Ein Mann giesst im Wohnzimmer eine Staude mit der Kanne.
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Leben

Grünes Wohlgefühl: die richtige Pflanze für jeden Raum

Ulrich Safferling

Ein Stückchen grüne Natur kommt mit Zimmerpflanzen ins Haus. Die sind nicht nur dekorativ, sondern verbessern sogar das Raumklima und filtern Schadstoffe aus der Luft. Und wenn sie dann noch pflegeleicht sind, ist auch derjenige überzeugt, der seinen grünen Daumen bisher nicht entdeckt hat. Hier kommen unsere Pflanzentipps für jeden Raum.

Warum Zimmerpflanzen gut für uns sind

Jeder Waldspaziergang macht deutlich, warum Natur dem Menschen guttut: Der Sauerstoffgehalt ist hoch, das Grün der Pflanzen beruhigt den Geist und die ausgewogene Temperatur wirkt besonders im Sommer erholsam. Im Miniatur-Massstab können Sie das auch zu Hause erleben. Nämlich dann, wenn Sie Pflanzen in Ihr Leben holen. Kohlendioxidgehalt, Luftfeuchte und Temperatur bestimmen unsere Konzentrationsfähigkeit und unser Wohlbefinden.

Zu diesem Wohlfühlklima können Zimmerpflanzen einen grossen Beitrag leisten. Studien haben ergeben, dass sie die Stimmung heben, das Raumklima verbessern und Schadstoffe in der Luft reduzieren. Biochemisch steckt hinter dieser Verbesserung des Raumklimas die Fotosynthese: Mit Hilfe von Chlorophyll in den Blättern und Licht wandeln Pflanzen Kohlendioxid in Sauerstoff um. Zugleich werden mehr als 90 Prozent des Pflanzengiesswassers an die Umgebung abgegeben – das ist wie eine natürliche Luftbefeuchtung, pflegt in trockener Winterluft die Nasenschleimhäute und sorgt im Sommer für angenehme Kühle.

Sogar die NASA hat schon mit Zimmerpflanzen experimentiert, um die Luftqualität in Raumstationen zu verbessern. Dabei reicht schon eine Pflanze für zehn Quadratmeter Wohnfläche. Doch viele Menschen fürchten den Pflegeaufwand oder möchten nicht zum Kaktus-Gärtner werden. Das ist auch nicht nötig, denn Natur in den eigenen vier Wänden lässt sich schon mit wenigen robusten Pflanzenarten umsetzen. Hier finden Sie die besten Pflanzen für jedes Zimmer in Ihrem Zuhause.

Schlafzimmer – Sauerstoff für gute Träume

Gerade im Schlafzimmer spielt ein gutes Raumklima eine wichtige Rolle, denn nachts soll sich der Körper erholen. Während viele Pflanzen im Dunkeln, wenn die Fotosynthese zum Erliegen gekommen ist, Kohlendioxid abgeben, gibt es Arten, die in dieser Zeit Kohlendioxid aufnehmen und so den Sauerstoffgehalt in der Luft verbessern.

Dazu gehören der Bogenhanf, die Birkenfeige, die Bromelie und die Grünlilie. Sie alle lieben es hell, mögen aber keine direkte Sonne, die im Schlafzimmer sowieso unerwünscht ist, damit sich das Zimmer zur Nacht hin nicht aufheizt. Die Birkenfeige braucht am meisten Platz, Bromelie und Bogenhanf passen auf den Fenstersims, die Grünlilie eignet sich mit ihren langen Blättern als Hängepflanze. Robust und pflegeleicht sind alle vier, nur die Birkenfeige braucht regelmässig, aber mässig Wasser. Sie sieht als kleines Bäumchen aber sehr attraktiv aus.

Neben einem Bett stehen kleine Pflanzen auf einem Tischchen, ein Gummibaum und eine Palme in der Ecke.

Zimmerpflanzen sind Luftverbesserer, sie erzeugen Sauerstoff und filtern Schadstoffe. Deshalb sind Pflanzen im Schlafzimmer gut für einen erholsamen Schlaf.

Badezimmer – Regenwald auf kleinstem Raum

Zwei Eigenschaften sind fürs Bad typisch: wenig Sonnenlicht und hohe Luftfeuchte. Mit beidem kommen der Kolbenfaden, die Efeutute, der Farn und die Kentia- oder Paradies-Palme hervorragend zurecht.

Die Paradies-Palme stammt ursprünglich aus dem Regenwald, liebt Schatten oder Halbschatten und eine hohe Luftfeuchte. Sie wächst nur langsam, kann aber bis zu drei Meter hoch werden. Die Alternative dazu ist der Kolbenfaden, der ebenfalls in feuchter Luft gut gedeiht. Der buschige Strauch mit silbrig-weiss gemaserten Blättern ist anspruchslos und passt von der Grösse in viele Badezimmerfenster.

Arbeitszimmer – Power für die Konzentration

Ein gutes Raumklima sorgt für Konzentration bei der Arbeit. Daher sind hier Pflanzen hilfreich, die als echte Luftreinigungswunder gelten. Dazu gehört die Grün- oder Graslilie, die bis zu 95 Prozent an Schadstoffen wie Benzol oder Kohlenmonoxid aus der Luft filtert. Enzyme in den Blättern können diese Stoffe aufspalten und neutralisieren.

Mit der Grünlilie können Sie, abhängig von den Giessintervallen, die Luftfeuchtigkeit um etwa fünf Prozent erhöhen. Besonders bei trockener Heizungsluft im Winter ist das Balsam für die Schleimhäute.

Da im Homeoffice Platz meistens knapp ist, empfehlen sich ansonsten kleine, anspruchslose Topfpflanzen wie Zyperngras, Einblatt oder Drachenbäume. Wer nicht nur Grün sehen will, stellt eine elegante Chrysantheme auf, die Blüte des japanischen Kaisers. Sie absorbiert unter anderem Schadstoffe von Druckern, Leim und Zigaretten.

Wohnzimmer – Platz für grosse Blätter

Der grösste Raum in der Wohnung oder im Haus ist fast immer das Wohnzimmer. Entsprechend viel Gestaltungsmöglichkeiten gibt es dort für Zimmerpflanzen, die nicht nur gute Luft schaffen, sondern auch dekorativ wirken.

Eindrucksvoll und sehr attraktiv ist das Fensterblatt mit seinen riesigen, geschlitzten Blättern. Es braucht einen kleinen Stamm, an dem sich die tropische Kletterpflanze entlanghangeln kann. Sie ist grundsätzlich pflegeleicht, muss aber bei trockener Zimmerluft immer feucht gehalten werden. Das funktioniert am besten in einer Hydrokultur, also mit Tongranulat, das viel Wasser speichern kann.

Alternativ ist die Bergpalme ein Kandidat fürs grüne Wohnzimmer. Sie braucht zwar viel Wasser, ist aber einfach zu pflegen und gilt als «Einsteigerpflanze» für Zimmergärtnerinnen und -gärtner. Sie benötigt lediglich Halbschatten, mag keine direkte Sonne und wächst fleissig in die Höhe.

Für richtige Farbkleckse eignet sich dagegen die grossblumige Amaryllis, die es sehr hell und sonnig mag. Das macht sie perfekt für Fensterplätze oder den Wintergarten. Achtung: Sie ist giftig und sollte für Tiere oder kleine Kinder nicht erreichbar sein.

Immer ein Hingucker sind Orangen- oder Zitronenbäumchen, die in grösseren Kübeln gepflanzt werden. Sie sind immergrün, blühen mit etwas Glück das ganze Jahr, verbreiten ein frisches Aroma und tragen sogar essbare Früchte. Sie können im Sommer auf dem Balkon und im Winter im Wohnzimmer stehen.

Aber Achtung: Wer seinen Zitronenbaum im Winter einfach nur ins Wohnzimmer stellt und keine weiteren Vorkehrungen trifft, wird nicht mehr lange Freude an der Pflanze haben. Im geheizten Wohnzimmer benötigt diese viel mehr Licht, als selbst der hellste Raum bieten kann. Bringen Sie daher eine Pflanzenlampe über dem Zitronenbäumchen an und lassen sie diese über eine Zeitschaltuhr mindestens sechs Stunden am Tag leuchten. Besprühen sie den Baum zudem regelmässig mit Wasser, um die trockene Luft im Wohnzimmer auszugleichen.

Auf einem Schränkchen steht in der Sonne eine dekorative Grünpflanze mit Fussball-grossen Blättern, ein sogenanntes Fensterblatt.

Das Fensterblatt mit seinen dekorativen Blättern ist ein Klassiker unter den Zimmerpflanzen. Wichtig ist für das Regenwaldgewächs ein heller Standort und ausreichend Feuchtigkeit.

Küche – langlebiges Grünzeug

In der Küche geht es gern heiss her, und meist bleibt nur wenig Platz, um etwas Grün aufzustellen. Deshalb eignen sich kleine Töpfe am besten, die man problemlos umstellen kann, wenn Platz fürs Kochen gebraucht wird.

Hier bietet sich der kleinblättrige Bubikopf an, der keine Sonne braucht und per Tauchbad gewässert wird – überschüssiges Wasser sammelt sich im Untersetzer und wird einfach weggegossen.

Küchentauglich ist auch die Yucca-Palme, eine Palmlilie, die mit den Jahren meterhoch werden kann. Sie ist sehr langlebig, überlebt gewollte oder ungewollte Trockenzeiten, mag Sonne und Schatten, braucht einmal die Woche Wasser und ist nur empfindlich gegen Zugluft.

In derselben Kategorie robuster Pflanzen spielt der Elefantenfuss oder -baum, der viel Sonne und wenig Wasser braucht, denn er stammt aus den Halbwüsten in Mexiko. Er ist so pflegeleicht, dass man ihm nachsagt, es gehe ihm umso besser, je weniger man sich mit ihm beschäftige.

Fazit: Geniessen Sie ihre Pflanzenoasen zu Hause

Für jeden Raum gibt es eine Vielzahl pflegeleichter Pflanzen, und die passende Grösse findet sich auch. Das Giessen ist kein Hexenwerk, viel wichtiger ist der richtige Standort: von Schatten über hell bis direkt im Sonnenlicht. Wer sich dabei an die Tipps der Gärtnerinnen und Gärtner hält, kann nicht viel falsch machen – und hat den ersten Schritt zum grünen Daumen getan.

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