Eine Natursteintreppe inmitten eines Blumenbeets. Zwischen den Stufen wachsen bereits Gras und Pflanzen heraus.
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Bauen und Kaufen

Gartentreppe bauen: Materialien, Planung und Vorgehen

Thomas Bott

Besitzen Sie ein Grundstück an einem Hang oder wollen Sie kleine Unebenheiten leichter zugänglich machen, bietet sich der Bau einer Gartentreppe an. Sie kann auch optisch ein Gewinn sein, etwa wenn sie mittig durch ein Blumenbeet führt oder Wege auf originelle Weise verbindet. Die Treppe im Garten zu bauen, ist nicht sonderlich kompliziert. Es gibt jedoch einige Aspekte, die Sie beachten sollten. Dazu gehört etwa die Wahl des richtigen Materials.

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Material: Holz, Stein, Beton und mehr

Bevor Sie die Treppe im Detail planen, sollten Sie ein passendes Material wählen. In der Regel kommen dabei Holz, Stein, Beton, Stahl oder Kunststoff zum Einsatz. Jeder Werkstoff hat Vor- und Nachteile. Natürlich spielt auch der Look eine Rolle, denn die Treppe soll ja zum Rest des Grundstücks passen.

  • Holztreppe: Optisch überzeugt Holz durch seinen natürlichen Look. Manche Holzarten wirken besonders edel. Ein weiterer Pluspunkt ist der relativ günstige Materialpreis – wobei es recht grosse Schwankungen bei den Holzarten gibt. Die Preise liegen grob bei zwischen 5 und 50 Franken pro Quadratmeter. Ausserdem kann die Sonne das Holz mit der Zeit aufhellen. Regen hingegen schwämmt das Material auf und macht es mit der Zeit morsch. Auch bei der Sicherheit ist Holz im Nachteil, denn bei Nässe ist es meist rutschig.
Eine Holztreppe mit vier sichtbaren Stufen auf einem Fundament. Im Hintergrund ist ein Blumenbeet zu sehen.

Holztreppen bieten einen natürlichen Look und sind nicht kompliziert aufgebaut. Allerdings ist das Material rutschig und anfällig für Nässe.

  • Steintreppe: Eine Treppe aus Naturstein hält der Witterung gut stand. Die Auswahl an Steinarten ist gross. Besonders edel ist etwa Marmor. Häufiger Verwendung findet allerdings Granit. Preislich gibt es deutliche Unterschiede, die sich etwa im Bereich zwischen 15 bis 80 Franken pro Quadratmeter bewegen. Zu beachten gilt jedoch: Glatter Stein kann rutschig sein. Besser ist also eine angeraute Fläche.
Eine Treppe aus Natursteinen inmitten des Gartens. An den Seiten sind grössere Steinformationen und Blumen zu sehen.

Naturstein fügt sich meist sehr gut in die Gesamtoptik des Gartens ein. Einfach zu verbauen sind die Steine durch die unterschiedlichen Grössen aber nicht.

  • Betontreppe: Der wohl beste Werkstoff für Treppen im Garten ist klassischer Beton. Er hält sehr lange, ist durch seine raue Oberfläche nicht rutschig und sehr wandelbar. Beton lässt sich mit Farbe versetzen und passt sich so gut dem gewünschten Stil an. Sie können Beton selbst giessen oder fertige Platten im Handel kaufen. Die Preise liegen dabei bei rund 20 bis 40 Franken pro Quadratmeter. Somit ist Beton auch relativ günstig.
Ein Kind giesst mit einem Gartenschlauch Pflanzen. Im Hintergrund ist eine Treppe mit mindestens acht Stufen aus rötlichen Steinplatten zu sehen.

Bei der Auswahl der Materialien haben Sie freie Hand. Allerdings sollten Sie nicht nur auf die Optik achten, sondern auch auf die Eigenschaften.

  • Stahltreppe: Diese Art der Treppe ist in den meisten Fällen nicht massiv gebaut, sondern eher offen gehalten. Damit eignet sie sich weniger für einen Einbau mitten im Garten, als vielmehr für den Zugang zu einer erhöhten Terrasse oder sogar als Treppe zum Balkon. Stahl kann bei Nässe sehr rutschig sein, weshalb sich nahezu immer ein Geländer lohnt. Ausserdem besteht durch die Witterung Korrosionsgefahr. Einzelne Treppenstufen gibt es ab rund 40 Franken. Fertige Treppen mit Geländer kosten rund 400 Franken für zwei Stufen.
Eine Metalltreppe in einer Nahaufnahme. Es ist deutlich das Loch-Muster im Metall zu sehen, das der Treppe etwas mehr Luft gibt.

Treppen aus Metall sind meist nicht massiv, sondern eher luftig gestaltet. Sie haben optisch einen eher industriellen Charme.

  • Kunststofftreppe: Treppen aus Kunststoff kommen mit der Witterung sehr gut zurecht. Sie rosten nicht und halten meist lange. Bei Farben und Formen ist die Auswahl sehr gross. Einzelne Stufen können Sie ab rund 30 Franken kaufen. Zwei Stufen mit Geländer auf einem Metallrahmen beginnen bei rund 375 Franken. Nachteile beim Kunststoff gibt es vor allem durch das Material selbst: Je nach Mischung besteht mit der Zeit eine Bruchgefahr. Ausserdem sollte die Fläche unbedingt angeraut sein, weil Kunststoff bei Regen sonst sehr rutschig ist.

Aussentreppen: auf rechtliche Bestimmungen achten

Bevor Sie tiefer in die Planung einsteigen, sollten Sie den rechtlichen Rahmen für den Treppenbau klären. Ein Anruf oder Besuch beim Bauamt ist hierbei unerlässlich. Fragen Sie nach Bestimmungen und Vorgaben. Teilen Sie bei Bedarf Details zum geplanten Bau mit und holen Sie sich eine Baugenehmigung ein, sollte diese in Ihrer Gemeinde Voraussetzung sein.

Gartentreppe bauen: Planung und Vorbereitung

Für Heimwerkerinnen und Heimwerker gut geeignet ist eine Gartentreppe mit Blockstufen aus Beton oder Stein. Bei der Planung sollten Sie zunächst eine geeignete Stelle im Gefälle aussuchen. Im Idealfall also eine Fläche ohne Bäume und mit einer recht gleichmässigen Steigung. Messen Sie nun den Bereich aus, in dem sich die Treppe befinden soll. Sie können sich bei der Breite der Fläche etwa an den gewünschten Blockstufen orientieren.

Stecken Sie nun die Ecken mit Stäben ab und verbinden Sie diese mit einer Schnur. Nun wissen Sie, in welchem Bereich Sie die oberste Erdschicht abtragen müssen. Dafür benötigen Sie Spaten und Schaufel. An der Stelle der untersten und obersten Stufe sollten Sie etwa 30 Zentimeter unter der Grasnarbe liegen. Diese beiden Punkte verbinden Sie nun durch eine möglichst gleichmässig gegrabene Schräge.

Nächster Schritt: Basis erstellen und Blockstufen setzen

Um die Treppe vor Frost zu schützen und somit ein Vereisen durch Bodenkälte zu verhindern, sollten Sie eine Schutzschicht aus Kiessand oder Schotter einfüllen. Diese sollte rund zehn Zentimeter hoch und gleichmässig über die ausgegrabene Fläche verteilt sein. Jetzt sind die Vorbereitungen für das Setzen der Treppenstufen abgeschlossen.

Weiter geht es mit der Befestigung der Treppe. Dafür füllen Sie an der Stelle der untersten Stufe ungefähr 20 Zentimeter erdfeuchten Beton ein. Streichen Sie diesen glatt und verdichten Sie ihn. Achten Sie schon hier darauf, möglichst gerade zu bleiben. Auf dieses Fundament setzen Sie nun die erste Blockstufe. Mit einem Gummihammer schlagen Sie die Treppenstufe zu den Seiten hin in die Waage. Zur Vorderkante sollten Sie die Stufe so einschlagen, dass Sie etwa ein Prozent Gefälle bekommt. Das sorgt dafür, dass Wasser besser ablaufen kann. Beim Vorgang des Einpassens sollte sich die Stufe um etwa einen Zentimeter gesenkt haben und somit genau mit der Grasnarbe abschliessen.

Füllen Sie nun hinter der ersten Treppenstufe erneut erdfeuchten Beton ein, bis dieser leicht über die hintere Kante der Blockstufe steht. Darauf setzen Sie die nächste Stufe. Achten Sie darauf, dass diese mit der untersten Stufe etwa drei Zentimeter überlappt. Schlagen Sie die Stufe nun wieder mit dem Gummihammer ein, bis sie zur Seite in der Waage ist, bündig auf der unteren Stufe liegt und die Vorderkante das einprozentige Gefälle aufweist. So verfahren Sie bis zur letzten Treppenstufe weiter.

Tipp: Sollte am Ende überschüssiger Beton zu sehen sein, stechen Sie diesen ab und streichen Sie ihn glatt.

Eine Treppe aus Blockstufen im Bau. Das Fundament aus Beton steht bereits. Im nächsten Schritt müssen die Treppenstufen darauf.

Zum Bau einer Treppe aus Blockstufen brauchen Sie nur etwas Kiessand oder Schotter, erdfeuchten Beton und die Stufen selbst.

Gartentreppe: Vielleicht ist ein Handlauf notwendig

Je nach Länge der Treppe kann ein Handlauf notwendig sein. In der Schweiz ist vorgeschrieben, dass dieser ab fünf Treppenstufen anzubringen ist. Obwohl das im Garten meist selten der Fall ist, sollten Sie diesen Umstand nicht aus den Augen verlieren. Im Zweifel lässt sich ein Geländer aus Holz oder Metall aber auch nachträglich anbringen. Dafür sind allerdings erneut Erdarbeiten notwendig. Es kann also je nach Gelände aufwendig sein.

Fazit: in wenigen Schritten zur Treppe im Garten

Der Bau einer Gartentreppe ist nicht sehr kompliziert und deshalb auch für Heimwerkerinnen und Heimwerker machbar. Allerdings lohnt es sich gerade beim Verbauen von Blockstufen, mit einer zweiten Person zusammenzuarbeiten. Die Stufen selbst sind mit rund 120 Kilogramm nämlich sehr schwer. Grosse Maschinen oder schwer zu beschaffendes Spezialwerkzeug benötigen Sie zum Glück jedoch nicht.

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