Ein Mann sitzt in einem Sessel vor mehreren Heizkörpern.
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Renovieren

Gasheizung ersetzen: Gründe, Kosten, Förderung

Thomas Bott

Eine energetische Sanierung des Hauses ist ein gutes Mittel, um Kosten zu sparen und für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen. Das Heizsystem spielt dabei eine grosse Rolle, denn es trägt entscheidend zur Höhe des Energieverbrauchs bei. Bei einem Einfamilienhaus sollte es genau auf die Bedürfnisse und den Verbrauch des Haushalts angepasst sein. Noch immer ist Gas dabei ein oft verwendeter Energieträger. Wer bereits ein solches Heizsystem besitzt, sollte sich unter bestimmten Voraussetzungen aber Gedanken über einen Ersatz machen.

Warum Sie Ihre alte Gasheizung ersetzen sollten

In die Jahre gekommene Gasheizungen bieten einige Nachteile. Sie erweisen sich gegenüber neueren Systemen nicht nur als störanfälliger, sondern auch als weitaus weniger effizient. Das liegt in erster Linie an der veralteten Technik.

Ein sogenannter Konstanttemperaturkessel (siehe unten) erzeugt oft viel mehr Energie, als notwendig ist – die Folge sind unnötig hohe Heizkosten. Auch die Mehrbelastung der Umwelt ist ein grosser Nachteil. Ähnlich sieht es bei Niedertemperaturkesseln aus: Sie laufen zwar auf niedrigerer Temperatur, aber ebenfalls dauerhaft. Beide Typen sind somit nicht mehr zeitgemäss.

Ein weiterer Grund zum Ersetzen der Gasheizung können bereits auftretende Schäden sein. Alte Heizkessel fangen irgendwann an zu rosten und gefährden so die Betriebssicherheit. Eine Reparatur ist meist sehr aufwendig oder sogar nicht mehr möglich. In diesem Fall ist ein Ersatz zwingend nötig. Der Umweltaspekt spielt ebenfalls eine Rolle. Ältere Heizsysteme sind durch ihre geringere Effizienz nicht nur unwirtschaftlich, sondern stossen auch mehr Schadstoffe aus.

Ein Handwerker befestigt einen neuen Heizkörper an der Wand.

Die bestehenden Heizkörper können trotz neuem Kessel oft bleiben – Sie müssen also nicht zwingend beides auf einmal wechseln.

Gasheizungen: der aktuelle Stand der Technik

Moderne Gasheizungen setzen auf einen Brennwertkessel. Hier erreicht das Heizsystem einen Nutzungsgrad von rund 95 Prozent. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Niedertemperaturkessel (85 Prozent) und dem Konstanttemperaturkessel (70 Prozent). Der Brennwertkessel ist somit deutlich effizienter. Zudem verwertet er die im Abgas enthaltene Kondensationswärme. So heizen Sie mit einem Brennwertkessel noch nachhaltiger und umweltfreundlicher.

Das sollten Sie beim Ersetzen Ihrer Gasheizung beachten

Weil ältere Heizsysteme mit Gas meist mehr Platz in Anspruch nehmen als moderne, brauchen Sie am Heizungsstandort nichts zu verändern. Wichtig ist aber, dass der passende Gasanschluss verfügbar ist. Sollten Sie keinen Anschluss für den Bezug von Erdgas per Leitung haben und sollte dies bei Ihnen auch zukünftig nicht umsetzbar sein, ist ein Tank für Flüssiggas notwendig. Ihren Kamin müssen Sie unter Umständen erneuern lassen. Der Grund dafür liegt an der hohen Konzentration von Kondensat, die für Korrosion und somit löchrige Stellen im Material sorgen kann.

Bei der Montage einer neuen Gasheizung kann es sich ausserdem lohnen, gleichzeitig die Hausdämmung zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern. Eine gute Dämmung verhindert Wärmeverlust. Dadurch sparen Sie am Ende bei den Heizkosten zusätzlich.

Die Kosten für eine neue Gasheizung

Der Austausch einer bestehenden Gasheizung ist relativ preisgünstig möglich. Etwa 5000 Franken müssen Sie für einen Brennwertkessel einplanen. Etwa die gleiche Summe kommt für die Demontage des alten Kessels und die Installation des neuen hinzu. Die möglicherweise notwendige Sanierung des Kamins (siehe oben) kostet rund 3000 Franken.

Durch die Einsparungen im Vergleich zur alten Heizung amortisiert sich der Austausch nach etwa 15 bis 20 Jahren.

Eine Person dreht an einem Thermostat.

Bei älteren Heizsystemen müssen die Bewohner den Thermostat noch manuell auf die Nachtabsenkung drehen. Dies entfällt bei einem modernen Heizkessel und der entsprechenden Einstellung.

Warum sich ein Umstieg auf eine Ölheizung nicht lohnt

Laut dem Bundesamt für Statistik heizen die meisten Haushalte in der Schweiz mit Öl. Doch die Ölheizung gilt als Auslaufmodell, was auch am endlichen Brennstoff liegt. Gas ist durch die mögliche Erzeugung von Biogas zukunftssicherer. Zudem ist die aktuelle Preisentwicklung bei Erdgas deutlich stabiler als bei Öl.

  • Gasheizung
  • Ölheizung
  • Anschaffungskosten
  • rund 6000 Franken
  • rund 10 000 Franken
  • Bezugspreis (Jahresmittel)
  • 0.08 Franken pro kWh
  • 0.07 Franken pro kWh
  • Wartung pro Jahr
  • rund 700 Franken
  • rund 700 Franken
  • CO₂-Ausstoss
  • rund 0,2 kg pro kWh
  • rund 0,28 kg pro kWh

Hybridsysteme: für die Zukunft gerüstet mit zwei Energieträgern

Die Entscheidung für eine neue Gasheizung kann auch der Startschuss für den Einstieg in eine Hybridheizlösung sein. Die Gasheizung lässt sich sehr gut mit sekundären Energieträgern kombinieren. Besonders beliebt ist dabei das Zuschalten einer Solarheizung, die Sonnenenergie nutzt. Etwa die Hälfte des Heizbedarfs kann das System dann über erneuerbare Energien abdecken.

Eine Alternative als Hybridtechnologie ist der Einsatz einer Wärmepumpe. Grundsätzlich ist hier zwischen Luft-Wasser-Wärmepumpe, Sole-Wasser-Wärmepumpe und Wasser-Wasser-Wärmepumpe zu unterscheiden. Die Wärmepumpe kann ebenfalls einen hohen Anteil der Heizleistung übernehmen und so für sinkende Kosten sorgen.

Ein Mann überprüft die analogen Anzeigen einer Heizung mithilfe eines digitalen Systems.

Die moderne Gasheizung arbeitet auch problemlos mit anderen Heizsystemen zusammen. Das führt im Idealfall zu mehr Effizienz und einem umweltfreundlicheren Betrieb.

Förderung in der Schweiz

Wollen Sie die Gasheizung in Ihrem Einfamilienhaus lediglich durch ein neueres Modell ersetzen, steht Ihnen leider keine Förderung zur Verfügung. Anders verhält es sich in vielen Kantonen, wenn Sie die neue Gasheizung mit einer Solaranlage oder einer Wärmepumpe kombinieren. Die Kantone Thurgau, Wallis und Bern zahlen für eine Solarheizung als Zusatz zu einer Gasheizung zum Beispiel einen einmaligen Zuschuss von bis zu 1500 Franken.

Andere Heizungssysteme: Alternativen zur neuen Gasheizung

Auch wenn Gas und Öl in der Schweiz den Markt der Heizsysteme dominieren, existieren viele weitere Technologien, die in Zukunft eine grosse Rolle spielen könnten. Oft sind diese bei Kosten, Lebensdauer und Umweltverträglichkeit überlegen. Welche Heizungstechnik für Sie als mögliche Alternative infrage kommt, zeigt ein Vergleich. Mehr zum Thema finden Sie auf unserer Übersicht zu aktuellen Heizsystemen mit den wichtigen Vor- und Nachteilen der jeweiligen Technik.

Fazit: Es lohnt sich, die alte Gasheizung zu ersetzen

Sollten Sie in Ihrem Eigenheim noch eine ältere Gasheizung betreiben, sprechen viele Gründe für einen Austausch. In diesem Fall empfehlen wir die zukunftssichere und vielerorts finanziell geförderte Kombination aus Gas- und Solarheizung.

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