Bauen und Kaufen

Garage bauen: Voraussetzungen, Kosten, Arten

Thomas Bott

Eine Garage als Anbau oder zusätzlicher Bau auf dem Grundstück ist meist schnell errichtet. Der wohl grösste Vorteil dabei ist, dass Sie einen sicheren und trockenen Abstellplatz für Ihr Auto schaffen. Natürlich lässt sich die Garage aber auch anderweitig nutzen. Zuvor sollten Sie sich allerdings Gedanken über die Planung und den Bau machen. Was es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie hier.

Eine an ein modernes Haus angebaute Garage aus Beton mit einer Verkleidung in einem edlen Holz.
© Getty Images / Dariusz Jarzabek

In diesem Artikel

Baugenehmigung: noch vor der Planung einholen

Wie für alle Bauarbeiten auf Ihrem Grundstück sollten Sie zunächst das zuständige Bauamt kontaktieren, da in den meisten Fällen für den Bau der Garage eine Baugenehmigung notwendig ist. Das Bauamt informiert Sie über Vorschriften und Regelungen an Ihrem Wohnort. Anhand dieser Informationen ist es Ihnen möglich, einen genauen Plan zu erstellen und schliesslich die Genehmigung für das Vorhaben einzuholen. Wer hingegen ohne Genehmigung baut, dem droht der Abriss der neuen Garage.

Das Einholen der Baugenehmigung ist auch für die finanzielle Planung wichtig. Für die notwendigen Prüfungen und die Bewilligung fallen Gebühren an. Diese sollten Sie nicht ausser Acht lassen.

Fundament: die Basis für die Garage

Egal, für welche Art von Garage Sie sich später entscheiden: Ein starkes Fundament ist als Basis besonders wichtig. Es sorgt dafür, dass weder die Struktur selbst noch das Fahrzeug absinken. Das ist wichtig, denn je nach Material und Auto lastet ein hohes Gewicht auf dem Boden. Hier sollten Sie Profis ans Werk lassen, die die benötigte Fläche exakt ausheben und mit Beton füllen.

Zum Einsatz kommt dafür gerade bei grösseren Flächen Transportbeton; ein Lkw-Fahrmischer giesst den Beton in die Grube. Am Ende erhalten Sie eine gerade Fläche in der gewünschten Grösse. Bedenken Sie dabei auch mögliche zukünftige Änderungen. Kommt zu einem späteren Zeitpunkt ein Anbau für die Garage infrage, sollten Sie das Fundament gleich etwas grösser anfertigen lassen.

Ein frisch gegossenes Fundament aus Beton, an dessen Rand die Schalung zu sehen ist. Ein Gitter darüber steckt die maximale Höhe ab.

Wie bei fast allen Bauten braucht es auch bei einer Garage ein tragfähiges Fundament aus Beton.

Das Dach: Welche Form ist die passende?

Bei Garagen oder Carports kommt oft ein klassisches Flachdach zum Einsatz. Daneben gibt es aber viele weitere Möglichkeiten wie Flachdach, Pultdach, Satteldach oder Bogendach – jedes mit seinen eigenen Vor- und Nachteilen.

Flachdach

Einfache Konstruktion, moderate Kosten: So lauten die wesentlichen Vorteile eines Flachdachs. Wichtig sind eine gute Abdichtung und eine gute Dachentwässerung, die das Regenwasser ableitet. Schnee allerdings bleibt auf dem Flachdach liegen und belastet die tragende Konstruktion. Deshalb empfehlen sich in schneereichen Regionen andere Dachformen.

Pultdach

Hier ist die Dachfläche zu einer Seite geneigt, sodass Regenwasser leicht abfliessen kann. Und auch der Schnee rutscht zur geneigten Seite runter. Auch ein Pultdach ist meist eine sehr einfache, flache Dachkonstruktion. Je nach Neigungswinkel benötigen Sie unterschiedliche Eindeckungen. Prüfen Sie deshalb, ob Eindeckung und Dach zusammenpassen.

Geneigte Dächer (Satteldach, Walmdach oder Krüppelwalmdach)

Steildächer sind technisch anspruchsvoller und daher auch mit mehr Aufwand verbunden, denn für diese Dachformen ist ein Dachstuhl notwendig. Zudem können Sie mit einem Steildach eine zweite Etage ergänzen und als zusätzlichen Stauraum nutzen.

Bogendach

Grundsätzlich können alle Dachtypen nicht nur für Garagen, sondern auch für den Carport gewählt werden. Die Vorteile, die eine geschlossene Konstruktion mit sich bringt, gelten bei einer offenen Konstruktion nur bedingt, beispielsweise der Stauraum beim Steildach. Das Bogendach ist eine attraktive Variante für Carports. Optisch ansprechend löst es im Vergleich zum Flachdach auch das Problem des gesammelten Schnees und Regenwassers.

Garage bauen: grosse Auswahl an Modellen

Wie Sie die Garage bauen möchten, liegt ganz bei Ihnen. Der Markt bietet verschiedene Modelle und Anbieter, die sich zum Teil bei den verwendeten Materialien, aber auch beim generellen Aufbau unterscheiden.

Holzgarage: das natürliche Material

Die Auswahl an verschiedenen Holzarten ist gross, was ganz unterschiedliche Looks ermöglicht. So kann Holz etwa sehr edel sein, aber auch eine rustikale Optik haben. Mit Holz sind Sie bei der Gestaltung der Garage also relativ frei. Ist Ihnen ein individueller Aufbau zu aufwendig, erhalten Sie im Handel auch zahlreiche Bausätze.

Mit etwas handwerklichem Geschick errichten Sie Ihre Holzgarage im Eigenbau. Ein Profi schafft das allerdings meist schneller und ist vielleicht auch noch genauer. Holz kann durch die Sonneneinstrahlung etwas seine Farbe verlieren und wird durch Nässe mit der Zeit morsch. Dafür ist das Material in der Anschaffung relativ günstig. Details zu den Kosten finden Sie in der Aufstellung unten.

Blick auf eine Holzgarage. Im Vordergrund ist ein Gartentor zu sehen, das ebenfalls aus Holz besteht.

Garagen aus Holz müssen nicht nach günstiger Lösung aussehen, sondern können optisch sehr ansprechend sein.

Metallgarage: Wände aus Stahl

«Metallgarage» lautet der Oberbegriff für Stahl- und Blechgaragen. Zwar gibt es die Garagen in verschiedenen Farben, der leicht industrielle Look bleibt jedoch immer. Blechgaragen sind meist fertige Komplettgaragen zum Aufstellen. Ein individueller Aufbau ist zwar theoretisch möglich, allerdings nicht üblich. Weil die Struktur relativ leicht ist, bräuchte es in manchen Fällen nicht unbedingt ein Fundament. Empfehlenswert ist ein solches jedoch auch hier.

Die Garagen sind durch das dünne Blech meist weniger stabil als etwa eine Holzgarage, haben dafür aber nicht so stark mit Sonneneinstrahlung und Nässe zu kämpfen. Je nach verwendetem Metall und Beschichtung kann es zur Korrosion kommen, die das Material nachhaltig beschädigt. Die Kosten für Blechgaragen sind vergleichsweise niedrig.

Fertiggarage: Einfacher geht es kaum

Eine Fertiggarage kaufen Sie als komplettes System bei einem Anbieter ein. Dieser liefert die Garage dann an und stellt sie auf. Für Sie ist das besonders unkompliziert, weil Sie sich nur um das Fundament kümmern müssen. Die Hersteller haben einen Katalog an Modellen, aus denen Sie wählen können. Garagengrösse, Farbe, Ausstattung und einzelne Teile wie das Dach oder das Garagentor lassen sich dabei individuell anpassen.

Fertiggaragen gibt es als Einzelgaragen, Doppelgaragen, Grossraumgaragen, Caravan-Garagen und sogar Reihengaragen. Die Baukosten liegen meist tiefer als bei einer individuellen Garage aus Beton. Fertiggaragen sind jedoch ähnlich stabil und gut ausgestattet.

Blick auf ein grösseres Einfamilienhaus mit einer weissen Fassade und einem dunklen Dach. Daneben steht eine optisch dazu passende Fertiggarage.

Fertiggaragen sind die wohl unkomplizierteste Art, an eine Garage zu kommen. Die Unternehmen liefern sie bereits komplett fertig an.

Garagen-Bausatz: das Bausteinprinzip

Ähnlich wie bei den Holzgaragen gibt es auch gemauerte Garagen als Bausätze. Diese entsprechen oft einem Bausteinprinzip. Sie erhalten die notwendigen Materialien und einen Plan. Anhand diesem ist dann der Aufbau der Garage möglich. Ob Sie das in Eigenregie durchführen oder einen Profi engagieren, bleibt Ihnen überlassen. Weil die Einzelteile aber schwer sind und der Aufbau zeitaufwendig ist, lohnt sich in vielen Fällen der Beizug eines Experten.

Garagen-Bausätze füllen die Lücke zwischen Fertiggaragen und individuell gemauerten Garagen. Sie sind in der Gestaltung also etwas freier, ohne den Bau komplett selbst planen zu müssen. Im Vergleich zu einer fertig gelieferten Garage sparen Sie meist ein paar Franken – mehr dazu aber später.

Individuell gemauerte Garage: ganz nach Ihren Wünschen

Wollen Sie eine gemauerte Massivgarage, die ganz nach Ihren Wünschen angefertigt sein soll, kommen Sie um die komplette Planung und den Aufbau nicht herum. Weil dafür etwa statische Berechnungen und ein genauer Plan notwendig sind, sollten Sie unbedingt Experten wie Architekten, Statiker und Maurer beiziehen. Einer der grossen Vorteile: Diese passen die Garage perfekt auf die Gegebenheiten an. Wünschen Sie etwa einen direkten Zugang zum Haus, schaffen die Profis diesen auch.

Das Tor der Garage, Fenster und eine Türe sitzen so am Ende ebenfalls genau dort, wo Sie diese haben wollen. Sonderformen oder spezielle Aufbauten für besondere Nutzungen sind ebenfalls kein Problem. Möglich ist etwa eine gute Wärmedämmung, damit ein Teil der Garage als beheizbarer Hobbyraum nutzbar ist. Die Kosten sind stark von Ihren Vorstellungen abhängig. Oft ist die massiv gemauerte Garage allerdings teurer als andere Bauarten.

Carport: die Alternative zur Garage

Vielleicht muss es ja nicht gleich eine massive Garage sein. In manchen Fällen ist auch ein Carport ausreichend. Das gilt vor allem dann, wenn Sie nur einen trockenen Stellplatz für das Auto wünschen. Ein Carport ist nicht komplett geschlossen, das Auto ist also nicht von allen Seiten geschützt. Moderne Carports gibt es aus Holz, Metall oder Kunststoff. Die Kosten liegen tiefer als bei einer vergleichbar grossen Garage.

Bild von einem Carport, dass hinten und an einer Seite geschlossen ist. Es steht auf einem Weg aus Natursteinen.

Ein Carport kann eine Alternative zur Garage sein. Er bietet zwar nicht so viel Schutz, ist dafür aber meist günstiger.

Die Kosten: Garagenmodelle im Vergleich

Wie bereits erwähnt, variieren die Kosten für eine Garagen zum Teil stark. Im Folgenden finden Sie eine Tabelle mit Preisen für Einzelgaragen. Bedenken Sie jedoch, dass es sich dabei nur um Überschlagsrechnungen handelt. Je nach Grösse und Ausstattung können die Preise stark variieren und deutlich von der Tabelle abweichen. Als grobe Übersicht hilft sie aber vielleicht bei der Entscheidung.

  • Bauweise
  • Preis
  • Fundament
  • etwa 1000 Franken
  • Holzgarage
  • etwa 3000 Franken
  • Blechgarage
  • etwa 2000 Franken
  • Fertiggarage
  • etwa 7000 Franken
  • Garagen-Bausatz
  • etwa 6000 Franken
  • Individuell gemauerte Garage
  • etwa 12 000 Franken
  • Carport
  • etwa 1500 Franken

Neue Garage einrichten: Verwendungszwecke und Tipps

Ist der Garagenbau abgeschlossen, geht es ans Einrichten. Zusätzlich zum Auto haben beispielsweise noch Werkzeuge oder Zubehör Platz in der Garage. Sie können den zusätzlichen Raum allerdings auch anderweitig nutzen. Welche Möglichkeiten Sie dabei haben und was zu beachten ist, erfahren Sie in unserem Artikel «Garage einrichten: vom Stauraum für das Auto bis zur kleinen Werkstatt».

Fazit: Die Bauweise entscheidet über die Gesamtkosten

Eine Garage ist eine lohnenswerte Ergänzung zum Haus, denn sie kann als Stellplatz, Abstellraum oder Wohnraum dienen. Bei den Gesamtkosten kommt es allerdings stark auf die Bauweise an. Gemauerte Fertiggaragen sind stabil und beständig, allerdings auch teuer. Ist Ihnen die vielfältige Nutzung des Raums weniger wichtig, reicht allenfalls auch eine Blechgarage – oder vielleicht sogar ein Carport. Setzen Sie sich für die Planung im Idealfall mit einem Profi zusammen. Dieser hilft Ihnen bei der Wahl der perfekt passenden Garage.

Als Nächstes lesen

Auf unserer Website verwenden wir Cookies und Analyse Tools um die Nutzerfreundlichkeit auf der Website stetig zu verbessern, damit wir Ihnen einen optimalen Service bieten können und die Werbung für Sie auf unserer Website und Werbepartner zu personalisieren. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Nähere Bestimmungen können Sie unserer Datenschutzerklärung entnehmen.