Leben

Fichte oder Tanne: Welcher Christbaum passt zu mir?

Sira Huwiler-Flamm

Ob Blaufichte, Rotfichte, Kiefer oder Nordmanntanne – es gibt so viele Christbaumarten, dass es die Konsumentinnen und Konsumenten manchmal überfordert. Deshalb greifen die meisten jedes Jahr zur gleichen Art. Was sind aber die Vor- und Nachteile der jeweiligen Baumart, wie hält man sie lange frisch und welche werden in der Schweiz angebaut? Ein Experte gibt Tipps für den Baumkauf.

Eine Familie schmückt gemeinsam einen Christbaum mit goldenen und roten Kugeln.
© Getty Images/Westend61

In diesem Artikel

Lokal und nachhaltig: Bäume aus der Schweiz werden immer beliebter

Rund 1,2 Millionen Christbäume zieren laut IG Suisse Christbaum, der Interessengemeinschaft eidgenössischer Christbaumproduzenten und -direktverkäufer, Jahr für Jahr die Schweizer Wohnstuben. Und rund 45 Prozent der Bäume stammen aus heimischen Wäldern oder Anbaukulturen. «Rund 500 Forstbetriebe und Landwirte bauen schweizweit Weihnachtsbäume an», weiss Philipp Gut, Präsident von IG Suisse Christbaum.

Günstige Bäume sind in der Vorweihnachtszeit oft schon für rund 20 Franken bei Supermarkt-Lockangeboten zu haben – diese kommen häufig aus Dänemark, Deutschland oder den Niederlanden. Eine in der Schweiz produzierte Fichte gibt es ebenfalls für rund 20 Franken, während edlere Bäume wie die Nordmanntanne heimisch produziert auch das Doppelte kosten können. «Die Bäume werden nachhaltig, ohne lange Transportwege und energiefressende Kühlhauslagerung, produziert und, wenn sie aus Schweizer Wäldern stammen, auch komplett ohne Pestizide.» Weil sie einheimischen Tieren während der sieben- bis zehnjährigen Wachstumsphase Lebensraum bieten, CO² binden und Sauerstoff produzieren, tun Sie mit dem Kauf eines Schweizer Baumes der heimischen Umwelt etwas Gutes.

Förster wissen in aller Regel, wer zur Adventszeit Weihnachtsbäume in der Region anbietet. Wer nicht direkt neben einem Bauern oder Waldbesitzer wohnt, der Christbäume im Direktverkauf anbietet, findet auf der Mitgliederseite der Interessengemeinschaft sowie beim Schweizer Verband der Waldeigentümer WaldSchweiz eine Liste mit Schweizer Christbaumproduzenten.

Die Nordmanntanne

Durch ihre lange Haltbarkeit sowie einen regelmässigen Wuchs und ihre dichten Nadeln ist die Nordmanntanne mit Abstand der beliebteste Christbaum der Schweiz. WaldSchweiz spricht von einem Marktanteil von 65 Prozent. Feste Nadeln und biegsames Holz ermöglichen auch üppigen und schweren Weihnachtsschmuck am Baum. Ursprünglich stammt diese Art aus dem Kaukasus – durch ihre Beliebtheit wird sie heute aber auch an vielen Orten in der Schweiz angebaut. Der prächtige grüne Baum hat jedoch auch einen höheren Preis als andere Arten.

Ein Feld voller Nordmanntannen.

Je nach Grösse wächst eine Nordmanntanne sieben bis zehn Jahre, bis sie erntereif für die Adventszeit ist.

Die Fichte

In jedem fünften Schweizer Wohnzimmer steht zur Adventszeit eine geschmückte Fichte. Der nach Harz duftende Baum, der auch als Rotfichte oder Rottanne bekannt ist, war früher der Klassiker in Schweizer Stuben. Denn: Die Fichte ist die häufigste Baumart in eidgenössischen Wäldern. Leider verliert der feingliedrige Baum in beheizten Räumen schnell die Nadeln. Wer seinen Christbaum aber ohnehin nur zu den eigentlichen Feiertagen oder komplett draussen aufstellen möchte und Wert auf Tradition legt, kann mit der Fichte nichts falsch machen.

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Die Blaufichte

Attraktiv und ebenfalls bei rund fünf Prozent der Schweizer beliebt, ist die Blaufichte oder Blautanne (Picea pungens). Die Haltbarkeit der aus den Rocky Mountains stammenden blau-grünen Art liegt etwa im Mittelfeld aller Christbaumarten. Sie verströmt einen weihnachtlichen Duft und ist durch ihre stabilen Äste ein Blickfang. Aber Achtung: Beim Behängen sind Handschuhe ratsam, weil die Nadeln extrem piksen – ihr Spitzname: Stech-Fichte.

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Die Coloradotanne

Besonders weiche Nadeln, die lange halten, hat die aus Nordamerika stammende Coloradotanne (Abies concolor). Die leicht gebogenen blau-grünen Nadeln prägen das äussere Erscheinungsbild dieses Baumes, der häufig auch Grautanne genannt wird. Weil das Holz sehr weich ist, empfiehlt sich ein leichter Baumschmuck. Leider ist sie frostempfindlich, deshalb in der Schweiz noch eine Rarität, also schwer auf dem Markt zu finden.

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Die Kiefer

Duftende Nadeln und eine noch längere Haltbarkeit als die Nordmanntanne hat die Kiefer (Pinus sylvestris) – sie nadelt quasi gar nicht. Als Christbaum will die heimische Baumart hierzulande aber dennoch kaum jemand haben. Die weichen Äste sind empfindlich, können beim Transport oder bei zu schwerem Baumschmuck beschädigt werden. Etwas robuster ist die Schwarzkiefer. Mit den langen sattgrünen Nadeln und dem individuellen, rundlichen Wuchs sind Kiefernarten Weihnachtsbäume für Individualisten und Rebellen: nicht der klassische Christbaum, aber ein echter Blickfang. Die bis zu sieben Zentimeter langen Nadeln machen das Schmücken zusätzlich etwas komplizierter.

Ein Schwarzkiefernzweig in der Nahaufnahme. Der Baum hat bis zu sieben Zentimeter lange Nadeln.

Weihnachtsbaum für Individualisten: Die Schwarzkiefer hat bis zu sieben Zentimeter lange Nadeln.

Die Nobilistanne

Als eine der schönsten Christbaumarten der Welt gilt die Pazifische Edeltanne, Silbertanne oder Nobilistanne (Abies procera). Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika und überzeugt neben ihrer besonders üppigen, graugrünen Nadelpracht mit einer sehr langen Haltbarkeit. Ihre starken Äste tragen ausserdem auch schweren Christbaumschmuck problemlos. Das Problem: Die Edeltanne ist auch eine kleine Diva. «Sie stellt sehr hohe Ansprüche an Boden und Klima und ist deshalb bei uns eher selten zu finden», weiss der Experte von IG Swiss Christbaum.

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Die Frasertanne

Einen angenehmen Zitronenduft verströmt die Frasertanne (Abies fraseri). Wer seinen Baum am liebsten mit echten Kerzen schmückt, findet in dieser schwer entflammbaren Baumart einen echten Geheimtipp. Der schnellwüchsige Nadelbaum aus Nordamerika braucht hie und da einen leichten Formschnitt, den verträgt er aber auch sehr gut. Ausserdem überzeugt dieser Baum mit einer langen Haltbarkeit.

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Die Korktanne

Wegen der Frostempfindlichkeit noch nicht so häufig im Angebot, aber immerhin in fünf Prozent der Schweizer Adventsstuben vertreten ist die Korktanne (Abies Iasiocarpa). Der aus Arizona stammende bläuliche Baum hat weiche, stark nach Zitrusfrüchten duftende Nadeln und glänzt mit einer sehr guten Haltbarkeit. Weil die Wuchsform recht schmal ist, findet man auch in kleinen Räumen ein Plätzchen für die Korktanne.

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So bleibt der Christbaum länger schön

Während Christbäume früher traditionell erst an Heiligabend in der Stube aufgestellt wurden, wollen sich die Schweizerinnen und Schweizer heute immer öfter die gesamte Adventszeit an der geschmückten Nadelpracht erfreuen. Doch trockene Heizungsluft kann dem Baum schaden und zu einem schnellen Nadelverlust führen.

Wie hält man den Baum bis zu den Weihnachtsfeiertagen frisch? «Weil Bäume aus der Region kurzfristig geschnitten werden und auf direktestem Wege zum Konsumenten gelangen, halten sie auch länger», ist Philipp Gut überzeugt, «frische, hochwertige Bäume erkennen Sie an einer gleichmässigen Farbe und Benadelung». Vor dem Aufstellen sollte man das grüne Prachtstück kühl sowie sonnen- und windgeschützt in einem Wassereimer lagern.

Soll der Baum in der Stube direkt neben einer Heizung stehen, könne es helfen, diese zurückzudrehen. «Wir empfehlen einen Christbaumständer mit Wasserreservoir – denn ein mittelgrosser Baum verdunstet täglich rund einen Liter Wasser», weiss der Experte, «also hilft regelmässiges Giessen.» Vor dem Aufstellen frisch angeschnitten, kann der Baum das Wasser besser aufnehmen. Aber Achtung: Der Fuss sollte nicht, wie oft praktiziert, angespitzt werden – mit dem geraden Schnitt kann der Baum unter der Rinde mehr Wasser speichern. Und ein Extra-Tipp des Christbaum-Experten: «Am besten den Baum einen halben Tag vor dem Schmücken aufstellen, damit sich die Äste entfalten können.»

Fazit: Vielfalt statt Routine

Sie müssen nicht immer zur Nordmanntanne greifen – der Schweizer Markt bietet Christbäume in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Düften. Selbst ungewöhnliche Arten wie die langnadelige Kiefer oder die nach Zitronen duftende Frasertanne werden immer häufiger auch hierzulande angeboten.

Wer der Umwelt und den heimischen Bauern etwas Gutes tun möchte, sollte sich für einen in der Schweiz herangewachsenen Baum entscheiden. Mit etwas Glück können Sie den Baum sogar direkt selbst an Ort und Stelle aussuchen – speziell für Kinder ist das ein ganz besonderes Erlebnis.

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