Blick auf ein grosses Haus, das vor einem Wald steht. Helles Holz und dunkles Metall an der Fassade bilden hier einen starken Kontrast.
© Getty Images / iStockphoto

Renovieren

Fassadenverkleidung am Haus: Optik und Dämmung verbessern

Torben Schröder

Wenn der Aussenputz schon leicht grünlich schimmert und der Energieverbrauch zu hoch ist, lohnt es sich, über eine Fassadenverkleidung nachzudenken. Beim Material stehen Ihnen weitaus mehr Möglichkeiten offen als das gern verwendete Holz – von Kunststoff bis Metall. Wir klären Sie darüber auf, welche Vorteile eine verkleidete Fassade mit sich bringt, welche Kosten für Sie entstehen und welche Optik infrage kommt.

Die Vorteile einer Fassadenverkleidung

Eine Fassadenverkleidung ist eine Konstruktion, bei der auf das eigentliche Mauerwerk eines Hauses Fassadenplatten montiert werden. Sie kann nachträglich bei einer Sanierung oder natürlich schon beim Neubau angebracht werden. Sinn und Zweck ist zum einen eine optische Aufwertung. Zum anderen gestalten Sie durch die zusätzliche Integration von Dämmelementen den Energiehaushalt effizienter. Hier finden Sie alle Vorteile auf einen Blick.

  • Fassadenplatten sind ein absoluter Hingucker – und helfen beim Verkauf oder der Vermietung der Immobilie.
  • Dank der grossen Auswahl an Gestaltungsmöglichkeiten in Bezug auf Material und Farben verleihen Sie Ihrem Haus eine ganz individuelle Note.
  • Schäden an der Fassade lassen sich leichter reparieren als die Grundstruktur des Hauses.
  • Sie erreichen eine bessere Wärmedämmung, wenn Sie die Fassade mit extra Dämmmaterial versehen. Dies spart Betriebskosten und schont die Umwelt.

Auf der Seite der Nachteile stehen die Kosten für Material und Montage. Wie hoch diese ausfallen, erläutern wir im folgenden Abschnitt.

Fassadenverkleidung: Arten, Kosten, Förderung

Die finanzielle Belastung einer neuen Fassade hängt hauptsächlich von einem Faktor ab: ob Sie sich für oder gegen eine Dämmung entscheiden. Bei der einfachsten Variante, der ungedämmten Fassade, werden senkrechte Träger aus Holz oder Aluminium auf dem Mauerwerk befestigt. Auf diese montieren die Handwerker direkt die Fassadenplatten aus Holz, Kunststoff oder Metall. Die Kosten pro Quadratmeter belaufen sich auf etwa 150 Franken.

Die aufwendigste Variante ist die sogenannte vorgehängte hinterlüftete Fassade mit Dämmung. Die Basis bildet eine Unterkonstruktion aus Holz, Stahl oder einer Mischung aus beidem, die auf das Mauerwerk angebracht wird. Es folgen in der Regel mehrere Schichten von Dämmmatten. Ein geschickt integrierter Hohlraum mit drei bis fünf Zentimeter Tiefe sorgt für die bestmögliche Hinterlüftung. Die Fassadenplatten schliessen die Konstruktion wiederum nach aussen ab. Die Kosten können zwischen 250 und 450 Franken je Quadratmeter betragen.

Blick auf Fassadenarbeiten an einem Gebäude, das komplett von einem Gerüst umgeben ist.

Mit oder ohne Dämmung? Eine wichtige Entscheidung beim Thema Fassade. Bei der Anschaffung und Montage ist sie teuer, kann letztendlich aber Ihre Energiekosten langfristig senken.

Entscheiden Sie sich für die Anbringung einer gedämmten Fassade und damit für eine Möglichkeit, positiv auf die Umwelt einzuwirken, können Sie in der Schweiz Fördergelder in Anspruch nehmen. Informationen erhalten Sie beim „Gebäudeprogramm“, einer Institution von Bund und Kantonen zur Reduktion des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstosses. Welche bauliche Massnahme wie hoch unterstützt wird, unterscheidet sich von Kanton zu Kanton. Die Basis für die Planung und die Berechnung bildet das Harmonisierte Fördermodell der Kantone.

Die passende Fassadenverkleidung finden

Den äusseren Abschluss einer Hausfassade bildet die Verkleidung. Sie dient als Schutz gegen Niederschlag, Hitze und Kälte. Zudem definieren das verwendete Material und die bevorzugte Farbe die Optik. Im Folgenden stellen wir Ihnen vier gängige Varianten vor.

Holz: Zeitlos und beliebt

Besonders bei uns in der Schweiz ist diese urchige Version der Fassadenverkleidung mit Holz weit verbreitet. Das Angebot der zu verwendenden Sorten ist gross. Um die Umwelt zu schonen, entscheiden sich viele Hausbesitzer für einheimische Hölzer wie zum Beispiel Fichte, Lärche oder Eiche. Das Holz kann in Form von Latten oder Schindeln angebracht werden. Unter Schindeln versteht man gesägte Stücke, die von der Optik her Dachpfannen ähneln. Eine Holzfassade bedarf in der Regel besonderer Pflege mit Schutzmitteln und frischer Farbe, damit sie nicht über kurz oder lang verrottet. Zudem gibt es verschiedene Arten von Holzfassaden, die wir Ihnen hier vorstellen.

  • Unbehandelte Holzfassade: Das nicht präparierte Holz setzt im Laufe der Zeit eine feine Schicht Patina an. Dadurch verändert sich die Farbe und damit auch die komplette Optik Ihres Hauses.
  • Lasierte Holzfassade: Durch das Auftragen von Lasur kann sich zwar die Farbe des Holzes leicht verändern, jedoch schimmern die ursprüngliche Struktur und Maserung immer durch, da Lasur nicht deckt. Sie wirkt schützend gegen Witterung und gegen Altersverfärbung. Einen optisch entgegengesetzten Effekt erzeugt die Verwitterungslasur, die das Holz schon von Beginn an grau und damit natürlich verwittert erscheinen lässt – sie schützt das Holz aber ebenso.
  • Druckimprägnierte Holzfassade: Hierbei wird das Holz mit speziellen Salzen behandelt, die es noch stärker gegen Witterung schützen. Dafür entzieht ein Vakuum den Zellhohlräumen zunächst Luft. Das schafft Platz für die Schutzmittellösung, die mit hohem Druck tief ins Holz gelangt und dieses imprägniert. Die Fassade kann natürliche grünliche und bräunliche Farbtöne annehmen.
  • Deckende Holzfassade: Durch eine deckende Farbschicht wird die Fassade maximal geschützt und in ihrer Optik erhalten.
Nahaufnahme eines Mannes, der auf einer Leiter steht und eine Holzfassade braun anstreicht.

Das beliebteste Fassadenmaterial ist Holz. Mit einer deckenden Farbschicht wird es optimal gegen Witterungseinflüsse geschützt.

Stein: Attraktiv und anspruchsvoll

Bevor Sie sich für diese Variante entscheiden, müssen Sie sicher sein, dass Ihr Haus aus statischer Sicht dafür geeignet ist. Denn Stein ist schwer. Der Klassiker in diesem Bereich ist Klinker. Sie können sich aber auch für Naturstein wie Schiefer entscheiden. Die Anbringung ist für den Dachdecker zeit- und kostenintensiv, da er unter Umständen vor Ort Schieferplatten von Hand bearbeiten muss. Eine günstigere Alternative sind Steinimitate, die den Originalen zum Verwechseln ähnlich sehen.

Metall: Teuer und selten

Häufiger an öffentlichen Gebäuden als an Privathäusern wird eine Fassadenverkleidung aus Metall angebracht. Der Grund dafür ist der relativ hohe Preis. Gängige Metallsorten sind Stahl, Edelstahl und Aluminium. Die Vorteile bei dieser Variante sind im Falle von Aluminium das geringe Gewicht und bei ausreichendem Rostschutz die hohe Witterungsbeständigkeit sowie der modern-kühle Look. Die Montage ist in der Regel recht einfach, da die Metallplatten häufig mit einem Stecksystem versehen sind. Eine Metallfassade bietet sich auch als Teilverkleidung, zum Beispiel für einen Erker oder eine Seitenwand, an.

Kunststoff: Günstig und wandlungsfähig

Die grösste Auswahl haben Sie im Bereich der Fassadenverkleidungen aus Kunststoff. Der wichtigste Vorteil ist, dass Kunststoff alle bisher beschriebenen Materialien imitieren kann und dabei deutlich preiswerter ist. Ausserdem trotzt es jeder Witterung bei geringem Pflegeaufwand.

Sie haben die Wahl zwischen glatten Oberflächen aus Vinyl bis zu strukturierten Felssteinimitaten aus Spezialpolymeren. Auch bei den Farben haben Sie dank der industriellen Herstellung alle Möglichkeiten.

Fazit: Eine schöne Fassade lohnt sich

Ob im stylishen Aluminium-Look, in traditioneller Holz-Optik oder aus modernem Kunststoff – eine Fassadenverkleidung macht Ihr Haus zu einem Blickfang, der optisch etwas hermacht. Wenn Sie sich zudem für eine gedämmte Fassade entscheiden, senken Sie damit Ihre Energiekosten. Es lohnt sich also in doppelter Hinsicht.

Als Nächstes lesen

Auf unserer Website verwenden wir Cookies und Analyse Tools um die Nutzerfreundlichkeit auf der Website stetig zu verbessern, damit wir Ihnen einen optimalen Service bieten können und die Werbung für Sie auf unserer Website und Werbepartner zu personalisieren. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Nähere Bestimmungen können Sie unserer Datenschutzerklärung entnehmen.