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Gartenhaus verkleiden: neues Gewand für das Häuschen

Thomas Bott

Gartenhäuser sind meist aus Holz gefertigt. Mit der Zeit nutzt sich dieses durch Nässe, Wind und Wetter jedoch ab. Die Folge sind unschöne Stellen an der Oberfläche, oder sogar Schäden. Eine neue Verkleidung schafft hier Abhilfe. Sie verleiht älteren Gartenhäusern nicht nur eine frische, ansprechende Optik, sondern schützt sie auch zukünftig vor Schäden. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten der Verkleidung es gibt und was dabei zu beachten ist.

Ein Holzhaus in seine Basis zerlegt. Es fehlen Wände und die abschliessende Verkleidung.
© Getty Images / Peter Ekvall

In diesem Artikel

Material: Diese Stoffe sind geeignet

Geht es um die Verkleidung von Fassaden und Dächern, bietet der Handel eine grosse Auswahl an Produkten. Diese unterscheiden sich in Optik und Struktur, technisch relevant ist aber vor allem das Material, aus dem sie gefertigt sind. Im Folgenden finden Sie eine kurze Übersicht über die möglichen Materialien.

Holz

Das natürliche Material ist der Klassiker bei der Dach- und Fassadenverkleidung – zumindest bei kleinen Nebenbauten wie Gartenhäusern. Kiefer, Fichte und Lärche sind hier die gängigen Holzarten. Farben nimmt der Werkstoff sehr gut auf, weshalb es leicht möglich ist, Holz individuell zu gestalten – ob nun klassisch schwedenrot oder trendig grau-weiss. Wichtig ist in jedem Fall, das Holz gut für den Einsatz im Aussenbereich zu wappnen. Unbehandeltes Holz sollten Sie daher imprägnieren, um es vor dem Eindringen von Feuchtigkeit zu schützen.

Besonders gut zum Verkleiden des Gartenhauses geeignet sind Nut- und Federbretter. Sie sind bereits passend zugeschnitten und einfach zu montieren.

Faserzement

Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Zement und zugfesten Fasern. Früher kam hier oft Asbest zum Einsatz, was mittlerweile allerdings verboten ist. Heute werden etwa Kohlenstoff-, Glas- und Keramikfasern verwendet. Das gibt dem Stoff eine insgesamt festere Struktur und macht ihn widerstandsfähiger. Faserzement ist pflegeleicht und bedarf keiner besonderen Behandlung.

Als Fassadenabdeckung gibt es ihn in Form von Paneelen zu kaufen. Diese ähneln optisch Profilbrettern aus Holz und sind einfach zu verarbeiten. Im Grunde lassen sich dafür sogar die meisten Holzwerkzeuge verwenden.

Kunststoffe (PVC)

Kunststoff gibt es in allen möglichen Formen und Farben. Die Verkleidung kann deshalb viele andere Stoffe nachahmen. So gibt es etwa Paneele im Holz-, Stein- und Metall-Look. Kunststoff ist zudem relativ widerstandsfähig, kann bei zu hoher Belastung allerdings brechen.

Vorsichtig sollten Sie bei der Verarbeitung sein, denn auch hier droht Bruchgefahr. Das gilt gerade dann, wenn Sie in Kunststoff bohren. Achten Sie hier darauf, dass die Paneele etwas dicker sind, dann halten sie das Bohren besser aus. Die Montage ist einfach, weil es hier meist Klick-Systeme gibt.

Eine neue Verkleidung, die auf der Konterlattung des Gartenhauses angebracht ist. Darunter ist eine Dampfbremse zu sehen.

Viele Systeme lassen sich ganz einfach an der Konterlattung anbringen. In manchen Fällen braucht es dafür sogar nur Schrauben.

Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK)

Der wichtigste Unterschied zu normalem Kunststoff liegt hier in der Verstärkung des Materials durch Glasfasern. Diese sorgen für mehr Stabilität und verringern die Bruchgefahr. Ansonsten gilt für GFK im Prinzip das Gleiche wie für einfachen Kunststoff.

Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe (WPC)

Die Abkürzung WPC stammt aus dem Englischen und bedeutet «Wood-Plastic-Composite», also Holz-Kunststoff-Verbund. Ähnlich wie bei GFK ist hier dem Kunststoff also ebenfalls ein weiterer Stoff zugemischt. Das Holz sorgt für mehr Festigkeit und einen besseren Schutz gegen Feuchtigkeit. Der Verbund bringt aber auch Nachteile aus beiden Welten zusammen: etwa die Anfälligkeit für UV-Strahlung, was die Oberflächen beschädigen kann, und die erhöhte Bruchgefahr.

WPC-Paneele sind in deutlich mehr Farben erhältlich als Holzbretter. Bei der Struktur ahmen sie deren natürlichen Look meist nach. Bei der Verarbeitung ist WPC pflegeleicht. Sie können es ähnlich behandeln wie Holz, nur mit etwas mehr Vorsicht bei Bohrungen.

Naturstein

Einen ähnlich natürlichen Look wie Holz verleiht Naturstein den Fassaden und Dächern. Etwas irreführend ist diese Bezeichnung allerdings schon, denn die Verkleidung ist nicht komplett aus Stein. Vielmehr ist das natürliche Material auf Platten aus Kunststoff angebracht. So lässt es sich deutlich einfacher verbauen. Wind und Wetter können Stein nur wenig anhaben – besonders wandelbar ist er allerdings nicht.

Gartenhaus verkleiden: Das ist zu beachten

Je nach Wahl des Materials unterscheidet sich auch die Anbringung der Verkleidung. Profilbretter können Sie zuschneiden lassen und selbst anschrauben. Bei vielen anderen Materialien hingegen braucht es eine spezielle Aufhängung. Manchmal ist diese bereits beim gekauften Produkt dabei, in vielen Fällen müssen Sie sie allerdings dazu kaufen.

Wichtig vor der Anbringung ist vor allem, dass Wände und Dach gut vorbereitet sind. Sollte noch keine Dämmung angebracht sein, ist jetzt der ideale Zeitpunkt dafür. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel «Gartenhaus dämmen».

Die Verkleidungen bringen Sie dann auf der Konterlattung an. Das sind die Holzlatten, die über der Dämmung montiert sind. Nehmen Sie für die Konterlattung etwas dickere Latten, damit ein gewisser Abstand zwischen Dämmung und Verkleidung entsteht. So kann die Wand atmen. Das verhindert, dass sich Kondenswasser ansammelt und Schimmel entsteht. Diese Form der Montage nennt sich auch «hinterlüftete Vorhangfassade».

Ein Mann misst ein Stück Holz aus, bevor er damit die Fassade eines Gartenhauses verkleidet.

Messen Sie alles genau aus und bringen es in die Waage. Nur so erzielen Sie am Ende ein einheitliches und gerades Bild.

Gartenhaus verkleiden: die Werkzeugliste

Folgendes Werkzeug sollten Sie bereitlegen, bevor Sie die Fassade Ihres Gartenhauses erneuern:

  • Leiter
  • Gummihammer
  • Hammer
  • Zollstock
  • Brecheisen
  • Wasserwaage
  • Schlagklotz
  • Zange
  • Handsäge
  • Handkreissäge
  • Stichsäge
  • Bohrmaschine
  • Akkuschrauber
  • diverse Bits
  • Holzbohrer

Alte Holzverkleidung entfernen

Oft gibt es bei alten Verkleidungen ein Problem mit Feuchtigkeit und Schimmel hinter der Abdichtung. Dann sollten Sie die Verkleidung auswechseln. Sind die alten Profilbretter geschraubt, müssen Sie lediglich die Schrauben entfernen, um die Bretter abzunehmen. Sind sie hingegen genagelt, greifen Sie am besten zum Brecheisen. Arbeiten Sie entlang der Unterkonstruktion, damit Sie die Wand möglichst wenig beschädigen. Sind auch die Konterlatten nicht mehr zu gebrauchen, müssen Sie diese ebenfalls abschrauben und ersetzen.

Profilbretter verarbeiten

Das Verkleiden grosser Flächen ist eine zeitintensive Arbeit. Pro Brett müssen ungefähr acht Schrauben angebracht werden und die sollten möglichst exakt gefluchtet sein, also entlang einer geraden Linie ausgerichtet.

Profilbretter sollten Sie immer senkrecht montieren, sonst sammelt sich Wasser in den Fugen an, was das Holz nachhaltig schädigen kann. Tipp: Lärchenholz ist besonders beständig und braucht kaum Behandlung, um lange haltbar zu bleiben.

Wichtig ist, dass Sie das erste Brett exakt lotrecht ausrichten, denn daran richten Sie anschliessend auch die weiteren Bretter aus. Sitzt schon das erste Brett beziehungsweise Paneel nicht korrekt, werden alle anderen auch schief. Nach jeweils drei bis vier angebrachten Paneelen sollten Sie erneut die Position mit einer Wasserwaage kontrollieren. Beim ersten und beim letzten Brett einer Fläche müssen Sie jeweils Nut und Feder abschneiden, damit diese an den Ecken nicht überstehen. Abschliessend können Sie die Ecken mit einer Rechteckleiste verkleiden.

Leichter geht es, wenn Ihnen mindestens ein Helfer oder eine Helferin zur Hand gehen kann. Beispielsweise, um die Profilbretter auszurichten und zu fixieren, während Sie schrauben. Findet sich partout keine helfende Hand, können Sie auch einen Spanngurt verwenden, mit dem Sie die Bretter zusammenzurren und fixieren.

Gehen Sie beim Anbringen der Profilbretter folgendermassen vor:

  • überstehende Dampfbremsfolie der Dachdämmung festtackern,
  • Schraublöcher an den Profilbrettern vorbohren,
  • Aussparungen für Fenster und Türen ausmessen und vorschneiden,
  • Nut des ersten Bretts beziehungsweise Feder des letzten Bretts einer Fläche absägen,
  • erstes Profilbrett exakt ausrichten und verschrauben,
  • weitere Bretter anbringen,
  • Nut und Feder jeweils mit einem Gummihammer festklopfen,
  • Profilbretter festschrauben,
  • an den vier Eckstössen Rechteckleisten setzen,
  • Isoliergrund aufbringen und anschliessend mit Farbe streichen.

Mit diesen Kosten sollten Sie für die Verkleidung rechnen

Die Kosten für die Verkleidung richten sich in erster Linie nach den verwendeten Materialien und der Grösse des Gartenhauses. Auf das einzelne Haus im Garten lässt sich das nur schwer herunterbrechen. In der folgenden Tabelle finden Sie deshalb eine Übersicht der Kosten nach Materialien pro Quadratmeter als Richtwert. Die Arbeitszeit für eine Fachperson ist hier nicht eingerechnet.

  • Material
  • Kosten pro Quadratmeter
  • Holz
  • etwa 60 Franken
  • Faserzement
  • etwa 70 Franken
  • Kunststoff
  • etwa 30 Franken
  • Glasfaserverstärkter Kunststoff
  • etwa 50 Franken
  • Holz-Kunststoff-Verbundstoff
  • etwa 110 Franken
  • Naturstein
  • etwa 50 Franken

Fazit: einfach und günstig zum neuen Look

Ist die alte Verkleidung Ihres Gartenhauses angegriffen, verwittert oder schimmlig oder gefällt Ihnen einfach der Look nicht mehr? Dann muss es nicht gleich ein kompletter Neubau sein. Sind Unterbau und Gerüst technisch noch intakt, reicht vielleicht eine neue Verkleidung und Ihr Gartenhaus ist wieder vorzeigbar.

Ob rustikale Holzoptik oder Verkleidungen aus Kunststoff, Faserzement oder Naturstein – die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig. Sind Sie sich bei der Wahl unsicher, ziehen Sie eine Fachperson zurate. Mit unserem Ratgeber können Sie Ihr Projekt «Update fürs Gartenhaus» auf jeden Fall gut vorbereitet angehen.

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