Ein weisses Haus mit einer integrierten Garage unterhalb des Wohnraums.
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Bauen und Kaufen

Fertiggaragen in der Schweiz: Arten, Material, Preise

Thomas Bott

Wer sein Auto liebt, der möchte es vor äusseren Einflüssen schützen. Hagelschäden auf dem Dach, Vogelkot auf dem Lack, Korrosion wegen Feuchtigkeit und nicht zuletzt Diebstahl oder Vandalismus sind gute Gründe dafür, das Auto sicher unterzustellen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Ihnen viele Versicherungen für Ihre Umsicht und Vorsorge Rabatte gewähren. Doch viele Immobilienbesitzerinnen und -besitzer scheuen den Aufwand für den Bau einer Garage. Für sie könnte eine Fertiggarage die richtige Lösung sein.

Ein Garagentor im dunklen, metallischen Look.

Eine etwas individuellere Gestaltung ist bei einer Fertiggarage meist kein Problem. Die Anbieter bieten viele Farben und Materialien zur Auswahl.

Fertiggarage: die wichtigsten Infos vor dem Kauf

Viele Beton-Fertiggaragen werden bereits mit einem fertigen Boden geliefert. Dennoch müssen auch sie auf einem festen Fundament stehen. Die Fläche muss gerade und befestigt sein, lose Untergründe eignen sich nicht. Die gute Nachricht: Ein einfaches Streifenfundament, also ein Fundament aus Betonstreifen, reicht in vielen Fällen bereits aus.

Entscheiden Sie sich für eine Fertiggarage ohne Bodenplatte, müssen Sie diese selbst anlegen. Das kann durchaus Vorteile haben, wenn Sie sich etwa einen besonderen Untergrund wünschen oder Extras wie die Befestigung für eine Hebebühne planen.

Bevor Sie eine Fertiggarage bestellen, sollten Sie sich über die Notwendigkeit einer Baugenehmigung informieren. Viele Anbieter von Fertiggaragen liefern nicht aus, wenn Sie keine Baugenehmigung vorweisen können. Ob Sie die Genehmigung benötigen und wo Sie diese erhalten, erfragen Sie bei Ihrem zuständigen Bauamt. Dort erfahren Sie auch Genaueres über die örtlichen Bestimmungen.

Die verschiedenen Bauarten von Fertiggaragen

Die Schweizer Hersteller von Fertiggaragen haben viele verschiedene Ausführungen im Angebot. Zum Teil fertigen sie Garagen sogar gemäss den individuellen Wünschen des Kunden an. Im Folgenden finden Sie einige Bauarten als gängige Standards:

Die Einzelgarage

Diese Art von Garage steht frei und bietet Platz für ein Fahrzeug. Sie ist meist zwischen 2,5 und 3 Meter breit, 4 bis 5 Meter lang und etwa 2,5 bis 3 Meter hoch. Natürlich sind auch individuelle Grössen möglich.

Ein weisses Einfamilienhaus mit einer einfachen Einzelgarage als fertiger Anbau.

Eine Einzelgarage ist für die meisten Einfamilienhäuser ausreichend. Optisch lässt sich die Fertiggarage an das Haus anpassen.

Die Doppelgarage

Hier finden gleich zwei Fahrzeuge Platz. Die Doppelgarage ist etwa 5 bis 6 Meter breit. Die Länge und die Höhe entsprechen einer Einzelgarage. Zwei Garagentore sorgen für getrennte Einfahrten. Auf Wunsch ist der Einbau einer Trennwand möglich.

Die Grossraumgarage

Bei dieser Bauart besteht Platz für zwei Autos, ein Auto und Motorräder oder ein Auto und Werkzeug. Die Grossraumgarage ist damit sehr flexibel. Die Abmessungen entsprechen in etwa einer Doppelgarage, es gibt aber nur ein Garagentor und einen grossen Innenraum.

Die Reihengarage

Diese Art ähnelt der Doppelgarage, hat aber mehr als zwei Einfahrten. Die Länge richtet sich also ganz nach der Anzahl der abzustellenden Fahrzeuge. Reihengaragen eignen sich für grosse Fuhrparks oder zum Vermieten.

Vier Garagen in Reihe mit einem Ziegeldach und weissen Toren.

Reihengaragen lassen sich prima selbst nutzen oder für einen monatlichen Betrag vermieten. So verdienen Sie auf lange Sicht sogar Geld damit.

Die Caravan-Garage

Sie entspricht einer Einzel- oder Doppelgarage, ist aber höher. Der Transporter, das Wohnmobil oder der Wohnwagen haben so genügend Platz, um sicher und trocken zu stehen.

Der Carport

Der Carport ist zwar keine richtige Garage, bietet aber dennoch einen vernünftigen Schutz vor Einflüssen von oben. Hier können Regen oder Hagel dem Fahrzeug kaum etwas anhaben. Ein Carport ist platzsparend, günstig und schnell aufgestellt.

Die Elektro-Garage

Eine Elektro-Garage ist eine der oben genannten Garagen mit einer Solarstromanlage und einer Wallbox, mit deren Hilfe das Elektroauto geladen wird. Auch eine Ausführung als Carport ist möglich.

Unterschiedliche Materialien für Fertiggaragen

Beim Material für Garagen denkt man immer schnell an Beton. Es mag der gängigste Baustoff sein, aber nicht der einzige. Im Folgenden stellen wir Ihnen drei handelsübliche Materialien für Fertiggaragen vor.

Fertiggaragen aus Beton

Eine Betongarage wird aus einem Guss gefertigt. Sie wird als ein Element mit einem Spezialfahrzeug geliefert und bei Ihnen aufgestellt. Der grösste Vorteil ist die Robustheit. Die Fertiggarage aus Beton ist feuchtigkeitsbeständig und trotzt praktisch jeder Witterung. Sogar Säuren, Laugen und Lösungsmittel können ihr nichts anhaben. Nach einigen Jahren können im Beton Risse entstehen, die sich aber problemlos ausbessern lassen.

Ein Nachteil sind die extremen Temperaturen, die in einem Betonbau vorherrschen können. So ist es im Winter besonders kalt und im Sommer sehr heiss. Im Inneren besteht zudem die Gefahr von Schwitzwasserbildung. Deswegen sollten Sie ein effizientes Entlüftungssystem einbauen oder die Garage regelmässig öffnen und so lüften. Eine extra Dämmung empfiehlt sich nicht, da Ihr Fahrzeug in einem gut isolierten Raum langsam trocknet und dadurch möglicherweise schneller rostet.

Vorteile:

  • Geringer Aufwand bei der Montage
  • Hoher Witterungsschutz
  • Rabatt bei Autoversicherung
  • Unkomplizierte Erweiterbarkeit

Nachteile:

  • Hoher Aufwand bei der Anlieferung
  • Wenig Individualisierungsoptionen
  • Schwitzwasserbildung innen
  • Mögliche Rissbildung

Fertiggaragen aus Holz

Eine Fertiggarage aus Holz sieht mit ihrer naturbelassenen, warmen Optik toll aus. Dank eines grossen Angebots an unterschiedlichen Holzarten und -tönen können Sie je nach Geschmack wählen. Gängige Holzsorten für eine Fertiggarage sind heimische Hölzer wie Kiefer, Fichte, Lärche und Douglasie. Im Gegensatz zu Beton und Stahl ist Holz deutlich pflegeaufwendiger, da es Witterungen nicht unbeschadet standhält. Sie werden also häufiger Schäden und Alterserscheinungen ausbessern müssen. Zudem sollten Sie regelmässig Schutzanstriche auftragen. Bei angemessener Wartung hat die Fertiggarage aus Holz eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren.

Vorteile:

  • Attraktive Optik
  • Relativ geringer Anschaffungspreis
  • Angenehmes Raumklima
  • Viele Individualisierungsoptionen

Nachteile:

  • Hoher Pflegeaufwand
  • Anfällig für Witterung und mechanische Einflüsse

Fertiggaragen aus Stahl

Ebenso wie bei den Exemplaren aus Holz werden Fertiggaragen aus Stahl zumeist in Modulen geliefert und auf Ihrem Grundstück zusammengebaut. Allerdings benötigen sie im Gegensatz zu Beton und Holz kein bleibendes Fundament. Stahl ist sowohl gegen Wettereinflüsse als auch gegen mechanische Abnutzungen sehr beständig. Ähnlich wie bei Beton erhitzen sich Stahlgaragen schnell – auch hier ist Belüftung notwendig. Das Material besteht in der Regel aus Stahlblech, das mit einer speziellen Beschichtung, zum Beispiel aus Zink, überzogen ist und so vor Korrosion schützt.

Vorteile:

  • Kaum Pflege notwendig
  • Einfacher Transport und Aufbau
  • In vielen Grössen verfügbar

Nachteile:

  • Mangelnde Wärmedämmung
  • Rostbildung möglich
  • Dach nicht stark belastbar
  • Schwitzwasserbildung innen

Preise: Das kostet eine Fertiggarage

Die Zahl der Anbieter von Fertiggaragen in der Schweiz ist gross. Bei der Preisgestaltung unterscheiden sie sich zum Teil sehr stark. Für eine einfache Einzelgarage mit manuellem Garagentor aus Metall müssen Sie mit etwa 3500 Franken rechnen.

Es können aber noch weitere Kosten durch zusätzliche Extras entstehen, wie wir Ihnen hier am Beispiel der Durobox-Fertiggarage zeigen:

  • Position
  • Preis
  • Grundpreis
  • 3597.41 Franken
  • Dach mit Antikondensvlies
  • 404.31 Franken
  • Nebentür
  • 615.52 Franken
  • Rinnensystem
  • 243.97 Franken
  • Kippfenster
  • 397.41 Franken
  • Endpreis
  • 5258.62 Franken

Einfache Doppelgaragen werden für rund 6000 Franken angeboten. Grossraumgaragen beginnen bei rund 8500 Franken. Zusätzliche Wünsche wie Fenster, Türen oder Garagentore aus Holz treiben den Preis zusätzlich in die Höhe. Eine individuelle Lösung in spezieller Form oder von einem Designer entworfen, ist oft besonders teuer. Das genaue Gegenteil ist ein Carport. Manche Modelle gibt es schon für wenige Hundert Franken.

Mehrere weisse Einfamilienhäuser, wovon eines mit einem Carport ausgestattet ist.

Es muss nicht immer eine Garage sein: Vielleicht reicht für Sie ja auch ein Carport aus. Das Auto ist vor Regen oder Hagel geschützt, steht aber dennoch draussen.

Fazit: Schritt für Schritt zur passenden Garage

Fertiggaragen sind eine tolle Art, um schnell und stressfrei an einen überdachten Abstellplatz für das Auto zu kommen. Wenn Sie sich aus den oben aufgeführten Typen für ein Exemplar entschieden und abgeklärt haben, ob Sie eine Baugenehmigung dafür brauchen, haben Sie bereits die ersten wichtigen Schritte erledigt. Dann ist der Weg nicht mehr weit – bis Ihr Auto sicher und trocken steht.

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