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Gartenhaus dämmen: Möglichkeiten, Tipps und Kosten

Thomas Bott

Das Thema Dämmung ist bei modernen Bauten sehr wichtig. Je nach Nutzung gilt das auch für das Gartenhaus. Die Anforderung und die Vorgehensweise sind hier allerdings etwas anders. Es gilt: Sie können die Arbeiten auch selbst durchführen. Hier erhalten Sie die notwendigen Informationen.

Blick auf ein kleines Gartenhäuschen im Garten während des Herbstes.
© Getty Images / Timefreezer

In diesem Artikel

Gartenhaus dämmen: Darum ist es sinnvoll

Ob Sie eine Dämmung für das Gartenhaus benötigen, hängt in erster Linie von dessen Nutzung ab. Wollen Sie nur Geräte und Werkzeug lagern, können Sie sich die Arbeit in den meisten Fällen sparen. Sollten Sie das Häuschen allerdings auch als zusätzlichen Wohnraum nutzen wollen, ist die Dämmung zwingend nötig. Das gilt gerade dann, wenn Sie zusätzlich eine Heizung im Gartenhaus betreiben. Die Dämmung hält die erzeugte Wärme im Raum, statt sie nach aussen entweichen zu lassen.

Zudem dringen Kälte und Hitze nicht so schnell ins Gartenhaus ein. Ein weiterer Vorteil: Die Wärmedämmung hilft auch gegen Feuchtigkeit. Diese ist in der Luft enthalten und setzt sich in warmen Räumen bevorzugt an den kältesten Stellen ab. Das sind bei ungedämmten Häusern oft die Wände – gerade im Winter. Durch den Temperaturunterschied entsteht Tauwasser, was schnell zu Schimmel führen kann.

Eine Person sitzt in einem Gartenhaus vor einem iMac und arbeitet.

Nutzen Sie das Gartenhaus als zusätzlichen Wohnraum oder wie hier als Büro, sind besondere Bestimmungen zu beachten.

Baugenehmigung: auch beim Gartenhaus ein Thema

Sollten Sie ein neues Gartenhaus planen oder die Nutzung eines bestehenden Gartenhauses verändern, müssen Sie das unbedingt mit dem zuständigen Bauamt abklären. In vielen Kantonen der Schweiz gelten dabei individuelle Regelungen. Wer sich nicht daran hält, riskiert den Abriss des Gartenhauses. Informieren Sie sich ausserdem über allfällige Vorschriften für die Dämmung und Beheizung der Räumlichkeiten. Das gilt etwa auch in Bezug auf den Brandschutz.

Dämmung: vom Boden bis zum Dach

Die Isolierung eines Gebäudes mit einer Wärmedämmung funktioniert dann besonders gut, wenn sie möglichst vollumfänglich erfolgt. Im Detail bedeutet das, dass Sie an vier zentralen Stellen Hand anlegen sollten:

  • am Boden
  • am Dach
  • an den Wänden
  • an den Türen und Fenstern

Was dabei zu beachten ist und welche Materialien infrage kommen, erfahren Sie im Folgenden.

Bodenisolierung: gegen Kälte von unten

Beginnen sollten Sie bei der Isolierung des Gartenhauses mit dem Boden. Auch wenn das Gebäude nicht direkt auf der Erde steht, sondern auf einem Fundament aus Beton, kann über den Boden viel Kälte in die Räumlichkeiten eindringen.

Das ist gerade in der kalten Jahreszeit der Fall, wenn Bodenfrost herrscht. Unter dem Boden liegen bei einem Gartenhaus aus Holz Fundamentbalken. Diese sitzen auf dem Beton auf. Wollen Sie den Boden dämmen, sollten Sie das Dämmmaterial zwischen diesen Balken anbringen. Hierfür eignet sich besonders Mineralwolle wie Stein- oder Glaswolle. Alternativen sind Platten aus Polystyrol (Styropor) oder einem ähnlichen Dämmstoff. Als ökologische Varianten stehen Ihnen Dämmstoffen aus gepresster Holzwolle, Hanffasern oder auch Stroh zur Verfügung.

Diese Platten sollten nicht direkt auf dem Betonboden aufliegen. Schmale Holzbalken mit einer Höhe von ein paar Zentimetern heben sie davon ab. Um Kältebrücken zu vermeiden, verschliessen Sie die Fugen zwischen den Dämmplatten mit Silikon. Über den Platten empfiehlt es sich, eine sogenannte Dampfbremse anzubringen. Diese spezielle Folie verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dämmstoffe zieht und sich Kondenswasser zwischen Raum und Aussenwand sammelt. Beides kann zu Schimmelbildung führen. Dann folgt die eigentliche Dämmung. Auf diese kommt im Idealfall eine zweite Dampfbremse und darüber schliesslich der begehbare Boden.

Blick auf eine noch nicht fertiggestellte Bodendämmung. Die Dampfbremse und etwas Dämmmaterial sind bereits angebracht.

Kalte Füsse will auch im Gartenhaus niemand haben. Sie sollten den Boden deshalb gut dämmen.

Dachisolation: aufsteigende Wärme auffangen

Im nächsten Schritt nehmen Sie sich das Dach des Gartenhauses vor. Die Isolierung ist hier ähnlich wie bei einem Wohnhaus. Genauer ist eine Zwischensparrendämmung meist die perfekte Wahl. Dafür wird das Dämmmaterial zwischen den Dachsparren eingebracht, welche die äussere Dachkonstruktion tragen. Bringen Sie dafür zunächst eine Dampfbremse auf der gesamten inneren Dachfläche an. Nun kommt das Material zur Dämmung, im Idealfall Stein- oder Glaswolle, zwischen die Sparren. Zum Schluss bringen Sie erneut eine Dampfbremse an und verkleiden die Konstruktion.

Wollen Sie lieber den natürlichen Holz-Look im Inneren erhalten, kann sich auch eine Aussendämmung anbieten. Dafür kleiden Sie zunächst die Sparren oder das bestehende Dach mit einer Dampfbremse aus. Darüber bringen Sie die Isolierung an. Als Dämmstoffe eignen sich hier Platten aus Polystyrol oder Polyurethan besonders gut. Darüber folgen eine weitere Dampfbremse und die Konterlattung. Das sind die Holzlatten, auf denen Sie Ziegel oder Holzbretter als Aussendach anbringen können.

Wandisolation: die grösste Fläche dämmen

Bei der Isolation der Wände gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten: die Dämmung der Aussenwand und die Dämmung der Innenwand. Bei Letzterer gehen Sie ähnlich vor wie bei der Zwischensparrendämmung am Dach. Sie installieren also eine Dampfbremse und kleiden die Flächen zwischen den Holzleisten mit einem Dämmstoff aus. Auch hier eignet sich dafür Mineralwolle sehr gut. Mit einer weiteren Dampfbremse schliessen Sie die Dämmung ein und verkleiden am Ende alles.

Die Aussendämmung ist hingegen ähnlich der Aufsparrendämmung am Dach: Dampfbremse, Dämmmaterial in Form von Platten, eine zweite Dampfbremse, eine Konterlattung und die abschliessende Verschalung. Wollen Sie die Wandisolierung optimieren, nutzen Sie einfach beide Arten der Dämmung gleichzeitig.

Ein kleines Gartenhaus im Bau. Die Vorbereitungen für die Dämmung werden gerade getroffen. Dafür ist eine Dampfbremse angebracht.

Während des Baus ist die Wandisolation besonders einfach anzubringen. Doch auch nachträglich ist sie noch möglich.

Türen und Fenster: Gute Isolierung ist auch hier wichtig

Diese vollumfängliche Dämmung nützt nichts, wenn nicht auch Fenster und Türen gut isoliert sind. Als Schwachstelle sorgen sie sonst dafür, dass die Wärme dennoch entweicht. Bei Fenstern sollten Sie deshalb lieber zu einer Doppelverglasung greifen. Diese lässt weniger Wärme über das Glas entweichen. Bei Türen und Fenstern gleichermassen ein Problem sind die Rahmen. Diese sollten Sie gut mit Schaumdichtungsband oder Gummi abdichten. So hat Zugluft keine Chance mehr.

Einen Sonderfall gibt es noch bei den Türen. Je nach Einpassung kann über die Unterseite Zugluft in den Raum gelangen. Das verhindern Sie, indem Sie eine Bürstendichtung montieren. Alternativ gibt es absenkbare Bodendichtungen. Entsprechende Systeme sind aber meist etwas teurer als eine einfache Bürstendichtung.

Kosten: So viel kostet eine gründliche Isolierung

Wollen Sie Ihr Gartenhaus isolieren, kommt einiges an Kosten auf Sie zu. Wie hoch diese tatsächlich ausfallen, hängt vom individuellen Fall ab. Im Folgenden finden Sie deshalb nur einen groben Überschlag pro Quadratmeter Fläche oder Bauteil. Dabei sind Kosten für Arbeit, Putz, Farbe und Zubehör schon eingerechnet.

  • Dämmung
  • Kosten
  • Bodenisolierung
  • etwa 60 Franken pro m²
  • Dachisolierung
  • etwa 120 Franken pro m²
  • Wandisolierung
  • etwa 70 Franken pro m²
  • Isolierung für Fenster und Türen
  • etwa 30 Franken pro Teil

Fazit: Eine vollumfängliche Dämmung zahlt sich aus

Bei einer Nutzung des Gartenhauses als zusätzlichen Wohnraum lohnt sich eine gute Dämmung in jedem Fall. Schon ungeheizt ist es in den Räumen so deutlich angenehmer, auch weil die Feuchtigkeit nicht so einfach eindringen kann. Betreiben Sie allerdings auch noch eine Heizung, sparen Sie auf lange Sicht sogar mit der Dämmung. Schliesslich müssen Sie deutlich weniger heizen, um eine angenehme Wärme im Gartenhaus zu halten.

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