Garten

Hochbeet selbst bauen: kleiner Aufwand, grosser Ertrag

Torben Schröder

Ob für den Garten, die Terrasse oder den Balkon – Hochbeete sind nicht nur eine optische Attraktion, sondern bringen weitere praktische Vorteile mit sich. Hier erfahren Sie, warum die Anschaffung sinnvoll ist, was Sie im Vorfeld beachten sollten und wie Sie selbst eines bauen. Es geht schneller als vermutet. Für handwerklich weniger begabte Interessenten stellen wir auch lieferbare Modelle vor.

Ein junger Mann sitzt auf dem Boden seines Balkons und blickt lachend auf sein Hochbeet.
© Getty Images / mixetto

In diesem Artikel

Warum sich ein Hochbeet lohnt

Die gängigste Art, um Blumen und Gemüse im eigenen Garten anzupflanzen, ist das Flachbeet. Sein grosses Plus: Es ist besonders einfach anzulegen. Das Säen und Pflegen kann aufgrund der geringen Höhe aber sehr mühsam sein. Abhilfe kann hier ein Hochbeet schaffen. Im Folgenden haben wir ein paar Vorteile zusammengestellt.

  • Blickfang: Wenn der Rahmen, zum Beispiel aus Holz, schön gestaltet und das Beet farbenfroh hergerichtet ist, wertet es Ihren Garten optisch auf.
  • Rückenschonend: In ungefähr einem Meter Höhe macht die Beetpflege richtig Spass und schont den Rücken.
  • Ertrag: Durch das Aufschichten verschiedener Substanzen wird die Ernte reicher ausfallen.
  • Schutz: Die hohe Lage und das Anbringen spezieller Vorrichtungen machen es ungebetenen Gästen wie Wühlmäusen oder Schnecken schwer, von Ihrem Anbau zu naschen.
Nahaufnahme von einer Person, die ein Beet mit Kräutern bepflanzt.

Einer der grössten Vorteile eines Hochbeets ist, dass Sie beim Bearbeiten Ihren Rücken nicht krumm machen müssen.

Den richtigen Standort fürs Hochbeet wählen

Unabhängig davon, wo Sie das Beet platzieren, sollte es in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet sein, damit die Pflanzen die bestmöglichen Lichtverhältnisse erhalten. Ein sonniger Platz ist optimal – er sollte aber möglichst windgeschützt sein. Im Folgenden ein paar spezifische Unterschiede zwischen dem Standort im Garten und dem auf der Terrasse beziehungsweise dem Balkon.

Standort Garten

  • Achten Sie darauf, dass der gewählte Standort nicht unter hohen Gewächsen liegt. Bäume, Sträucher und Hecken würden einen Schatten werfen und dadurch das Wachstum verlangsamen.
  • Der Garten bietet sich insbesondere an, wenn Sie den Anbau von Gemüse planen, denn der direkte Kontakt mit der Erde wirkt fördernd auf den Ertrag.

Standort Terrasse oder Balkon

  • Da der direkte Kontakt mit der Erde nicht gegeben ist, ist die Möglichkeit, Wasser zu speichern, limitiert. Von daher eignet sich dieser Standort vor allem für den Anbau von Kräutern.
  • Ein Hochbeet kann bei der Gestaltung der Terrasse oder des Balkons optisch eine wichtige Rolle spielen. Die Platzierung nahe einer Sitzgruppe sorgt für einen farbenfrohen Akzent.

Den richtigen Zeitpunkt wählen

Wenn es wärmer wird und die ersten Blüten spriessen, beginnt die Gartensaison – der Frühling ist der optimale Zeitpunkt, Saat auszubringen oder Blumen zu pflanzen. Sie haben noch kein Hochbeet? Dann nutzen Sie doch einfach den Herbst, um eines zu kaufen oder zu bauen. Ebenso können Sie es schon mit kompostierbarem Material wie Laub und abgestorbenen Zweigen befüllen. Eine detaillierte Übersicht über das Jahr im Hochbeet finden Sie hier.

Eine junge Frau steht vor einem Hochbeet und wirft einen prüfenden Blick auf ihren Anbau.

Die Wahl des richtigen Standortes und des richtigen Zeitpunkts, um Gemüse und Blumen anzupflanzen, spielt bei der Planung eines Hochbeets eine wichtige Rolle.

Hochbeet in Eigenregie bauen

Die Herstellung eines Hochbeets gehört auf jeden Fall zu den einfacheren Heimwerker-Projekten. Streng genommen besteht die Konstruktion aus einem Rahmen mit Bretterbeplankung. Als geometrische Form bietet sich das Rechteck an, da es nicht nur einfach zu bauen ist, sondern auch beim Bepflanzen und Ernten Vorteile im Handling mit sich bringt. Beim Material können Sie frei wählen: Stein, Kunststoff, Metall, Bambus – alles ist möglich. Wir empfehlen für den ersten Versuch Holz, da es am einfachsten zu verarbeiten ist.

Diese Materialien benötigen Sie:

  • Terrassendielen (Anzahl abhängig von Grösse)
  • Holzlasur
  • 4 - 8 Pfosten (je nach Grösse) und Einschlaghülsen
  • Edelstahlschrauben
  • Maschendraht
  • Noppenfolie
  • Kies, Häckselgut, Gartenerde
  • Äste, Laub, Grünabfall, Kompost

Im Folgenden finden Sie eine Anleitung für den Bau eines Holz-Hochbeets im Garten:

1. Mass nehmen

Passen Sie die Höhe des Hochbeetes an Ihre Bedürfnisse an. In der Regel ist eine Höhe zwischen 80 und 100 Zentimetern ideal. Sollen Rollstuhlfahrer oder Kinder mit am Hochbeet arbeiten – oder wollen Sie im Sitzen pflanzen –, empfiehlt es sich, das Hochbeet niedriger zu bauen.

Breite und Länge können Sie beim selbstgebauten Hochbeet ebenfalls flexibel an Ihre Bedürfnisse anpassen. Meist richtet sie sich jedoch nach dem vorhandenen Platz. Gängig ist eine Breite von 80 Zentimetern und eine Länge von 200 Zentimetern.

2. Holz zusägen und lasieren

Als Beplankung für die Front- und Seitenwände bieten sich Terrassendielen an. Diese können Sie selbst zurechtsägen oder im Baumarkt zusägen lassen. Anschliessend sollten Sie die Teile mit einer Schutzlasur behandeln und trocknen lassen.

3. Boden ausheben

Es empfiehlt sich, am vorgesehenen Standort die Grasnarbe und etwa zehn Zentimeter der oberen Erdschicht abzutragen.

4. Pfosten anbringen

Bei einer Grösse von 80 mal 200 Zentimetern reicht es, wenn vier Pfosten – einer in jeder Ecke – den Rahmen tragen. Bei längeren oder breiteren Exemplaren sollten Sie mittig weitere Pfosten einplanen. Verwenden Sie Einschlaghülsen, um die Pfosten im Boden zu befestigen. Dies erleichtert die Arbeit und schützt das Holz vor Feuchtigkeit.

5. Wände anschrauben

Die Pfosten stehen – dann können Sie mit der Beplankung der Seiten beginnen. Nutzen Sie Edelstahlschrauben und einen Akkuschrauber, um die Planken von unten nach oben an allen Seiten an den Pfosten zu befestigen.

6. Boden abdecken

Um Wühlmäuse und andere Tiere fernzuhalten, bringen Sie einen dichten Maschendraht an.

7. Wände auskleiden

An der Innenseite der Wände sollten Sie eine spezielle Noppenfolie für Hochbeete anbringen. Diese schützt das Holz vor Feuchtigkeit und erzeugt gleichzeitig Wärme, um den Wachstumsprozess zu beschleunigen.

8. Beet befüllen

Bevor Sie etwas pflanzen oder säen können, fehlen jetzt noch die einzelnen Füllschichten, die für das Hochbeet ideal sind. Den Anfang macht hier die Drainage, etwa durch Kies. Darauf kommen grobes Material wie Äste, feineres Material wie Häckselgut, Laub oder Grünabfälle, Kompost als Nährstoffgrundlage und zum Schluss erst Gartenerde.

Ein Hochbeet kaufen

Wenn Sie sich nicht die Mühe machen wollen, selbst Hand anzulegen, lohnt sich ein Blick auf die Online-Angebote. Wir stellen Ihnen hier drei unterschiedliche Exemplare vor.

Nur eine Stunde Arbeit

Der Anbieter Hortico verspricht, dass seine vormontierten Modelle in etwa einer Stunde aufgebaut sind. Die vier Seitenteile aus Holz sind bereits mit Noppenfolie ausgekleidet. Die kleinste Ausführung im Sortiment misst 100 x 80 x 61 Zentimeter und kostet 620 Franken (Stand 26. August 2020), das grösste Exemplar mit den Massen 396 x 100 x 75 Zentimeter kostet 1680 Franken (Stand 26 August 2020).

Moderne Stahl-Optik

Ebenfalls zum Selbstmontieren ist das Keller-Hochbeet SWISS MADE. Das Besondere ist hier das Material, denn Sie können zwischen hochwertigem Edelstahl oder lässigem Rost-Look wählen. Die grösste Ausführung Typ L misst 370 x 120 x 80 Zentimeter und kostet in der teureren Chromstahl-Ausführung 2380 Franken (Stand 26. August 2020).

Kompakt und praktisch

Dank der Masse von nur 136 x 76 x 86 Zentimetern ist das Hochbeet der Landi für die Unterbringung auf Terrasse oder Balkon gut geeignet. Die Pfosten sind aus verzinktem Stahl, die Seitenteile aus Lärchenholz. Der Preis beträgt 199 Franken (Stand 26. August 2020).

Pflanzen fürs Hochbeet: Gemüse? Kräuter? Blumen?

Den unbehandelten schmackhaften Kohlrabi oder doch lieber eine Mischung aus aromatischen Kräutern? Wie wäre es mit ein paar farbenfrohen Stiefmütterchen? Wie Sie Ihr Beet am besten bestellen, ist Geschmackssache. Hier die Optionen.

  • Gemüse: Einfach mal den Weg zum Supermarkt sparen und stattdessen eigenes Biogemüse ernten – dafür benötigen Sie kein komplettes Feld, es reicht ein Hochbeet. Am besten eignen sich Blatt-, Kohl-, Zwiebel- und Wurzelgemüse. Sie wachsen nicht besonders hoch und haben ein flaches Wurzelwerk.
  • Kräuter: Die Pflege von Kräutern ist etwas diffiziler als die von Gemüse, denn die Ansprüche in Sachen Licht, Wasser und Nährstoffe sind sehr unterschiedlich. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin und Basilikum verlangen nach einem halben Tag Sonne – Frühlingskräuter wie Sauerampfer hingegen verbrennen bei zu viel Hitze.
  • Blumen: Wie bei einem gewöhnlichen Beet können Sie auch bei einem Hochbeet Blumen miteinander kombinieren. Achten Sie aber auf eine Staffelung der Grösse nach, damit sich die Pflanzen nicht gegenseitig das Licht wegnehmen.
Nahaufnahme eines Beets, in dem verschiedene Pflanzen angebaut wurden.

Der Anbau von Gemüse in einem Hochbeet ist sehr beliebt, da die Ernte in der Regel besonders reich ausfällt.

Das Hochbeet pflegen

Wie beim normalen Beet gilt: Ein Hochbeet braucht Pflege. Hier eine Liste von Standardarbeiten, die regelmässig anfallen:

  • Hacken und Jäten: Lockern Sie den Boden regelmässig auf, wenn sich keine Pflanzen im Beet befinden, und entfernen Sie, wenn nötig, Unkraut.
  • Mulchen: Offene Stellen, die zum Beispiel durch Abernten entstanden sind, sollten Sie bedecken, um den Boden vor dem Austrocknen zu schützen. Als Material eignen sich Rasenschnitt, Stroh und Holzhäcksel.
  • Wässern: Im Sommer sollten Sie angesichts der heisseren Temperaturen genügend wässern – aber nicht in der Mittagssonne, damit die Pflanzen nicht verbrennen.
  • Abdecken: Um dem Austrocknen und dem Verlust von Nährstoffen vorzubeugen, sollten Sie Ihr Beet, wenn es nicht bepflanzt ist, abdecken – beispielsweise im Winter.

Fazit: Ein Hochbeet schont die Gelenke und füllt den Teller

Der offensichtlichste Vorteil eines Hochbeets steckt schon im Namen: Dank der Höhe von bis zu einem Meter lässt es sich ganz bequem daran arbeiten. Was wahrscheinlich die wenigsten wussten, ist der üppige Ertrag bei der Gemüseernte. Ein guter Tipp für Heimwerker-Freunde: Der Bau in Eigenregie ist überhaupt nicht schwierig. Optisch wertet es sowohl den Garten als auch den Balkon auf.

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