Garten

Hochbeet: die Vorteile und Nachteile

Sira Huwiler-Flamm

Bei Hobbygärtnern liegen Hochbeete schwer im Trend. Die kalte Jahreszeit ist der ideale Zeitpunkt, um ein solches anzulegen. Welche Vor- und Nachteile die angesagte Art des Gärtnerns hat, haben wir für Sie als Entscheidungshilfe zusammengestellt.

Hölzerne Hochbeete in einem Garten versprechen eine üppige Ernte: Knackige Salate, Kapuzinerkresse und Kohl gedeihen darin prächtig.
© Getty Images/ fotolinchen

In diesem Artikel

Die Vorteile: gelenkschonendes Gemüsegärtnern

1. Überall gärtnern

Nicht jeder Eigenheimbesitzer hat auch einen grossen Garten. Ein Hochbeet ist die ideale Lösung, weil damit Gärtnern selbst auf der Terrasse oder dem Balkon möglich ist. Hobbygärtner können es ganz flexibel dort hinstellen, wo Platz dafür ist. Es gibt auch verschiebbare und sehr kleine Varianten, die selbst die winzigste Nische zum wuchernden Gemüse- oder Blumenbeet werden lassen.

2. Bequem und rückenschonend

Mit einem Hochbeet muss niemand mehr auf dem nassen Boden knien, um in der Erde zu wühlen. Bei einer Höhe von 70 bis 120 Zentimetern gehören gebeugte Rücken, schmerzende Schultern und eine unbequeme gebückte Haltung der Vergangenheit an. Selbst Senioren können dank der angenehmen Arbeitshöhe munter und aufrecht weiter gärtnern, statt ihr Hobby aus Altersgründen aufzugeben. Das Jäten wird auf Hüfthöhe zur weniger mühsamen und schmerzhaften Zwischenbeschäftigung.

Eine ältere Dame erntet Salat in einem Hochbeet – ihr macht die Arbeit sichtlich Spass.

Arbeiten auf Hüfthöhe: Die Haltung ist für den Hobbygärtner angenehmer – auch in fortgeschrittenem Alter.

3. Blickfang mit Struktur

Ein Hochbeet ist nicht nur praktisch, sondern auch ein echter Hingucker im Aussenbereich. Ob als Kräuterspirale, als DIY-Upcycling-Variante oder modern und elegant – es gibt die Hochbeete in den verschiedensten Formen. Der kreativen Ideenvielfalt sind kaum Grenzen gesetzt. Aber es sind nicht nur extravagante Blickfänge: Hochbeete können den Garten auch optisch in verschiedene Bereiche gliedern, dadurch gibt das erhöhte Beet der grünen Oase Struktur und wertet chaotische Wildgärten auf.

4. Wärme auch in kalten Nächten

Hochbeete werden nicht einfach nur mit Erde befüllt, sondern mit verschiedenen Schichten aus Astschnitt, Häckselgut und Kompost. Da das Material nach und nach verrottet, gibt es Wärme an das Erdreich ab. Dadurch sind auch kleine Pflänzchen in kalten Nächten besser geschützt als im Freilandbeet – und Sie haben beinahe das ganze Jahr über Freude im Garten. Von März bis November können Sie im Hochbeet säen und ernten. Selbst im klirrend kalten Winter gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das erhöhte Beet zu nutzen.

5. Üppige Ernte dank Nährstoffreichtum

Im Freilandbeet haben Gartenbesitzer häufig mit ausgelaugten Böden zu kämpfen. Die Befüllung des Hochbeets sorgt nicht nur für Wärme, sondern auch für besonders nährstoffreichen Boden. Wer Bepflanzungstipps beachtet, kann deshalb mehr, öfter und länger ernten als im Freilandbeet. Blühende Blumen und Kräuter sind duftende Hingucker, aber auch Gemüse und Obst gedeihen im Hochbeet unter idealen Bedingungen – das macht das Hochbeet zum Must-have für Selbstversorger.

Eine Hobbygärtnerin erntet frischen Rhabarber aus ihrem Hochbeet.

Hier wachsen Rhabarber und Tomaten prächtig: Das Hochbeet macht der Hobbygärtnerin Freude.

6. Schutz vor Schnecken und Mäusen

Nacktschnecken und Wühlmäuse sind lästige Plagegeister für Gemüsegärtner, weil sie sich gerne an Salaten und Wurzeln zu schaffen machen. Das Gute: Mit einfachen Mitteln kann das Hochbeet zuverlässigen Schutz vor den Tierchen bieten. Ein Gitter aus Hasendraht, das die Erde vom Boden trennt, verhindert nicht nur Staunässe, sondern auch das Eindringen von Mäusen. Schnecken finden ohnehin selten den Weg hinauf in ein Hochbeet. Sollte das dennoch der Fall sein, helfen verbaute Materialien wie raues Holz, Schneckenzäune aus Kupfer oder ein ökologischer Schutzanstrich gegen Schnecken.

Die Nachteile: aufwendiger Start mit Tücken

1. Investitionskosten zu Beginn

Bei einem gewöhnlichen Freilandbeet sucht man sich im Garten eine passende Stelle und beginnt umzugraben, die Erde zu veredeln und aufzulockern – fertig ist das Beet. Für ein Hochbeet braucht es hingegen eine wohlüberlegte Konstruktion. Fertige Komplettrahmen und Kästen, auf Wunsch sogar mit Bewässerungssystem, gibt es im Detailhandel. Sie kosten zwischen 30 Franken für kleine Varianten und mehreren Tausend Franken bei Sonderanfertigungen.

2. Wer sparen will, braucht Zeit

Kostengünstiger sind selbstgebaute Hochbeete. Aber: Das erfordert handwerkliches Geschick, Geduld und vor allem Zeit. Wer sich diese nimmt, kann sein Hochbeet komplett nach den eigenen Wünschen und Anforderungen realisieren – und sogar das alte Familienklavier in ein cooles Hingucker-Beet verwandeln.

Empfehlung unserer Redaktion

Zur Ergänzung des Artikels hat die Redaktion einen passenden Inhalt von Pinterest herausgesucht. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich stimme zu, dass externe Inhalte geladen werden. Damit können personenbezogene Daten an Dritte übermittelt werden. Wir haben keinen Einfluss auf den Umfang der Datenverarbeitung durch Dritte. (Weitere Infos in der Datenschutzerklärung)

3. Befüllung und Wiederbefüllung

Doch ein Hochbeet kann nicht einfach gekauft oder gebaut und dann sofort bepflanzt werden. Entscheidend für Wärmeentwicklung und Wachstumserfolg ist die Befüllung in Schichten: Grobe Zweige, kleingehäckselte Holzschnitzel, Kompost und Erde müssen beschafft, bezahlt und transportiert werden. Bei einem zwei Mal einen Meter grossen Beet kommen da rasch anderthalb bis zwei Tonnen Material zusammen. Anschliessend muss das Material hineingefüllt werden, um es danach einige Woche ruhen zu lassen, damit sich die Erde setzen kann. Erst dann kann der Hobbygärtner loslegen. Eine Neubefüllung ist in der Regel nach vier Jahren nötig.

4. Grosser Wasserbedarf

Da sich die Wurzeln nicht wie im Freilandbeet selbst den Weg zum Wasser bahnen können, herrscht im Hochbeet ein erhöhter Wasserbedarf. Wind trocknet die Erde im höher gelegenen Beet zusätzlich aus. In sehr heissen und trockenen Perioden kann es sogar sein, dass der Gärtner ein- bis zweimal täglich giessen muss, damit Tomaten, Beeren und Zucchetti weiter prächtig gedeihen. Wer Regenwasser in einer Tonne in der Nähe sammelt, spart jede Menge Zeit und Geld – und hat gleichzeitig schon perfekt temperiertes Wasser.

Eine Frau giesst ihre Pflanzen im Hochbeet.

Im Hochbeet muss fleissig gegossen werden – weil die Erde schneller austrocknet.

5. Statik beachten

Durch die Befüllung kann ein Hochbeet, je nach Grösse, ganz schön schwer werden. Auf dem Balkon gilt deshalb: unbedingt die Statik beachten. Berechnen Sie das genaue Gewicht des Hochbeets und klären Sie im Zweifelsfall im Gespräch mit einem Fachmann (zum Beispiel einem Statiker oder Balkonbau-Experten), welche Last Ihr Balkon maximal tragen kann.

6. Erhöhung gegen Staunässe nötig

Ebenfalls auf dem Balkon, aber auch auf der Terrasse, gilt es ausserdem, Staunässe im Hochbeet zu vermeiden. Durch Fliesen und Platten kann Giess- und Regenwasser oft nicht richtig abfliessen. Damit Erde und Pflänzchen nicht faulen, sollten Sie das Beet an diesen Standorten deshalb zusätzlich durch Füsse oder einen unterbrochenen Trägerrahmen erhöhen.

Fazit: Beim Hochbeet überwiegen die Vorteile

Wer wenig Platz hat, einen Blickfang im Aussenbereich oder eine besonders üppige Ernte erzielen möchte, findet mit einem oder mehreren Hochbeeten die ideale Lösung. Auch wenn Kosten und Zeitaufwand bei der Anschaffung zu Buche schlagen, kann sich eine Entscheidung für die trendige Beetvariante lohnen.

Gefahren wie kalte Nächte, Schnecken und Wühlmäuse werden eingedämmt. Stattdessen muss aber besonders der Gemüsegärtner noch häufiger giessen. Gärtnern bleibt auch im Hochbeet ein zeitaufwendiges Hobby, das aber umso mehr belohnt wird mit prächtig gedeihenden Pflanzen, die stolz machen.

Als Nächstes lesen

Auf unserer Website verwenden wir Cookies und Analyse Tools um die Nutzerfreundlichkeit auf der Website stetig zu verbessern, damit wir Ihnen einen optimalen Service bieten können und die Werbung für Sie auf unserer Website und Werbepartner zu personalisieren. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Nähere Bestimmungen können Sie unserer Datenschutzerklärung entnehmen.