Ein kleines Gartenhäuschen im Winter. Davor stehen zwei eingeschneite Liegestühle aus Holz.
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Genehmigung: Fragen Sie lieber nach

Für alle bewohnten Gebäude in der Schweiz gibt es bestimmte Regeln zu beachten. Das gilt auch für ein Gartenhaus. Vielleicht ist es gar nicht möglich, aus dem Gartenhaus einen Wohnraum zu machen. Beim Betrieb einer Heizung sind ausserdem die lokalen Brandschutzvorschriften zu beachten. Es lohnt sich also in jedem Fall, die Gemeinde über das Vorhaben zu informieren und nach geltenden Bestimmungen zu fragen. Erst wenn Sie diese auch sicher erfüllen, sollten Sie mit der Auswahl einer passenden Heizung beginnen.

Dämmung: Eine gute Isolierung ist wichtig

Bevor Sie an die Anschaffung einer Heizung für Ihr Gartenhaus denken, sollten Sie auf eine gute Dämmung achten. Die erzeugte Wärme entweicht sonst viel zu schnell wieder aus dem Haus. Das kann zu Problemen führen: So heizt sich der Raum vielleicht gar nicht erst richtig auf oder Sie müssen die Heizleistung stark erhöhen, um genug Wärme zu erzeugen. Für Sie fallen so höhere Kosten beim Betrieb der Heizung an – und auch für die Umwelt ist dieses ineffiziente Heizen schlecht.

Die Wände und das Dach sollten also in jedem Fall eine ausreichende Dämmung besitzen. Lassen Sie sich dafür am besten von einem Profi beraten. Die Dämmarbeiten können Sie vielleicht sogar selbst durchführen. Vorausgesetzt sind natürlich handwerkliches Geschick und etwas Zeit.

Drei Männer bringen eine Dachdämmung an einem Gartenhaus an.

Noch bevor Sie eine Heizung für das Gartenhaus kaufen, sollten Sie für eine ausreichende Dämmung sorgen. Sonst ist die Wärme schnell verflogen.

Gartenhaus heizen: Diese Möglichkeiten gibt es

Welche Heizung zu Ihrem Gartenhaus passt, kommt auf die individuellen Gegebenheiten an. Es gibt nicht das eine Heizungssystem, das perfekt für alle Anwendungen ist. Im Folgenden finden Sie deshalb eine Übersicht geeigneter Heizkörper für schnelle Wärme auch in der kalten Jahreszeit.

Elektroheizung: Wärmeerzeugung mit Strom

Die Elektroheizung kommt in kleineren Räumen oder Nebengebäuden häufig zum Einsatz. Grund dafür ist die einfache Inbetriebnahme. Es braucht schliesslich nur einen Stromanschluss und schon erzeugt die Heizung wohlige Wärme im Gartenhaus. Allerdings gibt es bei der Elektroheizung verschiedene Arten, die sich in manchen Punkten voneinander unterscheiden:

  • Konvektor: Eine elektrische Konvektionsheizung heizt direkt die umliegende Luft und es entsteht ein Strömungskreislauf. Der Vorteil: Es wird schnell warm, der Nachteil: Die Heizung hat kein Speichermedium, das die Wärme länger hält. Damit dieses Prinzip funktioniert, muss der Heizkörper allerdings ständig laufen, um Wärme zu liefern. Das System eignet sich deshalb in erster Linie für Gartenhäuser, in denen Sie nur selten heizen oder die die Wärme besonders gut halten. Sonst schnellen die Betriebskosten zu stark in die Höhe. Elektrische Konvektionsheizungen gibt es zum Aufstellen oder für die Wand. Sie sind in verschiedenen Grössen erhältlich. Günstige Konvektoren erhalten Sie ab 50 Franken. Für ein besseres Modell sollten Sie mit etwa 200 Franken rechnen.
  • Radiator: Die meisten Elektroradiatoren erinnern optisch etwas an klassische Heizkörper im Haus. Sie bestehen aus mehreren Rippen, die mit einer Flüssigkeit gefüllt sind, beispielsweise mit Wasser. Alternativ gibt es auch Ölradiatoren. Das Heizelement gibt die Wärme an die Flüssigkeit ab, die diese über eine bestimmte Zeit halten kann. Der Radiator bietet Strahlungswärme und ist damit eine sehr direkte Art der Heizung. Viele Modelle besitzen Rollen. So können Sie den Heizkörper in Ihre Nähe stellen und von der Heizleistung profitieren. Elektroradiatoren sind eher für das kurzzeitige Heizen geeignet. Modelle sind in verschiedenen Grössen ab rund 50 Franken erhältlich.
  • Infrarotheizkörper: Direkte Wärme liefert auch die Infrarotheizung. Dafür braucht es in erster Linie ein Heizelement und eine Heizplatte. Dieser einfache Aufbau macht die Heizkörper sehr flach, wodurch sie sich sehr gut an Wänden oder sogar an der Decke anbringen lassen. Allerdings ist auch hier zu beachten, dass nur Personen und Gegenstände in unmittelbarer Nähe die Wärme auch aufnehmen. Tipp: Achten Sie beim Kauf auf den Strahlungswirkungsgrad der Geräte. Je höher dieser ausfällt, desto geeigneter sind sie für grössere Räume. Infrarotheizungen gibt es als einfarbige Platten oder sogar als unscheinbare Wandbilder ab rund 200 Franken.
Eine Frau sitzt in ihrem Gartenhaus, schaut aus dem vereisten Fenster und legt dabei Ihre Füsse auf einen Elektroradiator.

Gibt ein Heizkörper Strahlungswärme ab, wie etwa ein Elektroradiator, ist es angenehmer, nah am Gerät zu sitzen.

Gasheizung: unabhängig von der Stromversorgung

Bei einer Gasheizung im Haus braucht es einen Anschluss ans Gasnetz, einen Kessel, einen Warmwasserspeicher, einen Kamin und noch mehr. Für ein Gartenhaus ist das System etwas kompakter. Kleine Gasheizkörper lassen sich aufstellen oder an die Wand hängen. Allerdings benötigen auch diese einen Gasanschluss. Er lässt sich etwa mit einer Leitung zu einer Propangasflasche schaffen, die ausserhalb des Gartenhauses steht. Sollte es technisch möglich sein, können Sie die Heizung aber auch an das Gasnetz anschliessen. Zudem ist ein System zum Abtransportieren der Abgase notwendig. Die Gasheizung erwärmt die Luft und schafft somit im gesamten Raum Wärme. Gasheizkörper sind ab rund 1000 Franken erhältlich.

Eine Alternative kann ein Gasheizofen sein. Die kleinen Geräte bestehen aus einer Aufnahme für die Gasflasche, einem Zünder und einem Brenner. Je nach eingestellter Stufe lodert die Gasflamme etwas stärker und heizt den Raum auf. Solche kleinen Gasheizöfen benötigen kein System zum Ableiten von Abgasen. Allerdings sollten Sie regelmässig lüften, damit sich die Gase nicht ungewollt verbreiten können. Beim Beheizen eines Raums ist das natürlich weniger ideal. Gasheizöfen sind ab rund 100 Franken zu kaufen.

Zwei Propangasflaschen stehen an der Aussenwand eines Gartenhäuschens. Über Leitungen sind sie mit der Heizung innen verbunden.

Die für den Betrieb eines Gasheizkörpers benötigten Gasflaschen sollten Sie lieber draussen aufstellen. Das ist sicherer und nimmt drinnen keinen wertvollen Platz weg.

Pelletheizung: Holz als natürlicher Brennstoff

Schon beim Einsatz im Haus gewinnen Pelletheizungen immer mehr an Beliebtheit. Kein Wunder, handelt es sich doch um einen natürlich gewonnenen Brennstoff mit einer guten Umweltbilanz. Zudem sind Pellets in der Anschaffung nicht teuer. In kompakter Form gibt es solche Heizungen heute auch für kleinere Gebäude wie das Gartenhaus. Solche Pelletöfen sind zudem schön anzusehen und wirken fast wie ein Cheminée – mitsamt kleinem Fenster mit Sicht auf das lodernde Feuer.

Damit die Heizung auch funktioniert, müssen Sie immer wieder Pellets nachfüllen. Sie sollten also einen gewissen Vorrat aufbauen. Für die Lagerung ist deshalb etwas Platz einzukalkulieren. Zudem benötigen Sie ein Rohrsystem für die Abluft. Pelletöfen schaffen angenehme und raumfüllende Wärme. Im Handel sind sie ab rund 1500 Franken zu haben.

Solarheizung: die besonders umweltfreundliche Lösung

Die wohl umweltfreundlichste und unabhängigste Art der Heizung ist die Solarheizung. Damit holen Sie die benötigte Energie aus der Strahlung der Sonne. Das funktioniert auch im Winter, wenn auch mit verminderter Effizienz. Wollen Sie so Ihr Gartenhaus heizen, benötigen Sie entsprechende Kollektoren auf dem Dach. Diese nehmen die Energie auf und geben sie an die Heizung im Inneren des Gartenhauses weiter. Diese direkte Erzeugung von Wärme aus der Sonnenenergie nennt sich Solarthermie.

Eine Alternative stellt die Photovoltaikanlage dar. Diese heizt nicht direkt, sondern erzeugt Strom, den Sie für die elektrische Heizung nutzen können. Aber auch zahlreiche andere Geräte lassen sich daraus speisen. Das Problem bei beiden Arten der Solarheizung: Die Investitionskosten sind hoch. Zudem ist vielleicht nicht immer eine vollständige Abdeckung des Bedarfs gegeben. Pro Quadratmeter Dachfläche, die Sie mit Kollektoren ausstatten, müssen Sie mit rund 500 Franken rechnen.

Fazit: grosse Auswahl bei der Gartenhausheizung

Alle Heizungstypen haben ihre Vor- und Nachteile. Wie Sie Ihr Gartenhaus heizen, kommt deshalb ganz auf Ihre Vorlieben an. Bevorzugen Sie Strahlungswärme, könnte eine Elektroheizung mit Infrarot oder Radiator die richtige Wahl sein. Dafür brauchen Sie auch nur einen Stromanschluss. Wollen Sie lieber eine gute Wärmedurchmischung in der Luft erreichen, sollten Sie eher auf Konvektoren setzen. Besonders gemütlich ist hingegen ein Pelletofen, wobei Sie hier beim Brandschutz vorsichtig sein müssen – gerade bei Gartenhäusern aus Holz. Der wohl beste Tipp: Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten oder probieren Sie verschiedene Systeme aus.

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