Garten

Gartenbau: Tipps für Design und Gestaltung

Torben Schröder

Einen Garten planen und gestalten: Gerade bei einem Neubau kann das eine anspruchsvolle Aufgabe sein. Denn hier gibt es keine Vorgaben von vorherigen Bewohnern, an denen man sich orientieren könnte. Unzählige Fragen spielen da eine Rolle: Welche Grösse soll er haben? Welche Form? Wo hat die Terrasse Platz, wo die Blumenbeete? Soll er einen bestimmten Stil haben? Um alles von Anfang an ordentlich zu planen und umzusetzen, sind vor allem Besonnenheit und Gründlichkeit wichtig. Wir geben Ihnen Tipps für die Planung und die Vorbereitung sowie konkrete Ideen für die Gartengestaltung.

Blick auf die Rückseite eines Hauses mit angrenzendem Garten.
© Getty Images / Stephan Zabel

In diesem Artikel

Ihren Garten planen

Der Startschuss für die Gartenplanung geschieht im Kopf. Überlegen Sie sich, was Ihnen wichtig ist, lassen Sie sich bei Spaziergängen von den Gärten in der Nachbarschaft inspirieren. Machen Sie dann zunächst eine Liste mit Ihren Ideen und Wünschen – und bringen Sie diese anschliessend zu Papier. Nutzen Sie dazu Millimeterpapier, um alles genau planen zu können. Zeichnen Sie möglichst detailliert alle Elemente, Wege und Flächen ein, die enthalten sein sollen.

Bei diesen Überlegungen spielt natürlich auch die Beschaffenheit Ihres Grundstücks eine Rolle. Welche Form hat es? Von wo nach wo wandert die Sonne? Welcher Platz ist am besten geschützt? Wie grenzen die Nachbargrundstücke an?

Tipp: Der amtliche Plan Ihres Grundstücks sollte die Basis für die Zeichnung bilden.

Das müssen Sie vor dem Gartenbau beachten

Unabhängig von Grösse, Form und Ausrichtung des Gartens gibt es weitere Faktoren, die Sie im Hinterkopf haben sollten, bevor es mit der konkreten Gartengestaltung losgeht. Im Folgenden ein paar wichtige Tipps.

  • Zweck bestimmen: Haben Sie Kinder, die den Garten nutzen werden? Erwachsene haben meistens andere Vorstellungen als der Nachwuchs. Ist Ihr Ziel ein kindgerechter Garten, dann beziehen Sie die komplette Familie bei den Vorbereitungen mit ein. Oder soll es eher ein Nutzgarten mit Beeten und Gewächshaus werden? Sie können Ihren Garten auch als gemütlichen Rückzugsort für sich und Ihre Partnerin oder Ihren Partner oder als geselligen Ort für Treffen mit Freunden und Familie nutzen.
  • Budget beachten: Nicht nur der Bau und die Gartengestaltung haben ihren Preis – laufende Kosten für die Instandhaltung müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Legen Sie deshalb Ihr Budget für die Gartengestaltung und die Instandhaltungskosten genau fest.
  • Zeit einplanen: Die Gartenpflege kann schnell zu einem Fulltime-Hobby werden. Überlegen Sie sich, wie viel Zeit Sie für Ihren Garten aufwenden möchten – und vor allen Dingen können.
  • Gesamtbild im Auge haben: Das Haus und der Garten sollten eine optische Einheit bilden. Zu einem romantischen Bauernhaus passen keine schachbrettartig angelegten Wege und rund getrimmten Büsche.
  • Harmonische Bepflanzung vornehmen: Damit Ihr Garten später nicht zu überladen wirkt, ist es sinnvoll, sich auf wenige verschiedene Pflanzenarten zu beschränken. (Eine Ausnahme bietet hier die Stilrichtung des verwilderten Gartens). Diese können Sie dann aber in üppigen Beeten anordnen, um ein imposantes Gesamtbild zu schaffen.
Blick auf ein Beet, das auf einer kleinen Steinmauer angelegt wurde. Davor ist ein ordentlicher Rasen zu sehen.

Mit Pflanzenarten, die optisch gut zueinander passen, wird jedes Beet zu einem Hingucker.

Gartendesign: Terrasse, Flächen und Wege

Klar, in einen Garten gehören Bäume, Pflanzen, Beete und Rasen. Aber gerade künstlich angelegte Plätze und Wege schaffen einen spannenden Kontrast, dienen als Orientierungspunkte und gliedern das Areal.

Terrasse bauen und gestalten

Das Anlegen einer Terrasse ist wohl das aufwendigste Projekt beim Gartenbau. Zunächst sollten Sie Ihren Garten ganz genau beobachten: Wo befindet sich der ideale Standort? Wie scheint die Sonne über den Tag in den Garten? Wo und wann werfen das Nachbarshaus oder Bäume in der Umgebung Schatten auf den potenziellen Standort? Für möglichst viel Sonne eignet sich eine Ausrichtung nach Süden. Konkrete Tipps und Tricks zum Terrassenbau erhalten Sie in unserem Artikel zu «Terrassenbau: Planung, Ausführung und Kosten». Sobald die Terrasse steht, geht es an die Gestaltung und Einrichtung.

Sitzplätze schaffen

Für ein gemütliches Fleckchen zum Entspannen können Sie alternativ zur Terrasse auch einen Sitzplatz direkt in Ihrem Garten anlegen. Zum Beispiel in Form einer kleinen gepflasterten Fläche, ausgestattet mit einem Tisch, zwei Stühlen und einer Bank. Für einen besonders gemütlichen Abend auf Ihrem Sitzplatz können Sie eine Feuerstelle anlegen. Für ein romantisches Flair bietet sich ein Pavillon an, an dem Ranken hochwachsen.

Worauf Sie unbedingt achten sollten, ist ein Sichtschutz. Denn der Platz im Garten ist, anders als die Terrasse, nicht durch das komplette Haus geschützt. Ein einfacher Gartenzaun, der Ihr Grundstück von dem des Nachbars trennt, reicht meistens nicht aus, um die gewünschte Privatsphäre herzustellen. Eine Lösung: Planen Sie von Beginn an Heckenpflanzen ein. Der Liguster wächst zum Beispiel sehr schnell und hält mit seinem dichten Ast- und Blätterwerk neugierige Blicke fern. Nicht ganz so naturbelassen, aber natürlich sehr effektiv sind künstliche Barrieren, wie zum Beispiel ein Sichtschutz aus Holz oder Metall.

Gartenwege gestalten

Die klassische Methode, einen Gartenweg anzulegen, ist das Pflastern. Pflastersteine haben den grossen Vorteil, dass sie über ein Fundament fest mit dem Erdreich verbunden sind. Sie bieten eine stabile Trittfläche und können schwere Lasten – wie befüllte Schubkarren –aushalten.

Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, Gartenwege anzulegen. Eine besonders attraktive Option ist ein Steg aus Holz. Allerdings birgt er ein Sicherheitsrisiko: Bei Regen und Schnee besteht grosse Rutschgefahr. Zudem können sich Algen und Moos auf der Oberfläche breitmachen und einen unangenehmen Schmierfilm bilden.

Eine besonders naturbelassene und auch günstige Option ist das Aufschütten von losem Material wie Rindenmulch, Kies, Splitt oder Sand. Aber auch bei diesem Vorgehen gibt es Nachteile: Bei starkem Niederschlag geraten diese Wege aus ihrer ursprünglichen Form. Zudem graben Tiere wie Kaninchen und Wühlmäuse gerne darin.

Ein Gartenweg aus Kieselsteinen schlängelt sich vorbei an Pflanzenbeeten.

Mal etwas anderes: Ein Gartenweg aus Kieselsteinen sieht total schick aus. Achten Sie bei starken Niederschlägen darauf, dass er nicht aus der Form gerät.

Gartenbau: verschiedene Stilrichtungen

Nicht nur beim Gestalten der Zimmer Ihres Hauses können Sie eine gewünschte Stilrichtung einschlagen, auch im Garten ist dies durchaus möglich. Mit einer bestimmten Auswahl und Anordnung von Gartendeko, Bäumen und Sträuchern können Sie sich selbst und Ihre Gäste in ferne Länder versetzen. Im Folgenden bringen wir Ihnen drei Stilrichtungen näher.

Japanischer Garten

Auf Minimalismus ausgelegt, bis ins kleinste Detail geplant, einem Kunstwerk ähnelnd – das sind Attribute des japanischen Gartens. Zwei der wichtigsten Elemente bei der Gestaltung sind Steine und Wasser – wobei Zweiteres häufig nur symbolisch, etwa durch eine Kiesfläche, dargestellt wird. Ein kleiner Teich funktioniert ebenso. Steine dienen hauptsächlich der Formgebung. In japanischen Gärten spielen Farben eine untergeordnete Rolle, bunte Blumen findet man eher selten – gängig sind zum Beispiel Pfingstrosen und Lotus. Geläufiger sind Bäume wie Kiefer, Ahorn und Kirsche, die genauso wie Steinlaternen oder Bambuszäune als Gestaltungselemente eingesetzt werden.

Italienischer Garten

Charakteristisch für einen italienischen Garten – auch Renaissancegarten genannt – sind ausgewogene Proportionen und Symmetrie. Ein zentraler Weg fächert sich in Quergänge auf oder bildet mit umrahmenden Hecken eine Art Labyrinth. Laubengänge, Steinsäulen und Terrakotta-Blumenkübel mit Oleandern oder Zitrusbäumen unterstreichen das mediterrane Flair. Auch imposante Springbrunnen gehören zu dieser Stilrichtung – und sind ein echter Hingucker. Eine Terrasse mit Natursteinboden rundet den Garten ab.

Bauerngarten

Bunte Blüten, Beete mit Gemüse, aromatisch duftende Kräuter – in einem Bauerngarten geht es ganz bodenständig zu. Dieses Paradies ist eine Mischung aus Nutz- und Ziergarten. Das Herzstück könnte ein Rondell in der Mitte bilden, von dem vier Wege abgehen und zu identischen rechteckigen Beeten führen. In diesen werden Tomaten, Gurken und Kräuter angebaut. Ein ebenfalls wichtiges Gestaltungselement ist die Einfriedung. Mit einem geflochtenen Zaun oder einem Lattenzaun aus Holz wird das romantische Bauernhof-Flair noch unterstützt.

Fazit: Sie sind der Bauherr in Ihrem Garten

Es müssen nicht immer nur Rasen und ein paar Beete sein – die Gartengestaltung lässt viel mehr Möglichkeiten offen. Wie wäre es mit einem romantischen Sitzplatz im hinteren Teil oder einem fantasievoll gestalteten Gartenweg? Mutige Gartenbesitzer können sich auch für einen ganz eigenen Stil entscheiden.

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