Aus einem Schornstein steigt Rauch auf, dahinter sind moderne Häuser mit traditionellen Holzelementen vor einem Nachthimmel zu sehen.
© Getty Images / Alexander Sorokopud

Bauen und Kaufen

Holzheizung: Arten, Funktionsweisen und Kosten

Thomas Bott

Seit der Entdeckung des Feuers dient Holz als Wärmelieferant. Vom einfachen Lagerfeuer über den Kaminofen bis hin zur modernen Pelletheizung hat sich der Brennstoff bis heute bewährt. Tatsächlich bringt Holz viele Vorteile mit sich, die damit betriebene Heizungssysteme sehr interessant machen. Doch es gibt auch einiges zu beachten. So ist Holz nicht gleich Holz. Was es für Unterschiede gibt, wie eine Holzheizung funktioniert und welche Kosten für Anschaffung und Betrieb auf Sie zukommen, erfahren Sie hier.

Holzheizung: häufig verwendete Arten und Funktionsweisen

Bei der Bezeichnung Holzheizung handelt es sich eigentlich nur um einen Überbegriff. Es gibt verschiedene Arten, mit dem Brennstoff zu heizen. Besonders weit verbreitet sind dabei die Stückholz-, Hackschnitzel und Pelletheizung. Die einzelnen Heizungsarten im Detail:

Stückholzheizung

Ähnlich wie bei einem Cheminée kommen in der Stückholzheizung ganze Holzscheite zum Einsatz. Im Cheminée brennt das entzündete Holz langsam von oben nach unten ab. In einem modernen Holzvergaserkessel funktioniert das genau umgekehrt. Das liegt an den zwei Verbrennungsphasen der Stückholzheizung. In einer ersten Brennkammer sollen durch die kontrollierte Verbrennung (erste Phase) Gase aus dem Holz entweichen. Diese gelangen in die zweite Brennkammer, wo sie zusammen mit Sauerstoff verbrennen (zweite Phase).

In der ersten Phase verbrennt das Holz und gibt beim Ausgasen 70 Prozent der darin enthaltenen Energie ab. Das Gas strömt in eine zweite Brennkammer, in der es zusammen mit Sauerstoff zu einer erneuten Verbrennung kommt. Hier gibt das Holz die restlichen 30 Prozent seiner Energie ab. Das macht die Heizung äusserst effizient. Am Ende des Vorgangs bleiben zudem nur rund 0,3 Prozent der ursprünglichen Masse der Holzscheite als Asche übrig. Bei der Stückholzheizung müssen Sie die Scheite einmal täglich von Hand in den Holzvergaserkessel geben. Dieser Vorgang heisst Beschickung. Die Hitze gibt die Heizung an das Heizwasser weiter, das durch den Heizungskreislauf fliesst.

Links ist ein Holzvergaserkessel zu sehen, in der Mitte des Bildes steht ein Pufferspeicher und auf der rechten Seite sind Holzscheite gelagert.

Die Holzscheite müssen Sie bei der Stückholzheizung per Hand nachlegen. Es lohnt sich also, sie in der Nähe des Vergaserkessels zu lagern.

Hackschnitzelheizung

Bei dieser Art der Holzheizung werden zerkleinerte Holzstücke, die sogenannten Hackschnitzel, verwendet. Diese verbrennt das System in einem grossen Kessel und gibt die Hitze an den Wasserkreislauf der Heizung weiter. Moderne Hackschnitzelheizungen lassen sich auch mit Pellets befeuern. Der grösste Unterschied zur Stückholzheizung liegt in der Beschickung. Diese erfolgt nämlich nicht von Hand, sondern über ein Förderband vollautomatisch aus dem Lager. Auch die Asche müssen Sie nicht selbst aus dem Kessel kehren. Das System führt sie in einen Auffangbehälter ab. Diesen müssen Sie jedoch regelmässig entleeren.

Pelletheizung

Grundsätzlich funktioniert die Pelletheizung wie die Hackschnitzelheizung. Auch hier befördert das System den Brennstoff in einen Kessel, verbrennt ihn und nutzt die dabei entstehende Hitze zur Erwärmung von Wasser. Dieses fliesst durch den Heizungskreislauf. Allerdings unterscheidet sich die Art des Brennstoffs.

Statt Hackschnitzel in unterschiedlicher Form und Grösse kommen Pellets zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein gleichmässig gepresstes Produkt aus Holz und Spänen, das sich leicht lagern lässt. Die Zuführung zum Kessel kann vollautomatisch aus einem Lager per Förderband oder Vakuumsauger erfolgen. Alternativ lassen sich die Pellets von Hand (beziehungsweise mit der Schaufel) in einen Auffangbehälter geben. Holzpellets verbrennen fast vollständig, weshalb nur sehr wenig Asche entsteht. Diese landet auch hier in einem Auffangbehälter.

Ein Mann schüttet Holzpellets aus einem Sack in den Aufnahmebehälter einer Pelletheizung.

Pellets sind in Form gepresstes Holz und bestehen meist aus Sägespänen. Sie hinterlassen bei der Verbrennung kaum Rückstände.

Installation: Darauf ist zu achten

Eine moderne Holzheizung benötigt viel Platz. Gerade Systeme mit höherer Aufnahme sind massiv gebaut. Dazu kommt ein erhöhter Platzbedarf für die Lagerung des Brennstoffs. Eine Holzheizung kann manche Keller zu sehr grossen Teilen ausfüllen. Sorgen Sie vor der Installation also dafür, dass genug Raum vorhanden ist. Diese Aspekte gilt es ausserdem zu beachten:

  • Planen Sie das Lager, sollten Sie darauf achten, dass der Raum in erster Linie trocken ist. Feuchtes Holz sorgt für eine geringere Effizienz der Systeme.
  • Beim Verbrennungsvorgang entstehen Abgase. Diese müssen irgendwo entweichen. Ein Schornstein ist dafür zwingend notwendig.
  • Damit überschüssige Wärme nicht verloren geht, braucht es einen Pufferspeicher. Dieser hält das erwärmte Wasser zur späteren Verwendung.

Umweltbilanz: weniger CO₂ als bei fossilen Brennstoffen

Holz gehört zu den nachwachsenden Rohstoffen. Es ist also nicht endlich, was es bereits nachhaltiger als etwa Öl oder Erdgas macht. Die Bestände in der Schweiz sind gross und werden fortlaufend nachgepflanzt. Somit ist der Nachschub an Brennmaterial sichergestellt – auch bei einem steigenden Anteil an Holzheizungen im Land. Während ihrer Wachstumszeit nehmen die Bäume bereits CO₂ auf. Das gleicht die bei der Verbrennung entstehenden Emissionen nahezu aus. Somit hat die Holzheizung gegenüber vielen anderen Heizungsarten bereits einen rechnerischen Vorteil punkto Nachhaltigkeit.

Natürlich benötigen die Systeme aber auch Strom, dessen Erzeugung wiederum selbst CO₂ verursacht. Doch das ist bei anderen Heizungssystemen ebenso der Fall. Eine Lösung dieses Problems könnte etwa die Kopplung der Heizung an die Energieerzeugung per Photovoltaikanlage sein.

Statt CO₂ spielt bei Holzheizungen eher Feinstaub eine Rolle. Davon fällt deutlich mehr an als bei anderen Brennstoffen. Scheitholz fällt hier von den drei Arten besonders ins Gewicht. Bei Pellets und Hackschnitzeln sind die Werte weniger hoch. Sie verbrennen insgesamt sauberer. Ein positiver Effekt bei der Holzheizung sind die meist kurzen Lieferwege des Rohstoffs. Der kommt meist aus der heimischen Forstwirtschaft. Beim Transport entstehen also geringere Emissionen als etwa bei Heizöl.

Blick auf einen Wald am Hang eines grossen Berges in der Schweiz.

Holz aus der Schweiz eignet sich durch den grossen Bestand und die hohe Qualität sehr gut für Holzheizungen.

Kosten: teure Anschaffung, günstiger Betrieb

Günstig ist eine Holzheizung nicht. Schon für eine Stückholzheizung müssen Sie mit Anschaffungskosten von rund 50 000 Franken inklusive Planung, Montage und Ausbau eines Lagerraums rechnen. Eine Hackschnitzelheizung kostet aufgrund des teureren Brennkessels rund 10 000 Franken mehr. Am günstigsten ist hingegen meist die Pelletheizung. Hier sollten Sie rund 45 000 Franken einkalkulieren.

Bei der Beschaffung von Holz sieht es wieder etwas besser aus. Im Vergleich zu fossilen Brennstoffen unterliegt es keinen starken Preisschwankungen. Brennholz ist meist nicht teuer. Am günstigsten liegen die Preise hier allerdings bei den Hackschnitzeln. Dafür ist etwa der geringere Produktionsaufwand verantwortlich. Die Wartungskosten sind bei den vollautomatischen Systemen etwas höher, was mit der Komplexität der Systeme zusammenhängt.

Förderung: Zuschuss für Holzheizung ist möglich

Für Holzheizungen gibt es aktuell ein Förderprogramm, das für die gesamte Schweiz gilt. Förderfähig ist dabei der Wechsel weg von einem fossilen Brennstoff. Die neue Heizung darf zum Zeitpunkt der Antragstellung allerdings noch nicht bestellt sein. Bei der Berechnung der Förderung spielt der Energieverbrauch im ersten Jahr die entscheidende Rolle. Pro Kilowattstunde zu erwartende Heizleistung gibt es 360 Franken Zuschuss zur Anschaffung. Weitere Informationen erhalten Sie bei Energie Zukunft Schweiz.

Heizen mit Holz: Vor- und Nachteile im Überblick

  • Vorteile
  • Nachteile
  • Nachwachsender Rohstoff macht die Holzheizung nachhaltig.
  • Hoher Platzbedarf für die Heizung und die Lagerung des Brennstoffs.
  • Gute CO₂-Bilanz, gerade im Vergleich zu anderen Heizungssystemen.
  • Holzheizungen sind in der Anschaffung meist sehr teuer.
  • Geringe Preisschwankungen beim Bezug des Brennstoffs.
  • Im Vergleich zu anderen Heizungsarten höherer Ausstoss von Feinstaub.
  • Günstige Einkaufspreise für die jeweilige Holzart.
  • Erhöhter Wartungsbedarf bei vollautomatischen Systemen.
  • Scheitholz, Stückholz und Pellets entstehen meist aus heimischen Beständen.
  • Manuelle Befüllung bei einer Scheitholzheizung.
  • Hohe Fördergelder, die keinen kantonalen Unterschieden unterliegen.
  • Gut mit einer Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung kombinierbar.

Fazit: Holzheizungen haben grosses Potenzial

Holz als Brennstoff ist sicherlich keine Neuheit. Die Strahlungswärme eines Cheminées kennen und schätzen viele Menschen. Doch moderne Holzheizungen haben damit nicht mehr viel gemeinsam. Sie bieten eine hohe Effizienz bei geringem CO₂-Ausstoss. Im Einkauf ist der Rohstoff Holz zudem günstig und in der Produktion nachhaltig. Das macht diese Art von Heizungssystem sehr attraktiv. Durch die schweizweite Förderung sind auch die Anschaffungskosten ein weniger grosses Hindernis als bisher.

Als Nächstes lesen

Auf unserer Website verwenden wir Cookies und Analyse Tools um die Nutzerfreundlichkeit auf der Website stetig zu verbessern, damit wir Ihnen einen optimalen Service bieten können und die Werbung für Sie auf unserer Website und Werbepartner zu personalisieren. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Nähere Bestimmungen können Sie unserer Datenschutzerklärung entnehmen.