Blick auf ein Gartenhaus mit grauer Fassade. Im Vordergrund sind Blumen zu erkennen.
© Getty Images / Florian Küttler

Bauen und Kaufen

Gartenhaus bauen: Vorteile, Planung, Typen, Kosten

Torben Schröder

Als Rückzugsort, Geräteschuppen oder gemütliches Wohnzimmer im Grünen – ein Gartenhaus bietet die unterschiedlichsten Nutzungsmöglichkeiten. Zudem ist es eine attraktive gestalterische Ergänzung zum Haupthaus. Welche Vorteile es Ihnen bietet, was es bei der Planung zu beachten gilt und welche Modelle Sie für welchen Preis erhalten, erfahren Sie im Folgenden.

Gartenhaus: die Vorteile im Überblick

Wenn Sie im Garten Ihres Hauses noch ein Plätzchen frei haben, dann wäre ein Gartenhaus eine Möglichkeit, diese Fläche zu nutzen. Verschiedene Gründe sprechen für die Anschaffung:

  • Nutzung: Die Möglichkeiten sind sehr vielseitig. Entgegen der allgemeinen Annahme ist ein Gartenhaus nicht nur die etwas stylischere Variante eines Geräteraums – es kann mit Eingangstür, Möbeln und Fenstern auch als Wohnraum dienen.
  • Modellvielfalt: Im Prinzip gibt es für jede Art, Form und Grösse eines Gartens das passende Modell – sogar im Miniformat.
  • Do it yourself: Nicht nur das fertige Ergebnis kann zum lieb gewonnenen Hobby werden, bereits der Bau kann ein grosses Vergnügen sein. Auch für ungeübte Handwerker ist der Aufbau dank Anleitung eine durchaus lösbare Herausforderung.
  • Blickfang: Stellen Sie sich vor, wie in Ihrem blühenden und gepflegten Garten ein ebenso farbenfrohes und optisch ansprechendes Gartenhaus steht.

Ein Gartenhaus bauen: Die Planung

Wofür möchten Sie Ihr Gartenhaus nutzen? Wie gross soll es sein und welcher Standort ist passend? Benötigen Sie eine Genehmigung? Bevor Sie sich konkret mit der Modellwahl beschäftigen, sollten Sie frühzeitig mit der sorgfältigen Planung beginnen. Im Folgenden erfahren Sie die wichtigsten Faktoren, die dabei eine Rolle spielen.

Blick in einen grosszügigen Garten. Im Hintergrund steht ein Gartenhaus aus dunklem Holz, im Vordergrund steht eine Schubkarre.

Ein Faktor bei der Planung eines Gartenhauses ist der Standort. Beachten Sie unter anderem umliegende Pflanzen und Bäume sowie benachbarte Grundstücke.

Welchen Verwendungszweck hat das Gartenhaus?

Ist geplant, dass Sie sich über längere Zeit im Gartenhaus aufhalten? Dann ist die Versorgung mit Wasser und Strom sinnvoll. So lässt sich das Gartenhaus als Arbeitsplatz, Hobbyraum, Wellnessoase oder Partyraum nutzen. Wenn Sie entsprechend möblieren, könnte es sogar Ihr neues Zweitwohnzimmer mit Cheminée für gemütliche Stunden im Winter werden.

Wo ist der geeignete Standort?

So vielfältig die Gärten in der Schweiz sind, so unterschiedlich kann auch die Positionierung eines Gartenhauses ausfallen. Hier gilt es einige Faktoren zu berücksichtigen:

  • Die Lage und Grösse Ihres Gartens sowie der freie Platz zwischen Blumenbeeten oder Bäumen bestimmen massgeblich die Lage des Gartenhauses.
  • Wenn Sie sich für ein wohnliches Exemplar mit einer Terrasse zum Verweilen entscheiden, ist zusätzlich die Ausrichtung relevant, um nachmittags und abends Sonne zu geniessen.
  • Da in den meisten Fällen ein Fundament aus Beton notwendig ist, muss der Boden entsprechend fest sein. Ein Standort in der Nähe eines Gewässers oder eines Wurzelwerks ist in diesem Fall ungeeignet.

Benötige ich eine Baugenehmigung?

Je nach Kanton, Grundstücksbeschaffenheit und Grösse benötigen Sie möglicherweise eine Baugenehmigung. Ob das Errichten eines Gartenhauses ohne Baugenehmigung möglich ist, erfahren Sie in den jeweiligen kantonalen Bauordnungen.

Nicht baugenehmigungspflichtige Bauvorhaben sind sogenannte „Baubewilligungsfreie Vorhaben“. Im Kanton Aargau etwa wäre dies ein Kleinstgebäude mit einer Grundfläche bis zu fünf Quadratmetern und einer Gesamthöhe bis zu 2,50 Metern – zum Beispiel ein Velounterstand.

Tipp: In den meisten Kantonen ist es nötig, für jedes Bauvorhaben das zuständige Bauamt zu konsultieren.

Welches Fundament ist notwendig?

Ein stabiles Fundament aus Beton ist die Basis für die meisten Gartenhäuser. Welche Art nötig ist, kommt ganz auf Grösse und Zweck an. Wollen Sie nur einen kleinen Metallschuppen errichten, so reichen handelsübliche Gehwegplatten aus. Wollen Sie ein Gartenhaus aus Holz errichten und dieses sogar im Winter bewohnen, ist ein frostsicheres Fundament zwingend. Eine gängige Variante hierfür ist das Plattenfundament.

Blick auf Fundament-Arbeiten. Im Vordergrund ist eine Grube ausgehoben, die mit Kies zugeschüttet wurde. Rechts liegen Betonplatten.

Ein Fundament schützt Ihr Gartenhaus vor Spritzwasser, Bodennässe und Frost. Es sorgt zudem für einen stabilen Stand.

Welches Material für welchen Zweck?

Die meisten Gartenhäuser sind aus Holz, denn dieses klassische Material versprüht optisch den grössten Charme – sowohl aussen als auch innen. Eine beliebte Variante ist das Holz-Gartenhaus im Blockhaus-Stil. Durch Imprägnierung wird das Holz zwar witterungsbeständiger, bedarf aber trotzdem mehr Pflege als andere Materialien.

Robuster sind gemauerter Stein und Metall. Kunststoff ist günstig, stabil und kommt häufig für Geräteschuppen zum Einsatz. Glas eignet sich hingegen eher für Gewächshäuser, weniger für bewohnte Gartenhäuser.

Satteldach oder Flachdach?

Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist das Dach. Die klassische Form ist das Satteldach, bei dem zwei Seitenteile nach oben spitz zulaufen. Die simpelste Form ist das Flachdach, eine leicht geneigt Variante davon nennt sich Pultdach. Ein Vorteil des Flachdachs: Sie können es zusätzlich begrünen und Ihren Garten so optisch noch mehr aufwerten. Entscheiden Sie sich für ein fünfeckiges Haus, bietet sich ein Zeltdach an.

Benötige ich Strom und Wasser?

Erst elektrische Anschlüsse und eine Wasserleitung sorgen für den nötigen Komfort und machen das Gartenhaus bewohnbar. Licht, Heizung, Entertainment-Geräte oder auch Küchengeräte brauchen Strom, für eine Küche oder ein Badezimmer benötigen Sie fliessendes Wasser. Als Stromquelle kann das öffentliche Stromnetz dienen. Alternativ können Sie natürlich auch Strom aus Ihrem eigenen Haus per Erdkabel beziehen. Kommen diese beiden Varianten nicht in Frage, ist ein Generator eine weitere Möglichkeit. Die Hightech-Lösung ist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, mit der sich das Haus selbst versorgt.

Nicht minder wichtig, um sich wohlzufühlen, ist ein Wasseranschluss für Küche, Bad und Toilette. Planen Sie schon vor dem Bau die entsprechenden Leitungen und Armaturen im Inneren des Hauses ein.

Blick in einen Garten. Links vorn steht ein Gartenhaus, rechts hinten das Haupthaus. Auf dem Rasen stehen ein Gartentisch und vier Gartenstühle.

Wenn ein Gartenhaus mit Möbeln sowie Strom- und Wasserleitung ausgestattet ist, ist es sogar bewohnbar.

Wie wird das Gartenhaus wetterfest?

Gartenhäuser aus Holz werden in der Regel unbehandelt geliefert. Die Kür für Sie besteht darin, das Haus möglichst attraktiv in den Garten zu integrieren und passend zu Ihrem Haupthaus zu gestalten. Ganz wichtig ist allerdings der erste Schritt: Das Holz muss imprägniert werden. Damit schützen Sie die Aussenhaut gegen Schimmelpilz, Insekten und Witterung. Die anschliessend aufgetragene Deckfarbe sorgt nicht nur für das äussere Erscheinungsbild, sondern schützt zudem gegen Feuchtigkeit. Alternativ können Sie sich für eine Lasur entscheiden. Diese deckt nicht komplett, sondern lässt die Beschaffenheit des Holzes durchschimmern – das Ergebnis wirkt authentischer.

Wie hoch sind die Kosten?

Um zu überblicken, wie teuer das Projekt wird, sollten Sie einen Kostenplan erstellen. Denn neben dem reinen Material für das Haus kommen je nach Verwendungszweck möglicherweise weitere Ausgaben auf Sie zu: ein Fussboden sowie Möbel und Regale für den Innenraum, Farben und Lasuren, Materialkosten für das Fundament, Honorare für Elektriker und Handwerker.

Blick aus einem Holz-Gartenhaus heraus ins Freie. In der offenen Tür steht eine junge Frau und hält eine Giesskanne in der Hand.

Das Gartenhaus aus Holz ist der Klassiker – und es bietet viele Einsatzmöglichkeiten rund um die Gartenarbeit.

Das richtige Modell finden

Wenn Sie sich für einen Bausatz entscheiden, lohnt sich die Online-Recherche. Im Folgenden stellen wir Ihnen drei unterschiedliche Modelle samt Preisangaben vor.

Das klassische Gartenhaus

Das Gotland F 70 von Tene Schweiz im klassischen Blockbohlenbau und mit Satteldach bietet sich zum Verweilen an. Es verfügt über ein Aussenmass von 440 x 595 Zentimeter. Die 70 Millimeter starken Wände sind aus nordischem Fichtenholz und bieten im Inneren genug Schutz auch bei kälteren Temperaturen. Der Preis beträgt in der Grundausstattung 12 860 Franken (Stand 11. September 2020) ohne Montage.

Gerätehaus und Terrasse zum Entspannen

Pflegeleicht und mit hoher Lebensdauer präsentiert sich das Modell Dione aus anthrazitfarbenem Aluminium. Mit viel Stauraum bietet es Platz für Gartengeräte. Auf der angrenzenden überdachten Terrasse kann sich die ganze Familie auf Lounge-Möbeln niederlassen. Beim Chalet und Blockhaus-Center kostet diese praktische Kombination 18 899 Franken (Stand 11. September 2020).

Schneller Aufbau dank Stecksystem

Wer keine Lust hat, sich lange mit dem Aufbau zu beschäftigen, könnte sich für das Karibu Qubic mit einem Flachdach aus massivem Holz entscheiden. Dank eines ausgeklügelten Steck-Schrauben-Systems steht es im Nu. Mit einer Wandstärke von 19 Millimetern und einem Sockelmass von 272 x 272 Zentimetern eignet es sich prima als Gerätehaus. Der Preis beträgt bei My-Wood-Shop 1775 Franken (Stand 11. September 2020)

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Das Gartenhaus: flexibel einsetzbar

Vom einfachen Wellblechschuppen für Geräte bis zum luxuriösen Zweitwohnsitz aus Holz – der Fantasie beim Planen und Bauen eines Gartenhauses sind keine Grenzen gesetzt. Wir wünschen Ihnen jetzt schon eine schöne Zeit in Ihrem neuen Aussenplatz mit unzähligen Verwendungsmöglichkeiten.

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