen – und dann wird es meist teuer. Behalten Sie daher gefährdete Bereiche und Objekte stets gut im Auge.

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