Garten

Gartencheminée selber bauen: Der ideale Grillplatz

Thomas Bott

Mit einem festen Cheminée im Garten erzeugen Sie Wärme an kalten Abenden oder grillieren in geselliger Runde. Im Vergleich zu einem mobilen Grill müssen Sie das Gartencheminée nicht immer wieder wegräumen. Das Beste: Mit ein wenig handwerklichem Geschick bauen Sie einen solchen gemauerten Grill ganz einfach selbst. Hier erfahren Sie, was Sie dabei beachten müssen.

Blick auf eine Terrasse mit einem Gartencheminée.
© Getty Images / iStockphoto

In diesem Artikel

Gartencheminée: Nach einer Genehmigung erkundigen

Kleinbauten sind meist nicht genehmigungspflichtig. In manchen Gemeinden brauchen Sie vielleicht aber dennoch die Erlaubnis des Bauamts. Setzen Sie sich also vor der Planung mit diesem in Verbindung und klären Sie die lokalen Vorschriften und Voraussetzungen ab. Besonders der Brandschutz ist bei einer Feuerstelle schliesslich wichtig.

Planung: Ermitteln Sie die passende Position

Unter die oben erwähnten Bestimmungen zum Brandschutz fallen Mindestabstände zum Haus oder zu brennbaren Materialien wie Holz. Diese sollten Sie bei der Planung Ihres Gartencheminées unbedingt beachten. Auch Rücksichtnahme auf die Nachbarn ist ein relevanter Aspekt bei der Positionierung. Niemand sitzt gerne in dicken Rauchschwaden auf seinem Balkon. Versuchen Sie den Aussenkamin also so zu platzieren, dass es die Menschen um Sie herum nicht stört. Ansonsten gilt: Im Idealfall steht die Kombination aus Grill und Feuerstelle an einem Ende der Terrasse und ist so einfach zugänglich. Fertigen Sie anschliessend einen ersten Plan für den Grill an.

Eine Person hält einen Grillrost ins Feuer.

Um einen Grill aus ihrer Feuerstelle zu machen, benötigen Sie nur einen Grillrost und eine Kohlewanne.

Materialien: Das brauchen Sie für Ihr Gartencheminée

Geht es um offenes Feuer, ist die Wahl von feuerfesten Materialien zwingend notwendig. Holz und die meisten Kunststoffe kommen dafür nicht infrage. Stahl wäre bereits eine bessere Wahl, heizt sich aber sehr schnell auf. Für einen Gartengrill gut geeignet sind deshalb Stein und Beton. Beide Werkstoffe halten sehr viel aus, schotten die Hitze gut ab und lassen sich sehr leicht verbauen. Bei der genaueren Auswahl kommt es hingegen auf Ihren persönlichen Geschmack an. Am einfachsten ist aber wohl der Bau eines Grills mit Ziegelsteinen. Diese Materialien benötigen Sie für den Bau in Eigenregie:

  • feuerfester Mörtel
  • Beton
  • Schamottsteine
  • Ziegelsteine
  • Schotter
  • Kies
  • Betonplatten (vier Zentimeter dick)
  • Holzplatten (drei Zentimeter dick)
  • Fugensand
  • Grillrost
  • Kohlewanne

Erste Schritte: Schaffen Sie das Fundament

Ihr Gartencheminée muss eben, sicher und vor Bodenfrost geschützt stehen. Dafür benötigen Sie ein Fundament. Mit einem Spaten und einer Schaufel heben Sie an der gewünschten Stelle zunächst rund 30 Zentimeter Erdreich aus. Versuchen Sie an den Seiten und am Boden möglichst gerade Flächen auszugraben. Zu den Seiten hin bringen Sie nun die Holzplatten an und füllen das Loch 22 Zentimeter hoch mit Schotter.

Darüber streuen Sie anschliessend fünf Zentimeter hoch den Kies ein. Verdichten Sie diesen, damit eine möglichst feste und gerade Fläche entsteht. Die Betonplatten legen Sie nebeneinander über den Kies und schlagen sie mit einem Gummihammer etwas ein und richten sie dabei waagerecht aus. Diese sollten sich dabei etwa einen Zentimeter senken. Streuen Sie den Fugensand über die Fläche und kehren ihn ein. Damit steht das Fundament für Ihr Cheminée.

Eine Person in Gummistiefeln sticht mit einem Spaten die Erde an.

Bevor Sie mit dem Mauern beginnen, müssen Sie zunächst ein Fundament ausheben und mit Schotter, Kies sowie Betonplatten füllen.

Mauern: Stein um Stein zum Cheminée

Auf dem Fundament bauen Sie nun mit den Ziegelsteinen das eigentliche Cheminée auf. Dafür legen Sie die Steine zunächst probeweise auf die Fläche. Schauen Sie, ob Sie irgendwo kürzen müssen. Passt alles, können Sie anfangen. Zum Mauern tragen Sie zunächst den Mörtel etwa zwei Zentimeter dick dort auf das Fundament auf, wo die Steine liegen sollen. Achten Sie jedoch darauf, nur jeweils für zwei Steine zu mörteln, da er sonst zu schnell trocknet.

Setzen Sie die Steine auf den Mörtel und drücken Sie diese mit der Hand fest. Kontrollieren Sie mit einer Wasserwaage, ob die Steine gerade sitzen. Mit einem Abstand von zwei Zentimetern legen Sie den nächsten Stein an und drücken ihn wieder fest. Tragen Sie überschüssigen Mörtel darunter ab, damit eine gerade Linie entsteht. So fahren Sie fort, bis die erste Reihe gemauert ist. Füllen Sie nun die Zwischenräume ebenfalls mit Mörtel und ziehen Sie diesen glatt.

Schneiden Sie die Ecksteine für die nächste Reihe etwas zu, damit beim Mauern ein Versatz entsteht. Das schafft etwas mehr Stabilität und sieht vor allem besser aus. Tragen Sie auch hier wieder zwei Zentimeter Mörtel auf und verlegen Sie die Steine mit zwei Zentimetern Abstand. Drücken Sie bei Bedarf etwas zusätzlichen Mörtel in die Zwischenräume und ziehen diesen glatt, damit ein einheitliches Bild entsteht.

Die nächste Reihe sollte wieder der ersten entsprechen. In diesem Wechsel fahren Sie nun fort, bis Sie die gewünschte Höhe für das Feuer erreichen. Tragen Sie wieder eine Schicht Mörtel auf und verlegen Sie die feuerfesten und wärmespeichernden Schamottsteine. Messen Sie bei allen Schritten immer wieder mit der Wasserwaage nach, damit der Aussenkamin am Ende nicht schief steht.

Eine Person verputzt Fugen bei einer gemauerten Wand.

Die Fugen sollten Sie mit etwas Mörtel nachbearbeiten und glattziehen. Das schafft mehr Stabilität und sieht ordentlich aus.

Der Feuerraum: das Herzstück Ihres Cheminées

Auf den Schamottsteinen mauern Sie weiter. Bei den Massen sollten Sie sich allerdings an der Kohlewanne und dem Grillrost orientieren. Schliesslich wollen Sie in Ihrem Garten ja auch grillieren. Messen Sie alles genau ab und zeichnen die Umrisse auf die Schamottsteine. Tipp: Besonders einfach ist es, wenn Sie von den Massen des Grillrosts rund ein bis zwei Zentimeter abziehen und damit arbeiten. So können Sie entsprechende Einschübe in die Steine fräsen und diese als Lauf für den Rost benutzen.

Nun bleibt nur noch das Mauern der restlichen Steine übrig und schon ist Ihr Grill für den Garten fertig. Wollen Sie dem noch eine Haube verpassen, kann ein Fachbetrieb diese nach Mass für Sie aus Edelstahl fertigen. Zwingend notwendig ist das aber nicht. Ist der Mörtel komplett trocken, brauchen Sie nur etwas Holzkohle in die Kohlewanne zu kippen, den Brennstoff anzuzünden und das Grillgut auf den Rost zu geben. Ein gemütliches Feuer lässt sich hingegen direkt mit Holz auf den feuerfesten Schamottsteinen entzünden.

Tipp: Mit einem Pizzastein können Sie in der Feuerstelle nicht nur grillieren, sondern Ihr Gartencheminée auch zu einem Pizzaofen umfunktionieren. Entsprechende Steine gibt es im Fachhandel ab rund 40 Franken.

Kosten: Teuer ist das Gartencheminée nicht

Für den selbstgebauten Gartengrill müssen Sie keine hohen Kosten einplanen. Ausgehend von einem kleinen Grill mit einer Höhe von 1,30 Metern, einer Breite von 0,8 Metern und einer Tiefe von 0,4 Metern müssen Sie mit folgenden Preisen rechnen.

  • Material
  • Kosten
  • Ziegelsteine
  • etwa 70 Franken
  • Schamottsteine
  • etwa 55 Franken
  • Schotter
  • etwa 30 Franken
  • Kies
  • etwa 11 Franken
  • Fugensand
  • etwa 12 Franken
  • Mörtel
  • etwa 10 Franken
  • Betonplatten
  • etwa 8 Franken
  • Holzplatten
  • etwa 40 Franken
  • Grillrost
  • etwa 60 Franken
  • Kohlewanne
  • etwa 70 Franken
  • Gesamt
  • etwa 366 Franken

Anmerkung: Die Preise sind lediglich überschlagen. Die tatsächlichen Kosten können entsprechend abweichen.

Fazit: Der Eigenbau ist nicht schwer

Kompliziert ist der Bau eines eigenen Cheminées für den Garten nicht. Das Mauern kann jedoch eine Weile dauern, planen Sie also mindestens einen Arbeitstag ein. Am Ende haben Sie dafür eine gemütliche Feuerstelle und einen Grill für gemütliche Sommerabende. Sind Sie sich unsicher bezüglich der Planung, finden Sie im Fachhandel auch fertige Bausätze.

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