Garten

Hecke, Zaun, Mauer: So schützen Sie Ihr Grundstück

Torben Schröder

Ähnlich wie die Tiere stecken auch wir Menschen unser Revier ab. Der Fachbegriff für diese Begrenzung des Grundstücks nennt sich Einfriedung. Sie hält ungebetene Gäste fern, funktioniert aber auch in die andere Richtung: Unternehmungslustige Haustiere und neugierige Kinder werden vor den Gefahren ausserhalb des Grundstücks geschützt. Hecke, Zaun, Mauer – in diesem Artikel erklären wir Ihnen, welche Möglichkeiten Sie haben und welche Vorschriften zu beachten sind.

Weitläufiger Blick auf eine Berglandschaft. Im Vordergrund erkennt man einen Holzzaun, der ein Grundstück umrandet.
© Getty Images/iStockphoto

In diesem Artikel

Einfriedung – was ist das genau?

Der Zweck einer Einfriedung steckt schon im Namen: Eine künstliche Anlage soll Frieden bringen und bewahren. Zwischen Nachbarn, mit vorbeischlendernden Menschen, mit Briefträgern und mit streunenden Tieren. Zudem schützen manche Einfriedungen vor klimatischen Einflüssen wie Wind, vor Emissionen und vor Lärm. Je nach Konstruktion werden auch neugierige Blicke ferngehalten. Sogenannte lebende Einfriedungen bestehen zum Beispiel aus einer Hecke, tote Einfriedungen aus einem Zaun oder einer Mauer. Beide Formen bringen Vor- und Nachteile mit sich, die wir Ihnen im Verlauf des Artikels erklären.

Vorschriften bei der Einfriedung beachten

Bei uns in der Schweiz gibt es kein spezielles Nachbarrechtsgesetz. Viele Regelungen in Bezug auf das friedfertige Zusammenleben sind aber im Schweizerischen Zivilgesetzbuch (ZGB) festgehalten. Das ZGB erlaubt generell, Ihr Grundstück einzufrieden. Für Details wie das verwendete Material oder die Bauhöhe sind die Kantone zuständig. So sind zum Beispiel in Zürich Einfriedungsmauern ab einer Höhe von 80 Zentimetern bewilligungspflichtig, offene Einfriedungen wie zum Beispiel ein Maschendrahtzaun und Bepflanzungen hingegen nicht.

Hecke, Zaun, Mauer – die Arten der Einfriedung

In erster Linie ist es wie so oft auch bei diesem Thema Geschmackssache. Wenn Sie mit Ihrem Grundstück komplett von der Aussenwelt abgeschnitten sein wollen, dann setzen Sie auf eine Betonmauer. Wenn Sie einen üppig bepflanzten Garten besitzen, kommen Sträucher in Frage. Generell empfehlen wir die Verwendung nachhaltiger Substanzen. Ausserdem sollten Sie darauf achten, dass Sie bei der Instandhaltung möglichst wenig Aufwand haben.

Im Folgenden stellen wir Ihnen nun die verschiedenen Möglichkeiten vor.

Blick in einen üppig bepflanzten Garten, der mit einer Hecke eingefriedet ist.

Eine Hecke aus Sträuchern fügt sich optisch passend in die weitere Bepflanzung Ihres Gartens ein.

Hecke: die lebende Einfriedung

Eine Hecke besteht aus dicht nebeneinander angepflanzten Sträuchern oder kleinen Bäumen. Sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich dient sie häufig als Grenze. Je nach Volumen bietet sie zudem einen Sicht- und Windschutz und bildet einen natürlichen Lebensraum für Vögel, Kleintiere und Insekten.

Optisch können Sie eine Hecke prima in die Gestaltung Ihres Gartens integrieren. Hingegen sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass zusätzliche Gartenarbeit auf Sie zukommt, zum Beispiel in Form von schneiden oder trimmen. Wenn Sie die Sträucher frisch pflanzen, kann je nach Art zudem viel Zeit vergehen, bis die Hecke die gewünschte Höhe und Optik erreicht. Langsam wachsende Sträucher wie die Eibe oder die Stechpalme schaffen nur 15 Zentimeter in einer Saison, Hainbuchen oder der Feldahorn schiessen hingegen unter optimalen Bedingungen im gleichen Zeitraum 40 bis 50 Zentimeter in die Höhe.

Für kleinere Grundstücke bieten sich niedrigere Hecken aus Buchsbäumen an, für grössere Gärten dürfen die Pflanzen auch gern mannshoch sein. Eine Mischung aus Laubhölzern und Blütensträuchern führt zu einem abwechslungsreichen Erscheinungsbild. Aus dem Bereich der Nadelhölzer kommen Eiben oder Lebensbäume in Frage.

Zaun: pflegeleichter Klassiker

Bei einem Zaun handelt es sich um eine sogenannte tote Einfriedung. Der grösste Vorteil: Er ist sehr pflegeleicht. Einen Zaun aus Metall sollten Sie dann und wann überlackieren. Kein Vergleich also zur Pflege einer Hecke. In Bezug auf Material, Form und Grösse haben Sie freie Wahl: von robustem Stahl bis zu sensiblem Schilf. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Optionen näher vor.

Industriell hergestellt

Besonders langlebig und pflegeleicht sind Zäune aus Metall. Das Angebot reicht von hochwertigen bis zu einfachen Exemplaren. Decorzäune verbinden das Nützliche mit dem Ansehnlichen. Mit ihrer stabilen Bauweise erfüllen sie ihren Zweck bestens. Mit einer grossen Auswahl an Farbbeschichtungen und verschiedenen Ornamenten machen sie zudem optisch etwas her. Die gängigste Variante des Metallzauns ist der Maschendrahtzaun. Er ist in Höhen von wenigen Zentimetern bis zu zwei Metern und mit unterschiedlichen Maschenweiten erhältlich.

Ähnliche Vorteile in Bezug auf die Haltbarkeit und die Pflege bringt der Kunststoffzaun mit sich. Verschmutzungen können Sie mit ein bisschen Wasser entfernen, gesonderte Anstriche sind nicht notwendig. Der grosse Clou: Viele seiner Art sehen gar nicht wie Kunststoff aus, sondern auf den ersten Blick wie farbig gestrichenes Holz. Dank der industriellen Fertigung kann Kunststoff andere Materialien ohne Weiteres imitieren.

Blick auf einen Grundstückszaun aus horizontal angeordneten langen Ästen.

Selfmade-Einfriedung: Wie in diesem Fall reichen schon ein paar lange Äste dazu, das Grundstück abzustecken.

Natürlich gewachsen

Kommen wir zu den ökologisch empfehlenswerten Materialien für einen Zaun. Ob Holz oder Bambus – für alle Baustoffe gilt, dass sie deutlich anfälliger für Witterung und mechanische Schäden sind als Metall und Kunststoff. Stellen Sie sich also darauf ein, dass Sie den Zaun früher oder später ausbessern oder sogar auswechseln müssen. Hier drei Beispiele aus natürlichem Material.

  • In Form von horizontal übereinander gesteckten Brettern, vertikal aufgestellten Latten, grossen Planken oder filigranen Geflechten – Zäune aus Holz gibt es in unzähligen Arten und Designs. Behandeln Sie die Oberfläche mit ökologisch verträglichen Produkten, um sie bestmöglich gegen äussere Einflüsse zu schützen.
  • Mit einem Zaun aus Bambus bringen Sie ein exotisches Flair in Ihren Garten. Das tropische Gras sieht fragiler aus, als es tatsächlich ist. Zu engmaschigen Zäunen verknüpft hält es Wind, Niederschlag und den neugierigen Blicken des Nachbarn tapfer stand.
  • Bei Schilf denken wir an im Wind wehende grazile Ähren, aber nicht an ein Material für einen Zaun. Hier die Aufklärung: Die getrockneten Halme des Schilfs – oder Schilfrohr, wie die Pflanze eigentlich heisst – sind sehr stabil und dienen seit ewigen Zeiten und auch heute noch sowohl als Dämm- wie auch als Abdeckstoff in Form eines Reetdachs. Schilfzäune zeichnen sich besonders durch einen guten Schallschutz und eine naturbelassene Optik aus.

Wie Sie einen Zaun selber bauen, was es alles zu beachten gilt und wie teuer ein solches Vorhaben ist, das erfahren Sie in unserem Artikel Zaunbau: Vorschriften, Kosten und Materialien.

Mauer: stabiles Bollwerk

Einmal errichtet, ist eine Gartenmauer aus Stein nahezu unumstösslich. Zudem bedarf sie so gut wie keiner Pflege – ganz im Gegenteil: Ansammlungen von Moos ergeben eine ansprechende Patina. In Bezug auf das Material sollten Sie sich an der Optik Ihres Hauses orientieren. Ein Nachteil von Mauern kann sein, dass sie abweisend wirken und Ihnen selbst oder dem Nachbarn Licht rauben. Deshalb sollten sie nie zu hoch errichtet werden.

  • Stein auf Stein legen ohne Hinzunahme eines Bindemittels wie zum Beispiel Mörtel – das Ergebnis nennt sich Trockenmauer. Sie dient nicht nur der Einfriedung, sondern auch gleichzeitig der Hang- oder Böschungssicherung. In Kombination mit gezieltem Bewuchs wie einem Beet werten Trockenmauern Ihren Garten optisch auf. Besonders attraktiv sind Mauern aus Natursteinen wie Granit, Sandstein oder Kalkstein.
  • Einen etwas geradlinigeren und strengeren Anblick bietet eine vermörtelte Mauer. Als Material bieten sich Betonstein oder Backstein an. Der Vorteil: Diese Art von Mauer ist noch stabiler und kann deutlich höher gebaut werden als eine Trockenmauer. Ein Nachteil: In der Regel benötigt sie ein gegossenes Fundament, was mehr Aufwand bedeutet.
  • Eine sehr moderne und dekorative Optik bieten Gabionen. Die mit Natursteinen gefüllten Metallgerüste sind in verschiedenen Grössen und Formen erhältlich. Neben dem Zweck der Umzäunung können sie – entsprechend niedrig angelegt – zudem als Sitzgelegenheit oder sogar als Grill- und Feuerstelle dienen.
Blick auf einen Zaun, der aus Gabionen besteht.

Mit ihrem Gerüst aus Metall und der Füllung aus Steinen bilden Gabionen einen attraktiven Materialmix.

Fazit: Frieden in der Nachbarschaft herstellen

Mit einer Einfriedung des Grundstücks tun Sie vielen Parteien einen Gefallen: sich selbst, Ihren Kindern und Haustieren sowie den Nachbarn. Für alle werden klare Grenzen gesetzt. Ob per Mauer, Hecke oder Zaun – die unterschiedlichen Arten haben ihre Vor- und Nachteile.

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